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Meine Eltern lassen sich nicht helfen

Ich muss ehrlich sagen, dass ich den Ansatz von Schroti schon verstehen kann - ggf. schämen sie sich und möchten keine Fremden im Haus. Das Problem ist: so kann es aber nicht weiter gehen.

Im Alter muss man irgendwann einsehen, dass man Hilfe benötigt. Diese Verwahrlosung ist ja meist nur der erste Schritt ins Chaos.

Persönlich würde ich nun erst Weihnachten ansprechen - bitte erscheint gewaschen und sauber bei mir. Das kann man erwarten, auch von den eigenen Eltern. Besonders auch wenn die Kinder da sind. Eine gewisse Hygiene muss man irgendwo voraussetzen können.

Dann würde ich 2 Ansätze versuchen: entweder du verlangst Geld von ihnen. Oder du packst die harten Bandagen aus - eine dauerhafte Pflegekraft zB. die ungefragt und ohne Anweisungen entgegen zu nehmen, die Wäsche macht, einkauft, putzt und so weiter.
Meine Arbeitskollegin hat hier sogar eine 24h-Aushilfe bei ihren Eltern einquartiert. Mit den gleichen Pflegestufen, kostet sie selbst nicht mal so viel dazu. Und es ist eben immer jemand da, der alles im Auge hat. Denn das kann ganz schnell schief gehen.

Sind wir ehrlich: in kürzester Zeit hast du da Ungeziefer, einen sich weigernden Pflegedienst, ggf. offene Wunden, Infektionen, schwere Stürze usw usf, das muss man nicht weiter ausführen. Es ist schade, dass sie keine Hilfe möchten. Und du musst dir da auch kein schlechtes Gewissen einreden - denn du tust dein möglichstes.
Das mit Weihnachten muss ich so machen, aber wenn ich das genauso sage, erscheinen meine Eltern trotzdem ungewaschen und ist ausgebollerter ewig getragene Kleidung. Das geht denen rechts rein und links raus. Ich hatte letztes Mal auch gesagt, bringt diesmal bitte Wechselwäsche mit bzw. Extra Kleidung für Heiligabend, wir machen uns auch schick... Meine Mutter trug einen schwarzen Pulli und Lederhose drei Tage lang und bis zum Frühjahr, das Nachthemd war so schmutzig, dass ich es dreimal bei mir gewaschen habe, so ecklig war das auf dem frisch gemachten Gästebett, danach waren die Nähte komplett aufgegangen... Ich habe ihr eins von mir geliehen und ihr ein neues Nachthemd gekauft. Mein Vater kommt in Specki gem Polo mit noch speckigerer Lederweste darüber... Dass er Unterhosenwechsel 1x die Woche ausreichend findet, hatte ich schon erwähnt. Ich glaube, wenn ich wirklich will, dass meine Eltern frische Sachen anhaben/mitnehmen, muss ich leider hinfahren am 24. 12. packen helfen und sie gleich mitnehmen... Das wird sonst nichts... Ich komme da nicht weiter, denn sie denken ja, dass sie frisch und sauber sind, warum auch immer. Vernebelte Wahrnehmung :-( Offene Beine gibt es übrigens schon, die Mehlmottenplage habe ich in der Abstellkammer beseitigen können und die Milliarden Fruchtfliegen sind mit dem Müll größtenteils mutentsorgt worden von mir. Ich sagte, dass ist echt ecklig, züchtet ihr Fruchtfliegen? Der Müll muss öfters geleert werden. Da sagte mein Vater "die tun doch nichts".... Gar kein Bewusstsein für Hygiene vorhanden. Die Putzfrau darf die schöne Bettwäsche nicht von der Mutter wechseln und waschen, nur wenn meine Mutter z. B. beim Arzt ist oder wie neulich beim Hörgeräteakkustiker. Dann nutzt sie sofort die Gelegenheit. Alle Helferchen schaffen sich an der starrsinnigen Situation ab und kapitulieren am Ende. Eine 24 Stundenkraft ist auch so ein rotes Tuch: meine Eltern wohnten vorher in einem Haus mit mehreren Stockwerken und enger Wendeltreppe. Das DG verdreckt komplett, dass neuwertige Sofas am Ende weggeworfen wurden, wg. Staub und öligem Film von Heizung. Im DG hätte eine 24 Stundenkraft wohnen können, da sogar mit Dusch Bad. Auf die Treppe wollte ich nach diversen Stürzen meiner Mutter einen Treppenlift einbauen lassen, ein Angebot hatte ich schon eingeholt.. Einen Zuschuss hätte es auch gegeben von der KfW. Meine Eltern haben stattdessen einfach einen Mietvertrag in einem "betreuten Wohnen" in Karlsruhe in einer 2 Zimmerwohnung unterschrieben... Zu einer Wuchermiete und danach stellte sich heraus, dass gar nichts betreut dort war... Ich musste alles um meine Eltern herumorganisieren... Pflegegrad, Pflegedienst... Und mein Vater schläft dort im Wohnzimmer, abgetrennt hinter Regalen. Eine 24Stundenkraft hätte gar kein Zimmer. Im alten Haus wäre es super gegangen. Aber meine Vorschläge/Lösungen werden rigoros abgelehnt. Ich habe leider Schwierigkeiten, das einfach zu akzeptieren und gehe deswegen auch, und wg. Überlastung in Therapie... Wissen meine Eltern nicht, aber es wäre Ihnen auch egal. Jetzt hocken sie in ihrer Mini Wohnung und sind auch permanent unzufrieden, weil kein Platz...
 
Gibt es noch Jemand da draußen, in ähnlicher Situation? Meine Eltern verwahrlosen zunehmend, waschen sich nicht mehr, im Schrank und überall getragene Wäsche, das Bettzeug dunkel vom Schweiß, Stützstrümpfe werden ohne Auswaschen dauernd vom Pflegedienst angezogen, Unterwäsche so gut wie nicht gewechselt... Die Wohnung mieft, der von mir organisierte Pflegedienst darf meine Eltern nicht zwingen, wenn sie das nicht wollen und ich bin ständig die böse Tochter... Ich hatte einen Einkaufservice organisiert, der wurde durch meinen Vater ständig abgesagt, bis der Service nicht mehr wollte. In der Wohnung ist quasi nur Leitungswasser vorhanden, da mein Vater Getränke nicht in die Wohnung schleppen kann. gebracht soll aber auch nichts werden. Jetzt sollen meine Eltern zu Weihnachten zu uns kommen, aber mir ist schon ganz bange... Meine Eltern sind dann mit Parfüm eingenebelt, und fühlen sich dann "frisch" in Kleidung, die sie seit Monaten tragen. Ich bekomme die Situation auch für mich nicht gelöst. Soll man das einfach so laufen lassen und wegriechen? Oder soll ich vorher zu meinen Eltern fahren, die Mutter zwingen, sich umzuziehen, frische Nachtwäsche und Wechselwäsche einpacken? Kennt jemand die Thematik? Ich bin die einzige Tochter und wohne 2 Autostunden entfernt. Meine Eltern fühlen sich bevormundet... Eine Unterhose pro Woche reicht, sagt mein Vater. Er wechselt sie nur öfter, wenn mal was in die Hose gegangen ist. Bin für Tipps dankbar. Außerdem muss ich mich um den ganzen Papierkram kümmern, Rechnungen einreichen, die Steuererklärungen für meine Eltern machen... Schwerbehi dertenausweis beantragen... Dafür bin ich dann gut. Wenn ich zu Besuch komme, bekomme ich erst mal einen Stapel in die Hand gedrückt, zur Erledigung.

Klingt nach schweren Depressionen.
 
Grundsätzlich ist das Thema Selbstversorgung sehr heikel, sagt Christine Sowinski vom Kuratorium Deutsche Altershilfe Jeder habe in Deutschland das Recht, so lange selbstbestimmt zu leben, wie er möchte. "Das heißt auch, man hat die Freiheit, ein Stück weit zu verwahrlosen." Kinder sollten also auf keinen Fall mit der Tür ins Haus fallen und den eigenen Eltern einfach die Fähigkeit absprechen, sich selbst versorgen zu können.


Dann würde ich 2 Ansätze versuchen: entweder du verlangst Geld von ihnen. Oder du packst die harten Bandagen aus - eine dauerhafte Pflegekraft zB. die ungefragt und ohne Anweisungen entgegen zu nehmen, die Wäsche macht, einkauft, putzt und so weiter.
Meine Arbeitskollegin hat hier sogar eine 24h-Aushilfe bei ihren Eltern einquartiert. Mit den gleichen Pflegestufen, kostet sie selbst nicht mal so viel dazu. Und es ist eben immer jemand da, der alles im Auge hat. Denn das kann ganz schnell schief gehen.

Sind wir ehrlich: in kürzester Zeit hast du da Ungeziefer, einen sich weigernden Pflegedienst, ggf. offene Wunden, Infektionen, schwere Stürze usw usf, das muss man nicht weiter ausführen. Es ist schade, dass sie keine Hilfe möchten. Und du musst dir da auch kein schlechtes Gewissen einreden - denn du tust dein möglichstes.

Das was Du schreibst, mit jemandem Fremden in der Wohnung einzuquartieren, das geht so einfach gar nicht. Die Eltern müssen und werden niemanden in ihre Wohnung lassen. Du kannst nicht einfach ihre Grenzen überschreiten. Auch wenn sie verdrecken und verwahrlosen. Es ist Dein Maß, die Eltern von Dichterin, sind ja nicht vollkommen handlungsunfähig oder total hilflos.

Wenn Deine Arbeitskollegin das gemacht hat, dann hat sie sich durchgesetzt. Uns hat die Ärztin davor gewarnt, solche Aktionen zu machen, wenn die Eltern damit nicht einverstanden sind.

Wir haben damals viel mit anderen Angehörigen uns ausgetauscht, die eine ähnliche Lage hatten. Ja, es gibt genügend Pflegedienste, die dann kündigen.

Zum Ungeziefer schrieb ich schonmal hier etwas.
 
@TE

Wie kommen denn die Eltern zu Euch?
Holst Du sie ab?
Dann nimm sie nicht mit , bevor sie gewaschen und frisch angezogen sind.
 
@TE

Wie kommen denn die Eltern zu Euch?
Holst Du sie ab?
Dann nimm sie nicht mit , bevor sie gewaschen und frisch angezogen sind.
Ja, ich glaube, das ist am einfachsten... Ich fahre halt 2 Stunden hin, packe Frisches ein und ziehe meine Mutter nochmal um, falls sie immer noch dasselbe Zeug trägt wie vor zwei Wochen. Bei meinem Vater kann ich eigentlich nur schauen, dass er einen frischen Schlafanzug mitnimmt und Hörgerätebatterien plus Insulinspritzen und Medikamente. Ihn unter die Dusche zu zwingen wird scheitern... Ich will ja an Weihnachten keinen Streit. So werde ich einfach versuchen, das Maximum an sauberen Sachen mit zunehmen und nichts zu vergessen. Letztes Jahr hatte ich eine Liste mit Sachen abgefragt, die meine Eltern mitnehmen sollten. Dann kamen sie bei uns um 15Uhr an und hatten den Korb mit Medikamententürmen und Insulin in der Küche stehen lassen.... Mein Sohn musste dann dorthin fahren um den Korb zu holen. Es gab viel Geschrei und schlechte Stimmung. Mein Vater hat meine Mutter angebrüllt und umgekehrt. Mein Sohn war auch angepisst an Weihnachten mal schnell 4 Stunden Auto zu fahren und ich war sauer, dass mal wieder nichts geklappt hat, was ich versucht hatte, zu planen. LG
 
Ja, ich glaube, das ist am einfachsten... Ich fahre halt 2 Stunden hin, packe Frisches ein und ziehe meine Mutter nochmal um, falls sie immer noch dasselbe Zeug trägt wie vor zwei Wochen. Bei meinem Vater kann ich eigentlich nur schauen, dass er einen frischen Schlafanzug mitnimmt und Hörgerätebatterien plus Insulinspritzen und Medikamente. Ihn unter die Dusche zu zwingen wird scheitern... Ich will ja an Weihnachten keinen Streit. So werde ich einfach versuchen, das Maximum an sauberen Sachen mit zunehmen und nichts zu vergessen. Letztes Jahr hatte ich eine Liste mit Sachen abgefragt, die meine Eltern mitnehmen sollten. Dann kamen sie bei uns um 15Uhr an und hatten den Korb mit Medikamententürmen und Insulin in der Küche stehen lassen.... Mein Sohn musste dann dorthin fahren um den Korb zu holen. Es gab viel Geschrei und schlechte Stimmung. Mein Vater hat meine Mutter angebrüllt und umgekehrt. Mein Sohn war auch angepisst an Weihnachten mal schnell 4 Stunden Auto zu fahren und ich war sauer, dass mal wieder nichts geklappt hat, was ich versucht hatte, zu planen. LG
Warum willst Du keinen Streit?
Sie feiern bei Dir , dann kannst Du auch gewissen Anforderungen stellen.
Ich würde sie so lange nicht ins Auto lassen, bis sie frisch gewaschen und angezogen sind.
 
Meiner Mutter tat mein Druck....auf jeden Fall sehr gut.

Ich sagte.....Wenn du nicht dies und jenes tust und dies unterlässt ....muss ich dich entmündigen lassen
(da sie ca. 9000 Euro auf der Strasse an fremde Leute verteilte) und lässt du keine Pflegekraft in das Haus
(da ihr Haus sonst komplett verwahrloste und ich es nervlich nicht aushalten könnte bei ihr zu putzen und sie zu waschen) kommst du in ein Heim......
Meine mom weiss...dass ich dies konsequent umgesetzt hätte.

Jetzt hat sie kein Geld mehr an fremde Leute verschenkt....und es kommen 3 x in der Woche Pflegekräfte ....und der Essenbringdienst zu ihr......

und sie ist zufrieden.😉

Sie hat auch eine schwere depressive Erkrankung.
Die Papiere erledige ich für sie...ich habe eine Vollmacht.
 
Meiner Mutter tat mein Druck....auf jeden Fall sehr gut.

Ich sagte.....Wenn du nicht dies und jenes tust und dies unterlässt ....muss ich dich entmündigen lassen
(da sie ca. 9000 Euro auf der Strasse an fremde Leute verteilte) und lässt du keine Pflegekraft in das Haus
(da ihr Haus sonst komplett verwahrloste und ich es nervlich nicht aushalten könnte bei ihr zu putzen und sie zu waschen) kommst du in ein Heim......
Meine mom weiss...dass ich dies konsequent umgesetzt hätte.

Jetzt hat sie kein Geld mehr an fremde Leute verschenkt....und es kommen 3 x in der Woche Pflegekräfte ....und der Essenbringdienst zu ihr......

und sie ist zufrieden.😉

Sie hat auch eine schwere depressive Erkrankung.

Gut gelaufen. Bei uns ging das gar nicht. Die Eltern haben getobt und uns regelmäßig rausgeworfen. Der nächste Anruf kam dann, als wäre nie was gewesen ...
Ich denke, sie hatten beide, der Vater noch mehr, Altersstarrsinn und es war einfach alles furchtbar belastend. Trotzdem waren sie beide nicht völlig - ich sag mal - gaga, die lichten Momente waren immer da und mit einer Drohung wegen Heim und so, da hätten wir gar nichts ausrichten können ...
 

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