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Manchmal will ich einfach weglaufen.

Umaro

Mitglied
Hey,

kennt ihr das Gefühl? Ihr wart euer Leben lang unglaublich stark und kommt dann zu einem Punkt an dem ihr euch einfach nur noch Frieden wünscht? Und, dass das Leiden endlich aufhört?

Vor einigen Jahren wünschte ich mir das auch und meine Antwort war der Suizid. Weil ich aber meine kleine Schwester über alles liebe und ich wusste, dass ihr mein Tod unendliche Schmerzen bereiten würde habe ich mich dagegen entschieden. Eine Therapie gemacht. Mich entwickelt.

Meine Mutter hat Schizophrenie. Schon als wir klein waren gab es immer Drama in unserem Haus. Schon als wir klein waren hörten wir Geschichten wie sie aus der Psychiatrie ausbrach. Und schon als wir klein waren versuchte sie sich 3 Mal mit Tabletten das Leben zu nehmen. "Was ist denn schon wieder mit Mama los?" "Hat sie wieder Tabletten geschluckt?" waren Fragen die ich meinem Vater stellte.

Mein Vater war kein guter Vater. Seinen Frust über die Situation ließ er an mir und meinem Bruder aus. Er schlug uns nie, das muss man ihm zugute halten aber er schrie.... wie ein Silberrückengorilla schrie er uns an, dass die Wände bebten sobald wir irgendwas getan haben, was ihm nicht gefiel. Deshalb war ich mit 17 noch Bettnässer. Deshalb kommen mir heut, mit 24, noch die Tränen, wenn ich auf der Arbeit Anschiss für einen Fehler bekomme.

Meine Schwester landete ebenfalls in der Psychiatrie. Sie verwendete damals die gleiche Entschuldigung wie meine Mutter "Ich habe Schizophrenie" hatte ausgereicht um sie damit zu "Diagnostizieren" und mit Tabletten vollgestopft hinter Gittern zu sperren, weil sie durch die furchtbare Situation ebenfalls einen Suizid versuchte. Nach einigen Monaten stellte sich dann heraus, dass der Psychiater inkompetent war. Sie hatte die Krankheit nie. Meine Mutter behauptete das aber immer. Sie wollte einen Partner. Ich hasse diese Frau. Sie ist ein egoistisches Monster.

Meine Schwester macht jetzt ne Therapie. Da wo ich sie gemacht habe. Bei der gleichen Therapeutin. Die Therapie bei ihr habe ich abgebrochen. Für meine Ausbildung zum Logopäden. Dafür bin ich in ein anderes Bundesland gezogen, weit weg von dem Toxischen Haushalt meiner Familie.

Hier bin ich alleine. Ich habe keine Freunde, keine Menschen an die ich mich wenden kann. Meine Schwester wollte ich mitnehmen aber sie ist noch zu jung und meine Eltern verbieten es. Ich bekomme immer wieder Nachrichten, dass meine Mutter ihren Frust und ihre Vorwürfe an meiner Schwester auslässt. Das meine Schwester leidet.

Es ist meine Schuld. Ich habe sie im Stich gelassen. Für eine Ausbildung die ich nicht mal gut umsetzte. Meine letzte große Blockprüfung war eine 5-. In Vorträgen übernimmt mich meine inner Anspannung und bei Therapien kann ich die Kinder nicht dazu bringen mit mir zu sprechen, weil ich sie mit meiner Art nur noch unruhiger mache. Meine Depressionen, meine Vorwürfe. Das sind keine Ausreden. Das sind Dinge die mich sicherlich in meinem Erfolg beeinflussen.

Am liebsten würde ich einfach weglaufen. In ein fremdes Land ziehen und Alles vergessen. Umbringen will ich mich schon lange nicht mehr. Manchmal kommen aber kurz die Gedanken zurück. Durch Corona ist es noch viel schlimmer geworden.

Was soll ich nur tun?

Noch eine Ausbildung hinschmeißen? Irgendwann nimmt mich kein Arbeitgeber mehr. Ich fühle mich so nutzlos. Ich habe keine Talente die wirklich gut ausgebildet sind. Ich kann nix außer durchhalten.
 

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G

Gelöscht 116310

Gast
Dein ehemaliges zuhause ist ganz sicher ein großen Teil daran Schuld das du diese Versagensängste in dir trägst. Du solltest zumindest dir einen Beruf aussuchen der dir auch gefällt und dem du gewachsen bist. Vielleicht stellst du dir selbst zu große Ansprüche. Wie alt ist denn deine Schwester? Wenn sie 18 ist, kann sie doch zu dir kommen. Vielleicht ist deine Idee gar nicht mal so schlecht, ganz weit weg von deinem Zuhause wegzuziehen und irgendwo anders ganz von vorne anzufangen. Ist deine Schwester alt genug, lass sie zu dir kommen.
 

Petra47137

Sehr aktives Mitglied
als ich 18 war konnte ich endlich selbst entscheiden was in meinem Leben passiert" antwortete sie -

" Mein Bruder hat ein Problem. die Vergangenheit die Vergangenheit sein zu lassen, aber der Grund warum er so geworden ist, ist das nicht , er ist so geworden weil er sich dafür enzschieden hat , so zu sein."
......dem kann ich nur zustimmen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Weltkind

Aktives Mitglied
Es ist schon richtig, dass wir uns entscheiden müssen und können.
Und dennoch hier zu einfach - und sehr hart gedacht.

Menschen sind verschieden, selbst Geschwister teils grundverschieden.
Manche sind resilienter.
Und längst gibt es Studien dazu, dass Gehirne von Mördern sich von anderen Gehirnen unterscheiden. Angeboren? Entwicklungsbeeinträchtigung durch Kindheitserlebnisse? Eine Kombi aus beidem?

Wie auch immer, lieber Umaro, so schwer es gerade ist alleine, so einsam Du Dich fühlst, übersieh nicht die positiven Aspekte:

Du hast schon viel überwunden und verbessert, aktiv gehandelt, Dir diese Möglichkeit geschaffen, bist es mutig angegangen, und ziehst es bisher durch.
Dass es kräftemäßig Probleme gibt, finde ich bei Deinem Einsatz und der Vorgeschichte sehr verständlich.

Und auch die Schuldgefühle sind nicht überraschend, da Du Dich für Deine Schwester verantwortlich fühlst, sehr früh in eine Rolle rutschtest/Dich gedrängt fühltest, die nicht Deine ist, sondern die Deiner Eltern.
Parentisierung ist das Stichwort dazu.

Du solltest Dir unbedingt wieder therapeutische Unterstützung suchen, und wenn wieder möglich, eine Selbsthilfegruppe. Mit Glück kommst Du so in Kontakt mit Menschen, die verstehen, nachempfinden können, da sie ähnliche Schicksale haben.
Bis dahin nimm den sozialpsych. Dienst in Anspruch.

Wie lädst Du Deinen Akku auf?
Was tut Dir gut?
Was schaffst Du umzusetzen?

So, und jetzt zur Logopädie-Ausbildung.
Macht Dir das noch Spaß?
Möchtest Du in diesem Beruf arbeiten?
Kannst Du in kurzer Zeit die Schwierigkeiten überwinden, die im Weg stehen, um gut auf Klienten, vor allem Kinder, eingehen zu können?
Wie schätzt Du das realistisch ein?

Liebst Du diese Tätigkeit, möchtest Du Dich durchbeißen, das schaffen? Dann kannst Du das schaffen, wenn Du Dich darum kümmerst Deinen Akku aufzuladen und an bestehenden Problemen gezielt zu arbeiten, Dich beraten zu lassen, herauszufinden, ob Du anders besser lernst und wo genau es hakt.

Wenn nicht, es ist absolut keine Schande festzustellen, dass die getroffene Wahl nicht passt!
Das hat weder mit Versagen noch aufgeben noch hinschmeißen zu tun.
Du hast neue Erfahrungen gemacht, neue Erkenntnisse gewonnen bezüglich dieser Tätigkeit und damit verbundener Schwierigkeiten. Im Vorfeld konntest Du das nicht wissen, das hätte vielleicht (!) ein Praktikum erahnen lassen können.
Brichst Du ab, wäre wichtig eingehend nachzudenken, Eignungstests zu machen, und herauszufinden, wie es weitergehen kann unx welche Richtung für Dich passt.
Denn eine weitere berufliche Fehlentscheidung wirst Du Dir kaum leisten können.

Wie stehst Du zur Natur?
Sehr viele Menschen schöpfen daraus Kraft, kommen draußen mehr in ihre Mitte, zur Ruhe.
Gerade in Kombination mit Bewegung, Sport, körperlicher Arbeit.
Wie ist das bei Dir?

Unterschätze nicht die Gabe durchzuhalten, das kann sehr hilfreich und nützlich sein. Doch mache nicht erzwungenes Aushalten daraus.
 

Umaro

Mitglied
Hey,
zunächst mal, danke für die Kommentare und die Zeit, die sich genommen wurde um auf mein Problem einzugehen. Ich möchte aber mal im Vorfeld sagen, dass es mir nie darum ging meine Vergangenheit für die Gegenwart verantwortlich zu machen.

Ich habe meine Vergangenheit hier aufgeschrieben, weil ich wollte, dass die Leute hier sehen können mit was sie es hier zu tun haben und angemerkt, dass es mit Sicherheit einen Einfluss hatte. Und auch, wenn ich die Vergangenheit nicht komplett loslassen konnte glaube ich nicht, dass es der einzige oder der Hauptsächliche Grund für meine jetzige Lage ist.

Die Ausbildung findet schulisch statt. Der Alltag der Schule hat nix mit dem Alltag im Praktikum zu tun. Das ich Logopäde werden wollte habe ich in einem Praktikum, welches 4 Wochen ging im Vorfeld herausgefunden und es wurde durch ein weiteres 8 Wochen Praktikum für mich klar.

Mir geht es darum, dass ich Angst habe, durch die Probleme in meinem Kopf, die Sorgen, die Eigenvorwürfe und die Einsamkeit meinen Fokus zu verlieren und die Schule nicht zu schaffen. Ich will weglaufen, statt zu versagen aber gleichzeitig reiße ich mich immer wieder zusammen.

Ja, meine Eltern sind für meine Schwester verantwortlich aber wenn es nicht anders geht muss ich doch für sie da sein.

Das mit dem Aufladen der Energiezellen klingt nach einer sinnvollen Sache. Ich weiß nur nicht ob es Therapiegruppen hier in der nähe gibt.
 

Schroti

Sehr aktives Mitglied
Du versuchst, deine Erfolglosigkeit anderen anzuhängen und das wird dir auf die Füße fallen, fürchte ich.
Dein Vater war nicht nett? Das passiert, aber muss nicht dazu führen, dass du keine Ausbildung auf die Reihe bekommst.
Logopädie scheint nichts für dich zu sein, eine Zwischenprüfung mit 5- spricht Bände.
Ich würde mir etwas Neues suchen.
Lagerlogistik oder so. Nichts mit Kindern oder anderen Menschen.
Und benutze deine Schwester nicht als "Argument". Du bist nicht für sie verantwortlich.
Konzentriere dich auf DICH und sei vor allen Dingen ehrlich zu dir.
(Weglaufen und scheitern sind übrigens identisch. Beides hilft dir nicht weiter.)
 

Umaro

Mitglied
Du versuchst, deine Erfolglosigkeit anderen anzuhängen und das wird dir auf die Füße fallen, fürchte ich.
Dein Vater war nicht nett? Das passiert, aber muss nicht dazu führen, dass du keine Ausbildung auf die Reihe bekommst.
Logopädie scheint nichts für dich zu sein, eine Zwischenprüfung mit 5- spricht Bände.
Ich würde mir etwas Neues suchen.
Lagerlogistik oder so. Nichts mit Kindern oder anderen Menschen.
Und benutze deine Schwester nicht als "Argument". Du bist nicht für sie verantwortlich.
Konzentriere dich auf DICH und sei vor allen Dingen ehrlich zu dir.
(Weglaufen und scheitern sind übrigens identisch. Beides hilft dir nicht weiter.)
Also wie kann man denn einen Kommentar nur so missverstehen. Es ging mir nie darum die Schuld bei Anderen zu suchen sondern einen überblick zu geben was das Problem sein könnte.

"Nicht nett" Ich dachte dieses Forum währe dazu da um den Menschen zu helfen und ihre Probleme ernst zu nehmen stattdessen muss ich so etwas lesen.
Und nein. Ich werde den Teufel tun und mir etwas Neues suchen. Ich habe in vielen anderen Fächern bessere Noten.
Und ich "benutze" meine Schwester nicht als Ausrede, sondern erkläre warum ich mich schuldig fühle.

Nur mal so für dich. Wenn man sich nicht in Andere hineinfühlen kann und alles als "Ausrede" oder als rumgeheule klassifiziert sollte man vielleicht keine Kommentare in Foren schreiben, die von Menschen mit Depressionen und psychischen Krankheiten genutzt werden um Ratschläge zu erhalten.

Ich verstehe deine guten Absichten aber die Formulierung ist echt Mist.
 

Umaro

Mitglied
Dann ignoriere meine Ansicht, das ist in Ordnung.
Es war meine Absicht, dir einen Tipp zu geben, nicht, dich zu kränken.
Schon gut.
Es ist nun mal kränkend zu lesen:
1. Man würde anderen die Schuld geben weil man selbst erfolglos ist = Versager
2. Man solle seinen Wunschberuf aufgeben weil man wegen einer Note sowieso "Bände" gesprochen hat = Versager
3. Man würde seine eigene Schwester als "Ausrede" verwenden = Egoistisch

Das sind Vorwürfe die ich mir aus dem Kontext erschlossen habe. Das muss aber nicht so sein. Da bin ich vielleicht auch zu empfindlich.
 

Weltkind

Aktives Mitglied
Ja, meine Eltern sind für meine Schwester verantwortlich aber wenn es nicht anders geht muss ich doch für sie da sein
(Ich war in sehr ähnlicher Lage bezüglich des Kümmerns um Geschwister.)

Nein, Du MUSST nicht.
Wenn, dann entscheidest Du Dich dafür, dies zu tun.
Womit ich Dich als überfordert sehen würde, was es zu einer klaren Fehlentscheidung für Dich und ebenso für Deine Schwester machen würde!
Vernunft und Verantwortungsbewusstsein sieht anders aus.

Was da in Dir wirksam ist, wäre sicherlich ein gutes Therapiethemie.

Die Ausbildung findet schulisch statt. Der Alltag der Schule hat nix mit dem Alltag im Praktikum zu tun.
Ja, und in beiden Bereichen scheint es laut Deiner Schilderung nicht geringe Probleme zu geben.

Das ich Logopäde werden wollte habe ich in einem Praktikum, welches 4 Wochen ging im Vorfeld herausgefunden und es wurde durch ein weiteres 8 Wochen Praktikum für mich klar.
Da gab es nicht die zwischenmenschlichen Schwierigkeiten wie jetzt, sie deuteten sich auch nicht an?
Was war da anders als jetzt?

Mir geht es darum, dass ich Angst habe, durch die Probleme in meinem Kopf, die Sorgen, die Eigenvorwürfe und die Einsamkeit meinen Fokus zu verlieren und die Schule nicht zu schaffen.
Diese Gefahr scheint ganz real zu sein.

Für eine Ausbildung die ich nicht mal gut umsetzte. Meine letzte große Blockprüfung war eine 5-. In Vorträgen übernimmt mich meine inner Anspannung und bei Therapien kann ich die Kinder nicht dazu bringen mit mir zu sprechen, weil ich sie mit meiner Art nur noch unruhiger mache.
Inwiefern setzt Du die Ausbildung nicht gut um?
Sind die Noten grundsätzlich eher mittelmäßig oder schlechter?
Tendierst Du dahin, Dich in dieser Ausbildung eher überfordert zu fühlen?
Oder war die letzte Prüfung ein Ausrutscher?

Was ist mit der zwischenmenschlichen Komponente, dem Problem mit und am Klienten? Es klingt nicht nach nach einem einmaligen Vorfall.

Und nein. Ich werde den Teufel tun und mir etwas Neues suchen.
Ok.
Warum?
Stehst Du voll dahinter, Du willst Logopäde werden, weil...?

Du willst mit und am Menschen arbeiten und siehst Dich dazu in der Lage und geeignet?

Gedanklich tendiere ich wie Schroti in die Richtung, dass ein Beruf mit weniger Bezug zur Arbeit mit Menschen möglicherweise besser geeignet wäre.

Leider gehst Du wenig auf Fragen ein, so dass nur dieser winzige Blick und Bezug auf Dein Eingangspost bleibt.
 

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