Hallo Christly,
ich lese deinen Beitrag seit Anfang mit, aber tu mich einfach sehr schwer mit der Frage, wie man damit zurecht kommt, irgendwann kein Tier mehr zu haben. Ich kann es mir schlichtweg nicht vorstellen und wenn ich ehrlich bin, ich habe bei keinem älteren Mensch, der sich von seinem Tier trennen musste oder beschloss, kein neues Tier mehr aufzunehmen, erlebt, dass es einfach war. Der Verlust oder die Entscheidung ist immer schmerzhaft und wohl auch dauerhaft schmerzhaft, bis man sich irgendwann daran gewöhnt. Wenn man sich daran gewöhnt...+
Es wird das Grauen pur sein, Pudelchen, denn ich war nie ohne Tiere, solange ich denken kann, aber dennoch muss man irgendwann eine solche Entscheidung treffen, wenn man alt wird und komplett allein lebt und auf sich gestellt ist.
Die erste Entscheidug dieser Art musste ich schon treffen vor einigen Jahren, als mein Katerle starb.
Ich habe mein Leben lang Katzen gehabt und konnte mir nicht vorstellen, jemals ohne solche Fellnasen zu leben.
Doch es war und ist nur vernünftig, nun zu sagen: Nein, es geht nun nicht mehr.
Mein Gesundheitszustand, das Älterwerden Bobbys, meine jetzige obstruse Wohnsituation - das alles hat dann meine Entscheidung geklärt: Keine Katze mehr.
Und so wird es auch nach Bobbys Tod, von dem ich natürlich hoffe, dass das noch ein bisschen dauern wird, aber allein Gott weiß..., sein: Es wird keinen weiteren Hund mehr geben in meinem Leben.
Bei meiner Arbeit im Tierheim sehe ich diese Hunde und Katzen, die abgegeben werden, weil ihre Besitzer sterben, sich aus gesundheitlichen Gründen nicht weiter kümmern können, oder sich trennen müssen, weil ihre Tiere nicht mit ins Alten- oder Pflegeheim dürfen.
Ältere Menschen lieben ihre Tiere oft über alles und das merkt man den Tieren auch an und genau das macht den Tierheimaufenthalt dann so schlimm für sie. Ein ungeliebtes, vernachlässigtes Tier kann im Tierheim aufblühen, aber ein Tier, dass es vorher so richtig gut und schön hatte und sich dann im Tierheim wieder findet ... das ist schlimm.
Da kann man als Tierheim oder auch als Gassigänger oder Besucher bei den Katzen alles tun, was nur irgendwie möglich ist und kann doch dieses Zuhause und die Liebe nie ersetzen.
Ich muss aber auch dazu sagen, dass diese Tiere so viel Vertrauen, oft grenzenloses Vertrauen, mitbringen und das macht es ihnen oft leicht, neuen/anderen Leuten zu vertrauen. Sie begegnen auch neuen Menschen gegenüber vertrauensvoll. Eine nachhaltig negative Auswirkung in Bezug aufs Vertrauen habe ich bei diesen Tiere zum Glück nie erlebt - was aber meiner Meinung nach daran liegt, dass sie zuvor so viele gute Erfahrungen sammeln konnten.
Das macht die Gesamtsituation aber nur minimal besser, da es nichts daran ändert, dass die Tiere ihre Menschen, ihr Zuhause, ihre bisherige Welt verloren haben.
Ich würde es für meine Tiere nicht wollen.