Nee...aber ich habe das Thema wieder aufgegriffen, weil es mich und einige andere auch betrifft.
Was ich jetzt ein wenig abwegig finde, ist diese Reduktion auf "Triebe" "Triebhaftigkeit" und "Triebbeherrschung".
Das klingt nach Drogensüchtigen, der seinen Schuß unbedingt haben muß. Nach dem Bild der "Sexbestie Mann". Und ich werde wohl kaum meine Gattin noch jemand anderen vergewaltigen, weil ich "meinen Trieb nicht mehr zügeln" kann. Das ist Blödsinn, wird aber in der christlichen Wertevorstellung gern so dargestellt. Askese, um eine höhere Ebene zu erreichen und dem Leib zu entsagen. Nee, danke. Ich will das gar nicht.
Um das ganze nochmal auf den Punkt gebracht zu formulieren:
Was kann ich tun, was gibt es für Möglichkeiten und was habt Ihr für Erfahrungen gemacht, wenn Eure geliebte Gattin keine Lust mehr auf sexuelles Beisammensein verspührt?
Ich kann Dir da nur nochmal aus meiner Sicht als Frau antworten... Wenn Du Dir absolut sicher bist, dass sich die Gefühle Deiner Frau Dir gegenüber tatsächlich nicht verändert haben und sie Dich deshalb sexuell nicht mehr begehrt, dann musst Du darüber nachdenken bzw. mit ihr sprechen was ür sie evtl im Bett, in der Beziehung sonst oder mit sich persönlich nicht stimmt. Und auch wie Du ihr dabei helfen kannst.
Dass sich eine Frau in ihrem Körper nicht mehr wohl fühlt und deshalb keinen Sex mehr haben mag/kann, ist sehr gut möglich. Das kann ich als Frau auch total nachempfinden... uns wird ja permanent solch ein Bild von Perfektion was das Aussehen betrifft aus allen Medien vor die Nase gehalten und viele Männer reden auch oft derartig abfällig über die kleinsten Figur-Mängel von Frauen... Da ist es verdamt schwer sich als Frau selbst einfach mit ein paar Makeln ganz akzeptieren und sich dennoch vorstellen zu können für einen Mann sexy zu sein. - Sollte dieses die Problematik Deiner Frau sein, sprich mit ihr! Sag ihr wie toll und attraktiv Du sie findest, immer wieder. Mach ihr Komplimente einfach im Alltag (nicht bloß in Situationen in denen Du Dir wünschst, dass es unmittelbar zu Intimitäten kommt), ermutige sie, ergreif die Initiative gemeinsam Sport zu machen (- mit gemeinsamem Spaß und Freude, aber keinesfalls ausdrücklich weil sie abnehmen soll!), geh mit ihr shoppen (ein neuer Look, neu gestylte Haare, Klamotten etc können Wunder für ihr Selbstwertgefühl bewirken!), schenk ihr was schönes, etc... Eben alles um ihr zu zeigen wie attraktiv Du sie findest, was sie Dir wert ist und um eben auch ihr Selbstwertgefühl als Frau wieder zu stärken.
Außerdem würde ich sie mal ganz ohne Vorwürfe im ruhigen, offenen Gespräch fragen ob für sie evtl. andere Dinge zwischen Euch nicht passen...
Genauso offen und betont vorwurfsfrei solltest Du sie auch mal fragen ob ihr bei Eurem eigentlichen Sex etwas fehlt, sie etwas stört, Du etwas anders machen könntest - ermutige sie dabei aber unbedingt es Dir wirklich schonungslos ehrlich zu sagen und betone ausdrücklich, dass Du deshalb nicht sauer werden oder beleidigt sein wirst. Du magst nämlich bislang denken, dass sie immer wunschlos glücklich mit Dir ist, wenn ihr miteinander schlaft, sie hätte dies ja wiederholt gesagt, ihre Lust dabei gezeigt etc... Doch leider muss ich Dir als Frau ganz offen sagen, dass wir Frauen bloß um den empfindlichen, männlichen Stolz ja nicht zu verletzen so unendlich oft im Bett etwas vorspielen nur um unsere Parner nicht zu enttäuschen oder zu verletzen wenn es um Sex geht. Oder aber weil wir vielleicht nicht verklemmt wirken wollen, trauen wir uns nicht zu bestimmten Praktiken die der Partner sich wünscht nein zu sagen und zuzugeben, dass wir sie eigentlich gar nicht mögen... Das weibliche Orgasmus-Vorspielen ist so verbreitet - Männer behaupten immer sie würden es sicher merken, wenn es so wäre... Glaub mir, dem ist nicht so. Egal mit welcher Freundin ich bislang unter uns Frauen über diese Dinge gesprochen habe - keine war dabei die das nicht schon öfter mal getan hat oder aus Rücksichtnahme den Gefühlen ihres Partners gegenüber ihm nicht mal verschwiegen hätte was ihr eigentlich nicht gefällt und was sie hingegen lieber hätte, etc. Wenn ich persönlich in früheren Beziehungen doch mal versucht habe meinem Partner egal wie vorsichtig etwas davon zu sagen, war das Ergebnis immer dass er sich beleidigt rechtfertigte, gekränkt war oder sich erstmal ganz von mir zurück zog. Oder aber was den Orgasmus anging fühlte ich mich immer fürchterlich unter Druck gesetzt, wenn ich nunmal nicht kommen konnte... es war nie so, dass mein Partner dann einfach mit Geduld und Liebe fragte was denn richtig schön für mich wäre, sondern er zog einfach weiter sein Schema durch von dem er meinte, dass es für mich schön sein MÜSSE, genau so wie er es macht... dann rackerte er sich damit ab und ich hatte dabei das Gefühl mit MIR stimme etwas nicht und hatte ihm gegenüber Schuldgefühle weil er sich ja scheinbar so bemühte mir etwas Gutes zu tun, ich aber dennoch einfach nicht zu einem Höhepunkt gelangen konnte. In solch einer Situation geht dann bei einer Frau gar nichts mehr, weil eben unser Kopf alles verhindert. Und dann fangen wir zum Beispiel dehalb an lieber einen Höhepunkt vorzutäuschen bzw. einfach nur dass uns der Sex genau SO wie er ist gefallen würde.... obwohl es in Wirklichkeit absolut nicht der Fall ist. Es scheint der einfachste Weg... Unser Mann wird nicht gekränkt und muss sich nicht schlecht fühlen, wir haben keine Schuldgefühle oder Angst verklemmt/unfähig vor ihm dazustehen, der (schlechte) Sex ist schneller vorbei und es gibt keine unangenehmen Diskussionen.
Aus dieser Perspektive solltest Du der Frage ob Deine Frau vielleicht doch nicht so ganz glücklich mit der Art Eures Sex ist durchaus offen gegenüber treten... auch wenn Du Dir jetzt noch so sicher zu sein scheinst, dass für sie alles toll sei.