dichterin50
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Das mit Weihnachten muss ich so machen, aber wenn ich das genauso sage, erscheinen meine Eltern trotzdem ungewaschen und ist ausgebollerter ewig getragene Kleidung. Das geht denen rechts rein und links raus. Ich hatte letztes Mal auch gesagt, bringt diesmal bitte Wechselwäsche mit bzw. Extra Kleidung für Heiligabend, wir machen uns auch schick... Meine Mutter trug einen schwarzen Pulli und Lederhose drei Tage lang und bis zum Frühjahr, das Nachthemd war so schmutzig, dass ich es dreimal bei mir gewaschen habe, so ecklig war das auf dem frisch gemachten Gästebett, danach waren die Nähte komplett aufgegangen... Ich habe ihr eins von mir geliehen und ihr ein neues Nachthemd gekauft. Mein Vater kommt in Specki gem Polo mit noch speckigerer Lederweste darüber... Dass er Unterhosenwechsel 1x die Woche ausreichend findet, hatte ich schon erwähnt. Ich glaube, wenn ich wirklich will, dass meine Eltern frische Sachen anhaben/mitnehmen, muss ich leider hinfahren am 24. 12. packen helfen und sie gleich mitnehmen... Das wird sonst nichts... Ich komme da nicht weiter, denn sie denken ja, dass sie frisch und sauber sind, warum auch immer. Vernebelte Wahrnehmung :-( Offene Beine gibt es übrigens schon, die Mehlmottenplage habe ich in der Abstellkammer beseitigen können und die Milliarden Fruchtfliegen sind mit dem Müll größtenteils mutentsorgt worden von mir. Ich sagte, dass ist echt ecklig, züchtet ihr Fruchtfliegen? Der Müll muss öfters geleert werden. Da sagte mein Vater "die tun doch nichts".... Gar kein Bewusstsein für Hygiene vorhanden. Die Putzfrau darf die schöne Bettwäsche nicht von der Mutter wechseln und waschen, nur wenn meine Mutter z. B. beim Arzt ist oder wie neulich beim Hörgeräteakkustiker. Dann nutzt sie sofort die Gelegenheit. Alle Helferchen schaffen sich an der starrsinnigen Situation ab und kapitulieren am Ende. Eine 24 Stundenkraft ist auch so ein rotes Tuch: meine Eltern wohnten vorher in einem Haus mit mehreren Stockwerken und enger Wendeltreppe. Das DG verdreckt komplett, dass neuwertige Sofas am Ende weggeworfen wurden, wg. Staub und öligem Film von Heizung. Im DG hätte eine 24 Stundenkraft wohnen können, da sogar mit Dusch Bad. Auf die Treppe wollte ich nach diversen Stürzen meiner Mutter einen Treppenlift einbauen lassen, ein Angebot hatte ich schon eingeholt.. Einen Zuschuss hätte es auch gegeben von der KfW. Meine Eltern haben stattdessen einfach einen Mietvertrag in einem "betreuten Wohnen" in Karlsruhe in einer 2 Zimmerwohnung unterschrieben... Zu einer Wuchermiete und danach stellte sich heraus, dass gar nichts betreut dort war... Ich musste alles um meine Eltern herumorganisieren... Pflegegrad, Pflegedienst... Und mein Vater schläft dort im Wohnzimmer, abgetrennt hinter Regalen. Eine 24Stundenkraft hätte gar kein Zimmer. Im alten Haus wäre es super gegangen. Aber meine Vorschläge/Lösungen werden rigoros abgelehnt. Ich habe leider Schwierigkeiten, das einfach zu akzeptieren und gehe deswegen auch, und wg. Überlastung in Therapie... Wissen meine Eltern nicht, aber es wäre Ihnen auch egal. Jetzt hocken sie in ihrer Mini Wohnung und sind auch permanent unzufrieden, weil kein Platz...Ich muss ehrlich sagen, dass ich den Ansatz von Schroti schon verstehen kann - ggf. schämen sie sich und möchten keine Fremden im Haus. Das Problem ist: so kann es aber nicht weiter gehen.
Im Alter muss man irgendwann einsehen, dass man Hilfe benötigt. Diese Verwahrlosung ist ja meist nur der erste Schritt ins Chaos.
Persönlich würde ich nun erst Weihnachten ansprechen - bitte erscheint gewaschen und sauber bei mir. Das kann man erwarten, auch von den eigenen Eltern. Besonders auch wenn die Kinder da sind. Eine gewisse Hygiene muss man irgendwo voraussetzen können.
Dann würde ich 2 Ansätze versuchen: entweder du verlangst Geld von ihnen. Oder du packst die harten Bandagen aus - eine dauerhafte Pflegekraft zB. die ungefragt und ohne Anweisungen entgegen zu nehmen, die Wäsche macht, einkauft, putzt und so weiter.
Meine Arbeitskollegin hat hier sogar eine 24h-Aushilfe bei ihren Eltern einquartiert. Mit den gleichen Pflegestufen, kostet sie selbst nicht mal so viel dazu. Und es ist eben immer jemand da, der alles im Auge hat. Denn das kann ganz schnell schief gehen.
Sind wir ehrlich: in kürzester Zeit hast du da Ungeziefer, einen sich weigernden Pflegedienst, ggf. offene Wunden, Infektionen, schwere Stürze usw usf, das muss man nicht weiter ausführen. Es ist schade, dass sie keine Hilfe möchten. Und du musst dir da auch kein schlechtes Gewissen einreden - denn du tust dein möglichstes.