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Mein Sohn ist sehr aggressiv (8 Jahre alt)

Das ist eine typische Aussage von Kindern, die unter ADHS leiden. Ist das überprüft worden?

genau das hab ich auch gedacht ! alle schilderungen von verhalten sind so, wie auch mein mann "seine" von ihm betreuten Kids ( er arbeitet mit verhaltensauffälligen jugendlichen in ner wohngruppe) beschreibt und ich kann auch paralelen zu nem mitschüler meiner tochter und meiner stieftochter ( früher) erkennen - auch wenns bei mädchen meist viel weniger ausgeprägt ist.

äußerst kleine/ geringe frustrationstoleranz bzw. grenze, keine hemmschwelle bzgl. schimpfwörtern etc. bei jungen häfig in kombi mit gewaltausbrüchen.

lass ihn darauf testen und deinen mann gleich mit ( nicht böse gemeint!!!, sondern gut gemeinter ratschlag.- adhs - so sagt man - kann auch vererbt werden)

ich kenne zum einen mehrere menschen, die als erwachsene irgendwann den verdacht hatten, selbst betroffen zu sein als sie sich mit adhs bei ihrem kind beschäftigen mussten. die haben heimlich die tabletten genommen, die ihre kinder bekommen haben -. und siehe da: es wirkte !
bei gesunden bewirken medis genau das gegenteil, woran kids auch beim älter werden merken, dass die dosis umgestellt werden muss. vieles wächst sich mit der pubertät raus - im wahrsten sinne des wortes !

so wars bei meiner stieftochter, die allerdings zwar "unertäglich" war, aber nicht im entferntesten so heftig reagierte, wie dein sohn.

ich bin kein freund von medis, aber bei dem, was du schilderst, skeptisch, ob das ohne und nur mit therapie und konsequentem erziehen geht.

letzteres ist allerdings das ah und oh. ad(h)s kids brauchen sehr klare und gradlinige tagesstrukturen, und mit inkonsequenz bringt man das arme kind völlig durcheinander.

ps. schimpft nicht mit ihm! er kann nichts dafür und sich meist nichtmal erinnern, was er alles gesagt und getan hat. ( das weiß ich von einem jungen mann, der ganz offen erzählte, welche probs er mit adhs hatte und welche er heute noch hat und was ihm seine eltern, geschwister, lehrer, freunde aus seiner schlimmsten zeit berichteten.

das wort " unbeschulbar" sollte bei euch alarmstufe rot auslösen - besonders, weil sehr viele adhs-ler über einen mehr als durchschnittlichen intelligenzquotienten verfügen, d.h. eigentlich besonders inteligent sind

lg und viel glück
 
Ich würde mir einen Termin beim Psychiater holen und ihn körperlich komplett durchchecken lassen mit EEG und allem was dazu gehört. Mir ist aufgefallen das er schon vor der Schule lesen und rechnen konnte. Vielleicht ist er auch hochbegabt und fühlt sich unterfordert. Es kann so vieles sein. Wir können nur spekulieren. Such dir einen guten Arzt, in Großstädten gibt es auch ganze Kliniken für Kinderpsychiatrie. Dort seit ihr an der richtigen Adresse.
 
kann es sein damit er körperlich einfach net ausgelastet ist?
wie wäre noch ein 2ter sport den für ihn ?
 
Da er sich unterschiedlich verhält bei unterschiedlichen Personen, kann er sich wohl doch besser kontrollieren, als er selbst weiß. Er muss sich die Ausraster abgewöhnen. Vielleicht hilft es ihm, wenn er mit Euch darüber spricht, was genau ihn so wütend macht, dann könnt ihr überlegen,was er das nächste Mal anders machen kann.

Ich würde Euch raten, sehr viel strenger zu sein. Im Moment weiß er, dass Du zumindest Verständnis für seine Ausraster hast, so kann er sie selbst an sich auch gut akzeptieren. Aber Du darfst kein Verständnis dafür zeigen!!! Wie Du schon sagst, es wird immer schlimmer.´
Also da ansetzen, wo es wehtut: Fußball spielen und sehen verboten.- Nicht bis nächste Woche, sondern mit jedem Ausraster eine Woche mehr. Und dann bei einem Tag, der gut gelaufen ist: Fußball gucken, bei zwei Tagen: darf er auch spielen. Und wenn das klappt, muss er drei und dann immer mehr Tage schaffen.
Und dann Konsequent: Wer über das Essen meckert, bekommt nichts oder einen Apfel, der allein gegessen werden darf, wenn alle anderen fertig sind.
Wenn er nicht Zähneputzen will: Zahnarzttermin, dann kann der Zahnarzt im sagen, wie seine Zähne faulen werden. Dann kannst Du abends sagen: Dann bekommst Du halt Gammelzähne. Aber Süßigkeiten, Schoki, Bonbons, Eis, Joghurt, Pudding, Kekse, Kuchen, gibt es dann von uns nicht mehr.

Dein Sohn ist offenbar sehr intelligent und hat einen starken Willen. Das bedeutet für Euch, dass ihr sehr wenige, aber sehr klare Grenzen setzen müsst, diese gut begründen müsst und immer durchsetzen. Und wenn das heißt, das alle Vergünstigungen, jede Taxifahrt, jeder Sportkurs, jedes Familienereignis wie gemeinsam essen, spielen, spazierengehen gestrichen wird.
Und wichtig: Kleine Fortschritte loben!

Ihr dürft kein Verständnis zeigen dafür, dass ihm die Sicherung durchbrennt. Ihr seid die Eltern. Wenn Ihr es ihm nicht abgewöhnt, dauert es nur noch wenige Jahre, bis es bei seinen Ausrastern Verletzte gibt.

Ich habe meinem Sohn in dem Alter auseinander gesetzt, dass ich ihn immer sehr lieb gehabt habe, dass ich aber niemals jemanden ohne Einschränkung lieben kann, der gewalttätig ist. Ich habe gesagt, dass ich alle in unserer Familie liebe und jeden hassen muss, der versucht, meinen Lieben etwas zu tun. Das ich Gewalt verabscheue und Menschen ganz gefährlich finden, die gewalttätig sind und dass ich mit solchen Menschen nichts zu tun haben will.

Uneingeschränkt geliebt werden nur ganz kleine Kinder. Jeder andere muss sich Liebe verdienen. Wenn ich meinen Mann runtermache, habe ich kein Recht, dafür geliebt zu werden. Wenn ich mein Kind schlage, kann ich nicht annehmen, das es mich liebt. Und wenn ich meinem Kind nicht klar mache, dass man nur geliebt wird, wenn man sich auch liebenswert benimmt, wird mein Kind vielleicht ein Mensch, der als Erwachsener nicht versteht, wenn keiner Verständnis für seine Ausbrüche hat.

Es gibt Regeln, an die sich Kinder halten müssen. Es gibt Kinder, denen das leicht fällt. Es gibt Kinder, die pfiffig und selbstbewusst sind und denen man Regeln sehr deutlich machen muss, weil sie sonst die ganze Zeit damit zugange sind, zu sehen, wie weit sich die eine oder andere Regel noch verschieben lässt, wie weit sie gehen können. In dieser Zeit haben sie für eine gesunde Entwicklung keine Zeit.

Ich bin nicht für Dressur! Kein Kind muss MEINE Befehle befolgen. Aber ich bestehe darauf, dass sich alle in der Familie sozial verträglich benehmen. Das Zusammenleben gibt also die Regeln vor. Ich halte mich an diese Regeln und erwarte das von meinen Kindern auch. Dazu gehört auch, dass hier keiner rumschreit oder ausrastet. Ich nicht, mein Partner nicht, die Kinder nicht. Wer kurz vorm platzen ist, geht raus, in sein Zimmer oder läuft ´ne Runde um den Block. Im Streit wird gar nichts diskutiert oder geklärt, jedes Gespräch wird so lange vertagt, bis alle wieder ruhig sind und in Ruhe alles besprochen werden kann.

Alles Gute mit Deinem Sohn! Bezieh ihn mit ein, er ist dafür schon alt genug! Wie wollt ihr zusammenleben? Wie kann das weitergehen? Ihr möchtet gern mit ihm zusammen wohnen, aber so macht Euch das keinen Spaß mehr. Was sagt er dazu, wie könnt ihr ihm helfen?
 
Klingt für mich nach Asperger.Syndrom, welches auch vielen Psychologen nicht wirklich bekannt ist.
Bei z.B. Wikipedia steht ein ausführlicher Artikel darüber.
 
Hallo Coraliese, ich bin zwar etwas spät dran, aber ich versuche trotzdem mein Glück und hoffe daß du es ließt.
Ich haben beim lesen nur noch geweint,weil es auch unseren Sohn fast 1🤐 beschreibt und auch deine bzw eure Reaktionen und Handlungen (als hätte ich in meinem Tagebuch gelesen).Nur bin ich bereits am Ende und habe keine Kraft mehr dagegen anzukämpfen. Ich merke das ich meinem Sohn nicht mehr helfen kann. Mir wäre es sehr wichtig zu erfahren wie es bei euch weitergehen ist und wie es euch mittlerweile geht? Wäre es möglich privat zu schreiben, da ich noch sehr wichtige Fragen habe. Ich hoffe sehr das du meine Nachricht bekommst. LG Mabi
 
mein Enkel lebt bei Pflegeeltern und kommt zu mir alle 14 Tage und in den Ferien ich bin die Oma seit letzter Zeit ist er sehr aggressiv er äußerte sich auch schon dass er nicht bei den Pflegeeltern leben möchte nur bei mir bei der Oma ich kann ihn leider nicht aufnehmen ich bin lungenkrank die letzte Zeit ist er zu mir sehr aggressiv was kann man da tun wie hält man die Nerven zusammen wir können ganz schön provozieren ist aber ein sehr lieber Junge nur die letzte Zeit sehr sehr aggressiv wenn ihm was nicht gelingt dann schreit er loswas kann ich tun
 
Mit ziemlicher Sicherheit kannst du davon ausgehen, dass es sich hierbei um Asperger-Syndrom handelt. Auch die Tatsache, dass er Mathe mag, ziemlich gut rechnen kann und schon früh viele Fähigkeiten vor der Grundschule meistert, passt gut dazu.

Bei einem "Meltdown" ist das Gehirn eines Asperger's überladen. Ein Erwachsener Asperger zieht sich evtl zurück oder entwickelt eher unauffällige Strategien und Rituale, um die Reizüberflutung von außen zu stoppen. Ein Kind hat davon noch nichts gelernt und weint, schreit und versucht mit aller "Gewalt", sich dem Problem zu entziehen. Reizüberflutung verursacht ihm physische Schmerzen.

Helfen und Vorbeugen kann man mit viel Ruhe, dem Kind morgens und abends immer einen gleichen Ablauf bieten, nicht zu viel auf einmal ändern und aber am Besten ihm auch erklären, dass er nicht wirklich etwas dafür kann. Viele Asperger entwickeln eventuell lebenslange Schuldgefühle für ihre mangelnde Selbstkontrolle, obwohl sie eben nichts dafür können, weil entwickluingsbedingt der Filter im Gehirn zu schwach ist. Reize, die andere Leute ausblenden, verursachen extrem viele Verästelungen zwischen den Synapsen im Gehirn eines Aspergers.

Auf jeden Fall solltest du versuchen, dich weiter zu dem Thema zu informieren und eine Diagnose zu bekommen. Asperger kann man nicht wegtherapieren, es ist meiner Meinung nach auch keine wirkliche Krankheit. Wenn man ihn früh genug fördert und seine Lage versteht, wird er sich wieder beruhigen, damit umgehen lernen und Asperger gehören zu den klügsten Menschen auf der Welt, viele Professoren und berühmte Wissenschaftler waren Asperger 🙂
 
Hey,
Vorweg: ich habe zwar kein Kind in genau dem alter aber sowohl unter- als auch Überforderung können natürlich der Grund sein, beides ist für Kinder ziemlich grausam und kann zu gravierenden auch psychischen Problemen führen. Habt ihr das mal beim Psychologen angesprochen? Der wird euch da ja was zu sagen können, nachfragen was damit ist kostet ja nichts wenn ihr sowieso da seid.
Ansonsten ist noch die Möglichkeit, dass er das Verhalten evtl. wirklich irgendwo gelernt hat? Müsst ja nicht ihr als Familie sein, aber er ist ja nunmal auch in der Schule und von mehr Menschen als nur Mama und Papa umgeben...
Hier: Kindliche Grausamkeit oder Mangel an Aufmerksamkeit?
Jetzt nicht als Angriff werten, ihr seid schließlich sehr bemüht aber vielleicht hat er auch irgendeinen Umgang der ihm nicht gut tut und von dem er nichts erzählt?
Daumen gedrückt und hoffentlich hats geholfen!
 
Hallo Coraliese, Dein Beitrag ist schon mehrere Jahre alt. Ich weiß nicht, ob ich Dich über dieses Forum noch erreichen kann. Es interessiert mich sehr, wie es sich mit Deinem Sohn weiterentwickelt hat. Ich habe mit meinem Sohn ein vergleichbares Problem und weiß auch nicht mehr weiter. LG, Riakiesel
 

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