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Mein Leben ist gefühlt ein einziger Schicksalsschlag

anon1995

Neues Mitglied
Hallo zusammen,

denkt ihr, dass es Menschen gibt, die einfach kein Glück im Leben haben dürfen? Denn irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich dazu gehöre und dass sich Unglück und Schicksalsschläge wie ein roter Faden durch meine gesamte Existenz ziehen. So habe ich an meinen leiblichen Vater nur eine einzige Erinnerung und diese ist, wie er mich einmal quer über mein Gesicht schlägt. Als ich noch ein Kleinkind war, hat meine Mutter ihn verlassen. Meine Mutter erkrankte als ich 11 Jahre alt war an Leukämie und verstarb schließlich auch daran.

Ich wurde daraufhin von meiner Tante und meinem Onkel als Pflegekind aufgenommen, wo ich jedoch oftmals als das schwarze Schaf der Familie behandelt wurde. Heute weiß ich, dass das daran lag, dass ich eine bis vor kurzem undiagnostizierte ADHS habe und deshalb mit meinem Verhalten oft angeeckt bin. Anstatt das ärztlich abklären zu lassen, hat man lieber versucht, mich mit Drohungen wie "Wenn du dich nicht benehmen kannst, dann rufen wir das Jugendamt und du kommst von hier weg" zu "erziehen". Einmal wurde ich auch ohne Grund und Beweise beschuldigt, Geld gestohlen zu haben und deshalb zwei Wochen wie der letzte Dreck behandelt. Das Geld ist später wieder aufgetaucht, eine Entschuldigung habe ich nie erhalten. Das sind nur zwei Beispiele von vielen Schikanen, die ich erdulden musste. Nach dem Abitur bin ich dann quasi auch sofort ausgezogen.

Ich habe mit zwei sehr guten Freundinnen eine WG gegründet, doch dieses Glück sollte nur von kurzer Dauer sein. Denn innerhalb eines Jahres fanden beide einen Parter und sind mit diesen zusammen gezogen. Was daraufhin folgte, war eine Pechsträhne an neuen Mitbewohnern, die beispielsweise ohne mich zu fragen meine Sachen wegschmissen oder zu den ungünstigsten Zeitpunkten und ohne Vorwarnung ihren Mietvertrag kündigten, etwa während Corona, wo die Suche nach neuen Mitbewohnern quasi unmöglich war.

Während Corona fiel ich dann in ein tiefes Loch, da ungefähr alles, was mein Leben lebenswert gemacht hatte, nicht mehr möglich war. Keine bis kaum kulturelle Veranstaltungen mehr, Freunde treffen nur noch virtuell möglich. Als 2022 die Einschränkungen langsam wieder lockerer wurden, habe ich mich mühsam aus diesem Loch herausgekrallt und konnte ab 2023 ein ziemlich glückliches Leben führen. 2023 war auch das Jahr, in dem ich meinen Partner kennengelernt habe. Wir haben extrem viele Gemeinsamkeiten. Interessen, Hobbies, Ideologien - alles passte perfekt und 2023 und 2024 waren die besten Jahre, die ich seit langem hatte. Ich dachte, dass ich es endlich geschafft habe. Dass ich endlich angekommen bin und etwas von dem Glück gefunden habe, dass normale Menschen selbstverständlich in ihrem Leben haben.

Aber es kam, wie es kommen musste und auch dieser winzige Krümel Glück, denn ich da für mich zusammengekratzt habe, wurde mir wieder entrissen. Denn dann kam 2025, das schlimmste Jahr, das ich seit langem hatte. Angefangen mit teuren Haushaltgeräten, die eines nach dem anderen kaputt gingen, teilweise über Wochen keine Heizung und heißes Wasser und das mitten im Winter, mehrere schwere Erkrankungen bei mir in der Familie, von denen ich teilweise ganz beiläufig an Weihnachten erfahren habe, haben sich unschöne Ereignisse und Schicksalsschläge die Klinke in die Hand gegeben. Als Sahnehäubchen auf dem brennenden Haufen S****, zu dem mein Leben mutiert ist, ist mein Partner vor etwas mehr als einem halben Jahr in eine depressive Episode gerutscht und hat sich extrem von mir zurückgezogen. Von der Nähe und der tiefen Verbindung, die wir so lange hatten, ist kaum noch etwas übrig. Ich bin inzwischen am Ende meiner Kräfte, liege jeden Abend weinend im Bett und frage mich, warum ich nicht einmal das bisschen Glück, das ich da für mich gefunden habe, behalten darf. Warum nach jeder schönen Zeit dann wieder der tiefe Fall kommen muss und immer doppelt und dreifach nachgetreten wird, sodass ich in einem noch tieferen Loch lande, als das, aus dem ich mich so mühsam herausgerarbeitet habe. Warum darf ich nicht einfach ein ruhiges, schönes und glückliches Leben führen, verdammt nochmal?

Ich befinde mich aktuell in Behandlung bei einem Psychologen, der Erfolg hält sich aktuell aber noch in Grenzen. Denn sein "Vetrauen Sie darauf, dass alles wieder gut wird", das er mir regelmäßig vorsäuselt, ist nicht wirklich hilfreich. Denn wie soll ich aktuell daran glauben, dass mein Leben wieder besser laufen wird, wenn es einfach nicht passiert? Wenn sich diese beschissenen Schicksalsschläge wie ein roter Faden durch meine gesamte Existenz ziehen und die schönen Zeiten nie lange halten. Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr. Ich will, dass dieser ewige Albtraum einfach nur aufhört.
 
Ich befinde mich aktuell in Behandlung bei einem Psychologen, der Erfolg hält sich aktuell aber noch in Grenzen. Denn sein "Vetrauen Sie darauf, dass alles wieder gut wird", das er mir regelmäßig vorsäuselt, ist nicht wirklich hilfreich. Denn wie soll ich aktuell daran glauben, dass mein Leben wieder besser laufen wird, wenn es einfach nicht passiert? Wenn sich diese beschissenen Schicksalsschläge wie ein roter Faden durch meine gesamte Existenz ziehen und die schönen Zeiten nie lange halten. Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr. Ich will, dass dieser ewige Albtraum einfach nur aufhört.
Das, was du beschreibst, klingt sehr belastend – und damit bist du nicht allein.

Ich kann gut verstehen, dass so ein Satz wie „Vertrauen Sie darauf, dass alles wieder gut wird“ für dich im Moment eher leer klingt. Wenn sich negative Erfahrungen immer wiederholen, verliert man irgendwann den Zugang zu diesem Vertrauen.

Vielleicht geht es im ersten Schritt auch gar nicht darum, daran zu glauben, dass „alles gut wird“, sondern eher darum, überhaupt kleine stabile Punkte im Alltag zu finden, die ein bisschen Halt geben. Manchmal ist das realistischer und greifbarer als große Versprechen.

Dass du sagst „ich kann nicht mehr“, sollte auf jeden Fall ernst genommen werden. Es ist gut, dass du in Behandlung bist – auch wenn es sich gerade nicht so anfühlt, als würde es helfen. Vielleicht wäre es wichtig, genau diese Zweifel und Frustration auch dort offen anzusprechen.

Du musst da nicht alleine durch, auch wenn es sich gerade so anfühlt.
 
Es tut mir leid, dass es dir so schlecht geht.

Ist dein Partner auch in Behandlung?

Es braucht Geduld, gut , dass du in Behandlung bist.
Die Hilfe, die du dort bekommst, wird sich nicht sofort zeigen.
Vielleicht wird nicht alles wieder gut.
Aber vieles wieder besser.

Leider gibt es im Leben immer Mal wieder Unglück und Schicksalsschläge.
Aber es gibt aber auch Hoffnung und gute Zeiten.
Ich wünsche dir, dass du die Hoffnung wiederfindest!
 
Denn wie soll ich aktuell daran glauben, dass mein Leben wieder besser laufen wird, wenn es einfach nicht passiert? Wenn sich diese beschissenen Schicksalsschläge wie ein roter Faden durch meine gesamte Existenz ziehen und die schönen Zeiten nie lange halten. Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr. Ich will, dass dieser ewige Albtraum einfach nur aufhört.

Wie man sehen kann, ist DEIN roter Faden alles, was nicht gut ist fokussieren und in den Vordergrund legen. Du hast tagtäglich natürlich auch Glück, zb rein die Tatsache, dass du selbstständig gehen kannst, eigenständig die Treppe hochsteigen kannst, keine schwere Erkrankung hast, oder gar blind bist- man nimmt das hin und dankt dafür nicht. Denkt nur, was alles fies ist, sieht nicht, was nicht fies ist- solche Gemüter nennt man Pechvogel, die sich immer fürs Pech interessieren und alles andere negieren.

Du bist nicht alleine, das ist oft so, das ist eher eine Frage des Bewusstmachens, du kannst es ja ändern, dieses Los und brauchst dafür nichts weiter tun, als deine Augen bewusst auf das alles richten, das nicht doof ist. Da schulst du praktisch dein Hirn auf das alles zu achten, es zeigt dir dann diese Dinge, wenn du dich ab nun dafür brennend interessierst.
Du gehst irgendwie deinen Interessen nach- dich interessiert ( du liebst bedeutet das), in S**** zu stochern- zehn wichtige Punkte ( Ohrfeige, Tod, schlechte Manieren von drei Personen, etc all das, was du aufgezählt hast) verderben dein Leben, Millionen Punkte, die nebenher aber nicht mies waren, die zogen unbemerkt vorüber. An diesen Zehn Punkten hälst du fest und darüber redest du, das erzählst du, an diese denkst du... nun wundere dich nicht, wie es dir demnach geht.
 
Wie man sehen kann, ist DEIN roter Faden alles, was nicht gut ist fokussieren und in den Vordergrund legen. Du hast tagtäglich natürlich auch Glück, zb rein die Tatsache, dass du selbstständig gehen kannst, eigenständig die Treppe hochsteigen kannst, keine schwere Erkrankung hast, oder gar blind bist- man nimmt das hin und dankt dafür nicht
Ich verstehe den Gedanken dahinter, aber ich finde, man sollte vorsichtig sein, so zu argumentieren. Nur weil es Menschen gibt, denen es objektiv schlechter geht, macht das die eigenen Gefühle nicht weniger real oder weniger belastend.

Das sieht man auch am Beispiel von Obdachlosen: Jemand kann froh sein, dass er noch laufen kann – und gleichzeitig trotzdem leiden, Angst haben oder verzweifelt sein. Das eine schließt das andere nicht aus.

Dankbarkeit kann helfen, aber sie ersetzt nicht die Auseinandersetzung mit dem, was schwer ist. Beides darf nebeneinander existieren.
 
Therapeuten, die zu toxischer Positivität neigen, würde ich meiden oder zumindest hinterfragen. Wenn man schon viel erlebt hat, weiß man, dass nicht einfach alles wieder gut wird. Niemand zieht den Karren aus dem Dreck für dich und du weißt es. Gibt es irgendetwas, was dich noch irgendwie trösten kann oder zumindest kurz Spaß macht? Irgendeine Ablenkung?
 
Ich kann nachfühlen, dass es dir nicht gut geht nach deinen Erfahrungen, wobei ich allerdings glaube, dass insbesondere die Erlebnisse in deiner Kindheit maßgeblich dafür sind, wie du dann auch die späteren Erfahrungen wahrgenommen hast.

Über die Familie erfährt und lernt man i. d. R. Stabilität, Bindung, Sicherheit und ein gewisses Urvertrauen, so dass man spätere Herausforderungen, die ja jedem von uns widerfahren, recht gut "wegstecken" kann. Dass dein Vater dich nicht gut behandelt hat, deine Mutter früh verstorben ist, waren ganz sicher sehr unglückliche und prägende Erfahrungen. Es ist bedauerlich und auch wirklich traurig, dass deine anderen Angehörigen hier nicht angesetzt und versucht haben zu kompensieren und dich auzufangen. Dich sogar im Gegenteil noch regelrecht schlecht behandelt haben. Sie haben es versäumt, dir gutes Rüstzeug für dein Leben mitzugeben.

Die Erfahrungen, die du dann mit WG- Mitbewohnern, aber auch Beziehungen gemacht hast, sind hingegen alltägliche Herausforderungen, so wie sie ein jeder im Leben wuppen muss. Nicht schön, aber i. d. R. bewältigbar. Wenn du dir das bewusst machen könntest, dass das eine andere Qualität von Unglück ist, könnte das schon ein erster Schritt sein zu erkennen, dass dein Leben in dieser Zeit zwar auch blöde Phasen hatte, es aber ja auch positive Zeiten gab. Z. B. als ihr die WG gegründet habt oder du auch schöne Zeiten in deiner Partnerschaft erlebt hast. Dass beides nicht gut endete macht es nicht weniger ärgerlich, aber das Leben ist nun mal nicht immer nur eitel Sonnenschein. Solche Herausforderungen kann man aber wuppen oder zu wuppen lernen, ohne daran zu verzweifeln oder gar zugrunde zu gehen.

Wie dein Leben weiterverläuft kann dir hier niemand sagen. Das heißt aber auch, dass es durchaus möglich ist, dass du bald (d)ein großes Glück findest, das deinem Leben eine andauernde positive Wendung gibt. Ich bin sogar überzeugt davon, dass du selber ein Stückweit Einfluss darauf nehmen kannst, ob dein Leben gut oder schlecht weiterverläuft, dass du dafür etwas tun kannst, indem du an deiner Einstellung arbeitest. Hast du schon mal von self fulfilling prophecy gehört? Tatsächlich ist das ein wissenschaftlich belegtes Phänomen, das eine anfängliche Erwartung beschreibt – positiv oder negativ – die durch das eigene Verhalten Wirklichkeit wird, indem man unbewusst Bedingungen schafft, die diese Erwartung bestätigen. Wenn du dir das bewusst machst, könntest du nämlich auch ganz gezielt positive Bedingungen schaffen und dein Leben in ebenso positiveres Fahrwasser steuern. Du bist deinem Leben nicht hilflos ausgeliefert; Leben passiert dir nicht, du kannst es gestalten.

Vielleicht magst du dich ja mal mit positiver Psychologie befassen? Das ist eine noch recht junge Disziplin, die erforscht, welche Kriterien für ein gelingendes Leben eine Rolle spielen. Ich empfehle immer sehr gerne dieses Buch hier. Bekommst du sicherlich auch gebraucht. Ich könnte mir gut vorstellen, dass du hierüber gute Impulse bekommst.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen,

denkt ihr, dass es Menschen gibt, die einfach kein Glück im Leben haben dürfen? Denn irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich dazu gehöre und dass sich Unglück und Schicksalsschläge wie ein roter Faden durch meine gesamte Existenz ziehen.

Nein, das denke ich nicht. Ich denke, dass es Menschen mit einer zutiefst negativen Grundeinstellung gibt und dass du einer davon bist.

Es geht mir nicht darum, dein Leid kleinzureden. Es ist Leid, du leidest.

Allerdings:

Haushaltsgeräte, die kaputtgehen, sind wohl kaum "Schicksalsschläge", oder?

ADHS ist eine unschöne Sache. Meinst du denn, anderer Leute haben keine unschönen Sachen und sind alle immer gesund?

Und diese Pandemie, die gab es für jeden. Jeder hatte dieselben Einschränkungen wie du.

Beschäftige dich mal ein wenig mit positiver Psychologie. Auf mich wirkt es so, als würdest du gezielt Negatives rauspicken aus allem, was einem im Leben halt einfach so widerfährt.
 

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