Ich weiß wirklich nicht wo ihr die ganzen Stellen seht??? Wenn man wirklich jeden Tag, jede Woche usw. in die Zeitung schaut wird jedem auffallen, das es immer die gleichen Angebote sind und auch nichts gescheites dabei ist. Da stehen doch nur Stellen drin, die keiner haben will z.B. Schichtarbeit! Manche sind echt noch nicht aufgewacht und sehen die Realität nicht vor Augen. Wer einen Job hat, der kann leicht daher reden. Mal besser die Augen öffnen!!!
Wenn ich heute morgen auf die Jobbörse der Agentur für Arbeit gehe und in den Sucheinstellungen einfach mal den Begriff "Arbeit" eingebe und als weiter vorkommenden Begriff das Wort "Helfer" angebe und dann, um die Suche einzuschränken, noch meine Postleitzahl eingebe, dann erhalte ich zunächst einmal die erfreuliche Anzahl von 200 Stellenangeboten, von denen scheinbar keine weiter als 35 Km von meiner Postleitzahl entfernt liegt.
Im nächsten Schritt schaue ich mir die Arbeitgeber an. Hier fällt auf, dass von den 200 Stellenangeboten rund 80 Angebote von privaten Arbeitsvermittlern, Zeitarbeitsfirmen und anderen Personaldienstleistern eingestellt wurden.
Im nächsten Schritt schaue ich mir die anderen Angebote an und muss feststellen, dass der Suchbegriff "Helfer" in dieser Suchmaske wohl recht weit gefasst wird, da viele Firmen die hier ihre Angebote hineingestellt haben, eigentlich Fachkräfte suchen, also ausgebildete Einzelhändler, Zimmerer, Elektriker, IT - Kräfte, Klempner, Dachdecker etc. ..... vorzugsweise mit einschlägiger Berufserfahrung.
Dies sind etwa 40 Angebote von Unternehmen die hier im Umkreis namentlich bekannt sind und die Vollzeitstellen anbieten.
Dann verbleiben noch etwa 80 Stellenangebote die tatsächlich Hilfskräfte für Produktion, Lagerarbeiten, Service oder im Einzelhandel suchen ..... überwiegend zwar nicht sozialversicherungspflichtige Jobs, aber immerhin.
Kurz und gut:
Es gibt sie noch, die Erwerbsarbeit.
Da aber die Arbeit in den seltensten Fällen zum Arbeitnehmer kommt, muss der Arbeitnehmer sich der Arbeit zuwenden - also sich regen, sich qualifizieren und sich bewerben und sich anschließend bei der Arbeit bewähren.
Klar ist, dass dabei immer irgendwelche Leute auf der Strecke bleiben müssen, denn das Angebot an lukrativen Erwerbsarbeitsplätzen liegt nach wie vor weit unter der Nachfrage nach solchen Stellen.
Es können sich also hunderte oder auch tausende gut motivierter, gut ausgebildeter, mit hinreichender Berufserfahrung ausgestatteter, kräftiger, gesunder Menschen für die 40 Stellen bei den mittelständischen Betrieben bewerben ..... eingestellt werden mit Sicherheit nur die 40 Menschen, die gerade benötigt werden.
Und es können sich eben so viele dieser Menschen auch über die Zeitarbeitsfirmen oder die privaten Arbeitsvermittler in irgendwelche Stellen verschachern lassen ..... am Ende sind es doch nur 80 Menschen die auf diesem Wege zu einer Arbeit gefunden haben...... mehr geht gerade nicht.
Und es können auch nur die gerade verfügbaren minijobs verteilt werden die gerade verfügbar sind .... und das war es dann aber auch zunächst einmal.
Wir können es drehen und wenden wie wir wollen - es wird niemals genügend Erwerbsarbeit zur Verfügung stehen, um allen Menschen zu ermöglichen ihr Einkommen selbsttätig zu erwirtschaften.
Und das ist weder die "Schuld" der nicht benötigten Arbeitnehmer, noch die "Schuld" der Arbeitgeber, sondern ganz einfach nur eine Frage der Notwendigkeit.
Um unser gesellschaftliches Miteinander zu organisieren und die Wirtschaft unserer Gemeinschaft am Laufen zu halten, benötigen wir schlicht und einfach nur einen Bruchteil der auf dem Arbeitsmarkt verfügbaren Kräfte.
Hier ist unsere Politik gefordert!
Die Politik muss Strukturen schaffen, die eine bessere Verteilung der für die Wirtschaft erforderliche Arbeitskraft ermöglicht und sie muss dafür Sorgen, dass die von der Wirtschaft unseres Landes geschaffenen Werte dem Volk als Ganzes zu Gute kommen und sie muss dafür sorgen, dass die freien Kapazitäten der nicht für die Wirtschaft erforderlichen menschlichen Potentiale derart genutzt werden, dass sie ebenfalls dem Volke als Ganzes zu Gute kommen.