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Meine Wohnung komplett zugemüllt - hilflos!!

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Ja, ich kenne diesen Zustand auch. Aber man muss es nunmal machen, egal, wie schlecht es einem geht. Genauso wie man sich duschen und saubere Kleider tragen muss. Nur weil ich depressiv bin, gehe ich noch lange nicht mit gelben Zähnen und in stinkenden Klamotten auf die Strasse.


Depressiv sein ist das eine. Sich gehen lassen ist das andere.


Die Übergänge sind da fließend. 😉
Wenn du dir selbst verhasst oder egal bist, dann kümmerst du dich dementsprechend nicht um deinen Körper , oder deine Wohnung.
Obwohl ich zugeben muss, dass ich allen Depris zum trotz mich nie so habe gehen lassen.
 
Hallo nochmal! Ich bin's wieder, die Thread-Eröffnerin! Habe mich jetzt eben hier registriert, damit Ihr mir auch PM's schreiben könnt. Würde mich sehr über Kontakte und Austausch freuen!

Hmm... neues Linoleum verlegen lohnt sich jetzt nicht mehr denke ich. Ziehe ja bald aus.... Hab eben noch mit nem Schrubber und diesem extrem ätzenden Cilit Bang (Sorry falls das falsch geschrieben ist) ettliche Male über das Linoleum geschrubbt - es wird natürlich (ist leider auch so ein ganz helles, empfindliches) fleckig bleiben, aber immerhin ist jetzt doch der Geruch fast weg. Ich glaube ich investiere jetzt lieber mein weniges, erspartes um mir für meine neue Wohnung vernünftige Ordnungssysteme zu kaufen... im Moment hab ich nämlich nur wenig Möbel die nicht kaputt sind und in denen man richtig sortieren und etwas verstauen kann.

Ich möchte nach diesem Mega-Kraftakt ja auch vermeiden wieder in so ein Chaos zu verfallen. Das ist mir nämlich früher auch immer passiert - da hatte ich zwar noch nie Müllberge in meiner Wohnung, aber auch total Unordnung... und immer wenn dann Besuch kam habe ich nen Tag lang wie eine Irre aufgeräumt und geputzt und war dann so froh endlich wieder eine gemütliche Wohnung zu haben. Da habe ich mir immer geschworen das passiert mir nie wieder. Aber es kam ja wie ihr sehr noch viel schlimmer... Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht mehr oder kan nicht erklären wie ich bloß immer wieder so ein unkontrollierbares Chaos schaffe. Offenbar fehlt mir da einfach etwas was für andere ganz normal ist. Naja, so schlimm wie nach dem Tod meiner Mutter jetzt war es noch nie außer Kontrolle geraten. Ich hoffe das passiert jetzt auch nie wieder.

Ob ich einen Masterplan habe?? Hmm... will natürlich versuchen noch weiter Ordnung zu schaffen und dann alles immer gleich wegzuräumen, wenn ich was in meiner Wohnung mache. Aber ich sehe jetzt auch wie ernst mein Problem ist und dass ich allein nicht mehr da raus finde... Eine Selbsthilfegruppe zu besuchen finde ich daher eine sehr gute Idee! Und ich brauche einen Psychologen... dringend... bin ja nur noch vom Selbsthass zerfressen, versage komplett auf allen Ebenen un bin wie gesagt in mir drin total verzweifelt und einsam. Vielleicht blockiert mich DAS ja so schlimm... jedenfalls kann es so nicht weitergehen. Habt Ihr Tipps mit denen das Ordnung halten und organisieren leichter wird und mehr Routine? Ich bin irgendwie leider generell ein total schlecht organisierter Mensch, schon immer... 🙁


Für die große Aktion kannst dich Selbst belohnen, dass es geschafft hast soweit aufzuräumen und einem Handwerker Eingang gewährt hast! Meine Nachbarin ist auch Ex-Messi und hat es geschafft mit eigenem Willen und mit Hilfe (Seelen-Hygiene und Sachen-Hygiene) ihr Leben geordnet zu bekommen, und bis jetzt zu erhalten. Sie hat von sich aus bei uns Nachbarn angefragt, ob wir ihr helfen würden. Es war direkt ein ganzes Haus und jedes Zimmer belagert. Schämen braucht man sich nicht auch wenn man sich schämen tut. Doch ein Ordnungssystem kriegt man rein, und um Hilfe zu bitten ist keine Schande!

Eine gewaltige Aktion hast schon hinter dir, und wenn dich belohnt hast, mach klein weiter mit einer Ecke, Schublade oder einzelnes Fach, und teilst die Sachen weiter in drei Kategorien weiter ein

*Auf Wunderbar-Haufen - alles was Qualtität hat - Behalte nur das Beste

*Auf Müll-Haufen - alles was Quantität hat

*Auf Fragezeichen-Haufen - wenn die Entscheidung zwischen Wunderbar-&Müll-Haufen schwer fällt. Die Sachen kann man mit warmen Händen weiter verschenken, verkaufen etc.

Gleiches zu Gleichem praktizieren, wie schon erwähnt Schachtel/Kiste mit Beschriftung (für Kleinkram) und sich angewöhnen - Was man raus holt und nicht mehr braucht wieder gleich zurück legen.

Für jede Sache (Qualität) einen festen Platz finden. In jedem Zimmer kannst auch eine Kiste deponieren, wo eben jede Sache (Quantität) ihr Platz hat, und irgendwann entsorgst!

Am Schluss kannst dir Selbst ein großes Schild aufhängen, und dir Ordnungsregeln Selbst aufstellen z.B: *Nimmst etwas heraus, legst es wieder zurück, * Öffnest etwas, schließt es wieder, *ist dir was runter gefallen, hebst es wieder auf, *hast etwas herunter genommen, hängst es wieder auf etc.

lg.
 
Zitat Creep: ".... das kann ich nicht verstehen. "

Exakt DAS ist es : Du verstehst es eben absolut nicht.

Es ist NICHT "sich gehenlassen".


Warum Du das nicht durchdacht hast,obwohl Du selbst betroffen warst, ist unklug.
Nur,wenn man die Zusammenhänge erkennt, sich REALISTISCHE Wege für den Ernstfall
vorbereitet im Kopf,
wird man viel extremeren Rückfällen vorbeugen können.


Was viele "gesittet-ordentliche Bürger" leider nicht begreifen:

Von einer Stunde zur anderen kann das sortierteste Leben einfach UMKIPPEN.
Wie die Gewässer - PLUPS--und alles ist "TOT" ...wenn es zur Faktenhäufung kommt.

Das kann JEDEN treffen-den feinsten Manager,
den seriösesten Richter, den angesehendsten Lehrer : JEDEN!

Es gibt keine IMPFUNG gegen Alltags-Absturz !



Wer einmal wirklich abstürzte gesundheitlich/seelisch/sozial/emotional ...sollte WENIGSTENS
daraus eine EHRLICHE ERKENNTNIS gewinnen.

Es "lächerlich" zu finden,daß jemand eben NICHT MEHR den Müll in Tüten packen kann,
NICHT MEHR durch seine Wohnung laufen kann ,ohne,daß etwas umfällt...
ist vor allem selbstschädigend.

Klüger ist es, dieses Problem sachlich zu sehen--
als Alarm-Symptom einer SCHWEREN ERKRANKUNG.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Mit der Einteilung in "Bereiche" kommt man gut voran-->

Müll immer in EINE ZIMMERECKE ,
Geschirr/LM immer NUR IN DIE KÜCHE...
einen Tisch NUR für höchstwichtige Dokumente....
Post IMMER sofort in einen Karton....

Auch das Wichten ( Dokumente / unbedingt-saubere Dinge / Klamotten/ Bücher+Papier/ Zeugs.../Fast-Kaputt...) bringt was--> denn : sich ein zu unrealistisch-perfektes System aufzudoktrinieren, schafft nur erneut völlig Überforderung und raubt Kraft.

Den "Feinputz" kann man machen,wenn man wieder RICHTIG GESUND ist !

Und---jaa--- natürlich bräuchten chronisch erschöpfte Menschen eine Haushaltshilfe (mindestens)---nur--DANN an jemanden derart gehässigen-unsensiblen zu geraten, ist regelrecht GIFT , stürzt einen ja noch mehr ins Panischsein ,bringt Gewissenbisse...

Es ist die NOTABSCHALTFUNKTION des Körpers ,wenn man das Gleichgewicht verliert.
 
@Creep: Es gibt nichts leichteres als einen anderen Menschen zu verurteilen in dessen Schuhen man selbst nicht steckt... Ich vermute bei derartig herablassenden, hasserfüllten Äußerungen gegen Menschen die DIR mit ihren Problemen sicher nicht persönlich weh tun, hast Du ein ganz anderes Problem... Manchen Menschen gibt es ja ein gutes Gefühl einfach in irgendetwas "über" anderen zu stehen und sich so als "besser" sehen zu können.

Du hast keine Ahnung wovon Du hier sprichst - wenn Du in Deinen Depressionen noch in der Lage warst Haushalt etc. perfekt zu managen, hattest Du offenbar eine ganz andere Form von bzw. lange nicht so heftige Depressionen. Gut für Dich! Aber dann verurteile nicht andere Menschen die Du nicht kennst. Im Übrigen schrieb ich bereits, dass ich sicher nicht als allgemeine Geruchsbelästigung "mit gelben Zähnen", dreckig und mit fettigen Haaren (wie Du mich hier beschreibst) durch die Gegend laufe. Im Gegenteil. Und ich bin auch keineswegs generell einfach faul. Mir geht es seelisch und körperlich nur so schlecht, dass es mich momentan schon äußerste Kraft kostet wenigstens ganz oberflächlich meine Fassade für die Außenwelt aufrecht zu erhalten. Ein Glück, dass mir wenigstens das noch gelingt, lese ich so erschreckend intollerante und bösartige Verurteilungen wie Deine... wenn es viele Menschen wie Dich gibt, bestätigt mich das leider in meiner Vorsicht bzw Angst davor jemanden um Hilfe zu bitten.
 
Finde es ehrlich gesagt empörend, was hier welche dazu geschrieben haben.
Vor allem ist der Begriff Messie hier gar nicht angebracht. Ein Messie ist meiner Meinung nach ein Mensch, der Gefallen daran hat Müll zu sammeln, weil er eben krank ist, aber ich würde keinen Menschen so bezeichnen, der es einfach nicht schafft seinen Alltag zu gestalten und dazu gehört eben auch aufräumen.

Leider Gottes und mit viel Scham muss ich sagen, dass es bei mir eben nicht anders läuft. Ich nehme mir auch vor, jeden Tag aufzuräumen und schaffe es einfach nicht, bin dann unzufrieden mit mir selbst.

Und ich muss dazu sagen ich HASSE Unordnung.

Jetzt mögen einige sagen, ja alles nur daher geredet, man ist einfach nur faul, dagegen habe ich den idealen Beweis.

Bilder einer alten Wohnung von mir:

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Ich möchte mir hier nichts rausnehmen, aber ich denke davon könnten sie einige eine Scheibe abschneiden. Und so hat es bei mir jeden Tag ausgesehen. Denkt ihr wirklich ein Mensch kann sich so krass drehen, ohne das es nicht einen ernsthaften Grund dafür gibt?

Lasst euch das mal durch den Kopf gehen.
 
@Micky: Nochmal vielen, vielen Dank für Deine Hilfe und Dein Verständnis!!! Ich habe gestern abend noch angefangen meinen Keller auszumisten und auch schon einiges weggeworfen. Ich werde das jetzt mit so ein paar Kisten wo ich hinein sortiere was weg kann, was vielleicht, was toll ist... echt mal machen. Aus meiner Wohnung habe ich ja nun schon fast alles rausgeschmissen was nicht mehr ganz optimal war. Nun muss ich halt ans Fein-Sortieren ran.

Und Du hast übrigens recht: So ein Absturz kann jeden treffen. Ich kenne Menschen die einmal Professoren waren und nun obdachlos auf der Straße leben. Mich hat das schon immer sehr traurig gemacht und ich habe mich immer gefragt was disen Menschen wohl zugestoßen sein mag, dass sie so tief sinken... Aber eine unglückliche Verkettung von Lebensumständen, Schicksalsschlägen oder einfach eine schwere, psychische Erkrankung kann offenbar fast jeden son abstürzen lassen, wenn er kein Netz hat. Ich kann das jetzt umso mehr nachvollziehen. Es ist verdammt schwer sich ganz allein und trotz Schmerzen vor dem "Ertrinken" zu retten... Wie Menschen die nicht in diesen Schuhen stecken solche Schicksale verurteilen können finde ich einfach furchtbar und extrem arrogant bzw. ignorant.
 
@Schatten2009: Ich verstehe gut was Du meinst! Ich selbst bin ja auch jemand der eigentlich immer viel wert auf schöne Einrichtung gelegt hat... und habe ich (früher als ich noch Menschen um mich hatte) Besuch bekommen, sah es bei mir garantiert aus wie geleckt... also nicht ein Staubkorn oder ein Socken irgendwo durfte rumliegen. So perfektionistisch war ich damit was andere von mir sehen durften und mit meinem Anspruch daran wie meine Wohnung eigentlich zu sein hätte. Nur fiel es mir dennoch irgendwie immer schwer Ordnung zu halten, obwohl es mir ja absolut nicht egal war/ist! Und so wie Du fühle ich mich ja grauenvoll in einer Wohnung voll Chaos! Irgendwie habe ich daher schonmal den Gedanken gehabt, dass es möglicherweise eine Art unbewußte Selbstverletzung ist, wenn wir unsere Wohnung so verkommen lassen?

Ich habe früher, als mich eben noch Menschen besuchen kamen, zwar auch öfter mal Chaos um mich gehabt, weil ich es einfach nicht gebacken bekam die Ordnung zu halten die ich eigentlich wollte (kämpfte auch damals schon sehr mit mir selbst und Depressionen), habe dann aber auch regelmäßig wieder aufgeräumt und geputzt. Doch dann wurde ich zunehmend einsamer... was mich schlimmer als alles andere belastet. Und meine Psyche, sowie die körperliche Erschöpftheit und permanente Müdigkeit wurden immer schlimmer. Als nun meine Mutter starb, kam erstrecht niemand mehr zu mir oder wollte etwas unternehmen, alle wendeten sich ab, keiner wollte mit dem traurigen Thema konfrontiert werden... Tja, und in dieser Trauer und Einsamkeit "eskalierte ich" dann völlig... Wenn niemand je zu Besuch kommt und niemand wert auf einen legt, vielleicht legt man dann auch selbst keinen Wert mehr auf eine schöne Umgebung, weil man ja unterbewußt fühlt man sei selbst nur Abfall?? Und weil ja eh niemand sieht wie man lebt...? Ich weiß nicht ob an dieser Theorie etwas dran sein könnte. Oberflächlich betrachtet ist es tatsächlich einfach so, dass ich wirklich so unendlich müde und schlapp bin. Im Ernst: Manchmal kann ich kaum aufstehen, weil mir sofort schwindelig wird und ich regelrecht durch die Wohnung "taumele". Mein Arzt tat das einfach mit meinem niedrigen Blutdruck ab. Und wie gesagt, ich KÖNNTE immer schlafen, wenn ich es zuließe... ich werde überhaupt nicht mehr richtig wach, habe ich manchmal das Gefühl.
 
Hallo MessieGirl, ich bin beeindruckt, wie du dir helfen läßt und wie du dir selbst hilfst. Alle Achtung! Ich bin auch beeindruckt, wie konkret Micky dir anwendbare Tipps geben kann.

Es gibt in diesem Thread genau eine Person, die abfällig oder ohne Verständnis sich geäußert hat. Sie bringt dieselben Argumente vor, die ich damals für mich vorgebracht habe (erfolglos, damit habe ich mich zusätzlich gelähmt). Ich selbst mochte den Begriff "Messie" nicht, weil einige "typische" Symptome sich für mich selbst nicht stimmig anfühlten. Aber es gab Zeiten, da waren meine Wohnungen (es waren über die Jahre drei) so hoffnungslos vermüllt, daß ich damals eher dachte, sterben zu müssen als die Vorstellung zu ertragen, jemand könne dieses stinkende Chaos zu Gesicht kriegen.

Am schlimmsten war es in Zeiten, in denen ich nach außen arbeiten ging - tüchtig war, voran kam und Überstunden ohne Ende machte. Auch Zeiten, in denen ich bei behinderten Menschen zu Hause half: Haushalt, Einkaufen, Aufräumen usw. - das fiel mir so leicht! Und es hat mich so fassungslos gemacht, daß ein zu Boden gefallener Kaffeefilter in meiner Wohnung mich in Heulkrämpfe stürzen konnte, weil mein Gefühl immer wieder sagte: Das schaffe ich nie!

Laß dich nicht irre machen. Depressionen bis hin zur Handlungsunfähigkeit mögen die eine Ursache sein, das Festhalten an Gegenständen eine andere, im Grunde - so denke ich heute - spiegelt eine chaotische Wohnung einen Teil deines Innenlebens wider. Sprich: die Fürsorge, die man für Arbeitsplatz und andere Menschen aufbringt, die fällt so unheimlich schwer, wenn man sie für sich selbst aufbringen soll.

Es ist gut, wenn du dir Hilfe holst, auch in einer Therapie. Ich möchte dich nicht entmutigen - aber ich habe die Erfahrung gemacht, daß ein Wohnungswechsel das Vermüllungsproblem nicht löst - es kann auch dort wieder anfangen. Es hat mir auch nur ein bißchen geholfen, in einer Wohngemeinschaft zu leben - damit war das eigentliche Problem wenigstens ein bißchen "in Schach", aber nicht gelöst. Wie gesagt: davon laß dich nicht entmutigen! Ich schreibe dir das deshalb, weil mir diese Erkenntnis auf ganz praktische Weise weitergeholfen hat: vorerst keine neuen Möbel. Wenig, praktische Einrichtungsgegenstände: bei mir waren es Gartenmöbel aus Plastik. Abwaschbar, stapelbar, offene Metallregale. Ich weiß nicht, ob das für dich so auch hilfreich sein könnte, mir haben diese spartanischen Möbel (alle in Weiß - zu viel Farbe hat meine Empfindungen zu sehr durcheinandergewirbelt, es war so schon schwer, mich und meine Umgebung halbwegs strukturiert wahrzunehmen) dabei geholfen, weniger Angst zu entwickeln: vor Flecken, vor Kratzern auf Möbeloberflächen und was es sonst so an Befürchtungen gab. Eine Zeitlang hatte ich auch keine Schränke - nur Gestelle, auf die ich Kleidung an Bügeln hängen konnte (sowas in dieser Art ) - ich konnte so immer SEHEN, was aufgeräumt war, statt verknüllt in irgendwelchen Schrankfächern vor sich hinzugammeln.

Vielleicht hilft es dir, vorläufig (keine Sorge, nicht auf Dauer!) nur wenige Einrichtungsgegenstände anzuschaffen, die robust, abwaschbar und übersichtlich sind - und die darüber hinaus auch nicht zu viel Platz für Überflüssiges zulassen. Nur das, was du brauchst: wenig Geschirr (2 Teller, 2 Tassen, 2 Messer, ein Löffel, eine Gabel - das war meine "Grundausstattung", alles andere habe ich weggeschmissen. Grund: man ist gezwungen, das Vorhandene abzuwaschen, bevor man es benutzt - und man lernt die wenigen Gegenstände besonders zu schätzen, wenn man darauf verzichtet, alles zu ersetzen - auch das hat mir geholfen).

Alles keine "therapeutisch thematisierten" Prozesse, ich kann dir also nicht versprechen, daß diese Vorschläge wirklich helfen müssen - mir haben sie geholfen.

Achja. Selbst der Rat, der mir gelegentlich auch von Leuten gegeben wurde: alle paar Tage eine frische Blume in eine Vase für's innere Zufriedensein - ging bei mir jedenfalls voll nach hinten los. In dem Zustand war ich nicht imstande, die Blume zu sehen, sondern: etwas, das verwelkt, die Blüten fallen läßt und zusätzlichen Schmutz macht... sprich: achte auf dich, auch in solchen Dingen. Finde vor allem heraus, was DIR wirklich Erleichterung verschafft.
 
Hallo MessieGirl,

boah! Respekt!
Da hast Du ganz schön ´was geschafft! Du kannst stolz auf Dich sein! :blume:


Zwei kleine Tipps noch von mir:

Üble Gerüche: dagegen hilft oft einen Schale mit Essigwasser. Einfach etwas Essigessenz mit reichlich Wasser verdünnen, in eine Schale giessen und in den Raum stellen. Eine halbe Zitrone in dem Kühlschrank gelegt, vertreibt "Kühlschrankgeruch".
Bei der nächsten Renovierung: achte auf Deine Farbwahl. Es gibt sie, die Psychologie der Farben. Gelb und Orange in der Küche regen den Appetit an. Lilatöne würde ich bei Depressionen vermeiden. Signalrot erhöht den Blutdruck und kann einen so aber auch auspowern. - Also auch besser meiden. Die Farbe Blau lädt zum Träumen ein, kann je nach Farbton entspannend wirken. Usw. .


Alles Gute!
LG
Landkaffee
 
Messiegirl

Ich sehe es nicht wirklich als Selbstverletzung. Denn der Sinn der Depression ist es ja dich zu schützen. Selbstverletzungen sehe ich eher als Druckabbau.

Ich habe mich früher geritzt, würde aber nicht sagen, dass es Depressionen waren, noch nicht. Habe auch mehrere Selbstmordversuche hinter mir. Es ist nicht normal keine Frage, aber ich sehe es eben nicht als Depression. Es war einfach Verletzung, zu viel schlechte Gefühle die man einfach nicht mehr verarbeiten konnte, ich denke um das abzubauen, dafür ist die Selbstverletzung da.

Eine Depression dient ja eher dazu, dich zu schützen. Gut, das macht sie sicher nicht perfekt, denn ich meine mal ehrlich, wenn man nix auf die Reihe bekommt, ist man damit dann zufrieden? Klar schadet sie auch, aber eben auf eine andere Art und wie ich erfahren muss, auf eine weniger schlimme, wie ohne. Ich schätze mal die Antriebslosigkeit, an dem es einfach liegt, ist dafür da, dass du schön in deiner Höhle bleibst. Wenn du nicht raus gehst, kann dir nix passieren. Ist natürlich logisch gesehen Schwachsinn, denn die Probleme werden ja leider sogar ans Haus "geliefert". Wenn du keine Post aufmachst, kann auch nix schlechtes drin stehen, obwohl du eig weißt, dass sicher was schlechtes drin ist, aber nimmst es halt nicht aktiv wahr. Vllt könntest du beim Aufräumen irgendwas finden, was dich an was erinnert oder so. Keine Ahnung, aber es ist definitiv keine Selbstverletzung, es ist Schutz. So sehe ich das.

Naja, im Prinzip gesehen ist es egal was es von beidem ist. S**** bleibt S**** :-/

Aber lerne es einfach zu akzeptieren, es ist nunmal so, sicher könnte es besser sein, aber momentan geht es nicht anders. Du gibst dein Bestes. Sich darüber ärgern bringt überhaupt nichts, es ändert nichts. Deine Depression wird das nicht zulassen. Irgendwann wirst du das wieder schaffen 🙂
 
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