Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Meine Wohnung komplett zugemüllt - hilflos!!

  • Starter*in Starter*in Gast
  • Datum Start Datum Start
@Creep: Vielleicht liest Du Dir einfach Deine eigenen Beiträge hier auf die ich meine Antwort an Dich bezoh nochmal in Ruhe durch. Es war der Tonfall deiner Sätze der sehr aufgebracht und abfällig klang... jedenfalls kam es so bei mir an. Vielleicht war "hasserfüllt" ein zu starkes Wort.
Aber nochmal: Ich tue niemandem außer mir selbst weh mit meinem Chaos. Ich lebe ja allein und als ich dies noch nicht tat, hielt ich auch alles sauber und ordentlich... mich ließ ja erst die Einsamkeit so abstürzen. Verbringe ich heute Zeit mit anderen z.B. in deren eigener Wohnung, dann helfe ich automatisch immer beim putzen, aufräumen etc.... Ich bin nicht rücksichtslos. Schädigen tue ich also nur mich selbst.

@Fritzie: Ich danke Dir sehr für Deine Offenheit! Ja, genau da kenne ich selbst: Anderen helfen, paradoxerweise sogar beim aufräumen und putzen, das tue ich auch ganz fleissig und selbstverständlich. Bei der Arbeit bin ich immer die erste die neuen Kaffee kocht, die Küche putzt, Geschirrspüler ausräumt etc... Nur zuhause, für mich selbst ist es dann eben die komplette Überforderung... ich kann mir das selbst nicht erklären. Bin daher sehr froh zu hören, dass Du das selbe Problem kennst! Hast denn Du als "Messie" überhaupt diese Sammelleidenschaft gehabt? Ich dachte immer das sammeln und nicht wegwerfen können wäre das wesentlichste Merkmal dieses Syndroms - doch auch wenn alle anderen Beschreibungen eines Messies auf mich zutreffen - emotionale Bindungen zu altem Kram oder gar Müll hatte ich nie, das sich trennen von irgendwelchem Zeug fällt mir nicht schwer und ich sammel auch nichts bewußt. Naja, ich bin glaube ich trotzdem ein Messie, denn alle anderen Empfindungen und Hintergründe treffen auf mich zu.

JETZT wo meine Wohnung wieder nett aussieht, bin ich wieder fast schon mit Freude dabei weiter aufzuräumen und zu putzen... doch ich weiß sehr wohl, dass nach einem solchen Hoch der Erleichterung nachdem ich etwas geschafft habe, auch bald wieder das nächste Tief kommen kann in welchem wieder mein Chaos entsteht. Es stimmt auch todsicher was Du und andere hier schon sagten: Das äußere Chaos ist bestimmt ein Zeichen für mein Inneres. Ich habe mich ja auch so vor mir selbst erschreckt, wie weit ab der normalen Spur ich tatsächlich geraten bin. Wie schlimm versaut mein Leben tatsächlich ist... Daher muss ich etwas nachhaltiges gegen meine inneren Probleme machen, da hast Du total Recht... die äußere Unordnung ist ja immer nur ein Symptom für etwas anderes...das ist mir jetzt klar.
Was Du sagtest wegen der ganz kargen Einrichtung: Ich verstehe den Sinn dahinter. Jedoch fände ich DAS eher eine Vorstellung die mir persönlich Angst macht und ein Gefühl von Kälte entstehen lässt. Aber da ist eben jeder sehr verschieden. Ich danke Dir trotzdem für den Rat!

@Schatten2009: Depression als Selbstschutz? Hmmm... das kann ich mir so gar nicht vorstellen. Sie schadet einem doch von vorn bis hinten. Ja klar, manche Menschen fühlen sich wohl einfach nur noch "taub" und sagen sie würden eigentlich gar nichts mehr fühlen können im Rahmen der Depressionen. Wenn man sich so "betäubt" fühlt, dann ist es vielleicht ein Selbstschutz des Körpers. Aber ich persönlich bin leider keineswegs taub... sondern von Schmerz und Verletzung erfüllt. Innerlich ungeheuer aufgewühlt, permanent. Vielleicht macht mich dies auch permanent so erschöpft und ausgepowert, wer weiß... Und rausgehen tue ich ja sehr wohl. Ich zwinge mich, auch wenn ich am liebsten den ganzen Tag nur schlafen würde und manchmal auch liegn bleibe, wenn gar nichts mehr geht. Dennoch gehe noch regelmäßig raus zum arbeiten und treffe mich, wenn sich mir eine leider seltene Gelegenheit bietet mit Menschen. Denn ich möchte nicht immer allein sein - ich weiß ja wie kaputt und traurig mich das macht. Auch da wäre also die Depression die mich im Bett halten will nicht Selbstschutz, sondern -zerstörung wenn man nicht versucht wenigstens da gegen sie anzukämpfen. Ich habe mich früher auch offen selbst verletzt, also "geritzt"... Einfach Druck ablassen war das aber nicht. Es ging mehr um Hilflosigkeit... Ich wurde stark unterdrückt und ohne normalen menschlichen Respekt behandelt... man verletzte mich stark und dann durfte ich mich nicht wehren, weil ich weniger wert war als alle anderen und im Gegensatz zum Rest der Familie ausdrücklich nicht die gleichen Rechte hatte. Sagte ich doch mal, dass mich etwas innerlich tief verletzte was sie mit mir machten, machten sie sich lustig - ganz fies sarkastisch. Oder verbaten mir agressiv den Mund... So hatte ich dann in meinem inneren Schmerz das Gefühl mich gar nicht selbst darin ernst nehmen zu dürfen...quasi als wenn man wegen dem was die anderen einem täglich einhämmern schon selbst denkt "Jetzt stell Dich gefälligst nicht so an, nerv nicht, Du spinnst doch nur rum...!" sobald man eigentlich weinen und sich wehren möchte. Also habe ich mich geschnitten und das fließende Blut war mein Ersatz für die Tränen die nicht fließen wollten, weil man sie mir ja von vornherein abgesprochen hatte. Und der Schnitt, die offene Wunde und spätere Narbe waren wie ein Beweis für mich allein, dass mein Schmerz und meine inneren Verletzungen doch real sind... Es ist sehr, sehr schwer das in Worte zu fassen!! Heute schneide ich mich seit langem nicht mehr, aber der Impuls und Wunsch ist immer noch da wenn ich von aiußen verletzt werde. Deshalb meine Theorie, dass sich mein selbstverletzendes Verhalten nun unbewußt einfach andere Ventile sucht... Bei mir die Essstörung und vielleicht auch das Leben in einer so ekelhaften Umgebung...? Naja, wie gesagt, es ist nur ein Gedanke - kann auch sein, dass nichts da dran stimmt!
 
Übrigens gibt es auch amtsgerichtliche Hilfen für Menschen, die im Alltag nicht mehr klarkommen, d.h auch die Wohnung. Über das Amtsgericht einfach einen Antrag auf Sozialpädagogische Hilfe stellen. I.d.R kommt ein Amtsarzt zu Besuch und dann gibt es einen Termin beim Richter, der dann entscheidet. Anschließend wird die Betreuung eingestellt.
 
Guten Morgen MessieGirl 🙂

Ja, genau da kenne ich selbst: Anderen helfen, paradoxerweise sogar beim aufräumen und putzen, das tue ich auch ganz fleissig und selbstverständlich. Bei der Arbeit bin ich immer die erste die neuen Kaffee kocht, die Küche putzt, Geschirrspüler ausräumt etc... Nur zuhause, für mich selbst ist es dann eben die komplette Überforderung... ich kann mir das selbst nicht erklären. Bin daher sehr froh zu hören, dass Du das selbe Problem kennst! Hast denn Du als "Messie" überhaupt diese Sammelleidenschaft gehabt? Ich dachte immer das sammeln und nicht wegwerfen können wäre das wesentlichste Merkmal dieses Syndroms - doch auch wenn alle anderen Beschreibungen eines Messies auf mich zutreffen - emotionale Bindungen zu altem Kram oder gar Müll hatte ich nie, das sich trennen von irgendwelchem Zeug fällt mir nicht schwer und ich sammel auch nichts bewußt. Naja, ich bin glaube ich trotzdem ein Messie, denn alle anderen Empfindungen und Hintergründe treffen auf mich zu.

Zunächst: ich habe generell so meine Schwierigkeiten mit "Diagnosen" bzw. Krankheitsbezeichnungen. Ich empfand sie immer als hilfreich, wenn es darum ging, mein Problem ANerkannt zu wissen - wenn es einen Namen für etwas gibt, dann ist das zunächst ein Zeichen, daß man selbst nicht einfach "verrückt" ist, sondern daß es ein Problem ist, das auch andere haben. Als meine erste Wohnung vermüllt war, war m.W. dieser Begriff "Messie" noch nicht im Umlauf, über das Krankheitsbild hatte ich noch nie gehört.

Problematisch bei Diagnosen ist, daß man in der Verzweiflung dazu neigt, sich daran zu "klammern". Damit meine ich: man brennt sich das wie ein Tattoo ins Bewußtsein ein und die Gefahr besteht, daß man sich daran festklammert, statt sich auf die "dahinter verborgenen" eigentlichen Ursachen zu konzentrieren. Symptome, die für bestimmte psychische Erkrankungen 'typisch' sind (Messie oder Depressionen oder Zwänge oder Angstattacken usw.) haben ja einen bestimmten SINN, sowas entsteht nicht grundlos. Wenn man vor lauter Erleichterung, daß die nach außen sichtbare Problematik einen Namen hat und somit "gültig" ist, vergißt, daß dem Problem ja eigentlich ganz andere Ursachen zugrunde liegen, die durch die Entwicklung bestimmter Symptome "versteckt" werden sollen (weil die eigentlichen Ursachen zu schmerzhaft sind), dann laboriert man u.U. jahrelang an den Symptomen herum, ohne an den eigentlichen Kern des Problems zu stoßen.

Deswegen: nicht ALLE Symptome eines Messies (oder eines Depressiven oder was auch immer) sind für ALLE Erkrankten typisch - man kann sich das wie einen Katalog an möglichen Symptomen für ein Krankheitsbild vorstellen, die je Mensch halt unterschiedlich stark ausgeprägt sind.

So, genug Theorie geschwafelt 😀

Ich hatte nie das Gefühl, ein "Sammler" zu sein, obwohl ich mir in extremen Zeiten so viel überflüssigen Müll zusammengekauft habe, daß man auf den ersten Blick hätte vermuten können, ich hielte an Gegenständen fest und könne mich nicht trennen. Für mich war das Gegenteil der Fall. Ich hatte von früher Kindheit an eigentlich nur Verluste erlebt: Trennung der Eltern (Vater erstmal weg), Tod meiner Mutter, Verlust meiner Umgebung (noch vor dem 6. Lebensjahr mehrere "Weiterreichungen" zu Verwandten, Heim, Kinderdorf), Verlust der Sprache (als bayerisches Kind verstand ich kein Hochdeutsch), ständig wechselnde Bezugspersonen usw. usf. - habe ich selbst als junge Erwachsene so weitergeführt durch ständig neue Jobs, ständig neue Wohnungen (allein in München bin ich rd. 20 x umgezogen).

Das habe ich sozusagen "abgebildet" in meiner schlimmsten Messie-Zeit: kaufen, fallen lassen, vergessen. Aber die Müllberge wuchsen dabei. Im Grunde war ich so völlig beziehungs-los gegenüber Menschen, Umgebungen und auch Gegenständen und irgendwann habe ich erkannt, daß mein Empfinden hinsichtlich meines Aufwachsens im Kinderdorf (mein inneres Bild dazu: ein riesiger Müllplatz voller Dreck und Leichen - und darauf ein Werbeplakat, auf dem sonnige Urlaubshäuser angeboten werden - so habe ich das Kinderdorf empfunden) so ziemlich genau dem entsprach, was ich in meinen Wohnungen 'veranstaltet' habe. Nach außen wirkte immer alles schick, in meinem unmittelbaren Lebensumfeld ist alles verrottet.

Weiß nicht, ob dir das weiterhilft? Ich beschreibe hier mein Beispiel. Dich möchte ich ermuntern, nachzuspüren, was dir dein Chaos für eine Geschichte "erzählt" - es kann eine völlig andere sein als meine. Ich halte es für wichtig, daß du professionelle therapeutische Hilfe dabei hast, denn die eigentlich zugrunde liegenden Ursachen für dein Chaos müssen schmerzhaft genug gewesen sein, daß deine Psyche so ein augenfälliges "Symptom" darübergelegt hat. Nichts, was du von heut auf morgen aufbrechen kannst (zum Glück, auch wenn sich das vielleicht zynisch anhört) oder solltest.

Angst: natürlich hast du Angst, und jetzt, wo dein "Schutzsymptom" erstmal nicht mehr so stark da ist, solltest du sehr behutsam mit dir umgehen. Du wirst empfindsamer sein - das ist gut, so kommst du dir näher. Aber du bist jetzt auch ein bißchen "schutzloser" - Ängste und andere Emotionen könnten zur Zeit stärker fühlbar für dich sein. Vielleicht weißt du ein, zwei Strategien, die du vorerst anwenden kannst: mir hat damals das Malen geholfen, ich habe in meinen Bildern meine Ängste "gebannt" - hast du etwas, worin du evtl. aufbrechende Emotionen "festhalten" kannst?
 
Die Lösung ist unglaublich einfach


- Putzen, waschen, staubsaugen, Müll entsorgen, die Wohnung reinigen!


(...)


Wo liegt eigentlich das Problem?


Das wäre genauso, wie wenn man zu einem Querschnittgelähmten sagen würde, wo ist das Problem, steh einfach auf und lauf.

Die TE ist in einer psychischen Lähmung gefangen. Da kommt man nicht einfach raus. Auch nicht, indem man jemanden kommen lässt. Im Zweifelsfall kann das psychisch so erschüttern, dass man völlig zusammenbricht.


@ MessiGirl

Ich freu mich für dich, dass du es aus der Lähmung rausgeschafft hast. Ich kenn das auch, dass man die Wohnung vermüllen und verdrecken lässt, weil man nicht die Kraft hat oder völlig blockiert ist und das Gefühl, wenn es dann endlich geschafft und die Wohnung wieder wohnlich ist. Ich belohne mich dann immer mit ein paar Blumen oder einer Kerze. Irgendetwas Schönes, das ich an einen Ort stellen kann, der vorher völlig mit Müll zugebaut war. Das macht es noch mal ein Stück sichtbarer.


Tuesday
 
....

Weiß nicht, ob dir das weiterhilft? Ich beschreibe hier mein Beispiel. Dich möchte ich ermuntern, nachzuspüren, was dir dein Chaos für eine Geschichte "erzählt" - es kann eine völlig andere sein als meine. Ich halte es für wichtig, daß du professionelle therapeutische Hilfe dabei hast, denn die eigentlich zugrunde liegenden Ursachen für dein Chaos müssen schmerzhaft genug gewesen sein, daß deine Psyche so ein augenfälliges "Symptom" darübergelegt hat. Nichts, was du von heut auf morgen aufbrechen kannst (zum Glück, auch wenn sich das vielleicht zynisch anhört) oder solltest.

Angst: natürlich hast du Angst, und jetzt, wo dein "Schutzsymptom" erstmal nicht mehr so stark da ist, solltest du sehr behutsam mit dir umgehen. Du wirst empfindsamer sein - das ist gut, so kommst du dir näher. Aber du bist jetzt auch ein bißchen "schutzloser" - Ängste und andere Emotionen könnten zur Zeit stärker fühlbar für dich sein. Vielleicht weißt du ein, zwei Strategien, die du vorerst anwenden kannst: mir hat damals das Malen geholfen, ich habe in meinen Bildern meine Ängste "gebannt" - hast du etwas, worin du evtl. aufbrechende Emotionen "festhalten" kannst?


Symtome sind Zeichen.
Ich liebe Blumen und wenn ich sie nicht pflege, dann ist bei mir Alarmstufe Rot.
Dann habe ich seelisch "Hunger", bzw. bin seelisch "am Verdursten".
Würde man mir dann einfach neue Blumen schenken, würde ich mich in der Situation konkret einerseits freuen, mich dann andererseits damit schnell überfordert fühlen. (Wieder etwas was ich ausserhalb meiner Selbst zu pflegen habe.)
Diese Tage musste ich eine Blume wegwerfen. Sie hatte im Treppenhaus gestanden.
Stimmt, in letzter Zeit hatte ich es eilig gehabt, wenn ich aus dem Haus ging. Keine Ruhe, keine richtige Umschau. Da wusste ich: ich habe nicht gut genug auf mich aufgepasst.
Bei manchen ist es der Zustand der Wohnung, bei anderen Nachlässigkeit in puncto Kleidung, bei anderen dies und das.
Bis zu einem bestimmten Punkt haben wir das also alle `mal.
Wenn man gelernt hat, diese Zeichen für sich zu lesen, kann sogar Nachlässigkeit hilfreich sein. Sie führt einen dann zu sich selber zurück.

Ein anderes Beispiel: Manche Menschen halten Hausputz oder räumen nur dann auf, wenn Besuch kommt. Funktioniert ja einigermassen gut, wenn öfters Besuch kommt. Und was wenn nicht?
Dann wird die Wohnung (Wohnung ist auch unser Schutz, neben Kleidung, neben unserer Haut) vernachlässigt. Es sich selbst auch in der Wohnung für sich selbst schön machen, dass haben viele Menschen nicht gelernt. "Wozu für mich, wenn ich doch keinen interessiere?" fragte mich einmal eine Frau.
Genau das war ihr Punkt.
Sie hatte sich nicht nur alleine gefühlt und durch ihr Wohnungschaos im Prinzip noch dafür gesorgt, dass sie sich schämte, Besuch zu empfangen, wenn dann jemand kommen wollte. Nein, sie tat sich auch selber etwas an, indem sie nicht für ihre "äussere Haut = Wohnung" sorgte. Sie bestätigte sich so selber, sie sei eben nicht okay.
Darüber vergass sie ihren eigentlichen Schmerz, verlagerte ihn.
So musste sie nicht traurig, wütend etc. sein, über das was eigentlich Ursache war.
Und sie fühlte sich oft wie gelähmt.
Riesenaufräum- und Putzaktion bei ihr. 3 Monate später sah alles aus wie vorher.
Warum?
Alle um sie herum wollten nur eines: Sauberkeit und Ordnung.
Danach war sie erst froh, dann aber auf ihren eigentlichen Schmerz zurück geworfen.
Und da
gab es damals dann keine Hilfe.
Sie hatte sich geschämt, dem Druck nachgegeben, sich helfen lassen beim Aufräumen der Wohnung, wurde danach hochgelobt - und fallen gelassen.
Wieder einmal hatte sie "funktioniert", sich dabei teils auch gedemütigt gefühlt ("Du bist eben dreckig"), wie damals als Kind und Jugendliche. Damals als ihr Leidensweg begann..... .

Liebe TE: bitte suche Dir schnellstmöglich auch prof. Unterstützung. Damit sich nicht auch bei Dir weiterhin auf eben einer anderen Ebene (besser: einem anderen Schauplatz) doch wiederholt, was Dich so verletzt und verletzbar gemacht hat.

Und Fritzie: Danke für Deine Offenheit. - Die ist "ansteckend" *lach*, macht Mut!

Liebe Grüsse!
Landkaffee
 
Hallo Messiegirl.
Ich kann so gut nachvollziehen, wie es dir geht!
Als mein Lebensgefährte vor 3 Jahren starb, bin ich auch in so eine Lähmung verfallen. Ich war nicht mal mehr fähig, meine Pflanzen zu gießen, die sind vor meinen Augen eingegangen.
Ich mußte nach 1 Jahr wieder anfangen zu arbeiten, dadurch habe ich mich körperlich wenigstens wieder gepflegt.
Bloß alles, was nicht mit direktem Druck zu tun hatte, schaffte ich trotzdem nicht. Das ist ein echter Teufelskreis. Schon beim Aufwachen die Gedanken "das und das und das mußt du machen.." sind mit der Zeit ein so riesiger Berg geworden, daß ich garnichts gemacht habe, und mich das natürlich noch depressiver gemacht hat.
Es ist ganz furchtbar, in einer zugemüllten Wohnung zu leben, ich wollte am liebsten oft gar nicht heim.

Mich hat gerettet, daß mein Vermieter eine Wohnungsbegehung angekündigt hatte. Die war im Januar, ich wußte das auch schon Monate vorher, das hing wie ein Damoklesschwert über mir, hab mir für jedes Zimmer etwa 2 Tage eingerechnet, aber die Grundreinigung dann auf den allerletzten Drücker verschoben und 12 Stunden durchgeputzt, bis der Vermieter in der Tür stand.
Die haben nicht groß rumgeschaut, waren angenehm überrascht, und ich war glücklich!
Bin tagelang durch meine hübsche Wohnung spaziert und konnte es kaum fassen, dieses Gefühl, eine schöne saubere Wohnung zu haben, wo man jemandem die Tür aufmachen kann..

Ich schaffe diesen Zustand nicht immer, zu halten, aber bemühe mich, weil ich genau weiß, daß es mir auch psychisch besser oder schlechter geht je nach Wohnungszustand.

Manchmal langen paar Minuten, aber die hinterlassen auch schon ein Gefühl der Zufriedenheit. Habe heute z.B., während mein Kaffee durchlief, schnell durch die Wohnung gesaugt. Keine 10 Minuten, aber für mich schon viel, ein Gefühl von "Normalität".

Das schlimmste ist eigentlich nur das Anfangen, sich überwinden. Das mit Faulheit gleichzusetzen empfinde ich als dumm und unrichtig. Das ist eine schwere Blockade, wie ein Gelähmtsein.

Auf jeden Fall, liebes Messiegirl, gehts dir nicht alleine so, wollte ich dir nur mal gesagt haben!🙂

Lieben Gruß,
Claudia
 
hallo
ich verurleile dich null!
am liebsten würde ich dir helfen deine wohnung aufzuräumen! wenn jemand mitanpackt ist die Motivation viel größer!
In welchem Raum wohnst du?
 
Kein Messie, Wohnung trotzdem zugemüllt

Hallo zusammen, habe mich gerade angemeldet würde gerne wissen, ob es für mein Problem (offizielle) Hilfsstellen gibt. Ich bin kein Messie und freue mich ehrlich über jeden Müllsack, der meine Wohnung dauerhaft verlässt. Meine zugemüllte Wohnung entstand durch verschiedene Faktoren:

- Bei gerade mal 12 Abholterminen im letzten Jahre wurden die Tonnen viermal nicht geleert. Der Müll wird lt. Abfallkalender leider nur alle vier Wochen abgeholt.
- Kraftlosigkeit (ich vermute, durch eine Depression): Es war mir einfach nicht möglich, den Müll runter zu bringen.
- Mengelnde Selbstdisziplin bzw. Organisationsfähigkeit: Bin zu häufig an Mülltonnen mit Platz vorgelaufen, ohne eine Mülltüte in der Hand gehabt zu haben.

Meine bisherige Strategie, den Müllberg Sack für Sack abzubauen, geht

a) viel zu langsam.
b) nicht voran bzw. es kommt häufig zu Verzögerungen (Tonnen werden nicht geleert bzw. sie sind bereits nach zwei Wochen total überfüllt.).
c) gibt mir das Gefühl, noch ewig mit diesem Problem zu tun zu haben.
d) Der Wunsch nach einer sauberen, aufgeräumten Wohnung, in der ich mich endlich wieder wohl fühle, erscheint unerreichbar bzw. Monate entfernt.

Meine Vermietung hat nur Kostenminimierung im Sinn und argmumentiert mit durchschnittlichem Müllaufkommen und dass sie dafür ausreichend Volumen bereitsstellte. Über einen so langen Zeitraum in einer Wohnung zu leben, in der man sich nicht wohl fühlen kann, erscheint mir ausserdem alles andere als hilfreich, um positive und fröhliche Gedanken zu entwickeln.

Kennt jemand private/staatliche Hilfsangebote für mein Problem? Ein Unternehmen damit zu beauftragen, mein Müll abzuholen, kommt für mich aus finanziellen Gründen leider nicht in Frage. Auf der Caritasseite habe ich nicht einen Hinweis auf Müll gefunden und den Sozialpsychiatr. Dienst habe ich mir bereits vorgemerkt.

Ich würde mich über jeden ernstgemeint Tipp riesig freuen.
 

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
D Verbrecher Organisation, Ich selbst und meine Zukunft Ich 82
G Ich schäme mich für meine Körperbehaarung Ich 21
M Meine Partnerin hat ADS Ich 9

Ähnliche Themen

Thema gelesen (Total: 4) Details

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben