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Mein Sohn ist Alkohol- krank

Meine Lieben,
Ich gebe euch alle Recht - aber wenn ihr an der Stelle unserer TE wärt - könntet ihr da auch so handeln?

Vom Kopf her weiß ich, dass man in diesen Situationen so handeln sollte - aber ich würde dabei selbst zu Grunde gehen.
Ich habe mich aber in die Situation der TE versetzt....
Ich habe nur eine Tochter und egal was wäre, ich könnte sie nie fallen lassen.

Hilflos daneben stehen, wenn ein Kind sich zu Grunde richtet und nicht helfen können - bow das wäre Folter für mich, ich würde verrückt werden.

Ja, Du hast Recht, es ist die pure Hölle. Aber was willst Du mache, wenn Du keine andere Mölichkeit hast. Ich kämpfe seit 6 Jahren gegen Windmühlen und muss ihn loslassen. :wein: Es ist jeden Tag ein Kampf aufs neue. Wenn ich diesen Kampf nicht kämpfen würde, würde ich vollens untergehen und meinem Sohn helfe ich damit nicht.

Das kann nur jemand nachvollziehen, der schon mal in so einer Situation war. In der ersten Zeit habe ich auch gedacht, meine Unterstützung würde ihm helfen, aber ich musste mich eines Besseren belehren lassen.

Die einzige Hilfe in so einer Situation ist Hilfe durch Nichthilfe. Sie müssen wohl erst ganz unten ankommen, um sich dann selbst aus dem Sumpf zu ziehen. Mein Sohn ist auf dem besten Wege, ganz unten zu landen, weil er nicht einsieht, dass er professionelle Hilfe braucht. ER HAT KEIN PROBLEM. Ich weiß nicht, wo wir uns in ein paar Jahren wiederfinden😕

Liebe Muschelsammlerin, du MUSST ihn seinen Weg gehen lassen, um Dich zu schützen.

:kuss: fühl Dich gedrückt

LG Leuchtfeuer
 
Zuletzt bearbeitet:
Das ist sehr schwer für eine Mutter. Habe selbst Kinder und weiß, welche Sorgen sie einem machen können. Zureden hilft oft nichts. Ganz besonders wenn Sucht im Spiel ist, kann man mit Drohen,Vorhaltungen und Tränen nichts erreichen. Solche Menschen müssen mindestens mit sich selbst ans Ende kommen um eine Änderung überhaupt zu wollen. Es ist schwer, da zuzusehen,ohne etwas tun zu können. Mich lehrt es beten. Finanziell würde ich ihn nicht mehr unterstützen. Er muss selbst zu der Erkenntnis kommen, dass er Hilfe braucht.
 
Danke Euch allen für die vielen netten hilfreichen und weniger hilfreichen Antworten.
Es ist leicht zum "Fallen-lassen" zu raten, wenn man selbst keine Mutter mit einem alkoholkranken Sohn ist und solch eine folgenreiche Entscheidung fällen soll. Mutterliebe ist ein sehr starkes Gefühl, ich glaube das stärkste überhaupt. Das es nicht immer gut ist, wenn man vor Liebe blind ist, weiß man ja allgemein....nur diese Gefühle schalten den Verstand leider oft ab.

Ich bin total konfus gerade....einerseits sehe ich ja, dass er Hilfe braucht und jemanden, der zu ihm hält und außer mir gibts da keinen....andererseits habe ich das Vertrauen verloren.
Heute war er zum Wäsche waschen hier bei mir und hat beteuert, dass er seit Wochen keinen Alkohol mehr angerührt hat.....ich habe das angezweifelt und da meinte er, ich würde nicht an ihn glauben und das mache ihn sehr traurig. Ich habe keine Ahnung, ob er die Wahrheit sagt....aber er schaute mir so offen ins Gesicht dabei.....ich bin unsicher, was ich denken soll. Bei dem eigenen Kind ist man wohl irgendwie blind und kann nicht objektiv urteilen.
Er sagte auch, dass er sehr viel lernt (für die Prüfung) und sich dazu in die Bibliothek setzt, um nicht abgelenkt zu werden. Auch das muss ich glauben oder eben nicht. Nur ....ich weiß nicht mehr, was ich glauben soll.
Ich möchte das so gerne glauben......aber er hat mich zu oft angelogen.
Euren Rat, zu einer Selbsthilfegruppe zu gehen, werde ich wohl beherzigen, da ich alleine damit nicht mehr klarkomme. Ich bin so durcheinander gerade und mir geht es damit sehr schlecht.
Ich war über ein Jahr in Therapie wegen schwerer Depressionen, jetzt habe ich das Gefühl, ich falle wieder in dieses dunkle Loch.
 
Samade: Deine Ausdrucksweise finde ich regelrecht aggressiv.
Du scheinst mich und meinen Sohn ja sehr gut zu kennen und urteilst uns sehr hart ab. Das empfinde ich beinahe als Beleidigung.
Ich möchte Dich bitten, hier in meinem Thread nichts mehr zu posten!
Danke!

Ich habe bereits Kontakt mit einer Selbsthilfegruppe aufgenommen und werde da demnächst auch hingehen.
Danke an alle anderen für Eure Beiträge!
 
[....]

Muschelsammlerin hat sich hier um Hilfe bemüht. Und wer von außen, ohne jetzt direkt selbst in der Situation zu sein, Ratschläge gibt, vergisst, dass er das relativ nüchtern und klar vom Kopf und Herz tun kann. Jedoch ist es für unmittelbar Betroffene (auch Co-Abhängige) mehr als nur ein Kraftakt, das in den eigenen Kopf zu bekommen. Der klare Menschenverstand handelt anders als Herz und Gefühl. Solche Menschen sind oft über Jahre hinweg in ein Leben hineingerutscht, das sie sich sicherlich nicht gewünscht haben, und das anfangs in ihrer Tragweite gar nicht zu erkennen war. Alkoholismus ist nicht plötzlich da, es ist eine schleichende Krankheit.
Es ist einfach natürlich, einem Kranken zu helfen. Erst hat der Alkoholkranke nur den einen oder anderen Ausrutscher, irgendwann, über die Monate und Jahre dann, wird der Ausrutscher zur Regel. Es gibt in Deutschland Millionen Alkoholabhängige ... denn das meiste dieser Krankheit spielt sich hinter geschlossenen Türen ab ... in der Familie. Und es gehört leider immer noch viel zu oft zum guten Ton, anzustoßen, mal hier ein Glas Sekt, mal da ein Schnäpperken ... und wer sagt, oh, ich trinke keinen Alkohol ... na, kann man da denn lustig sein und richtig feiern ... hab ich selbst oft genug erlebt.
Muschelsammlerin, Du bist über die Zeit immer mehr zermürbt in Deinem Bemühen, bist ratlos, bist machtlos.
Doch es ist ein enormer Schritt, vom bisherigen normalen Helfen, das ja dieser Co–Alkoholismus ist, zum Fallenlassen zu gelangen. Erfahrungsgemäß ist es so, dass jeder Alkoholiker so lange trinkt, bis er seinen eigenen Tiefpunkt erreicht hat. Aber er wird auch geliebt, von einer Partnerin, von den eltern, von den Kindern ... und das macht alles doppelt schwer. Da spielen Schuldgefühle und Verantwortungsbewusstsein eine Rolle, der Wille, es zu schaffen, dem Alkoholkranken zu helfen ... natürlich fast immer ohne Aussicht auf Erfolg. Und bis man zu dieser Einsicht kommt, das geht nicht von gleich auf jetzt. Und auch nicht, indem man dem "vermeintlich Helfenden" mit dem Holzhammer beikommt.
Liebe Muschelsammlerin, Du bist auf dem richtigen Wege. Es ist ein harter und schwerer Weg auch für Dich, halte Durch. Es geht auch um Dich. Alles Gute für Euch beide.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin auch erstaunt, wie du hier angegangen wirst.

Es wird ja schon richtig aggressiv reagiert, weil du deinen Sohn nicht auf der Stelle fallen lässt und nicht genau das machst, was ein neunmalkluger User verlangt.

Als Außenstehende, die nicht betroffen sind, lassen sich leicht kluge Ratschläge geben.

Es läuft ja keiner in deinen Schuhen. Du würdest dir nur noch mehr Gedanken machen, wenn du den Kontakt radikal abbrichst.

Ich hatte einen drogenabhängigen Cousin. Seine Eltern haben ihn fallenlassen. Er hat sich vor einen Zug geworfen. Sie quälen sich seit 30 Jahren mit Selbstvorwürfen.

Es ist eine gute Idee, dich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen. Der Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffen wird dir helfen.

Ich wünsche dir und deinem Sohn alles Gute.
 
Es ist schön zu lesen, dass es hier Menschen gibt, die nachvollziehen können, in welchem Dilemma ich stecke. Mir ist klar, dass ich meinen Sohn in gewisser Weise loslassen muss....Ich habe ja in den letzten Jahren mein Verhalten schon sehr geändert, nur meine Gedanken lassen mich nicht zur Ruhe kommen.
Ich möchte auch noch einige Anmerkungen machen:
Mein Sohn ist kein Einzelkind, er hat eine jüngere Schwester, die fleißig,ehrgeizig und tough ist.....verwöhnt habe ich sie als Kind genauso.
Mir ging es hier in erster Linie um den Umstand, dass ich psychisch total fertig bin und es nicht schaffe, mich emotional abzugrenzen. Ich hatte mir Tipps erhofft, mehr bei mir und meinem Leben zu bleiben, als immer nur an die Probleme meines Sohnes zu denken....das hilft ihm ja nicht und mich zieht es total herunter.
Aber da muss ich wohl selbst einen Weg finden.

Ich danke Euch sehr!
 
Mir ging es hier in erster Linie um den Umstand, dass ich psychisch total fertig bin und es nicht schaffe, mich emotional abzugrenzen. Ich hatte mir Tipps erhofft, mehr bei mir und meinem Leben zu bleiben, als immer nur an die Probleme meines Sohnes zu denken....das hilft ihm ja nicht und mich zieht es total herunter.
Aber da muss ich wohl selbst einen Weg finden.

Hallo,
wenn Du Dir die Beiträge noch einmal durchliest, wirst Du feststellen, das Du einige Tips bekommen hast, wie Du Deine Situaton vielleicht etwas entschäfen kannst.

LG Leuchtfeuer
 

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