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Meine geliebte Mutter ist tot.

Danke für die verständnisvollen Worte. Das hilft sehr. Ich habe nur Angst das es ein Zeichen ist das ich zu schnell über die Trauer hinwegkomme. Und das fände ich schlimm meiner Mutter gegenüber. Das hätte Sie nicht verdient.
 
Nein, das ist ganz sicher kein Zeichen dafür. Und das wirst du noch merken, denn der Schmerz kommt in Wellen, er ist mal unerträglich, und dann wieder fühlt man sich fast schlecht, wenn er mal nicht so stark ist. Das habe ich auch so erlebt. Aber das ist alles ganz normal und das erlebt fast jeder so.
Ich war mal in einer Trauergruppe, und die Leiterin hat gesagt: der Schmerz ist wie ein Labyrinth, man ist mal näher am Zentrum und mal weiter weg.
Auch daran dass das jemand so formuliert hat, siehst du, dass es ganz normal ist so zu empfinden wie du das tust.
 
Auch von mir mein aufrichtiges Beileid. Lass dich in Gedanken fest drücken.

Ich kann dich sehr gut verstehen. Auch im habe meine Mutter tot aufgefunden, und der Schock war immens. Meine Mutter war auch so fit und vital und dann einfach plötzlich tot, ohne das man Abschied nehmen konnte. Schlimm! Ich war die ersten Tage und Wochen wie in Trance. Habe fast nicht geweint, habe alle Aufgaben gemacht, Bestatter, Behördengänge etc. etc. Das war wohl die schlimmste Zeit die ich so erlebt habe. Diese Ohnmacht.... Wahnsinn.

Danach kam dann die grosse Trauer, das grosse Loch. Dazu noch das schlechte Gewissen, dass ihr vielleicht nichts passiert wäre, wenn ich da gewesen wäre (habe jedoch nicht mehr zuhause gewohnt).

Doch die Zeit heilt Wunden. Bei mir sind es nu 5 Jahre her und ich habe diesen Schock größtenteils verarbeitet. Noch bin ich in Gedanken oft bei meiner Mutter, aber es tut nicht mehr so weh.

Vielleicht ist es dir nur ein kleiner Trost, aber glaub mir, auch bei dir wir die Zeit für dich arbeiten.

Kopf hoch und viel Kraft in der schwierigen Zeit.
 
Jeder Mensch geht mit Trauer anders um und selbst dann verläuft das nicht immer gleich. Zeit ist hier der wichtigste Faktor, denn das muss alles verarbeitet werden. Das funktioniert nach meiner Erfahrung nie gleichmäßig sondern eben mal intensiver mal weniger und das ist auch gar nicht vorhersehbar. Daher wäre es gut, wenn du dich nicht dagegen wehrst bzw. du dir vertraust, dass das schon richtig so ist. Es geht dabei z.B. auch darum sich keine Vorwürfe zu machen, denn oft denk man hinterher, hätte ich nur. Wenn man das aber mit etwas Abstand betrachtet, dann wäre wahrscheinlich dieses Mehr auch nicht genug.

Es geht meiner Meinung nach auch darum "Frieden" zu finden, d.h. man hätte z.B. gerne noch dieses oder jenes gesagt. Oder wollte noch um Entschuldigung bitten. Oder irgendwelche Unklarheiten oder komische Stimmung ausräumen. Usw. Aber all das ist jetzt nicht mehr möglich, weil man ja keinen Kontakt mehr aufnehmen kann. Ich sage, doch das geht und vielleicht probierst du das mal aus, wenn dir danach ist: Schreib ihr einen Brief und packe alles rein, was dir noch wichtig ist. Den steckst du dann ganz normal in einen Briefumschlag, schreibst ihren Namen drauf und schickst ihn aber nicht ab.

Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft!
 
Ja ich denke das werde ich auch tun. Was ich schlimm finde ist. Ich weiß das sie tot ist. Und das sie nicht wiederkommt. Entweder habe ich es schon realisiert ganz rational oder ich habe die Tragweite noch garnicht richtig erfasst.
 
du wirst sie immer bei dir haben, im Herzen. Das ist es was euch immer verbinden wird, das Band der Liebe.
Denk daran, falls dich die Trauer ins Tal der Tränen wirft.
Fühl dich gedrückt und gute Nacht
 
Ja ich werde Mutti immer in meinem Herzen tragen und sie nie vergessen. Ich bin kein religiöser bzw. streng gläubiger Mensch. Ich denke das würde es mir einfacher machen ihren Tod zu akzeptieren. Ich stelle mir jetzt immer vor, das sie bei meinem Vati ist. Sie hat sehr stark unter seinem Tod gelitten. In den letzten 2 Jahren ist es ihr etwas besser gegangen, aber jetzt ist ja wieder diese dunkle Jahreszeit und sein Todestag steht bevor. Da war sie wieder trauriger als sonst. Das sie jetzt bei ihrem geliebten Mann und ihren Eltern ist und keine Sorgen mehr haben muss ist ein schöner Gedanke. Ich stelle mir vor das wir 3 irgendwann auch wieder vereint sein werden. Das gibt mir wirklich Trost und das wünsche ich mir von ganzem Herzen. Aber manchmal erwisch ich mich dabei wie ich denke du machst dir selbst nur was vor. Wenn man tot ist man tot. Es gibt so vieles, das der Mensch nicht weiss bzw. nicht erkennt. Vielleicht ist der Tod ja wirklich nicht das Ende und das irdische Leben nur eine Zwischenstation auf einer langen Reise. Auch dieser Gedanke ist tröstlich. Wüsste man es genau könnte man mit der Trennung von seinen Lieben (egal wie lang) besser umgehen mit der Aussicht auf ein Wiedersehen. Es ergibt einfach keinen Sinn. Der Mensch schafft sich Werte im Leben, liebt andere Menschen, sorgt sich um andere Menschen. Er schenkt neues Leben. Er prägt andere Menschen. Und dann? Auf einmal ist alles vorbei? Das kann doch nicht alles gewesen sein.
 
Lieber Niels,

auch ich zweifle immer wieder, aber ich versuche mir die Hoffnung zu bewahren dass meine Eltern jetzt wieder froh und glücklich vereint sind. Anders könnte ich es nicht ertragen.

Vielleicht hilft dir diese Geschichte die mich ein bisschen getröstet hat, als meine Mama gestorben ist:

Gibt es ein Leben nach der Geburt?

Ein ungeborenes Zwillingspärchen unterhält sich im Bauch seiner Mutter.

"Sag mal, glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?" fragt der eine Zwilling.

"Ja auf jeden Fall! Hier drinnen wachsen wir und werden stark für das was draußen kommen wird." antwortet der andere Zwilling.

"Ich glaube, das ist Blödsinn!" sagt der erste. "Es kann kein Leben nach der Geburt geben – wie sollte das denn bitteschön aussehen?"

"So ganz genau weiß ich das auch nicht. Aber es wird sicher viel heller als hier sein. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen?"

"So einen Unsinn habe ich ja noch nie gehört! Mit dem Mund essen, was für eine verrückte Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns ernährt. Und wie willst du herumlaufen? Dafür ist die Nabelschnur viel zu kurz."

"Doch, es geht ganz bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders."

"Du spinnst! Es ist noch nie einer zurückgekommen von ’nach der Geburt‘. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende. Punktum."

"Ich gebe ja zu, dass keiner weiß, wie das Leben nach der Geburt aussehen wird. Aber ich weiß, dass wir dann unsere Mutter sehen werden und sie wird für uns sorgen."

"Mutter??? Du glaubst doch wohl nicht an eine Mutter? Wo ist sie denn bitte?"

"Na hier – überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein!"

"Quatsch! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht."

"Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt…."

(nach Henry Nouwen).

Alles Liebe und Gute für Dich.
 
Vielen Dank. Der Gedanke dahinter ist sehr schön (Ich hoffe ich habe es richtig verstanden). Vielleicht ist da wirklich noch mehr. Ich hoffe es.
Mir fallen da zwei Begebenheiten ein. Am Todestag meiner Mutter fuhr ich früh morgens zur Arbeit:wein:. Und während der Fahrt ist die gesamte Lichtanlage des Autos für 2-3 Sekunden ausgefallen und ging dann wieder. Ist mir noch nie passiert. Im Nachhinein habe ich mir schon gedacht, das es wie ein Vorzeichen war. Und das zweite Erlebnis. Am letzten Wochenende fand ich in Muttis Wohnzimmer ein Tagpfauenauge. Wahrscheinlich hat es nur einen Platz zum überwintern gesucht, aber Schmetterlinge werden ja auch mit der Auferstehung von Seelen in Verbindung gebracht.
Ich will nicht esoterisch klingen und warscheinlich sind es nur Zufälle🙁. Aber ich denke wer einen starken Glauben hat der geht vielleicht etwas leichter durchs Leben.
 

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