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Mindestlohn

Glaub ich nicht. Andere Länder haben höhere Mindestlöhne wie in Deutschland und es funktioniert auch. Außerdem habe gerade ich, schon seit Jahren darauf hingewiesen, daß die Politik die Rentenkassen geplündert hat. Wenn das nicht gewesen wäre - oder besser nicht wäre - gebe es überhaupt keine Probleme. Zumindest mal auf längere Sicht nicht. Und wenn es die Regierung - eine nächste Regierung natürlich - schafft, junge Leute für den Arbeitsmarkt zu requirieren, und dazu gehören nun mal gescheite Löhne - dann wird dieses solidarische Sytem ewig bestehen können.
 

Hallo mikenull,

schau mal hier: Mindestlohn. Hier findest du vielleicht was du suchst.

...

H&M München in der Fussgängerzone. Das macht H&M aber überall. Einen Laden haben sie geschlossen und gegenüber einen neuen aufgemacht. Alle Mitarbeiter vom alten Laden werden entlassen.

Das hat man bei mir auch versucht - hat mir eine gute Abfindung eingebracht.

Eingestellt im neuen werden nur noch stundenmässig angestellte Mitarbeiter ohne Versicherung, mit fürchterlichen Verträgen wie: 10 Stunden wöchentlich, aber auf Abruf.

Das muss man sich vorstellen. 10 Stunden auch noch auf Abruf. Festanstellungen in Vollzeit null mehr.

Wie wird da nur mit Menschen umgegangen??

[...]

Dort sollen halt nur junge Leute für weing Geld beschäftigt werden. Der ideale
Nebenjob für Studenten, ...
 
Das hat man bei mir auch versucht - hat mir eine gute Abfindung eingebracht.



Dort sollen halt nur junge Leute für weing Geld beschäftigt werden. Der ideale
Nebenjob für Studenten, ...

Für Studenten? H&M zahlt 9,50 brutto.

Für die Aushilfen in den neuen Läden zumindest.

Für dieses Geld kann auch kein Vollzeit Mitarbeiter aus dem anderen Laden arbeiten gehen.

Wie perfide, dass hm noch sagt, sie übernehmen gerne die alten Mitarbeiter, zu den neuen Konditionen allerdings.
 
Für Studenten? H&M zahlt 9,50 brutto.

Für die Aushilfen in den neuen Läden zumindest.

Für dieses Geld kann auch kein Vollzeit Mitarbeiter aus dem anderen Laden arbeiten gehen.

Für 9,50 € Brutto Vollzeit arbeiten gehen ist in meinen Augen Zeitverschwendung.
Das ist die übliche Bezahlung für Minijobber, die mal schnell ein paar Euro dazu-
verdienen wollen. Für H&M ist es Gewinnmaximierung. Also ist beiden geholfen.

Wenn ich mir hier eine Haushaltshilfe suche, bekomme ich die für 9,50 € nicht;
eine Muttersprachlerin, die mit mir Spanisch lernt, auch nicht. Warum gehen
erwachsene Menschen dann für so schmales Geld bei H&M arbeiten?

Wie perfide, dass hm noch sagt, sie übernehmen gerne die alten Mitarbeiter, zu den neuen Konditionen allerdings.

Das ist ja auch nicht Ernst gemeint. Wenn der Laden auf der einen Straßenseite
schließt, um gegenüber einen neuen Laden zu eröffnen, dann ist das erstmal kein
Kündigungsgrund. (Da der Arbeitsplatz nicht entfallen ist.)
 
... Es ist wohl so, daß sich inzwischen Grüne, SPD, Linke und Teile der CDU für einen Mindestlohn von 12 Euro stark machen.
Es wäre ja höchste Zeit dafür. Mal sehen welche Parteien in zwei Jahren damit in den Bundestagwahlkampf ziehen werden.Wobei ja schon mal ausgerechnet wurde, daß der Mindestlohn im Moment bei 12,80 Euro liegen müßte, um in etwa eine auskömmliche Rente zu haben.

Vor den Wahlen macht man sich gerne stark für solche Sachen, insbesondere, wenn
andere die Kosten dafür bezahlen müssen. Auch 12,80 € reicht bei Weitem nicht, um
im Alter gut leben zu können. Die Zahl der Rentner wird in den nächsten Jahren deut-
lich steigen, damit auch die Ausgaben für die Renten, Gesundheit und Unterbringung
der Menschen, die nicht mehr alleine leben können.

Kein Problem, weil wir bis dahin die bedingungslose Mindestrente haben?
 
Ja, wurde ja ausgerechnet, daß der Mindestlohn im Moment bei 12,80 Euro liegen müßte um mit der Rente auszukommen. Aber soweit wollten sie wohl dann doch noch nicht.
Allerdings wird das kommen. Es sei denn die CDU und die FDP würden eine Regierung bilden. Das hat mit den Wahlen in zwei Jahren noch nichts zu tun. Das wird man erst sehen, wenn die Koalition auseinanderbricht oder halt so 3 Monate davor.Die Kosten für den Mindestlohn müssen nicht andere, sondern alle bezahlen und das ist richtig.
 
Vor den Wahlen macht man sich gerne stark für solche Sachen, insbesondere, wenn
andere die Kosten dafür bezahlen müssen. Auch 12,80 € reicht bei Weitem nicht, um
im Alter gut leben zu können. Die Zahl der Rentner wird in den nächsten Jahren deut-
lich steigen, damit auch die Ausgaben für die Renten, Gesundheit und Unterbringung
der Menschen, die nicht mehr alleine leben können.

Kein Problem, weil wir bis dahin die bedingungslose Mindestrente haben?

Kommt drauf an, was du als "gut leben" bezeichnest. Mit genügend Einzahlungsjahren, kommt man bei 12 € Mindestlohn auf einen Rentenbetrag deutlich über jeglicher Grundsicherung.

Ich finde in der Diskussion sollte man nicht übersehen, dass es hier um den Mindestlohn geht. Also um das Worst Case Szenario im Lohnbereich. Und nicht um das Standardszenario, in dem jeder von Berufseintritt bis Ende verbleibt.

Wenn Geschäfte wie H&M Lohndumping betreiben, ist der Mindestlohn sicher eine Maßnahme, aber dadurch wird nicht jeder fair bezahlt. Stell dir vor morgen bekommt der studierte Ingenieur 12 €. Ist dann alles ok, weil er ja den Mindestlohn bekommt? Nein, er wird ausgebeutet, weil seine Arbeit mehr wert ist.

Der Gesetzgeber kann Löhne nicht so "hoch zwingen", dass ausnahmslos jeder fair bezahlt wird. Er kann ein Minimum festsetzen, um die zu schützen, die sich am schlechtesten wehren können und am ärmsten sind. Dem Rest muss er Werkzeuge in die Hand geben, damit diese Arbeitgebern auf Augenhöhe begegnen können (Stichwort: Gewerkschaften, Kündigungsschutz, Arbeitnehmerrechte etc.).

Ich sehe es im Grunde mit Bedenken wenn vom Staat immer mehr Eingriff gefordert wird. Der Mindestlohn ist richtig und einer Erhöhung auf 12 € sinnvoll. Es muss aber der Mindestlohn bleiben. Es wäre nicht sinnvoll den Mindestlohn zb auf 17 € zu heben oder für jeden Job individuelle Mindestlöhne vorzuschreiben. Der Staat sollte den Rechtsrahmen gestalten und nicht von oben alle Löhne diktieren.
 
Es spricht nichts dagegen, daß Parteien damit in den Wahlkampf ziehen. Das hat was mit klarer Kante zu tun und ist notwendig, denn dadurch werden Parteien wieder unterscheidbar.
 
Bei vielen Branchen spielt der Mindestlohn überhaupt keine Rolle. Bei Leiharbeit z.b. werden pro Tag Pauschalen abgezogen, für Verpflegung usw. Es gibt auch nicht wenige Firmen, die offiziell Betrag X zahlen und dann einfach X Stunden unter den Tisch kehren. Ebenso gibt es Firmen, die Überstunden einfach als selbstverständlich erachten, ohne Bezahlung
 
Das ist aber kein Grund auf einen Mindestlohn zu verzichten. Und überdies wollen ja auch bestimmte Parteien, die Lohn-und Zeitarbeit zurückfahren. Was natürlich kommen muß.
 

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