Hallo,
vielleicht sollte ich erwähnen, dass es auch Klassen gibt, in denen ich die Probleme nicht habe. Ich glaube, ich bin einfach nicht der richtige Lehrer für die Unterstufe. Mich nerven die Kinder, die riesigen Klassen. Werde mich nach dem Referendariat nach einem Job in der Erwachsenenbildung umsehen. Mit älteren Schülern komme ich nämlich gut zurecht. Da hab ich bisher selten Probleme gehabt.
Leider kann ich in der Schule nicht auf mein Problem aufmerksam machen, denn es hängt viel davon ab, dass keiner merkt, wie sehr ich darunter leide. Die Einstellungszahlen sind momentan so schlecht, dass nur Absolventen mit Bestnote eingestellt werden. Und wenn der Direktor mir ins Gutachten schreibt, dass ich überfordert bin, finde ich keinen Job mehr, krieg kein Bein auf den Boden.
Es ist ungerecht, dass sie einem Menschen, der ein halbes Jahr Berufserfahrung hat, eine solche KLasse aufdrücken. Aber auch erfahrene Lehrer sind überfordert. Nur - die meisten haben diese Klasse nicht 2 oder 3 Stunden pro Tag.
Ich glaube, der Frust musste einfach mal raus. Unter Kollegen machen auch alle gute Miene zum bösen Spiel. Selten, dass mal einer zugibt, wie es wirklich aussieht. Viele Schüler sind unerzogen und spielen regelrecht Katz und Maus mit jüngeren, unerfahrenen Lehrern. Die wissen, dass wir uns nicht wehren können, weil wir selbst in einer permanenten Prüfungssituation stehen.
Mein Plan sieht so aus: 1. Referendariat überstehen. 2. Stelle an BOS, FOS oder Abendgymnasium suchen 3. Währenddessen vor allem Einzel- und Stillarbeit veranstalten 4. Mich so gut wie möglich beim Sport abreagieren 5. Konsequenter sanktionieren. Ab sofort kriegen die unverschämten Schüler Strafarbeiten und Nacharbeit. Ich mag mich nimmer verarschen lassen! War einfach immer viel zu nett und rücksichtsvoll und hab an das Gute in ihnen geglaubt.