Hallo Ruheloser,
diesem Wildwasser-Zitat stimme ich voll zu. So ähnlich habe ich es mannigfach an der Uni in der Geschlechterforschung gelesen und geschrieben. Hinzuzufügen ist: Veränderung beginnt dort, wo man selber damit beginnt. Ich z.B. habe einfach auf die klassische Frauenrolle gepfiffen und bin geworden was ich sein wollte und fertig, hab Menschen um mich die gut damit klar kommen...an sich war das kein großes Problem. Zum Problem wird es erst wenn man abwartet bis sich die Welt verändert, diese Erwartungshaltung wird immer wieder nur zur Enttäuschung führen..man kann nicht die Welt oder Menschen zur Änderung zwingen, aber oft findet man seine Lücken und seinen Bereich in dem man so sein kann wie man will und um sich herum die Welt ein klein wenig zu seinen Gunsten beeinflussen..das ist bereits ne Menge wert.
Du klingst sehr verbittert, zornig und wütest gg. Menschen, die dich wenig kennen und an sich Hilfestellung geben wollten...(z.B mit Analyse..aber du siehst sie ja als Feind...schade!) das ist das was sich aus diesem thread, deinen Beiträgen sehr klar herauslesen läßt. Du hast da die Ambivalenz (= Mehrdeutigkeit u.- wertigkeit) der Dinge noch irgendwo nicht begriffen, aber ich hoffe du wirst das eines Tages..denn nichts ist nur schlecht oder nur gut...man muss nur genau hinschauen und seine Chancen nutzen, seinen Platz finden im Leben und sich diesen Platz manchmal erkämpfen.
Ich hab dich in keine Schublade gepackt..hätte ich das, hätte ich nicht geschrieben, dass ich dich nicht kenne. Ich hatte ja geschrieben das zum RICHTIGEN Kennenlernen ein Forum recht ineffektiv ist. Dort kann man nur Aspekte erfassen..im Leben von face to face auch nur Aspekte, aber viel mehr als über Internet...jedes Medium hat halt seine Grenzen. Und ich denke du brauchst halt Menschen um dich die dich richtig kennen und akzeptieren so wie du bist. Das ist jetzt keine Knut-Analyse sondern einfach ein logischer Rückschluss über die allgemeine Natur des Menschen...Mensch = soziales Wesen, braucht Anerkennung und Rückhalt anderer Menschen. Knut = Mensch, also braucht er das auch..ganz simpler Syllogismus. Aber auch das wird dir wahrscheinlich wieder nicht behagen, denn du siehst wohl Analyse als deinen Feind an und das ist ein rieeesiger Nachteil für dich..meiner Meinung nach läuft ohne Analyse, offener Selbstkritik gar nix im Leben. Man muss seine guten und schlechten Seiten kennen um sie händeln zu können. Und an sich ist nix spannender als die analytische Reise ins ICH. Wovor fürchtest du dich also? = Rhetorische Frage, die du für dich selbst beantworten solltest.
Du bist enttäuscht über das Ergebnis dieses threads, aber irgendwo hast du ein stückweit diese Enttäuschung ein bissel mitforciert??....eine Verhaltensweise, die man manchmal so an sich hat..davon ist niemand so recht frei..oft bestimmt die Eingangserwartung entscheidend das eigene Verhalten mit und darauf aufbauend die Reaktionen von außen. Ein bissken wie Watzlawicks Geschichte vom Mann und dem Hammer. Der Mann wollte sich beim Nachbarn nen Hammer zum Bild aufhängen ausleihen..und anstatt einfach direkt hin und freundlich nachzufragen beginnt er zu spekulieren und zu grübeln und kommt zu dem (Vorurteils-)Schluss, dass der Nachbar ihn nicht mag und ihm dem Hammer nicht geben wird..daraufhin geht der Mann zu seinem Nachbarn, klingelt an und brüllt ihn an: "Dann behalt deinen verdammten Hammer doch, du Idiot!" Also Ergebnis ist das der Nachbar ihn nun tatsächlich nicht mehr mag und der Mann auch sein Bild nicht aufhängen kann. Voller Reinfall, weil der Mann zu viele Vorurteile hatte. Vorurteile kann man nur durch WISSEN(SCHAFT) und Vermittlung von Wissen abbauen..es gab das das Zeitalter der Aufklärung...jeder Mensch vollzieht in seiner Geschichte die allgemeine Historie nach...manche bleiben im unaufgeklärten Mittelalter-Denken (viel Aberglaube, viele Vorurteile etc.) stehen und das in einem Zeitalter wo die Wissenschaft...über den Menschen! boomt....kopfschüttel.
Übersetzt auf deine Situation ist die Ausgangslage wohl die, dass du von vornherein nicht an deinen Erfolg glaubst und daran glaubst das du Dinge verändern kannst, und das immer wieder dasselbe passiert, das Menschen dich in ne Schublade stecken und nie so wahrnehmen wie du es dir wünscht. Das ist ein Vorurteil, dass dich blockiert und Erfolge verhindert..ne Denkhaltung die einer "Anleitung zum Unglücklichsein" (= Buchtitel v. Watzlawick, der mir damals ein Augenöffner war) gleicht.
Ohne ein gewisses Grundvertrauen und auch Offenheit ggü anderen Meinungen, Interesse an der Welt, viel Geduld und Mitteilungslust und nicht nur zu starker Ichbezogenheit und Fixiertheit auf die eigenen Probleme macht man es sich im Leben oft sehr schwer. Glaube an dich und ein bisschen mehr an die Menschen, dann klappt das schon! Wenn man an den Erfolg einer Sache glaubt bleibt man offen genug um dem Erfolg auch Einlass zu gewähren...glaubt man jedoch nicht daran, haut man sich ne Tür vor der Nase zu. Mag sein, dass man immer wieder auf Menschen trifft, die einem ne Tür vor der Nase zuknallen und keinen Bock auf einen haben..dann geht man halt weiter und guckt wo man "ankommt". Anstatt ausschliesslich in Foren nach Freunden oder Gesprächspartnern zu suchen versuch es auf jeden Fall auch im realen Leben, unternimm etwas um unter die Menschen zu kommen, dich dort auszutauschen. Isolation..auch hinterm PC führt oft in Weltfremdheit. Ein einigermaßen realitätsangepasstes Denken braucht die REibung mit der Welt. Waren ja irgendwo deine eigenen an mich gerichteten Worte. Aber wenn dann so jemand wie ich mal Reibung reinbringt zuckst du zurück und schlägst um dich warum? = ebenfalls rhetorischen Frage.
Richtiges Verstehen braucht halt seine Zeit und den richtigen Ort...wirf da also nicht gleich die Flinte ins Korn, sondern bleib dran, erkläre dich der Welt, formulier dich aus..was Männern ja oft schwerer fällt, da ihnen ab Kindheit beigebracht wurde direkt und praktisch zu denken, nicht darüber nachzudenken wie man seine Emotionen ausformuliert..was ja eher klassische Frauensparte ist...aber dieses Modell ist ja bereits seit Golemans: Emotionale Intelligenz, dieser EQ Sache überholt.
Egal wie besch**deine Vergangenheit war, geniesse dein Leben..du hast es dir wie alle anderen Menschen auf diesem Planeten (außer den "Bösen") total verdient..aber wenn du selber dir das nicht gönnst, zu sehr der Vergangeheit verhaftet bist kann dir niemand helfen. Du musst es kompromisslos WOLLEN und dann ab durch die Mitte gehen. Du hast mein vollstes Mitgefühl für deine traumatischen Erlebnisse, sieh zu, dass du sie so schnell wie möglich verarbeitest...und mach nicht den Fehler den Rest des Lebens deine zwischenmenschlichen Beziehungen auf Mitleidsbasis aufzubauen. Du wurdest wortwörtlich in den AR*** gef***aber das ist NUN VORBEI! Du solltest aufstehen und zusehen dein Leben wieder in den Griff zu kriegen. Und nicht den Fehler machen weil du den eigentlichen Feind = den oder die Täter in den Hintern treten konntes woanders um dich zu schlagen..In Gewaltopfern steckt ne Menge Wut und Aggression...das weiss ich aus eigener Erfahrung..damit richtig umzugehen will auch erstmal gelernt sein. Die Erinnerung an das Trauma bleibt, aber du bestimmst wie sehr sie dich prägen und dein Leben beeinflussen darf.
Che meckert über Oberflächlichkeit, ihm passt es aber auch nicht, wenn jemand wie ich in die Tiefe geht und analysiert..lieber Che du solltest dich da entscheiden..was soll es denn nun sein? Beides, Oberflächlichkeit und auch Tiefsinn hat seine Vor- und Nachteile. Der Nachteil bei Tiefsinn ist der das man auch mit unliebsamen Wahrheiten über sich selber und die Welt konfrontiert wird...manche haben halt Schiss davor und keinen Bock drauf...es ist ja oft auch leichter einfach zu meckern und dem Leiden verhaftet zu sein als sich gelegentlich mal in den Hintern zu treten oder Angreifern in den Hintern zu treten, zu lernen zu kämpfen und etwas zu ändern.. Eigenverantwortung, Veränderung kostet Mut und auch Energie....aber ich finde es lohnt sich. Für mich ist ein Leben nur mit Analyse=Tiefgang, mit Leidenschaft, Loyalität (v.a. auch sich selber ggü), Eigenverantwortung und noch einigen anderen Grundtugenden lebenswert..ich hab mir bereits seit meiner Kindheit nen Kopp drüber gemacht...wollte immer hinter die Dinge sehen...und dieses Nachdenken über die Dinge wird auch nie aufhören..finde ich wichtig, da ich mich weiterentwickeln möchte.
Gleichgültigkeit ist ein Fremdwort für mich...siehe dieser erneute Beitrag an DICH. Ich wünsche dir alles Gute und hoffe du kannst eines Tages die Mauer, die du um dich errichtet zu haben scheinst ein wenig abbauen. Ich würds nochmal mit systemischer Verhaltenstherapie versuchen.
Das war mein Wort zum Sonntag und Abschied für dich, da du diesen thread ja nun geschlossen hast.
Gruß
Tyra
Nachtrag zu deinem Singatursatz: ich würde umformulieren in: wer die Wahrheit finden will muss ständig in seinem Leben das Gebäude seiner Wirklichkeit verändern....denn dat Leben und die Sache mit der sogenennten Wahrheit ist ne ewige Baustelle...ich glaube nicht an EINE Wahrheit..es gibt viele Wahrheiten von denen wir immer nur Aspekte erfassen können.