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Meine Rolle als Frau

wat_solls

Mitglied
Hallo ihr Lieben,

seit vielen Jahren kämpfe ich mit mir und meiner Umwelt, weil ich einfach das Gefühl habe, dass man als Frau noch immer nicht richtig frei sein kann. Die gesamte Zeit ist man im Spagat zwischen der Gesellschaft und dem eigenen Selbstwert. Ich bin Akademikerin, stehe kurz vorm Master und möchte auch eine Karriere haben. Doch die ständig ist das Gefühl im Hinterkopf, dass ich so früh wie möglich Kinder bekommen sollte, einen Mann an meiner Seite haben sollte, weil ich sonst nicht "richtig im Leben stehe".

Ich merke, dass ich super viel Kraft in meine Bildung stecke und versuche, das beste rauszuholen. Ich habe einen 1, Schnitt sowohl im Bachelor als auch jetzt im Aufbaustudium und habe auf Anhieb einen guten Job gefunden.
Dennoch fühlt sich alles falsch an. Als ob ich Teil eines großen Spiels, einer großen Show bin in der ich irgendwie ausgebeutet werde. Ich fühle mich unglaublich einsam, auch in meiner Beziehung. Habe einfach das Gefühl es mir nicht leisten zu dürfen "meinen Mann zu stehen".(Was das schon wieder für ein unglaublich sexistischer Ausspruch ist, als ob man nur stark sein kann, wenn man sich wie ein Mann gibt)

Geht es euch nicht auch so, dass Erfolg immer männliche oder sexistische Attribute beinhaltet? Als Frau bin ich erfolgreich, wenn ich schön bin. Wenn ich vor allem das männliche Geschlecht von mir überzeugen kann.
Mein Chef meinte beim Einstellungsgespräch "Ich brauche jemandem, der charmant die Gegenseite überzeugen kann, dafür sind sie sehr gut geeignet." Bedeutet das, dass man entweder das Dämchen mit Augenaufschlag ist, oder die Walküre im Hosenanzug, die nur stark ist "weils ihr keiner mal so richtig besorgt".

Als Frau weiß ich, dass meine Karriere gefährdet ist, wenn ich länger für die Kinder aussetze. Wenn ich aber schnell wieder in den Job einsteige, heißt es ich habe in meiner Mutterrolle versagt. Dann wird man als Rabenmutter von den anderen Frauen "zerfleischt". Im Job werden Männer nie danach gefragt, was denn die Kinder machten, während sie arbeiten und sich selbst verwirklichen.

Ich fühle mich, als ob ich an tausend Stellen gleichzeitig kämpfen muss. Mich gegen die "Stutenbissigkeit" meiner Freundinnen verteidigen, mich dafür rechtfertigen, dass es jobtechnisch gut läuft (Ach haste den Tittenbonus ausgespielt *zwinker**zwinker*) und mich dabei fit und sexy halten, damit ich meinem Freund gefalle.
Das klingt unglaublich verbittert und unentspannt ich weiß und ich leide stark unter diesem Druck. Aber ist der nicht reell da?

Würde mich freuen, wenn mir vielleicht jemand seine Meinung dazu sagen könnte. Viele reagieren ja genervt auf das Thema, aber ich finde es sind noch immer viele Vorurteile in unserer Gesellschaft, mit denen wir Frauen klar kommen müssen.
 
A

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Re: Meine Rolle als Frau
Liebe Themenstarterin,

seit vielen Jahren kämpfe ich mit mir und meiner Umwelt, weil ich einfach das Gefühl habe, dass man als Frau noch immer nicht richtig frei sein kann.

Doch die ständig ist das Gefühl im Hinterkopf, dass ich so früh wie möglich Kinder bekommen sollte

Dennoch fühlt sich alles falsch an.

Habe einfach das Gefühl es mir nicht leisten zu dürfen "meinen Mann zu stehen".

Irgendwie kommt mir da zu häufig :"Ich habe das Gefühl", vor. Das wirkt dann immer leicht, als würde man sich eher selbst im Weg stehen und in den Krümeln suchen, damit die negativen Gedanken auch passen. Und in Wirklichkeit könntest du nur schwer auf 2 Leute zeigen, die dir tatsächlich gesagt haben, dass du blödsinnig handelst und nicht gut sei, was du tust.

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Als Frau bin ich erfolgreich, wenn ich schön bin. Wenn ich vor allem das männliche Geschlecht von mir überzeugen kann.

Das ist jetzt mal kein Gefühl, sondern das weisst du ganz sicher und gilt natürlich ausnahmslos für alle Menschen die im Berufsleben mit Frauen zu tun haben?

Wie sieht das eigentlich dein Partner? Wünscht er sich langfristig ein Heimchen am Herd?

Mein Chef meinte beim Einstellungsgespräch "Ich brauche jemandem, der charmant die Gegenseite überzeugen kann, dafür sind sie sehr gut geeignet." Bedeutet das, dass man entweder das Dämchen mit Augenaufschlag ist, oder die Walküre im Hosenanzug, die nur stark ist "weils ihr keiner mal so richtig besorgt".

Trotz deiner Phantasie ist dir nicht in den Sinn gekommen, dass du neben deiner fachlichen Qualifikation, zusätzlich noch aufgrund der rein weiblichen Komponente punkten könntest? Es geht bei Frauen als nur eins? Gut aussehen und dumm wie Brot, oder klug aber kaum ansehlich?! Das ist das einzigste, was du aus einer solchen Aussage ziehen kannst?

Ich finde das sehr schade, gerade weil du eine Klasse Frau bist, dir nichts vorwerfen musst und man absolut Stolz auf dich und deinen beruflichen Werdegang sein kann. Jetzt müsstest du dies nur noch genauso sehen und alles wäre in Butter.

Wieso fällt es Frauen generell so schwer, einfach das zu tun worauf sie Lust haben?
 
Hi,

Aussage als Kerl hierzu: Lass deinen Nickname bitte deine Einstellung dazu werden ;-)

Realistisch betrachtet - muss man sich in meinen Augen mehr oder minder entscheiden - den Spagat stell ich mir nämlich super aufwändig vor.

Karriere oder Kinder. Wie deine Entscheidung auch ausfällt - kritisieren lassen musst du dich deswegen nicht.
Merk dir: Es wird eh passieren. Egal wofür du dich entscheidest. Insofern: Warum sich den Ärger machen? 😉

Und wenn's dann kommt - ist es eigentlich nur wichtig, dass du (von dir selbst überzeugt) weißt, dass du es (für dich) richtig gemacht hast und dein Gegenüber sich bequem verpissen kann.

LG
 
Wieso fällt es Frauen generell so schwer, einfach das zu tun worauf sie Lust haben?

Genau das frage ich mich eben auch😉 Und natürlich ist das alles ein Gefühl, das werfen uns die Männer ja auch gern vor.
Ach ihr Sensibelchen, nun übertreibt mal nicht so😉

Ist es nicht unsere Sozialisation, die uns zu diesen zweifelnden Weibchen macht, die sich nix zutrauen, auch wenn sie noch so erfolgreich sind?

Mein Partner wünscht sich kein Heimchen am Herd, nimmt mich aber auch nicht als ebenbürtig wahr. Er kommt selbst aus einer sehr klar strukturierten Familie und ich konnte mir auch von der Schwiegermutter schon öfter anhören "warum machst du dir so einen Stress? Der ... verdient doch dann gut, da brauchst du doch nicht so eine Karriere machen." Dann wird auch über eine Bekannte gelästert "Die lässt ihren Mann mit dem Baby einen Abend die Woche alleine um zum Italienischkurs zu gehen, der kann das Baby doch gar nicht füttern. Sie ist so egoistisch!"

Es ist eben super schwer alles zu sein, fachlich kompetent, attraktiv, liebevolle und verständnisvolle Mutter (in spe)... Ich lasse mich eben von so Aussprüchen super schnell verunsichern, weil eben alle Stereotypen der Vergangenheit aufgelöst sind, was ja super ist, was aber auch ein Stück Sicherheit genommen hat.
 
Realistisch betrachtet - muss man sich in meinen Augen mehr oder minder entscheiden - den Spagat stell ich mir nämlich super aufwändig vor.

LG

Aber ist es nicht ein Armutszeugnis, dass man sich noch immer entscheiden muss? Ich meine zu einem Kind gehören ja schließlich zwei Erwachsene. Es ist doch auch so, dass ein Mann der sich mehr um die Kinder kümmern möchte, beruflich und karrieretechnisch noch stärker diskriminiert wird. Dann heißt es, was für ein verweichlichter Softi, hat keinen Bock zu arbeiten, Privatsache ist wichtiger. Also letztendlich bleibt es für ein Paar gezwungenermaßen immer an der Frau hängen, wenn man seinen Lebensunterhalt einigermaßen gut bestreiten möchte.

Was ist das für eine kalte Welt, die an den Menschen vorbei kapitalisiert🙁

Aber natürlich kommen mir auch oft Zweifel, ob ich nicht vielleicht auch nur Panik mache und diese Gedanekn einfach so Alice Schwarzer 1970 sind🙄
 
Du musst dich entscheiden zwischen dem 50er-Jahre-Gefasel deiner Schwiegereltern in spe und deinen wirklichen Wünschen.
Orientiere dich an diesen.
 
Würde mich freuen, wenn mir vielleicht jemand seine Meinung dazu sagen könnte.

Erfolg ist das, was auf jene Impulse erfolgt, die Du mit Deiner Existenz in Dein Lebensumfeld einbringst.

Mehr nicht.

Bedeutsamer ist es für Dich zu klären, woran Du Dich und die Ausrichtung Deiner Existenz orientierst.
 
Fühlt sich durch die von der Gesellschaft erzogenen Moralvorstellungen bedrängt. Puh, mag wohl so sein. Ich mein, als Mann kann ich mir ja auch immer anhören, dass ich Frauen nur flachlegen sollte - aka. und, hattet ihr, hattet ihr?.

Ich kann mit diesem Femnismuskrempel genausowenig anfangen wie mit: BE MAAAAAAAANLY!

Hab schon von Situationen gehört wo die Brüste von Frauen angestartt wurden und sie mit einem flapsigen "Willste die mal anfassen oder was?" die Leute zur Verunsicherung getrieben haben und mit rotem Kopf rausmussten.

Ich würd da wohl anders reagieren: "Ne, danke, dafür kenn ich sie noch nicht so gut, aber wenn sie nicht wollen dass man die die ganze Zeit anglotzt, sehen nämlich gut aus, dann packen sie sie doch ein!" 😀
 

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