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Mein Leiden

G

Gast

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Schon seit der Grundschule wurde ich gemobbt. Ich wurde von der Turnhalle auf dem Weg zum Schulgebäude abgepasst und festgehalten, es wurden Zettel verteilt, in der ganzen Schule. Zettel auf denen Szenen geschildert wurden, in denen ich es angeblich mit meinem damals besten freund "treibe", der sich daraufhin von mir distanzierte. Ich kann es ihm nicht verübeln. Was die Lehrer getan haben? Ein fast 5 Minütiges Gespräch zustande bringen. Nur die Hälfte der Beteiligten Mobber in einem Raum mit mir. Sie sollten sich entschuldigen. Aber wurde es nach dem gemurmelten "tschuldigung" besser? Nein, wurde es nicht.

In der 5. Klasse ging der Spaß weiter. Ich weis nicht wieso. Ich war anders als die anderen Mädchen. Ich kam als einzige nicht aus der Stadt, sondern aus einem Dorf. Da schminkt man sich halt nicht und takelt sich nicht auf.

Erst nannten sie mich Gespenst, aufgrund meiner Blässe. Damit allein hätte ich noch leben können.
In der Pause und an der Bushaltestelle kamen die Jungen und schlugen mir auf den Hintern. An einem Tag, nach Schulschluss habe ich versucht mich zu wehren. Habe den Turnbeutel geschwenkt um sie von mir fern zu halten. Ich habe niemanden damit getroffen. Sie hörten auf und ich lief aufatmend zu den Sitzplätzen. Dann spürte ich einen Schlag von hinten. Ich lag am Boden und bekam keine Luft. Um mich herum lachten alle.

Eine Frau, die von ihrem Auto aus alles beobachtet hatte, stieg aus um mir zu helfen. Sie wies die um mich stehenden Kinder an sich zu entschuldigen. Daraufhin wurde sie beschimpft. Sie machten Fotos mit ihrem Handy vom Auto der netten Frau und drohten ihr.

Am nächsten Tag kam unser Direktor in unsere Klasse. Er erklärte die Frau vom Vortag habe sich bei ihm über einige Jungen beschwert. Die Jungen erhoben die Stimme. Sie meinten ich sei Schuld. Ich hätte sie mit dem Turnbeutel geschlagen und sie hätten sich nur gewehrt. Das alles wäre ein großes Missverständnis.
Wie gerne hätte ich auch etwas dazu gesagt. Aber ich saß nur geduckt auf meinem Stuhl. Total verängstigt und den Tränen nahe. Meine Version der Geschichte hat sich niemand angehört.

In der 8. Klasse hatten gingen wir auf einen Ausflug. Nicht weit weg, nur um die Stadt anzusehen. Da gab es schon einige Sehenswürdigkeiten. Das richtig fiese Mobbing hatte mittlerweile nachgelassen. In die Klasse intigriert war ich deshalb nicht. Das konnte ich auch nicht mehr.
Die Lehrerin wollte in Foto schießen, also stellten wir uns einigermaßen geordnet nebeneinander, hintereinander und voreinander auf. Kurz bevor der Foto aufblitze, stellte sich ein Junge vor mich, um mich zu verdecken. Auf dem Foto sieht es jetzt aus, als wäre ich nie da gewesen.

Solches Mobbing gab es immer noch. Ich wurde oft oder meistens wie Luft behandelt, ignoriert. Alle taten systematisch so als wäre ich nicht da. Das führte dazu, das ich immer seltener zur Schule kam. Ich hatte Angst. Angst vorm allein sein, angst vor dem Schmerz. Vielleicht kann das hier irgendjemand nachvollziehen. Eine Situation gab es, da saß ich im Unterricht, gerade als ich wieder 7 Tage gefehlt hatte. Mein damaliger Klassenlehrer war wütend. Das sah man ihm immer schon an wenn er die Klasse betrat. Er hatte wegen mir "doppelten Aufwand". Weil ich nicht da war, musste er eine Klassenarbeit zum nachschreiben für mich vorbereiten. Dann brüllte er mich an. Er brülle so laut das ich zusammenfuhr. Ich war den Tränen nahe. Nur eine Minute später ging ich in den Raum nebenan, um die Arbeit nachzuschreiben. Aber das konnte ich nicht mehr. Sobald ich allein war, weinte ich nur.

Am Ende habe ich mich jede Mittagspause im Klo eingeschlossen um zu weinen. Ich habe angefangen mich selbst zu verletzen. Einmal bin ich im unterricht weinend zusammengebrochen.


Ich bin irgendwann an diesem ganzen Mist zerbrochen. Ich bin unfähig Freundschaften zu schließen und habe vor allem Angst. Wieso musste das sein? Wieso musste ich das die ganze Zeit, so viele Jahre ertragen? Wieso hat mir keiner geholfen? Niemand, kein Lehrer. Wieso war ich die ganze Zeit völlig allein?

Ich schreibe das weil es einfach nicht aus meinem Kopf will. Für manche die das lesen mag es nicht so schlimm klingen, aber für mich war es die Hölle. Noch heute kann ich mich an jede einzelne Situation erinnern, in der ich so leiden musste. Und es waren weit mehr als die, die ich beschrieben habe. Was kann ich tun um endlich damit abzuschließen, um wieder zu Leben und mich nicht nur zu verkriechen?

Weiß jemand Rat? Ich erwarte keine Wunder, aber vielleicht versteh mich jemand und hat einen Weg aus diesem Kreislauf gefunden.
 

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Fidelity

Gast
Hallo Du,


das hat Dich aber übel erwischt, da bekommste von mir nen dicken Kuss.

Das Leben ist übel, für viele, nicht nur für Dich. Sieh die Menschen in den anderen Ländern, wie sie für einen Witz von Lohn, ihren Körper kaputt machen müssen.

Die Menschen sind grausam, feige, rachesüchtig, hochnäsig, ängstlich, blind (seelisch), taub (seelisch), und stumm (seelisch) und...

...so liebevoll Mütter und Väter zu ihren Kindern sind, so grausam können sie auch sein, und die Väter zu ihren Frauen und zu ihren Kindern und die Kinder zurück.

So gesund Menschen in Geist und Seele sein können, so kaputt konnen sie auch sein, denn
der Körper steht extra.

So gibt es auch welche die gut, lieb, nett, verständnisvoll und geduldig sein können.
Das alles ist nicht neu für Dich. Als Klassenopfer hat man es schwer, denn die Gruppendynamik ist groß, Kinder denken nicht so weit, wenn sie sich auf eine Person stürzen.

Sie denken nur: hauptsache ich nicht, bei Erwachsenen in Mobbingfällen ist es ähnlich.
Was bleibt ist der Schaden und den trägst Du allein. Auch wenn sie es evtl. nicht so tödlich böse gemeint haben, wie es aber häufig rüber kommt...

Doch Deine Erlebnisse machen Dich zu etwas besonderem, du wurdest sozusagen "in einem anderen Wasser gekocht" oder aus einem anderem Holz geschnitzt, wenn es nun Kinder gibt die soetwas ebenso erleben-
wie gut kannst Du Sie dann verstehen..

Ich denke, da liegt eine große Chance für Dich. Evtl. hast Du ja auch schon an Deine Zukunft gedacht. Wichtig ist, das man etwas will, was da ist steht auf einem anderem Blatt, aber ohne eigenem Willen und den eigenen Zielen versinkt man in Selbstmitleid und Trauer.


Tschöö
 
G

Gast

Gast
Kann dich voll und ganz verstehn.

Ob man irgendwann richtig "normal" wird kann ich dir nicht sagen, aber Besserung ist möglich. SVV kann ich nicht beurteilen, fand das immer schon dämlich, sry.
Mir gings aber ähnlich und ich kämpfe derzeit mit Depressionen/Phobien deswegen. Beim Psychologen war ich nicht, ich versuchte das alleine zu bewältigen. Naja das war wohl nix. Zwar werd ich weder gemobbt noch sonst irgendwas in der Richtung, dafür hab ich jetzt ständig das Gefühl, dass an mir etwas nicht stimmt. Das ist noch beschissener, wenn man unterwegs sein muss. Deswegen sag ich dir: Geh gleich zum Experten. Ich konnte mich dazu nicht überwinden, machs lieber, sonst gehts dir nocht irgendwann wie mir.

Dass die heutige Gesellschaft anders sein so sehr ablehnt, hat nach meiner Ansicht viel mit ständigen Konkurenzkampf zu tun. Was wiederum seine Ursachen hat, aber ich will hier nicht meine Gesellscahftskritik erläutern.
Das Problem, dass niemand hilft in der Klasse ist , dass die Anderen Angst haben auch in den Fokus von Mobbing zu geraten und Lehrer haben 30+ Schüler in einer Klasse, die ham selbst zu kämpfen, nicht zu verzweifeln.
 

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