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Leitbilder

  • Starter*in Starter*in fritzie
  • Datum Start Datum Start

Hallo °°°abendtau°°°,

schau mal hier: Leitbilder. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Hm. Ich versuche mittlerweile mehr und mehr, mich nicht an "Negativbeispielen" zu messen. In dem Moment, wo ich andere herabsetze, weil sie offenbar nicht mein Verständnis von Dingen habe, zeigt sich für mich ein Defizit in mir selbst.

Defizit? Nö... so würde ich das in dem Zusammenhang nicht sehen! Ist alles mehr eine Frage des abstandes. Vieles wird gern persönlich genommen, wohingegen man selber von der Sache redet. Demnach müßte ich, wenn ich das denn merke, jedesmal sagen: Hey alter!...
Na mensch... was soll das denn werden, außer nervig. 😕
 
WWJD?
Eigentlich bin ich eher mein eigenes Leitbild. :daumen:

Wenn es aber um andere Menschen geht, so habe ich auch meinen Eltern viel zu verdanken.
 
...klar, als ich jünger war hatte ich Leitfiguren und Leitbilder:
zuerst meine Eltern, einer meiner Onkel, Jesus,
später dann Autoren und Therapeuten wie Janov, Reich und ...
(wie hieß er denn gleich, der "Haben oder Sein" & "Die Kunst zu lieben oder so " geschrieben hat...)
noch später dann Osho....und das wars dann auch...

...die letzten haben mich motiviert und animiert
immer tiefer in mich selbst hineinzuspüren und zu horchen,
mich selber immer tiefer kennenzulernen und zu erforschen
und mir selber auf diese Art immer näher zu kommen.

Heute orientiere ich mich nur noch an meinen inneren Stimmen und Gefühlen,
und bin all denen unendlich dankbar
die mich bei dieser Selbst-Entdeckungsreise
unterstützt und begleitet haben.



:blume:
 
Zuletzt bearbeitet:
Erich Fromm erwähnte Vandan gerade.
Habe ich auch gerne gelesen.
Ja, nicht gerade Leitbild, aber klar, auch mich hat mitgeprägt, was ich so las.
Vielleicht sehe ich das Wort "Leitbild" auch zu eng?

Eine Form von ja, ja Begleitung erfuhr ich auch in meinem Leben.
Menschen.... . Menschen, die ich nie vergessen werde... *warmes Gefühl habe im Bauch*.

Aber es gab auch Menschen in meinem Leben, die mir ehr Feinde waren.
Hihi, denke an ein Gespräch mit einer Frau, die mich ansprach mit den Worten:"Geliebte Feindin..." Unsere Wege trennten sich eines Tages und wir stellten im Abschiedsgespräch fest, dass wir uns aneinander nicht nur teils beinahe "die Zähne ausgebissen" sondern viel voneinander und je über uns selber gelernt hatten.
Auch gut.


LG
Landkaffee
 
Zuletzt bearbeitet:
Oder ich hab den Begriff zu eng gesetzt. Ich komme meiner eigentlichen Fragestellung aber schon näher, muß das bloß noch sortiert kriegen. :blume:
 
Ich versuch's mal so rum:

Biografisches:
Kindlicher Jesus-Glaube
-> ständige gefühlte Präsenz bis in meine Gedanken hinein.

Verlust des Glaubens
-> gähnende Leere, war ein fürchterliches Gefühl

Suche nach spirituellem Ersatz
- Bhagwan (wenig Kontakt, sauteure Bücher)
- Mun-Sekte (wenig Kontakt, die wirkten so unnatürlich-aufgesetzt frohlockend - war nicht mein Fall. Außerdem schmeckte das Essen bei denen nicht 😀)
- Scientology: intellektuell ansprechend, psychologisch ziemlich daneben - mit Settings, die im Grunde eine Art 'Gehirnwäsche' zum Ziel haben, konnte man bei mir noch nie gut punkten. Waren relativ schwer wieder abzuschütteln
- Christliche Charismatiker (u.a. Gottesdienste, Kontakte über Bekannte zu WG für ehem. Drogensüchtige) - die Leute wirkten auf mich wie unter Drogen
- Kontakte zu "Hexen" u.a. Esoterikern: keine von denen ging einer geregelten Tätigkeit nach, wirkte auf mich nicht sehr überzeugend
- Kontakte zu Lesben und Kirche: interessant, damals bewegte mich allerdings die Frage, wozu ein christlicher Glaube gut sei, wenn der Glaube an Gott der modernen Welt einfach so angepaßt werden kann. Schien mir unlogisch
- Seelsorgerliche Gespräche mit einem Jesuitenpater: inspirierend, befreiend, ich konnte von "Gott" und meiner Furcht vor Verdammnis loslassen. War übrigens der einzige von all meinen Gesprächspartnern, der mich nie zu irgendwas bekehren wollte. Sein Credo war: Tu, was immer du willst - wenn's dich "satt" macht, ist es gut.
- Beschäftigung mit div. religiösen Ansätzen (nur unvollkommen), v.a. Theorien zu Reinkarnation/Exkarnation und Karma. Interessante Ansätze, manches (Stichwort Eigenverantwortung) lebbar, in letzter Konsequenz aber unlogisch und zumindest für jemanden, der mit diesen Dingen nicht so bewandert ist, auch zynisch.

Mit Ausnahme der Gespräche mit dem Jesuitenpater schienen mir alle Vertreter der verschiedenen ideologischen Richtungen stärker der persönlichen Gottheit bzw. der Lehre als Glaubenskonstrukt verhaftet, weniger dem eigentlichen Inhalt der Ideologie (zwischen Ideologie und Religion mache ich keinen Unterschied). Hat mich insofern irritiert, weil ich dadurch oft den Eindruck hatte, daß die Zugehörigkeit zu jedweder Ideologie oder Glaubensrichtung fast ausnahmslos im Vordergrund stand, weniger die eigentliche Lehre.

Das Gefühl der Zugehörigkeit mag zweifellos ein starkes, wenn nicht das stärkste Motiv sein, sich einer Ideologie zuzuwenden. Es korrumpiert aber.

Beispiel: in meinem Bedürfnis nach Zugehörigkeit und einer Art schwärmerischer Verehrung für diesen Pater erwog ich zeitweise, in die katholische Kirche einzutreten. Er erkannte wohl meine eigentliche Motivation und hat mich auf seine freundich-humorvolle Art davon überzeugt, daß das nicht der richtige Weg für mich wäre (seine Worte waren: "Du kannst auch als Atheist oder Buddhist ein geliebtes Kind Gottes sein, wenn du dabei nur ehrlich bist").

Ich bin nur sehr wenige Menschen im Lauf der Jahre begegnet, die ich als wirklich authentisch empfand. Das waren ausnahmslos solche Menschen, die nicht sonderlich erpicht darauf schienen, andere von ihrer Lebensweise, ihrem Glauben oder was auch immer zu überzeugen.
Sie leben einfach ihr Ding und fühlen sich nicht bedroht, wenn man ihre Lebensweise nicht für sich selbst wählen will. Sie reagieren auch nicht gekränkt, wenn man ihre Ideologie in Frage stellt.

"Unechte" Gläubige aller Couleur - das können auch Anhänger einer Ideologie wie beispielsweise dem Kommunismus sein - reagieren feindselig und aggressiv, wenn man ihre Ideale angreift. Sie sind dann nicht in der Lage zu akzeptieren, wenn man bestimmte Aspekte ihres Gedankenguts als richtig empfindet, andere weniger - erwartet wird "Alles oder Nichts".

Fazit für mich: Ideologien ziehen einfach zu viele Idioten an.


Bleibt nur noch die Sache mit der Sehnsucht nach "Auffüllen der spirituellen Lücke" - die existiert nach wie vor. Äußerst unangenehm.
 

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