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Mein Freund ist Drogenabhängig und wir bekommen ein Kind. Ich weiss nicht was ich tun soll

Du erkennst wenn er drauf ist, verlass dich da auf dein Gefühl.

Wenn er da blockt und lügt ist das keine Grundlage für eine Beziehung.

Ist er noch in Therapie ? Hat er Hilfe, habt ihr Hilfe?

Er kann zeigen , wie wichtig ihm das Kind und du seid.

Was genau stört dich, wenn er drauf ist ?

Er steht angeblich auf einer Warteliste für eine Reha. Er ist chronischer Schmerzpatient hat einen unbehandelten Bandscheibenvorfall. Schiebt Termine aber immer auf.

Nein lügen sind keine Grundlage. Die lügen sind auch das was mich am meisten fertig macht. Die lügen sind aber eben auch Teil der Krankheit? Hmm...

Was mich stört ist, dass er einfach so ein wenig verwirrt ist und abwesend. Also Beispiel er fragt mich dann 5 mal obs mir gut geht als würde er die Antwort immer vergessen. Oder er schläft schnell ein im Bett und ist dann nicht richtig bei klarem Verstand.
Er ist freundlich und alles aber eben in diesen Momenten nicht verlässlich.

Ja ich traue meinem Gefühl. Ich wurde ja leider auch bestätigt aber es verwirrt mich trotzdem sehr. Als ich ihn kennengelernt hab war er nüchtern und so habe ich mich auch verliebt.

Ich lasse mich so ungern belügen. Aber ich könnte ihm wahrscheinlich Beweisfotos aushändigen und er würde es noch leugnen.

Er nimmt selten so viel dass er wirklich weg vom Fenster ist. Und regelmäßig auch nicht aber das macht ja keinen großartigen Unterschied.

Meine Familie meint ich soll warten bis die Geburt rum ist und dann mich neu ausrichten mit dem Kind.

Ich bin so wütend... Klar bin ich mit schuld als CO aber hätte ich das in dem Ausmaß gewusst wäre ich nicht mit ihm zusammen gezogen. Irgendwie... Ich verstehe es nicht.
 
Hallo, herzlich Willkommen hier.

Erst einmal: beruhige Dich und denke an das Kind. Das Kind bekommt jeden Stress mit, versuche bitte, das Ganze etwas sacken zu lassen und Dich erstmal ausschließlich auf die Geburt zu konzentrieren.

Und bitte mach Dir keine Vorwürfe. Okay, Du bist co-abhängig, denke ich auch. Aber das kannst Du nach der Geburt angehen.

An Deiner Stelle würde ich nach der Geburt deinem freund ganz ganz klar und deutlich vor die Wahl stellen: entweder er bleibt clean und ihr werdet eine Familie und er wird ein guter Vater - ODER er nimmt weiter Drogen und dann fliegt er aus der Wohnung. Dazwischen gibt es,meiner Meinung nach nichts.

Es geht demnächst nicht mehr nur um Dich, sondern Du musst Dein Kind beschützen. Er mag liebevoll sein, aber ich würde keinen drogenkranken Vater für mein Kind wollen, wo man niemals sicher sein kann, ob er vielleicht einen schlechten Trip hat oder mies draufkommt. Diesen permanenten Stress - besonders als Mutter - würde ich mir nicht antun wollen. Und würde auch nicht wollen, dass mein Kind einen so instabilen Vater hat.

Aber - wie gesagt - bitte jetzt erstmal Konzentration auf die Geburt.

Alles alles Gute für Deinen Geburtstermin wünsche ich Dir. Lg, Binchy


Vielen Dank für deine ausführliche Antwort.
Von meiner Familie bekomme ich auch den Rat die Geburt noch abzuwarten.
Es fällt mir schwer ich würde am liebsten jetzt eine Entscheidung von ihm haben für oder gegen uns. Aber ich habe Angst dass er dann doch durchdreht. Usw.
Und deswegen darf das nicht ungeplant sein.
Ich bin ja hier ganz alleine.
Klar habe ich Möglichkeiten zu gehen aber ich fühle mich in einer ausweglosen Situation. Und sobald ich sowas anspreche drehen es Süchtige doch so dass man selbst das Problem ist.

Und das ertrage ich so schlecht. Vor 4 Wochen war er auf Entzug und da hab ich schon die Hölle durch gemacht.

Ich kann das so jetzt nicht. Also muss ich warten was genauso furchtbar ist.
 
Er ist abhängig von Tabletten wegen Schmerzen: ein nogo!
Er ist lieb und freudlich: ein nogo!
Er liebt Dein Kind oder würde es lieben..

Siehst was ich meine?
Hast Du auch Defizite oder bist Du perfekt?
Was genau stört Dich an ihm?
Das er eine Sucht hat?

Weisst Du was Süchte sind und woher sie kommen?
 
Ich finde das eine ganz schön schwierige Situation.
Was sich mir nicht erschließt: Ist er nun Suchtpatient oder Schmerzpatient?
Es gibt ja beide und manche sind auch beides, aber es kommt immer noch vor, dass Schmerzpatienten einfach mehr nehmen als ihre Ärzte und der Beipackzettel für gut erachten und dann automatisch als Suchtpatienten auf Entzüge geschickt werden, ohne dass die Schmerzen gut behandelt wurden. Das funktioniert dann aus nachvollziehbaren Gründen nicht. Aber nur anhand deines Posts kann man das alles nicht sagen. Ich nehme aber mal an, dass du ihn nicht als Süchtigen bezeichnen würdest und vom Entzug erzählen, wenn das alles eigentlich nur auf Schmerzen zurückzuführen wäre?

Ich find, hier gibts keine eindeutige Antwort. Das kommt alles auf die Einzelheiten an und auf das, was möglich ist und was du willst. Man kann auch mit einem Süchtigen zusammenleben. Aber die Frage ist wie und sicher nicht mit jedem Süchtigen, wie das bisher gelaufen ist und was man aushalten will oder kann. Wenn Gefahr für dich oder das Kind besteht, dann musst du gehen.
Alles andere kannst du selbst entscheiden.
Vielleicht ist das Kind auch ein Ansporn, dass er seine Termine wahrnimmt, die Schmerzen behandelt werden und das Suchtproblem dann auch. Aber dazu muss mal Ehrlichkeit her, wie seine aktuelle Situation ist und wo das Problem liegt.

Aber so kurz vor der Geburt würde ich mich auch mal darauf konzentrieren, wenn du dort in Sicherheit bist.
 
Die Nachrichten die schreiben ob mein Kind erst ausversehen eine Tablette nehmen muss bevor ich endlich aufwache sind unglaublich grausam zu lesen und ich finde sie nicht ganz in relation.
Ibuprofen und Paracetamol sollten mein Kind auch nicht schlucken und sie sind in einer Schublade im Haus.



Ist es falsch dass ich manche Antworten als respektlos empfinde? Ja ich fühle mich nicht stabil genug kurz vor der Geburt in ein Mutter Kind heim zu

Du hast vollkommen Recht. Das ist alles ein bisschen übertrieben. Ich habe auch Kinder und muss teilweise schwere Medikamente nehmen. Die kann man sicher wegschließen. Warum es immer gleich um Kinder gehen muss, die am Boden liegen und sich irgendwas reinziehen, nur weil du es verabsäumt hast, dich aus dem Staub zu machen... Die Leute denken oft nur schwarz oder weiß, je nachdem, welche Erfahrungen sie gemacht haben. Dich trifft keine Schuld, nur weil du nun in dieser Situation bist. Und man muss auch bei allem, was eigentlich "das Richtige" wäre, immer miteinbeziehen, was für einen selbst möglich ist. Kurz vor der Geburt ist dein Handlungsspielraum nicht riesig. Und man kann einen Menschen nicht stur anhand von Kriterien beurteilen wie "nicht süchtig" oder "süchtig" oder "lügt" oder "lügt nicht".
Wenn dein Freund kein Suchtpatient ist, er immer die Wahrheit sagt, aber dich schlagen würde?
Wenn er aber ein Suchtpatient ist, der lügt, weil er genau weiß, dass du gehst, wenn er die Wahrheit sagt?
Wenn er nun ein Suchtpatient ist, alles im Griff hat und wirklich nur eine Tablette wo rumlag?
Wenn er vielleicht sogar Suchtpatient ist, aber ein liebevoller Vater wäre, ehrlich darüber reden würde und man mit ihm besser dran wäre als allein?

Und es geht nicht nur um ihn:
Wenn man es aber auch allein schaffen würde und kein Risiko eingehen will?

Das weiß man alles hier nicht. Das kannst nur du wissen.
 
Er ist abhängig von Tabletten wegen Schmerzen: ein nogo!
Er ist lieb und freudlich: ein nogo!
Er liebt Dein Kind oder würde es lieben..

Siehst was ich meine?
Hast Du auch Defizite oder bist Du perfekt?
Was genau stört Dich an ihm?
Das er eine Sucht hat?

Weisst Du was Süchte sind und woher sie kommen?
Ich weiss das klingt dumm,
Abet kannst dus mir vllt. Erklären?
Was genau du meinst.

Liebe Grüße
 
Liebe Kantonente8,

ich finde, dass du deinem Gefühl trauen kannst, wenn du meinst, dass manche dir mit ihren Beiträgen zu nahe treten. Da kannst du dich auf dein Gefühl verlassen. Natürlich weiß auch ich, dass die Situation schwierig ist, aber niemand von uns hier, außer dir, weiß die genauen Umstände. Deshalb möchte ich persönlich mir kein Urteil erlauben und auch keine Ratschläge im Sinne von "Du musst jetzt sofort...." geben. Zum Beispiel, dass dein Freund nicht gewalttätig ist, war zunächst mal nicht bekannt. Ich finde, man kann es auch in Erwägung ziehen, einem Süchtigen nochmal eine Chance zu geben. Aber das entscheidest du selbst.
Ich bin selbst Mutter von zwei Kindern und weiß, wie man sich ein paar Tage vor einer Geburt fühlen kann: angespannt. Da tun auch Hormone ihr Übriges. Die Sinne sind geschärft, die Nerven liegen manchmal blank. Das ist aber auch ein Schutzmechanismus der Natur - das Kind soll sicher zur Welt kommen und mögliche Gefahren für das Kind ausgeschaltet werden.
Du fühlst dich wohl in deinem Zuhause, das ist schön. Es ist das "Nest" für euer Kind. Wie geht es denn deinem Freund heute? Begleitet er dich vielleicht zur Geburt? Er muss ja nicht mit in den Kreissaal (so manchem Mann ist das zu viel).
Wichtig ist, dass du jetzt zur Ruhe kommst und dich innerlich auf die Geburt vorbereitest. Versuche, die Probleme zu vertagen auf einen Zeitpunkt nach der Geburt. Es ist nämlich wichtig, dass du mit positiven Gefühlen in die Geburt gehst. Hast du eine Hebamme, die du ansprechen kannst? Vielleicht kann sie dir Übungen zur Entspannung zeigen. Oder versuche, ein bisschen Yoga zu machen, tiefes Atmen ist sehr wichtig.
Versuche, dich auf das Positive zu konzentrieren: du liebst deinen Freund, er liebt dich und ihr bekommt ein Baby. Das sind eure Ressourcen. Daraus kann man etwas machen.
Eine Geburt verlangt viel Kraft, deshalb ist das jetzt erstmal das Wichtigste. Die Probleme können danach angegangen werden. Wie gesagt würde ich eine Beratung empfehlen.
Sicher, was einige geschrieben haben, hat auch seinen wahren Kern, aber wie gesagt, vor einer Geburt braucht man Ruhe, Stabilität, auch wenn es eine nicht optimale Stabilität ist. Anders wäre es, wenn akute Gefahr für Leib und Leben bestände. Dann würde ich auch zu drastischeren Maßnahmen raten. Aber das scheint, nach deinen Aussagen, nicht der Fall zu sein.

Lass es dir und deinem Baby gutgehen.
biancaneve
 
Ich finde das eine ganz schön schwierige Situation.
Was sich mir nicht erschließt: Ist er nun Suchtpatient oder Schmerzpatient?
Es gibt ja beide und manche sind auch beides, aber es kommt immer noch vor, dass Schmerzpatienten einfach mehr nehmen als ihre Ärzte und der Beipackzettel für gut erachten und dann automatisch als Suchtpatienten auf Entzüge geschickt werden, ohne dass die Schmerzen gut behandelt wurden. Das funktioniert dann aus nachvollziehbaren Gründen nicht. Aber nur anhand deines Posts kann man das alles nicht sagen. Ich nehme aber mal an, dass du ihn nicht als Süchtigen bezeichnen würdest und vom Entzug erzählen, wenn das alles eigentlich nur auf Schmerzen zurückzuführen wäre?

Ich find, hier gibts keine eindeutige Antwort. Das kommt alles auf die Einzelheiten an und auf das, was möglich ist und was du willst. Man kann auch mit einem Süchtigen zusammenleben. Aber die Frage ist wie und sicher nicht mit jedem Süchtigen, wie das bisher gelaufen ist und was man aushalten will oder kann. Wenn Gefahr für dich oder das Kind besteht, dann musst du gehen.
Alles andere kannst du selbst entscheiden.
Vielleicht ist das Kind auch ein Ansporn, dass er seine Termine wahrnimmt, die Schmerzen behandelt werden und das Suchtproblem dann auch. Aber dazu muss mal Ehrlichkeit her, wie seine aktuelle Situation ist und wo das Problem liegt.

Aber so kurz vor der Geburt würde ich mich auch mal darauf konzentrieren, wenn du dort in Sicherheit bist.

Hallo,

Danke für die Antwort.
Ja das hast du ganz gut zusammen gefasst.
Ich hatte gestern noch einmal ein sehr gutes Gespräch bei einer Beratungsstelle.
Die hat mir auch klar gemacht, solang ich und mein Kind in Sicherheit sind, geht es noch einmal um andere Fragen bezüglich meines Partners usw.

Ich denke er leidet an Depressionen und ja er hat auf jeden fall körperliche schmerzen die nie richtig behandelt worden sind, allein schon von seinem Beruf aus macht das absolut sinn.
Wenn et arbeitet gibt er alles ist einer det besten Mitarbeiter aber der Job wurde in den letzten Jahren immer krasser.

In jedem Fall stimmt es, dass vieles auch mein Problem und meine Erwartungen sind. Dadurch dass ich durch die ss und corona bedingt soviel zu Hause bin ist es schwierig mich selbständig zu fühlen und abzugrenzen. Genau das was bei so ner Problematik denke ich wichtig wäre.

Das mit der Ehrlichkeit ist eig. Mein größtes Problem. Ich würde mir wünschen dass er mit mir sprechen könnte. Aber das tut er nicht. Und dann ist es immer so ein in der Luft hängen.

Liebe Grüße
 
Du hast vollkommen Recht. Das ist alles ein bisschen übertrieben. Ich habe auch Kinder und muss teilweise schwere Medikamente nehmen. Die kann man sicher wegschließen. Warum es immer gleich um Kinder gehen muss, die am Boden liegen und sich irgendwas reinziehen, nur weil du es verabsäumt hast, dich aus dem Staub zu machen... Die Leute denken oft nur schwarz oder weiß, je nachdem, welche Erfahrungen sie gemacht haben. Dich trifft keine Schuld, nur weil du nun in dieser Situation bist. Und man muss auch bei allem, was eigentlich "das Richtige" wäre, immer miteinbeziehen, was für einen selbst möglich ist. Kurz vor der Geburt ist dein Handlungsspielraum nicht riesig. Und man kann einen Menschen nicht stur anhand von Kriterien beurteilen wie "nicht süchtig" oder "süchtig" oder "lügt" oder "lügt nicht".
Wenn dein Freund kein Suchtpatient ist, er immer die Wahrheit sagt, aber dich schlagen würde?
Wenn er aber ein Suchtpatient ist, der lügt, weil er genau weiß, dass du gehst, wenn er die Wahrheit sagt?
Wenn er nun ein Suchtpatient ist, alles im Griff hat und wirklich nur eine Tablette wo rumlag?
Wenn er vielleicht sogar Suchtpatient ist, aber ein liebevoller Vater wäre, ehrlich darüber reden würde und man mit ihm besser dran wäre als allein?

Und es geht nicht nur um ihn:
Wenn man es aber auch allein schaffen würde und kein Risiko eingehen will?

Das weiß man alles hier nicht. Das kannst nur du wissen.

Ja absolut.
Vielleicht wäre es auch für ihn selbst hilfreich zu klären in wie weit die Sucht mit den Schmerzen zusammen hängt.
Ja ich musste mir auch anhören er könnte das Kind ja ausversehen tot schütteln usw. Was wie gesagt Auch nüchternen überforderten Müttern passieren Könnte <<

Ich will jetzt auch nichts beschönigen. Aber ich bin ja mit ihm zusammen gekommen und wir haben uns für ein Kind entschieden und das er ein Herzens guter Mensch ist war mir immer wichtiger als seine Fehler sozusagen.

Ich habe selbst ja auch mit Depressionen und Ängsten zu kämpfen gehabt weswegen ich niedrig dosiert seit ein paar Jahren gut eingestellt bin auf ein AD.
Also kann ich mir das ganze irgendwo ja schon selbst vorwerfen...

Jedenfalls werd ich mich jetzt sowie auch gestern mit der Beratung besprochen wieder versuchen mehr auf mich zu konzentrieren und mir Ausgleiche schaffen.
 

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