Hier mal jemand, der in einem Mehrgenerationenhaus gelebt hat.
Als ich bei dir, TE gelesen habe, dass ihr euch Küche und Esszimmer teilt, habe ich aufgehört zu lesen.
Spätestens das wird nicht gut gehen, denn das sind Räume, die mit massivem Konfliktpotenzial belastet sind.
Voraussetzung für ein funktionierendes Mehrgenerationenhaus sind abgetrennte Bereiche für beide Familien.
Im Gegensatz zu seinem Fall waren meine Eltern aber in der Abhängigkeitsposition und hatten wenig Geld. Ich kann es nicht empfehlen, denn die Alten quatschen den Jungen oft in die Erziehung rein.
Auch die Küche ist so ein Konfliktherd, denn mit 30 hat man andere Interessen als 60 Jährige. Wenn dann noch das Schlafzimmer in der Nähe ist, kann es sehr schlecht werden, wenn die 30 Jährigen Mitternacht noch kochen oder sehr spät.
Und gerade wenn der eine das eine kocht und der andere das andere und alle Utensilien zusammen genutzt werden sind Auseinandersetzungen vorprogrammiert.
Mit 12 Jahren Mehrgenerationehauserfahrung würde ich für mich folgende Regelungen aufstellen:
Muss sind abgetrennte Bereiche mit Elternschlafzimmern, Küche, Bad, Kinderzimmer für die Kinder und Wohnzimmer für jede Familie.
Klare Abgrenzungen. In die Kindererziehung wird sich nicht eingemischt.
Jeder hat eine Waschmaschine.
Jeder wird mit seinen Vor und Nachteilen und seinen Macken akzeptiert, vorausgesetzt, er schadet damit keinem anderen,
Wir hatten damals ein Bad und eine Küche für 6 Personen. Ich würde das nie, nie wieder so machen.
Gerade als ich 12 war und mir morgens die Haare gelen wollte war es super nervig wenn mein Großvater noch stundenlang auf der Schüssel saß.
Das Klo war eigentlich dauerhaft besetzt und gerade wenn wir morgens los mussten kamen wir uns gegenseitig oft in die Quere.
Als ich 13 war sind wir dann endlich in ein eigenes Haus gezogen. Als Kind war es schön so aufzuwachsen. Aber wirklich nur für uns. Meine Eltern mussten starke Abstriche machen. Und sich dann immer vorhalten zu lassen was man eigentlich nicht bezahlt hat so nach dem Credo "Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst" ist für erwachsene nicht schön.
Muss hier zustimmen und das ist die Mischung, wenn man sich gegenseitig kennt.
Ich würde nie in ein Haus ziehen, wo ich die anderen Menschen nicht richtig kenne und erst recht nicht auf engem Raum.