Mir würde meine Privatsphäre fehlen, das wäre ja so, als wenn ich wieder zu Hause wohnen würde! Aus meiner Erfahrung versteht man sich am besten, wenn man nicht zusammen wohnt sondern jeder die Möglichkeit hat, jederzeit in seine eigenen vier Wände zurückzukehren, ohne das man sich ständig über die Füsse läuft.
Selbst bei getrennten Wohnungen steht die Verwandschaft dann regelmäßig und unangekündigt auf der Matte und sag dann mal deinen Eltern, Tante, Onkel, Oma, Cousin etc das du sie nicht reinlassen kannst oder willst, weil es gerade unpassend ist.
Wenn man aber nur ein Zimmer (!) fùr sich hat, fürchterlich. Du kannst ja nix machen, überall schwirrt jemand herum, da könnte ich niemals so ungezwungen leben wie in einer eigenen Wohnung.
Ich weiß wovon ich rede. Habe mit meiner Verwandtschaft mal ein paar Jahre im Mehrfamilienhaus gewohnt, mehrere Wohnungen. Ständig stand jemand unangemeldet vor der Tür. Schrecklich. Wenn man mal Streit hat, kann man sich nicht aus dem Weg gehen.
Schwiegermutter hat mal 4 Wochen bei uns gewohnt, das war die Hölle. Sie wollte helfen und wusch dann ungefragt Wäsche oder kochte irgendwas, kam ständig in unser Schlafzimmer. Wenn man sie freundlich gebeten hat, Dinge zu unterlassen, war sie tagelang beleidigt.
Ich habe meine verstorbene, zuletzt demente Tante jedes Wochenende besucht und unterstützt. Nach jedem Besuch war ich froh, wenn ich wieder zu Hause war.
Da kann man sich noch so gut verstehen. Es gibt häufig nur Streit und völlig verschiedene Vorstellungen vom Leben in der Gemeinschaft, von Privatsphäre und Freiheit, da prallen unterschiedlichste Welten aufeinander.
Wer möchte schon sein Wohnzimmer mit der Verwandtschaft teilen?
Ich möchte mich in meiner Wohnung frei bewegen können, tun und lassen können was ich will und wann ich es will.