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Mein Sohn ist sehr aggressiv (8 Jahre alt)

Mein Mann ist sehr impulsiv [...] Ja, ich verliere manchmal die Nerven und schreie ihn an. Ich weiß, dass das nicht richtig ist.
Vielleicht spürt der diese Nicht-Richtigkeit oder besser: Deine massive Unsicherheit. Schimpfe halt einfach nur dann, wenn es Dir ehrlich danach ist (und nicht gemaäss Algorithmen)

Wenn es Bestrafungen gab, habe ich diese einfacher umsetzen können
Es gibt auch noch was anderes als Gesetze. Aber sowas von.
 
Es ist nicht so, dass er permanent angeschrien wird. Aber es ist schon vorgekommen. Und das nicht, weil er hoch gegangen ist, sondern weil er überhaupt null erreichbar war, für alle anderen Versuche. Es war auch nicht "so, jetzt versuche ich mal das", sondern da waren einfach die Nerven runter. Und da kann mir jeder erzählen, dass das nicht richtig ist. Das weiß ich selbst. Trotzdem bin ich keine Maschine, die immer funktioniert, so wie das Programm es vorgibt. Auch ich bin irgendwann an einer Grenze. Wobei ich immer noch denke, dass ich mich sehr sehr gut im Griff habe, gerade in Bezug auf diese Situationen. Aber eben nicht immer.

Zu den Bestrafungen: Es tut mir leid, es geht nicht um Gesetze. Es geht um Regeln. Wenn diese nicht eingehalten werden, hat das Konsequenzen zu Folge. Diese Regeln drehen sich nicht um willkürliche Festlegungen, weil ich bin erwachsen, du das Kind, ich bin Chef du nix. Es sind Regeln an die sich jeder zu halten hat. Erwachsene wie Kinder, damit das Zusammenleben funktioniert. Dabei handelt es sich nicht um Sachen, die nicht erledigt worden sind. Meine Kinder müssen im Haushalt nicht helfen. Ich habe das gehasst als Kind und bürde ihnen das nicht auf. Ich hätte es gerne, wenn jeder sein schmutziges Geschirr in die Küche bringt ode einen leeren Joghurtbecher eigenständig in den Müll wirft. Das wissen sie, das klappt auch - manchmal. Manchmal nicht. Dafür gibt es keine Bestrafung. Es geht darum, wenn mein Sohn etwas nicht passt und er dafür direkt sein Gegenüber (noch sind es nur Kinder) körperlich angeht. Er weiß, dass er vielen von der körperlichen Kraft her überlegen ist. Auch manch älterem Kind gegenüber. Das setzt er halt auch manchmal ein und das funktioniert nicht.

Und bitte nicht an dem Wort Bestrafung hochziehen. Es könnte genauso gut Konsequenz heißen. Er wird weder gefoltert, noch eingesperrt oder sonstiges. Konsequenzen bilden meist Verbote von Spielkonsolen, TV oder das Absagen von irgendwelchen "Terminen" (Kinobesuch o.ä,) sowie Fußballverbot.

Es gibt im Grunde drei Regeln, die hier für alle gelten und die auch definitiv eine Konsequenz zur Folge haben. Die wir auch tatsächlich ganz oben auf der Prioritätenliste haben und die auch für ihn gelten. Völlig egal, woher seine Probleme kommen. Das sind

1. Wir schlagen keine anderen Menschen!
2. Wir zerstören keine Gegenstände
3. Wir fügen Tieren keine Schmerzen zu!

Auch wenn er das nicht kontrollieren können sollte, das ist etwas, da seh ich über alle Gründe hinweg. Er muss lernen, dass das nicht geht. Viele finden das hart, wenn sie von seinen Problemen wissen und dann erfahren, dass er aus Fehlverhalten Konsequenzen zu tragen hat. Ich möchte nicht wissen, wie genau diese Personen reagieren, wenn ihr Kind mit einer blutenden Nase nach Hause kommt, wenn eine Handkonsole von meinem Sohn zertreten worden ist oder wenn er mit dem Haustier irgendwas getan hätte (DAS hat er zum Glück noch nie gemacht und auch keine Anzeichen in diese Richtung gezeigt).
 
sondern weil er überhaupt null erreichbar war, für alle anderen Versuche.
Es ist doch auch eine Freiheit, nicht erreichbar zu sein.

Grosseltern würde doch sagen, wenn's Hunger haben, dann kommen die Kinder schon wieder heim.

1. Wir schlagen keine anderen Menschen!
2. Wir zerstören keine Gegenstände
3. Wir fügen Tieren keine Schmerzen zu!
Drei mal negative Formulierungen. *grübel* Es gibt keine Grenze, weil es einfach nur verbotn ist. Ist doch auch eine Form von Grenzenlosigkeit, die rebelliert werden sollte.
 
Es ist doch auch eine Freiheit, nicht erreichbar zu sein.

Grosseltern würde doch sagen, wenn's Hunger haben, dann kommen die Kinder schon wieder heim.


Ja, werd ich meiner Tochter nächste mal vorschlagen. Lass dich verprügeln, irgendwann hört er bestimmt von alleine auf, wenn es ihm langweilig wird.


Drei mal negative Formulierungen. *grübel* Es gibt keine Grenze, weil es einfach nur verbotn ist. Ist doch auch eine Form von Grenzenlosigkeit, die rebelliert werden sollte.
Ich neige dazu viel zu schreiben, wenn ich etwas erkläre. Das erschlägt wie im ersten Post oft viele Leser. Deshalb versuche ich oft Dinge einfach kurz auf dem Punkt zu sagen.

So wie ich hier schreibe, rede ich nicht zwingend mit meinem 8 jährigen Sohn. Es sind keine Ankündigungen, die er ansonsten ohne Kommentar vor den Kopf geworfen bekommt.

Und trotz allem ist mir deine Art von Erklärung nicht ganz klar. Er darf rebellieren, er muss nicht alles akzeptieren, wenn er nicht möchte. Es gib aber Dinge, die gelten nicht nur für ihn, sondern für jeden von uns. Die Grenzen hat er nicht zu überschreiten und diese Gesetze habe nicht ich gesetzt. Ich bin zum Beispiel der Meinung, dass Konflikte von Kindern bis zu einem gewissen Maß selbst geregelt werden sollten. Ich bin auch der Meinung, dass ständiges Wattebauschbewerfen unter Kindern die Entwicklung nicht gerade fördert. Allerdings steh ich ziemlich alleine da, wenn mein Sohn sich mit jemanden gekloppt hat und die Mutter bei mir vor der Tür steht und einen Aufstand macht. Selbst wenn die Jungs sich bei der Verabschiedung "bis nächstes Mal" verabschieden und schon wieder alles geklärt ist. Ich kann das wegstecken und drüber stehen. Die Folgen von sowas bekommt mein Sohn zu sprüren, wenn er nicht mehr "der richtige Umgang" für seine Freunde ist. Wenn die Lehrer ihn voreingenommen behandeln, weil er in den meisten Fällen tatsächlich involviert ist. Er leidet darunter, wenn er gewisse Grenzen übertritt. Und vielleicht noch mal zum besseren Verständnis, wenn er diese Ausraster nicht hat, hat er null Probleme sich an Regeln oder unausgesprochene Regeln des Zusammenlebens zu halten. Es tut ihm nicht selten leid, was er gemacht hat.

Wir überlassen ihn auch nicht sich selbst, wenn er solche Ausbrüche hat und stehen hinterher mit erhobenem Zeigefinger da. Wir versuchen ihn aus solchen Situationen raus zu holen und einen Weg zu finden, wie er schnell wieder auf einem normalen Level kommt. Wir greifen auch nicht ein, nur weil er mal bockig, sauer oder unzufrieden ist. Aber damit er versteht, warum wir in bestimmten Situationen eingreifen, muss er auch die Begründung kennen. Und ich stelle meine Tochter sicher nicht zur Verfügung, damit er gegen Grenzen rebellieren kann.
 
Aber damit er versteht, warum wir in bestimmten Situationen eingreifen, muss er auch die Begründung kennen.
Wer* sagt das, dass er mit 8 die genaue Begründung kennen muss?

Ich bin froh, wenn ich nicht alles wissen muss. Warum oder wieso die genaue Begründung für diesen oder jenen Strafzettel war. Interessiert doch eh nur Juristen, die Lebenswirklichkeit ist weniger geradlinig und dafür mehr farbiger.

* ich meine, wer hat diese Theorie aufgestellt
 
@Coraliese

Lass dich auf diese Diskussion nicht ein, ist mein ernst gemeinter Rat.

Nicht nur hier im Forum, sondern auch in deinem persönlichen Umfeld wird niemals oder kaum jemand verstehen, wie ein Mensch mit "brennendem" Kopf wirklich denkt und auch handelt, denn das ist jenseits der Norm und daher nicht begreifbar.

Auch die Standarderziehungsmaßnahmen, die Sozialpädagogen, Bücher etc pp immer vorschlagen, bringen in diesem Falle nicht das geringste. Wenn ich das so lese, was du die letzten beiden Beiträge geschrieben hast, würde ich sogar sagen:

Und wenn du ihn schnell runter bringen möchtest, solltest du versuchen ihm direkt in die Augen zu schauen. Allerdings sei hierbei vorsichtig, wie du schaust, denn guggst du streng, ermahnend oder ähnliches, kann es dazu kommen, dass er noch mehr ausrastet.
 
Wer* sagt das, dass er mit 8 die genaue Begründung kennen muss?

Ich bin froh, wenn ich nicht alles wissen muss. Warum oder wieso die genaue Begründung für diesen oder jenen Strafzettel war. Interessiert doch eh nur Juristen, die Lebenswirklichkeit ist weniger geradlinig und dafür mehr farbiger.

* ich meine, wer hat diese Theorie aufgestellt

Weißt du, ich mag nicht alles richtig machen, aber ich versuche zumindest bei meinem Sohn richtig zu reagieren. Gegenfragen warum, wieso, weshalb so und nicht anders bekomme ich ständig. Die helfen weder mir noch meinen Sohn ein Stück weiter.

Vielleicht interessiert dich der eine Strafzettel nicht, ich hoffe jedoch, dass du irgendwann mal erfahren hast, warum man überhaupt Strafzettel bekommen könnte.
 
Ich weiß nicht ob das geht, aber könnt ihr euch denn nicht mit der Frühförderung oder dem Jugendamt in Verbindung setzen? Euch würde doch eine Familienhilfe zustehen, die euch in den schwierigen Situationen beobachtet, begleitet, und dann mit euch darüber spricht.

Jemand Außenstehendes schaut einfach anders hin und kann euch wertvolle Tipps geben.
 
@Marie

In diesem Falle würde ich dazu abraten, denn eine Bekannte von mir hat ebenfalls einen Sohn mit diesen Symptomen und nun versucht das Jugendamt ihr das Kind weg zu nehmen und sie dadurch zu "Unterstützen", was allerdings Kontraproduktiv ist.

Das Problem hierbei ist nämlich, sollte es sich dabei wirklich um diese neurologische Störung handeln, so gibt es kaum bzw. keine Sozialpädagogen, die sich auch wirklich damit auskennen, egal ob nun Schule, Jugendamt oder sonstiges.
 

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