Ich finde es schräg, dass man anscheinend einen "guten Grund" dafür suchen muss, warum man keine Geschenke haben will - "weil man eh bald stirbt", meine Güte!
So ein Gedöns fing mein Bruder auch an, WIR schenken uns nichts mehr. Daraufhin meinte ich, daß ein Geschenk eine Wertschätzung eines anderen Menschen sei.
Für mich ist das oberste Gebot bei Wertschätzung, dass der andere mein Empfinden respektiert. Wenn ich nichts geschenkt haben möchte und mir jemand trotzdem was schenkt, ist das für mich das genaue Gegenteil von Wertschätzung.
Ich schildere dir das jetzt mal aus einer Warte, die zu deiner völlig gegensätzlich ist:
Ich fand das Gedöns zu Geburtstagen und Weihnachten, Valentinstag und Muttertag u.dgl. schon seit meiner Jugend fürchterlich. Zu Muttertag gab es auf ausdrücklichen und ehrlich gemeinten Wunsch meiner Mutter nichts, meiner Mutter war ein gutes Verhältnis innerhalb der Familie jeden Tag wichtiger. Ich wollte und hatte nie einen Freund, der zusammen mit anderen Männern am Valentinstag bei Blumengeschäften angestanden ist. Die erwachsenen Familienmitglieder haben eines Tages vereinbart, sich gar nichts mehr zu schenken, denn: Soweit man nicht schon "alles" hat, besorgt man sich das, was man haben will, lieber selbst, weil man selber am besten weiß wie das aussehen soll; Gutscheine zu verschenken ist albern, weil das dann nur ein Geld-Hin-und-Herschieben ist. Nur die Kinder bekommen nach wie vor was geschenkt, und zwar Geld, womit sie dann machen können was sie wollen. Das freut sie auch am meisten.
Was die von dir bereits gebastelten Geschenke angeht:
Das Fotoalbum würde ich trotzdem noch verschenken. Sag halt dazu, dass du das schon gemacht hast und ihr das jetzt halt einfach noch geben wolltest und dass du künftig ihren Wunsch respektieren und ihr nichts mehr schenken wirst.
Was das Brotzeitbrett angeht - puh. Da kannst du es natürlich genauso machen. Allerdings, ich sags dir ganz ehrlich, wenn ich als Erwachsener ein Brotzeitbrett mit meinem Vornamen bekäme wäre ich, vorsichtig ausgedrückt, irritiert.
Ich denke schon, dass du gerne schenkst, weil die Freude des anderen Bestätigung ist. Daran ist ja auch nichts Schlimmes. Nur wenn der Beschenkte sich halt nun mal nicht freut, dann macht ein Geschenk eben keinen Sinn. Da musst du dir die Bestätigung halt auf kompliziertere Art holen. Das kann zB ein dankbarer Blick sein, wenn du jemanden unterstützt hast. Oder ein gemeinsames "Hach, war dieser Spaziergang jetzt schön".