Tja, das Problem kenne ich auch. Vor ein paar Jahren steckte ich in einer Beziehung fest, in der meine damalige Partnerin nicht mit mir schlafen wollte. Sie erfand immer neue Gründe und/ oder Ausreden warum ausgerechnet heute ein schlechter Tag für Sex sei, hielt mich auf die Art monatelang hin, und begann irgendwann sogar mich zu beleidigen, wenn ich es wagte sie mal verführen zu wollen.
Aufgrund ihres wirklich üblen Verhaltens und ihrer Äußerungen mir gegenüber (nicht NUR in sexueller Hinsicht, aber eben doch oft genug dort, weil sie merkte dass es mich traf, wenn sie mich aufgrund meines Begehrens ihrer Person fertigmachen konnte) suchte ich einen Sexualtherapeuten auf, der mir half die zugrundeliegende Dynamik zu verstehen und aufzuarbeiten.
Prinzipiell habe ich daraus mehrere Dinge mitgenommen:
Es ist okay, wenn der Partner den Sex verweigert. Beziehungen sind zwar sexuelle Konstrukte, aber wie bei allen Dingen unterliegt auch das einer gewissen Schwankungsquote. Als Partner sollte man nicht der reine Erfüllungsgehilfe der Sexualität des jeweils Anderen sein, oder sich dazu machen lassen.
Allerdings sollte man das ehrlicherweise auch in der Form kommunizieren, und gegebenenfalls an dieser Stelle dem Partner Zugeständnisse erlauben, damit in der Beziehung keine Gratifikationskrisen entstehen. Es ist doch eher selten, dass beide Partner die selbe Libidoausprägung und/ oder Vorlieben besitzen.
Heißt im Klartext: Habe ich als Partner Lust, aber mein Gegenüber nicht, muss ich das anstandslos akzeptieren. Habe ich vice versa dauerhaft keine Lust, oder fühle mich unter Druck gesetzt, bin ich verpflichtet meinem Partner das aus Gründen der Fairness mitzuteilen.
Immer nur abzublocken, abzuwiegeln und zu vertrösten, führt unweigerlich zu Beziehungsfrust. Man muss sich also die Bedürfnisdiskrepanz irgendwie erträglich gestalten. (Natürlich ist das nicht zwangsläufig mit Erfolg verbunden, aber es kann helfen, doch am Ende einen gemeinsamen Nenner zu finden).
Oftmals scheitert so etwas einfach an der mangelnden ehrlichen Kommunikation zwischen beiden Partnern. Natürlich hat dein Freund, liebe TE, das Recht müde und kaputt zu sein. Aber du hast auch das Recht deine Sexualität auszuleben. Das ist dann ein Dilemma.
Im Zweifel bleibt dann nur die Trennung, wenn er sich darauf festlegt, dass er eben dauerhaft nicht möchte. Du kannst ihn ja schlecht dazu zwingen. Oder ihr vereinbart eine offene Beziehung, wobei ich die Erfahrung gemacht habe, dass so etwas eigentlich immmer schiefgeht.
So oder so, ihr solltet mal wirklich ehrlich miteinander reden um diesen Kreislauf aus Abweisung, Frust und Druck zu unterbrechen. Ggfs. mit Hilfe eines Sexualtherapeuten. Wenn er, wie Portion Control, das allerdings ablehnt, ist das auch okay. Du solltest dann eben deine Konsequenz daraus ziehen, denn offensichtlich bist du mit der Situation absolut unglücklich.
Viel Glück!