Meine Oma - warum hat sie es wahr gemacht...

lassereden178

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War diese Woche in meiner Heimat, hatte mir fest vorgenommen, meine Oma die sich von Baby an bis zu meinem siebten Lebensjahr so liebevoll um mich gekümmert, zu besuchen, damit ich die Gelegenheit, habe ihr zu danken.

Sie mit meinem Stiefopa zusammen waren so liebevolle und herzliche Menschen, die mich echt geprägt haben und mich zu einem Menschen erzogen haben, der trotz allem an das Gute im Menschen glaubt und trotz jedem Mist nicht im Zorn auf seine Mitmenschen zugeht, sondern versucht zu verstehen und zu helfen.

Leider gab es vor 14 Jahren einen heftigen Streit zwischen meiner Oma (die ich immer geliebt habe) und meinem Vater (den ich hasse), ich war dabei. In diesem Streit ging es darum, was ist wenn sie stirbt. Meine Oma meine damals, es wird sowieso keiner erfahren, wenn sie stirbt.

Also vor drei Tagen war ich dann vor deren Türe, es machte keiner auf, also beschloß ich schräg gegenüber an der Bushaltestelle zu warten, bis einer nach Hause kommt.

Eine halbe Stunde musste ich warten, dann sah ich das Auto von meiner Cousine, ich stürmte, drauf zu, sagte dass ich die Nichte von Ihrer Mutter wäre und dass ich meine Oma nochmal sehen wollte.

Sie sagte, ich könne gerne mit rein kommen, es wäre aber keiner da, sie hatte einen ganz traurigen Ausdruck in den Augen. Sie erzählte mir, mein Stiefopa wäre mit dem Rad unterwegs und ihre Mutter käm erst nachmittags von der Arbeit.

Ich fragte und was ist mit Oma, ja die ist gestorben am 7. September am 9. war die Beerdigung, an Krebs, vier Monate hätte sie gelitten. Sie erzählte weiter, keiner aus der Verwandschaft, wüsste es, nicht mal ihre große Schwester die nach Frankfurt gezogen ist. Ich fragte wo ist sie beerdigt, sie meinte nur in Plauen in einem Massengrab.

Dann kam alles wieder hoch, die Erinnerungen, wie es bei meinem Bruder war, dass keiner Bescheid wissen sollte und ich plötzlich mitten in seiner Beerdigung war. Mir rutschte es raus, was mir nicht hätte raus rutschen sollen - Scheiss Verwandschaft, drehte mich weg und fing heftig an zu weinen, meine Cousine und meine andere Oma, die dabei standen kamen mir so kalt vor - es schien sie nicht weiter zu interessieren oder waren sie hilflos, ich kam mir wieder mal total verloren vor.

Wir fuhren, nach Oelsnitz, wo meine andere Oma wohnt, setzte sie ab, sie machte nicht mal die anstalten mich zu tröste, dachte nur, wie kann man nur so kalt sein. Auf der anderen Seite fragte ich mich, warum hat meine liebe herzliche Oma, das wahr gemacht, was sie vor vierzehn Jahren prophezeit und setzte mich zum zweiten Mal dem aus, was ich schon vor zwei Jahren mitgemacht habe, sie wusste doch, wie sehr ich sie liebe. Warum hat sie dann immer nach mir gefragt und macht dann sowas...

Wieder ein Mensch, von dem ich mich nicht verabschieden konnte, ich halt das bald nicht mehr aus. Versteht ihr nicht, dass ich Euch liebe und wie weh ihr mir damit tut..
 

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Ratlos 200

Gast
erst einmal mein herzliches beileid.

es ist schwer nachzuvollziehen warum deine oma nicht wollte das irgenjemand etwas erfährt.
vielleicht wußte deine oma aber auch wie sehr du sie liebst und wie schwer es dir fallen würde zu akzepieren das sie nicht mehr lange zu leben hat.

wollte sie dir das leid ersparen weil sie dich so sehr liebte?
wollte sie das du sie so in erinnerung behälst wie sie war als noch alles in ordnung war.?

man kann sich auf vielen wegen von einem geliebten menschen verabschieden.klar tut es weh es nicht am grabe machen zu können.
doch ich glaube dass; wenn du deine oma so geliebt hast wie sie dich -dann wirst du einen weg finden dich verabschieden zu können ,ohne ihr "böse"zu sein ,das sie dich im ungewissen hat gelassen.


deine verwandschaft ist/war vielleicht genauso hilflos wie du. viele können den anderen welcher leidet nicht in den arm nehmen und trösten -weil sie selber damit überfordert sind. viele wissen nicht wie sie die trauer verarbeiten UND anderen gleichzeitig helfen können,sollen.
nimm es ihnen nicht ganz so übel-diese "kaltschnäuzigkeit" ist viell. eine schutzreaktion von ihnen.

du kannst nur eines machen-ihre(der oma) entscheidung im nachhinein akzeptieren und sie in deinem herzen weiterleben lassen.
denn nur wer vergessen wird ist auch wirklich tot.
 
Zuletzt bearbeitet:

lassereden178

Aktives Mitglied
@ratlos 2000

Es ist schwer, sehr schwer es zu akzeptieren, dass sie einfach so gehen wollte... vor allem, weil ich die gleiche Sch.... schon vor zwei Jahren mit meinem Bruder mitgemacht habe.

Aber wie sag ich immer, Geschichte wiederholt sich immer. Es liegt daran, dass ich viele Dinge anders machen muss, dann hören die ständigen Wiederholungen wahrscheinlich auf.
 

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