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Männer Rolle, traurig aber wahr

  • Starter*in Starter*in Gast: frusti
  • Datum Start Datum Start
  • Stichworte (tags) Stichworte (tags)
    traurig
Status
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G

Gast: frusti

Gast
Hallo,

ich schreib mal als Gast, nicht weil ich Angst oder Scham hätte, nein nein!

Es sind die Vorurteile, die Schublade, in der ich anscheinend immer sein werde. Es geht mir gut! Nicht nur heute! Selbst das, wird mir oft unterschwellig unterstellt.

Mich nervt es völlig, wenn mir Türen aufgemacht werden, ich sie auf tu, dann klar wird worum es geht, klatsch... zu... Ende...Aus. Frei nach dem Motto: Junge, nu hab dich mal nicht so.

Ich will raus aus der Anonymität, einfach nur raus!!! Ich kann strampeln wie ich will, so gut wie immer kommt:

Quelle: http://www.schotterblume.de/index.php?navid=9&pos=1
· Ein Junge ist eben kein Opfer, erst recht kein Opfer von sexueller Gewalt.
· Ein Junge wehrt sich, sonst ist er kein richtiger Junge
· Ein Junge hat alles unter Kontrolle
· Ein Junge ist ein Held - und ein Mann erst recht.
· Arme kleine und große Helden kann ich da nur sagen!
---

Es kotz mich an, wirklich! Anstatt gesagt wird: Tut mir leid, ich kann Dir nicht helfen ..., da Du ein Mann bist, damit hab ich keine Erfahrung (was auch Blödsinn ist, ich bin ein Mensch Punkt), dass wäre aber doch mal ne Auskunft, mit der ich leben kann. Aber nein, es ist leichter Türen zu zu knallen, und Tschüß.... Hände-rein-wasch, ich kenne mich nur bei Frauen aus. Dabei wird mir beim zumachen noch schnell gesagt: Du reagierst zu Emotional. Also noch eines obendrauf... Das, von Leuten, die meinen, sie haben alle Weisheiten mit löffeln geschaufelt und gepachtet! Eine Thera hat doch ohne Halt keinen Sinn, ist nicht`s wert! Hallo!, es gibt Literatur darüber, reichlich!

Es hängt mir echt zum halse raus, ein Tabu im Tabu zu sein.

Mein Therapie Koffer ist gut gefüllt, selbst das, angesichts dessen was ich erlebt habe, wird mir nicht geglaubt. Motto: So was kann man ja nicht verarbeiten.
Auf-einmal-werde-ich-als-Mensch-gesehen. Na hoch lebe die Theorie.

Manchmal wünschte ich mir eine Frau zu sein. So blöde das auch klingt. Und BITTE: das ist Nicht abwertend... gemeint.
Klingelts? Ich hoffe. Ein fiese Unterstellung, nich?, aber so fühlt es sich Minimum, an.

Ihr, die Ihr (mir) eine Thera vorschlagt, ihr sollte auch auf das Davor und auf das Danach achten/Gedanken machen!!! Wie bei jedem anderen auch.

Ich nehme mir das Recht heraus, schwach zu sein, in diesem Moment! Jetzt. Auch wenn ich das als Mann nicht zu tun habe.

Vielleicht ist es deshalb für den Täter so einfach gewesen. Hab dich mal nicht so!

---

frusti
 
Hallo Frusti,

ja du hast recht... in der Gesellschaft wird viel zu schnell alles in Schubladen gesteckt und in irgendwelche Klischees gesperrt.

Ich kenne deine Geschichte nicht, dennoch kann ich mir denken was dir schlimmes wiederfahren ist.

Es tut mir leid für Dich!

Du hast recht auch Du darfst schwach sein. Jetzt in diesem Moment und wann immer du das Bedürfnis hast schwach zu sein.

Die Gesellschaft sieht die Männerwelt als Helden an:
(Wikipedia beschreibt das Wort Held so:
Ein Held (althochdeutsch helido) ist die (meist männliche) Hauptfigur (Protagonist) einer Geschichte, Legende oder Sage, die über Kräfte verfügt, die weit über die eines normalen Menschen hinausgehen, so dass er zu schweren und großen „Heldentaten“ in der Lage ist, die ihm Ruhm bescheren. Dabei ist nicht nur körperliche, sondern auch seelische Kraft gemeint. Helden stehen meist in einem Gegensatz zum Schurken oder Feigling (Neiding).)

Hier wird es schon deutlich gemacht Held -->Kräfte weit über des normalen Menschen

Männer sind Menschen mit Stärken und Schwächen, genau so wie die Frau auch.

Nur die Gesellschaft schreibt wieder vor : Frauen sind schwächer als Männer, Frauen können sich gegen Männer nicht wehren... rein Körperlich betrachtet.

Sicher Frauen haben in den meißten Situtationen körperlich keine Chance gegen einen Mann der feste Absichten hat... das gilt aber genau so für Männer. Es gibt auch stärkere und schwächere Männer.

Männer werden aber von der Gesellschaft gerne als Helden gesehen und übersehen das Männer eben auch Emotionen und Gefühle haben.

Deshalb frusti... wenn Du schwach sein möchtest in diesem Moment, dann sei es. Denn genau das macht uns doch als Menschen aus.
 
ohman zufall?kannst mich au grad frusti nennen.
mir macht man keinen schmerz mehr..nu scho übern jahr nich mehr...aba ich muss jetz wieda zum anfassen lassen...aba nur zum arzt...aba mir is jetz schon schlecht und ich hab wieda so angst wie imma wenn ich zum doc muss...ich könnt so KOTZEN
will nich mehr angefasst werden...klar is ohne schmerzen...meist jedenfalls...aba es is einfach nur ätzend und ich hasse es....*heul*
nuja..ich muss los...
wie sagen die andren...alles wird gut...jaja
bye
 
hallo frusti,

ich kann deinen frust wirklich gut verstehen.
ich bin selbst ein opfer - allerdings eine frau.
und ich kann voll und ganz nachvolllziehen, wenn du sagst, dass es mädchen/frauen leichter haben, verständnis und hilfe zu bekommen.
das ist keine abwertung des weiblichen geschlechts - das ist sicherlich traurige realität :-(
und davon kann ich nicht nur theoretisch reden:
ich kannte einen mann, der in der selben situation war wie du
und der sich mir damals anvetraut hatte.

auf unsere ach so fortschrittliche, offene und moderne gesellschaft kannst du dich nicht verlassen - was man/frau leider erst zu spüren kriegt, wenn man plötzlich "mitglied" einer randgruppe unserer gesellschaft ist...
oder so krass wie du: der grenzgänger in einer randgruppe.

north dakota hat das schon richtig festgestellt: viel zu schnell wird alles in eine schublade gesteckt. viel zu viele festgefahrene, veraltete ansichten lassen uns viel zu schnell in eine vorgebene rolle schlüpfen, die wir nicht sind, mit der wir uns nicht identifizieren können... aber dann passen wir bestens und problemlos ins "raster".
deshalb: solange du die nötige kraft hast: kämpfe für dein recht "anders" zu sein, kämpfe für dein recht auf hilfe, auf verständnis und unterstützung. konfrontiere deine umwelt. sei mensch - nicht mann. ist ganz bestimmt nicht leicht - aber besser als schweigsam vor sich hin zu "vegetieren" - bis ES einen von innen auffrisst...

hast du denn keine unterstützung von freunden/familie?
weiß nicht, ob du die site schon kennst. vielleicht bringt sie dir hilfreiche adressen: http://www.gewalt-gegen-maenner.de/betroffen.php

ach eines noch:
deine art, schotterblume zu zitieren könnte missverstanden werden - nämlich so, dass die zitierten sätze die meinung von schotterblume widerspiegeln. das ist aber nicht richtig. sie sind aus dem zusammenhang gerissen. nichts für ungut 🙂

ich wünsche dir viel kraft und mut. du bist NICHT allein!!!

claudia
 
Hallo zusammen,

Sorry.
Ich bekenne Farbe mit diesem Post, da ich nicht mehr als frusti schreiben möchte. Das war Einmalig. Ich stehe zu dem was steht. Es sollte Symbol sein, wie sehr wir uns, ob Frau, ob Mann, verstecken müssen - um Gehör zu bekommen.
Im realem: Dann , wenn ich in der 3. Person drüber Spreche, dann hört man mir zu. Dann ist es ja so schöööön weit weg. Bis ich mich Oute. Dann iss Fußball angesagt.
Was nicht heißen soll, dass man mir hier nicht zuhört!

---

Wenn ich die/meine alt-hergebrachte-Männer-Rolle nicht erfülle, nicht erfüllt habe, nicht konnte, dann bin ich doch nur noch gegen den Strom unterwegs.

Das einzigste was mir persönlich bleibt, ist; die Flucht nach vorne. Und zwar in allem was ich tue.
Ich weiß nicht wie ich es erklären soll, ich habe immer das Gefühl, andere, nicht betroffene, drehen meine Worte wie sie gebraucht werden, da sie Grundsätzlich rechts und links nicht unterscheiden können, zeigen sie immer geradeaus. Dieses schwarz/weis Denken ist A: nicht zeitgemäß und B: Stillstand

Wenn ich zu einer Reise gedrängt werde, ich dies auch antrete, ist das dann mein Urlaub? , oder nur Dein gutes Gewissen?
Am Ende, irgendwann, wenn ich genau dort hin fahre möchte, weil ich es will, dann fahre ich auf einer alten Spur zum Ziel. Bei der ich nicht/nie weiß, ob ich mich dort angekommen fühlen werde. Alleine die Möglichkeit das es so sein kann und könnte, ist Grund genug dort keinen Urlaub zu machen. Auch wenn das mein liebste Ziel ist.
Ich als Mann, habe gefälligst diese direkten, geraden Weg zu nehmen. Das Ziel ist grundsätzlich richtig!

Aber warum Schnur gerade, wenn ich das nicht möchte, weil ich es einfach für mich nicht kann, auch wenn es von mir erwartet wird. Mein Wille wird einfach nicht respektiert!
Diese Respektlosigkeiten machen klein, sehr klein! Das wird schon werden, Kleiner/Großer! Ich mach das schon! Ich will ja nur Dein Bestes! So wird meine starke Entscheidung, einen anderen Weg zu gehen, zunichte gemacht, noch vor dem Gehen! Statt mal drüber nachzudenken wie man meinen Weg erleichtern kann, wird einem regelrecht das Lehrbuch um die Ohren geschmettert. Diese (Rat-)Schläge vergisst man nicht!

Ich füttere doch einen Vegetarier auch nicht mit Fleisch, nur weil es gut für mich ist!
Ich möchte als Mensch behandelt werden, nicht gesagt bekommen das ich wie eine Frau behandelt werde. Hallo!

Es gibt so viele Wege, schöne Wege, ja sie sind länger, aber dafür ist der Erfolg auch viel größer, wertvoller.
Aber als Mann, da biste ständig an der Grenze dessen, was ich mal schlicht als Blindheit derer bezeichnen möchte, die uns Männer verschachtelt wegpacken, als unfähig Stark zu sein. Dabei ist meine Schwäche die Stärke! Jawohl.

Ich empfinde nicht „nur“ wie ein Überlebender, ich fühle, leide, schäme, ... auch so, denn ich bin doch ein Überlebender, nur eben ein Mann.
Ein Mann, der erschrickt wenn der Toaster fertig ist mit seiner Arbeit,
Ein Mann, der Angst vor der Menge hat,
Ein Mann, der Angst hat zu Träumen,
Ein Mann, der Angst vor Nähe hat,
Ein Mann, der auch Alltags Masken tragen muss,
...
...

Na und? Warum darf ich das nicht? Was darf ich denn? Mich an eine Norm halten?
Die Norm ist:
Ich kann nicht in eine Männer Selbsthilfegruppe gehen!
Ich kann nicht in eine Frauen Selbsthilfegruppe gehen!
Ich kann nicht in eine gemischte Selbsthilfe gehen!
Ich kann nicht mit Männern in einem Zimmer schlafen! z.B. Klinik
...
...
Ich kann mir nur etwas gutes tun, wenn ich mich selbst annehme, nur kann ich mit niemanden drüber reden. Ich würde das gerne tun, aber nicht immer nur mit meinem Psychologen.
Trotz allem, empfinde ich mich nicht als Beziehungsunfähig, auch wenn meine 2. Ehe daran zerbrochen ist. Da sage ich schon aus reiner Gewohnheit, dass ich Schuld daran bin. lol
Ich möchte nur eines: Leben (mit meinem Schicksal). Als Mensch kann ich das, aber als Mann, nicht. Auch wenn ich mit 7 zum Mann gemacht wurde.

Ich verlange ja nicht, dass man mich in allem versteht, aber respektiert.

Respekt ist in unserer Gesellschaft ohne hin rar geworden. Was soll’s... Warum sollte ich Respekt verlangen. Ich bin doch ein Tabu. Immerhin ein Therapiertes. Tolle Norm.

---

Ist ein schwieriges Thema, ich weiß. Für den Stammtisch ungeeignet. Und wenn wir nicht drüber reden, wer dann, wenn nicht wir?


Ich werde noch auf Eure Beiträge eingehen!

@ Claudia: Was das Zitat von Schotterblume betrifft Claudia, da hast Du sicher recht. Ich dachte das der Link als Verweis aufs Ganze - ausreicht. Die Worte von dort, sie waren sehr zutreffend für mich.

Mein Frust hat sich noch immer nicht gelegt!

---


@ Jord: Hallochen,

manchmal sind es die Zufälle - welche uns weiter gehen lassen. Man trifft sich an einer Zufallsweiche, verweilt und geht. Nicht fort, nur weiter!
Für uns ist das Maß der Zeit, nicht die Zeit, sondern das Glück/Freude! Wir brauchen gerade Menschn!

Auch wenn das jetzt traurig rüber kommt, was ich Dir gleich Schreiben werde. Es ist eine ganze Schubkarre voller Hoffnung, die ich Dir gerne gebe.
Damit Du dann auch sehen kannst, vor Augen hast, dass nichts umsonst ist, klick folgenden Link an! Dort sind zwei, drei Bilder, die sind pure Hoffnung!


Berühre den Kern Deines Leidens, ab da geht es nur noch bergauf.
(Das heißt nicht das Du ganz unten sein musst!!!)

http://augenblicke.gallery.onetwomax.de/39111/

---

Wohl oder übel, müssen wir uns selbst eine Lobby schaffen.

Mit Thera Vorschlägen, die mir begegnet sind, auch hier, ist es nicht getan. Das ist eine simple Feststellung, mehr nicht! Willkommen in der Realität!
Und jeder tut was er kann, so wie ich auch. Hier und anderswo.


Liebe Grüße,
frusti Knut
 
Hallo Ruheloser,

ich glaube als Außenstehender ist man um Worte verlegen. Alles was man oft machen kann ist schweigend zuhören. Menschen den Raum geben sich wieder zu spüren ... .

Ich weiß immer nicht, was das ganze Tamtam um Männer und Frauen soll. Mensch ist Mensch. Nennt die Ansicht naiv, ich werde davon nicht abrücken. Wir übernehmen im Leben viele Rollen, doch sind wir nie nur Rolle sondern eben einfach Menschen ... 🙂.

Deine Bilder sind übrigens schön. Besonders die vom Garten der Welten. Übers Jahr verteilt selbst geknipst?

Jun
 
@ Jord: Hallochen,

manchmal sind es die Zufälle - welche uns weiter gehen lassen. Man trifft sich an einer Zufallsweiche, verweilt und geht. Nicht fort, nur weiter!
Für uns ist das Maß der Zeit, nicht die Zeit, sondern das Glück/Freude! Wir brauchen gerade Menschn!

Auch wenn das jetzt traurig rüber kommt, was ich Dir gleich Schreiben werde. Es ist eine ganze Schubkarre voller Hoffnung, die ich Dir gerne gebe.
Damit Du dann auch sehen kannst, vor Augen hast, dass nichts umsonst ist, klick folgenden Link an! Dort sind zwei, drei Bilder, die sind pure Hoffnung!


Berühre den Kern Deines Leidens, ab da geht es nur noch bergauf.
(Das heißt nicht das Du ganz unten sein musst!!!)

http://augenblicke.gallery.onetwomax.de/39111/

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also ich kam heut morgen komisch rüber..ich weiss..aba ich bin nich so wie du...und ich will au nich späta noch ständig so grübeln wie dus wohl machst...
heut früh..da war ich schissig..weil ich mich ma wieda ausziehn sollte und anschauen und anfassen lassen......darum nur...norm will ich das nich..das schissige...nee....vllt ists nich so schlecht das ich gezwungen bin bei docs mich zu zeigen und berühren zu lassen...vllt is das wirklich gut...so bau ich nich eine mauer um mich...au wenn ich oft innerlich fast draufgeh dabei...und am liebsten schreien würd das ich meine ruhe will...endlich verdammte ruhe...mehr nich...
angst deswegen will ich einfach nich mehr haben wenn ich gross bin.

das es für jungs anders is bei andren menschen als für mädchen hab ich au scho gemerkt..will ich aba nich bei mir im kopf durcharbeiten...
ich weiss ehrlich nich genau was du mir sagen willst
ich bin nich so wie ein andres opfer und ich gehör nich i.wo dazu...ich bin ich..nur ich...und ich geh meinen weg...wirklich...nur meinen....ich mach alles dafür das es mir bald gut geht...ich weiss ich kann das...ich weiss ich krieg i.wann alles hin was ich mir vornehme..und ich weiss verdammt nochma das ich i.wann glücklich sein kann ...knuddeln kann und alles andre mit einem menschen der mir viel bedeutet auch.

wenn das komisch rüberkommt..dann kann ichs nich ändern...ich will nich in einem topf stecken mit andren..nee....vllt suchte ich ja den kontakt zu andren männlichen opfern..aba nur weil ich fragen hatte...da gehörten au sexuelle fragen zu...aba die hab ich geklärt bekommen...das heisst für mich ein schritt weiter...und es ist oki dann...das leiden der andren opfer will ich eig nich hören oda lesen...das tut mir nich gut....darum dreh ich mich bei sowas um und geh schnell in die andre richtung

bye
 
Hallo ihr,

ich bin zwar kein Opfer physischer Gewalt, aber ich denke, dass man weder seinen Ängsten ausweichen sollte, noch den Mitmenschen bzw. dem Geschlecht, welches Täter gewesen ist.

Wer dem ausweicht, leidet ewig. Resigniert irgendwann, und lebt als Mensch ein Stück Hölle.

Die Menschen, die Mentoren sind, einen weiterbringen können, sind selten, ja. Und viele meinen es zwar gut, aber tun genau das was falsch ist.

Was einem guttut, weiterhilft, ist situationsbedingt.

Nur - mit Ausweichen und Abkapseln geht es nimmer. Soviel weiss ich, der eher Opfer psychischer Gewalt war auch, dass ist zwar ne andere Sache, aber funktioniert genauso.

Ihr packt das schon.🙂

Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Ruheloser,

ich stehe stets an erster Front wenn es darum geht gesellschaftliche Klischees zu bekämpfen. Ich kann deine Situation und Frust also gut nachvollziehen.
Ich erinnere mich an eine Zeit in meiner Jugend in der ich großen Hass auf meinen ungerechten und gewalttätigen Vater hatte und dieser Hass sich dann auch auf die gesamte Welt richtete..bis ich mir klarmachte: STopp-...da machst du nen logischen Fehlschluss (= Vater/Täter = die Welt...stimmt irgendwo aber doch nicht ganz!) da denkste krumm...Ich muss mich nicht gegen die Welt zur Wehr setzen, womit ich mich sowieso überhoben hätte, sondern nur gegen einen Übeltäter/Feind. Und das hab ich dann auch getan und damit war Ruhe im Karton.

Leider sind die Dinge wie sie sind: Frauen dürfen schwach sein und eher Opfer sein, weil sie von vornherein traditionell als schwach definiert wurden, Männer, die Opfer werden guckt man schräg an, weil man von ihnen erwartet dass sie kampfgeschult sind....was fürn Quatsch son Schubladendenken...aber es ist nun mal bei den allermeisten Menschen im ersten Ansatz (oft ist das "zweite Denken" anders..aber es kommt oft nicht dazu) vorhanden...nicht überall! Ich glaube das hat auch viel mit Bildung und/oder naturgegebenem Reflexionswillen bzw. -geübtheit im gerechten Denken was zu tun. Also würde ich nicht von vornherein alle über einen Kamm scheren.
Schubladendenken findet man überall es hat ja auch ne wichtige Funktion unseren Alltag zu strukturieren..hat aber auch seine Nachteile, die du ja ganz klar zu spüren bekommen hast.

Grundsätzlich kommt es drauf an wo und mit wem du über dein Schicksal reden willst. Es wird halt nicht überall und mit jedem gehen, damit wirst du leben müssen.
Hast du mal mit deinem Therapeuten besprochen wie du mit dieser SAche umgehen kannst? Hast du überhaupt gute Freunde mit denen du offen reden kannst?

Wichtig ist dass du für dich hinbekommst zu sagen: o.k. ich war Opfer, diese Zeit ist nun vorbei und nun gucke ich wie ich weiterkomme..nicht immer so fixiert auf den Blick zurück...oder was erwartest du damit? Und das du innerlich für dich selber die Grätsche hinkriegst zwischen eigenem ICH und gesellschaftlicher Erwartungshaltung, den Klischees. Dazu musst du jedoch genau wissen wer du bist und wie du sein willst, wo du im Leben stehst..ich denke genau an diesem Punkt herrscht bei dir noch Unklarheit?
Du klingst keinesfalls therapiert..da ist noch sehr viel Wut und Frust in dir....die sich scheint's nun gegen die Gesellschaft richtet.
Bei vielen Gewaltopfern gibt es sonen Effekt der Ablenkung und Umlenkung des Zornes und der Abwehr, wenn sie sich nicht trauen oder die Möglichkeit haben diese Wut in Form von Anzeige oder Gerichtsverfahren oder sonstigen (hoffentlich legalen) Maßnahmen direkt gegen den Täter zu richten oder keinen Erfolg mit solchen Maßnahmen hatten. Du solltest da also vorsichtig sein und nicht ungerecht ggü Menschen werden, die ja an sich nix dafür können das dir passiert ist, was ja an sich nur ein einziger, nämlich der Täter zu verantworten hat.
Ich habe es in einem anderen Gewaltopferforum miterlebt, dass die niedlichen Engelopferchen sich nach allen Regeln der Kunst seelisch zu zerfleischen begannen...denn als die für die Verarbeitung wichtige Wut da war, wurde sie aufgrund Fehlens des richtigen Adressaten (=Täter an die man sich net rantraute) halt gegen den Nächstbesten gerichtet. Schliesslich ist der Mensch irgendwo auch nur ein Tier auf gewisser Ebene...und wo die Stammhirntrommeln laut sind...mit Angst und Frust und Wut/Aggressionen...da kann sich das Oberstübchen, der Verstand und die Vernunft halt oft kein Gehör verschaffen. Emotionen sind IMMER schneller..das liegt halt an der Struktur des Hirns..Aber die gute Nachricht lautet: man kann das Stammhirntrommeln durch gezieltes Training auch leiser kriegen/abfangen.

Die gesellschaftlichen Institutionen und Strafmaßnahmen für Gewalttaten sind nun mal leider nicht optimal...man erhält oft nicht den Schutz und die Unterstützung die man gebrauchen könnte....gelegentlich wird man auch noch zusätzlich mit institutionalisierter Gewalt konfrontiert..und dann wird es bitter...aber es wird leichter mit einem standhaften ICH, dass allen Widrigkeiten des Lebens trotzt...aber so ein ICH will erstmal aufgebaut sein..das ist halt harte Arbeit an sich selber, viel Lernarbeit, manchmal viel Änderung im Leben und einiges am Umstellung.

Wichtig ist irgendwann mal loslassen zu können....und sein Leben weiterzuleben. Das ist verdammt schwer aber ich denke nach einigen Jahren intensiver und guter Therapie müsste so etwas möglich sein. Jedenfalls kenne ich Menschen die es geschafft haben....ohne zu verbittern.
Das man Ruhe in sein Herz und seine Seele bekommt liegt zum größten Teil nicht an der Gesellschaft sondern an einem selber..an der eigenen Grundhaltung...wenn man zu viel erwartet wird man immer wieder enttäuscht und hängt fest in der Frustschleife. Die Welt, die Realitäten werden sich niemals nach deinen Bedürfnissen und Wünschen ausrichten, sondern es geht leider nur umgekehrt..man muss sich genügend in seinen Bedürfnissen und Wünschen nach den realen Gegebenheiten ausrichten, sonst bleibt man unglücklich.
Man kann noch so sehr gegen die GEsellschaft wettern..dadurch ändert man wenig..aber ich denke man kann im Kleinen, in seinem Umfeld ne Menge erreichen...warum gehst du nicht mal an die Öffentlichkeit, zu solchen Sendungen wie Kerner um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, oder wendest dich an Organisationen männlicher Gewaltopfer? Vielleicht kannst du ja damit auch was ins Rollen bringen, was für dich das bringt, wonach du suchst. Die Möglichkeiten der 2-D-Internetwelt sind auch begrenzt...du wirst ggf. zusätzliche andere Wege suchen müssen, die dir ggf. mehr geben.
Noch zum Thema Frust...der legt sich oft wenn irgendwie Gerechtigkeit geschaffen wurde...also der oder die Täter öffentlich verknackt und bestraft wurden etc...oder aber wenn man sich sagt: o.k. meine Lage ist so vertrackt ich muss auf die Gerechtigkeit verzichten...und man sich damit endgültig abfindet. Man also einen Schlusspunkt findet, den man innerlich für sich akzeptiert. Ohne diesen Schlusspunkt kreist man ständig nur weiter in seinem Leid. Ich als EX-Gewaltopfer erinnere mich ganz genau noch an den Zeitpunkt an dem ich diesen Schlußpunkt für mich gesetzt hatte und von da an ging es aufwärts.

Ich denke für dich wäre eine psychologisch angeleitete Selbsthilfegruppe mit Leidensgenossen ne gute Sache. Und Kampfsport...mein Lieblingstipp, denn erfahrungsgemäß bringt das auch mehr Ruhe und Ausgeglichenheit in die Seele, mehr SElbstbewusstein, eine aufrechte Grundhaltung, einen freien Kopf der nicht zu viel grübelt und zu sehr in negative Gedanken vergräbt...
Zwischendurch muss man vom Denken auch loslassen können, sonst tützelt man sich fest.

Zum Schluss noch ein Buchtipp: Gefühlsterroristen ..siehe:
http://www.amazon.de/Gefühlsterroristen-Erkennen-durchschauen-entwaffnen-Helmut/dp/3423244828
Der Link soll jetzt keine Schleichwerbung oder Kaufanimation sein..den Titel gibts ja überall im Buchladen zu kaufen.

Gruß
Tyra

P.S. Ach ja und noch zum Thema Männerrolle oder Frauenrolle: es liegt an jedem selber ob und wie weit man sich in Rollen drängen läßt..ich hab es auch hingekriegt mich NIE in die klassische Frauenrolle drängen zu lassen. Ich seh das Leben als ne Art Rollen-SPIEL bei dem ich rumprobieren kann und selber mitbestimme, wie die Rolle aussehen soll, mit der ICH mich auch wohlfühle. Das Einzige was man braucht um das hinzukriegen ist ausreichend Selbstbewusstsein. Als angeknackstes Gewaltopfer muss man grad zu diesem Punkt ne Menge AufbauARBEIT leisten...das weiss ich aus eigener Erfahrung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Tyra,

also wenn ich Dich so lese - wie es mir geht, mein lieber man, da dürfte ich all das nicht tun, was ich tue. Und das bei dem Input den ich Dir über mich gegeben habe.
(so viel war es ja nun auch nicht, sonst würdest Du so etwas wie heute nicht schreiben.)

Tyra, Deine Mühe in allen ehren! Das was bei mir rüber kommt, ist, dass ich nicht Therapiert bin, eine Selbsthilfegruppe würde mir gut tun....
Sorry, hast Du gelesen was ich geschrieben habe?

Mein Selbstvertrauen kannst Du garnicht einschätzen. Das dieses nicht immer gleich ist, dürfte für ein Jeden normal sein.
Deine Grundeinstellung mir gegenüber, ziehst Du mit einem Kamm, der da heißt: Therapie, Therapie, Therapie....

Dabei bin ich einfach nur frustig!

Meine Wut, die richtet sich auf den Enzelnen, der, wenn, bekommt sie promt. Da kannste Dich drauf verlassen. Die Welt kann ich nicht retten. Genausowenig wie Du.

Wie ich Dir schon sagte, dabei sind wir uns einig, Therapie, dass ist richtig und wichtig, nur findest Du keinen Punkt, nicht einen, an dem Dir klar wird, dass es Zeit wird - nach etwas anderem -zum Ziel führendem- zu suchen, dann , wenn genau das nicht geht, aus den verschiedensten... momentanen gründen. Das ist mein Eindruck von Dir. Bei dem ich nur von mir rede!

Kampfsport, das mag sein das das Hilft. Vielleicht wäre es einen Versuch wert, wer weiß. Für mich nicht. Würdest Du mich kennen, wüßtest Du das.
Ich für mich, möchte das was ich tue nicht missen.
Ich bestimme selbst wann ich traurig bin und wann nicht. Natürlich gelingt mir das nicht immer, ich bin ein Mensch und kein gefühlloses Überwesen. Anscheinend habe ich einen Nachteil, ich mag es nicht, wenn man mir ein Tu Was! Schild umhängen will. Bin da wohl einwenig trotzig.

Das Gewandt, in das Du mich kleidest, passt mir nicht! Dieses Gewandt, ist eine Schablone, mehr nicht. Nichts kreatives. Und, es ist traurig für mich, dass es Dir nicht gelungen ist.

Es ist egal was ich sage, geht's mir schlecht - brauche ich Thera, geht's mir gut - brauche ich Thera. Das macht mich ganz wuschlig wenn man mir nicht glaubt. Es liegt also nichts näher, als das ich mich von jenen "ungläubigen" (man beachte diese Zeichen " " ) verabschieden sollte, da sie mich nicht kennen, oder zu kennen glauben. Was auch nicht richtig ist, oder doch? Falls ja, wäre ich im ganzem ziemlich alleine. Wäre verschlossen. Das will ich nicht sein!

Ich bin immer offen für neue Wege und Gedanken. Und wenn meine mal verdreht sind, muss das gleichbedeutend meines Zustandes sein?
Ich schreibe in aller Regel meine Gedanken, nehme die Finger von der Delete Taste. Und wenn ich mir nicht ganz einig bin, dann ließt sich das.



Gruß
Ruheloser
 
Status
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