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Leben durch WoW Sucht zerstört. Wie weiter?

im Bezug auf "no brain" hab zumindest ich damals zu meinen besten wow-Zeiten so ziemlich jeden Betrunkenen in den Schatten gestellt.
wenn man es so exzessiv betrieben hat wie ich, wird man vergesslich und man verblödet regelrecht.
da das Spiel nur ein Minimum an Gehirnleistung fordert, stellt sich das Gehirn drauf ein und scheint die unnötigen Gehirnzellen einfach zu deaktivieren.
man wird krass vergesslich. man kann keine Konversation führen, ohne in jedem Satz einfachste Worte und Gedankengänge nicht mehr zu "finden". man stottert nur noch wie ein Affe in der Gegend rum. äh....öh....mhh...pfff..... - gott wie peinlich :nerv:

noch schlimmer und der eigentliche Grund für die Vereinsamung in dieser Zeit ist die Gleichgültigkeit ALLEM gegenüber.
die Freundin erzählt dir fast weinend wie schlimm ihr Tag war und du wunderst dich, warum die sich so anstellt und denkst nebenbei "boah- wann ist die endlich fertig damit - will weiterzocken..."
ähnliche Gedanken, wenn dich Freunde anrufen und mal was unternehmen wollen.
und wenn einer spasseshalber sagt: "ich komm vorbei und mach deinen PC aus", kriegst du gewalttätige Gedanken und kündigst ihm in Gedanken die jahrelange Freundschaft.
er nervt ja schließlich nur noch.
""Freunde? brauch ich nicht - hab in "ingame" genug."" (wegen TS und Gilde 🙄 )

Danke für die ausführliche Schilderung, wie sich die Spielsucht tatsächlich auswirkt. Ich kenne auch jemanden, der mir nahe steht und der da anscheinend nicht mehr heraus kommt. Was du beschreibst, das kann ich gut nachvollziehen, denn genauso kommt sein zumeist gleichgültiges Verhalten auch bei mir an. Das sorgt wohl sehr zuverlässig für immer mehr Isolation, denn man verliert ja die Lust, sich an ihn überhaupt noch zu wenden. Wie lange kann das denn gut gehen, diese Selbstkasteiung und der soziale Verzicht auf echte Menschen im realen Umfeld?

Und wodurch bricht es denn irgendwann zusammen, was sind die Auslöser dafür, wenn die Unfähigkeit des Gehirns, sich mit anderen Dingen auseinanderzusetzen als dem Spiel ja doch noch immer größer wird?

Wie ich gehört habe, haben sich ja mittlerweile auch schon Spezialkliniken extra für extrem Spielsüchtige gebildet. Die fahren auch ein auf das Problem speziell angepaßtes Programm, dass sich von anderen Kliniken stark unterscheidet, ähnlich der Alkoholproblematik. Da steckt ja sicherlich noch viel mehr dahinter als nur die Spielsucht, die sicher ein Symptom ist, denke ich mal.
 
also wenn ich eine Möglichkeit sehe Leute von Süchten "runterzukriegen", dann über "overload". (überladen, überfüllen)
konkret kann ich es natürlich nur vom Spielen sagen, aber funktioniert vermutlich auch bei einigen anderen Dingen, denn egal wovon ein Mensch zuviel bekommt - man hat dann erstmal die Schnauze voll davon.

Sorry, das hatte ich nicht gelesen, in diesem Post war es ja schon sehr gut beschrieben. Im Grunde bleibt also wohl nur, einen Spielsüchtigen sich selbst zu überlassen, bis er seine einseitige Lebensweise irgendwann selbst erkennt, weil er anfängt sich zu langweilen, richtig?
 
Sorry, das hatte ich nicht gelesen, in diesem Post war es ja schon sehr gut beschrieben. Im Grunde bleibt also wohl nur, einen Spielsüchtigen sich selbst zu überlassen, bis er seine einseitige Lebensweise irgendwann selbst erkennt, weil er anfängt sich zu langweilen, richtig?

Das bezweifel ich sehr stark.

Ich hab auch zwei Jahre ein Online-Rollenspiel gespielt. Zwar nicht exzessiv, aber genug, um andere Dinge in Mitleidenschaft zu ziehen.

Nur weil es jemandem wie Skynd (nichts gegen dich Skynd🙂) hier langweilig geworden ist, muss das nicht auf andere zutreffen. Außerdem sagt er das als jemand, dem erst nach 4 Jahren langweilig geworden ist!

Warten wir jetzt einfach bei all den Onlinespielsüchtigen ab, bis Jahre der Vergammelung sie total aus ihrem Leben gerissen haben, damit sie es selbst raffen?

Es kommt in meinen Augen darauf an, was diese Menschen an den Spielen so toll finden. Natürlich kann es sein, dass es einem auf Dauer monoton wird, wenn man die beste Ausrüstung, die es im Spiel gibt, gefunden und die stärksten Gegner scho tausendfach getötet hat.

Aber was ist mit den anderen Mechanismen, die in diesen Spielen wirken? Zum Beispiel die "Ingame-Freunde". Es gibt Leute, die haben sich darüber einen wahren Freundeskreis aufgebaut, den sie nur im Spiel sehen. Und da wird keinesfalls nur über spielrelevante Dinge geredet, sondern eben auch über private Angelegenheiten. Vielleicht sogar über Angelegenheiten, die man niemand anderem im "Real-Life" anvertraut, weil man sich im Spiel schließlich hinter seiner Spielfigur verstecken kann. Die Mitspieler sehen nur das, was ich sie sehen lassen will!

Und damit greifen für mich ganz andere Süchte, als lediglich das Erreichen eines "Spielzieles".

Man stelle sich jemanden vor, der im realen Leben keinerlei Aufmerksamkeit und Zuspruch bekommt. Nun loggt er sich in seiner Onlinewelt ein und dort bekommt er, was er sich so wünscht. Er kann sich präsentieren wie er will, er kann Lob ernten, Aufmerksamkeit bekommen...ja, er kann jemand sein. Nicht mehr nur irgendjemand, sondern jemand. Die Mitspieler nehmen ihn gerne mit, weil er seinen Job im Spiel gut macht. So fühlt er sich gebraucht usw...

Gruß
Mind
 
Das sorgt wohl sehr zuverlässig für immer mehr Isolation, denn man verliert ja die Lust, sich an ihn überhaupt noch zu wenden.
das ist die logische Konsequenz daraus, wenn man ständig absagt und nie auch mal "ja - bin dabei" sagt.

Wie lange kann das denn gut gehen, diese Selbstkasteiung und der soziale Verzicht auf echte Menschen im realen Umfeld?
Selbstkasteiung ist in diesem Zusammenhang das falsche Wort, da man ja, wenn man erstmal darin "gefangen" ist, diesen Zustand nicht als schlecht empfindet - ganz im Gegenteil - es macht sogar riesigen Spass, da man speziell bei wow dank der Gilden in so eine Art Interessensgemeinschaft gerät, die man im schlimmstenfall sogar mit seiner Familie oder Freundeskreis vergleicht/verwechselt.

wie lange es gut geht?
so lange der finanzielle Hintergrund da ist, gibts da zeitlich theoretisch kein Limit.
aber genau das ist ja meist der Knackpunkt, denn wenns dann durch die Sucht finanziell bergab geht, weil man zb. ständig zu spät oder gar nicht zur Arbeit erscheint und dann womöglich irgendwann gefeuert wird, hat das meist auch gravierende Folgen für das soziale Umfeld.

und Freunde/Kumpels/Verwandte/Bekannte machen das ja auch nicht ewig mit.
und es hat mich in der Tat einige Freunde/Kumpels gekostet.
nicht weil sie mich nicht "zurückgenommen" bzw vergeben hätten, sondern, weil wir in den 4-5 Jahren irgendwann aufgehört haben, auf der gleichen Wellenlänge zu liegen.
unsere Freundschaft ist also regelrecht eingeschlafen.
dies wäre nicht passiert, wenn ich in der Zeit meinen Kontakt aufrecht erhalten hätte.

Und wodurch bricht es denn irgendwann zusammen, was sind die Auslöser dafür, wenn die Unfähigkeit des Gehirns, sich mit anderen Dingen auseinanderzusetzen als dem Spiel ja doch noch immer größer wird?
wie gesagt: bei mir war es die Langeweile, die sich langsam eingeschlichen hat. nach über 340 Tagen reine Spielzeit(gleichbedeutend mit über 8100 Std) nur auf meinem Hauptcharakter (ich hatte 2 weitere Chars), hat man halt irgendwann alles gesehen.

und genau das gleiche ist mir vorher bei einem anderen Spiel passiert, wo ich ebenfalls fast 6 Jahre drangehangen habe.
da ist mir langweilig geworden, weil ich alles erreicht habe, was ich mir vorgenommen hatte.
und dies hatte ich ja dort erreicht, weil ich mir etwas bei Ebay gekauft hatte, was meine Spielzeit um locker mal 9-12 Monate verkürzt hat.

darum bin ich ja zu dem Schluß gekommen, dass man die Spielzeit am besten dadurch verkürzt, indem man - wenn denn möglich - sich das Spiel oberflächlich ankuckt und/oder zb. den Süchtigen fragt:
"was findest du denn ganz toll in dem Spiel?" oder "welches Item würdest du dir wünschen?".
da diese Spiele ja auf dem Sammeltrieb der Menschen aufbauen, würde man also durch Geschenke die Spielzeit künstlich verkürzen, indem man dafür sorgt, dass er seine Ziele schneller erreicht.

bei manchen Spielen wie zb. wow könnte das je nachdem ziemlich teuer werden, da es sehr beliebt ist, aber bei anderen Spielen kann man bei Ebay mit 5 Euro die Spielzeit des Süchtigen um hunderte von Spielstunden verkürzen.

Wie ich gehört habe, haben sich ja mittlerweile auch schon Spezialkliniken extra für extrem Spielsüchtige gebildet. Die fahren auch ein auf das Problem speziell angepaßtes Programm, dass sich von anderen Kliniken stark unterscheidet, ähnlich der Alkoholproblematik. Da steckt ja sicherlich noch viel mehr dahinter als nur die Spielsucht, die sicher ein Symptom ist, denke ich mal.
da denkst du richtig.
die Ursachen sind allerdings im Detail schwer zu ermitteln:

da ist ja einmal der Sammeltrieb, der fast alle Menschen gleichermaßen, aber unterschiedlich "hart" betrifft.

speziell bei online-rollenspielen ist da eine Welt, die einem dank Gilden und ähnlichem einen Freundschaftskreis suggerieren können und teilweise auch tatsächlich umgesetzt werden (Reallife-Treffen der Gildenmember).
wenn also jemand im echten Leben nicht so gut mit Leuten kann oder aufgrund der Umstände, nicht dazu kommt ein soziales Umfeld aufzubauen, dann ist das natürlich ein Paradies für denjenigen.

Flucht aus der Realität wird auch oft genannt.
es ist eine Welt, wo einfach jeder etwas erreichen kann und jeder "jemand" ist- mit einem Minimum an Aufwand.
man bekommt ständig tolle Titel, die einen zu etwas besonderem machen (können).
auch ist das ganze so aufgebaut, dass man sehr schnell zu Erfolgserlebnissen kommt.
und Erfolg treibt einen an und begeistert einen noch zusätzlich.
eine Art Teufelskreis, da man den Spieler auf vielen Facetten "bindet". bricht mal eine Facette ein, sind da noch mindestens 2-3 weitere, die einen wiederum auffangen.

und da Blizzard Marktführer im Spielesegment ist, können die das aufgrund ihrer enormen finanziellen Mittel so gut wie kein anderer umsetzen.


unter anderem hat mir übrigens auch geholfen, mir die Dinge, die ich dir hier erzähle bewußt(er) wahrzunehmen und halt auch über die Logik dem Spiel an Faszination zu nehmen.
mir klar zu machen, dass man zwar DENKT man käme vorwärts, aber in Wirklichkeit tritt man auf der Stelle bzw rollt sogar langsam rückwärts.

allerdings ist "Logik" eine Schiene, auf die ich nicht zu sehr bauen würde.
denn wenn das mit der Logik so einfach wäre, hätten wir in unserer Welt keine Raucher und Alkoholiker mehr 😀

wenn immer du damit helfen willst - viel Glück dabei 🙂


Skynd
 
Ich weiß erlich gesagt nicht wie ich dir helfen soll.

Aber eines kann ich dir SAGEN: Scheiß auf deine Ex Freundin. Die hat dich nie geliebt. Wen sie sich so schnell einen anderen Jungen holt.

Sehe das mit deiner Freundin als erfahrung wie Mädchen sind.....
 
Glückwunsch an alle, die es geschafft haben!

Mich interessiert, wie ihr es wann und wo bemerkt habt? Und wie kam es, dass ihr dagegen vorgehen konntet?

ich bemerkte das ich süchtig war als mein char in wow 6000 gearscore hatte und ich mich fragte "so und was bringt dir das jetzt in deinem realen leben?" dann fing ich an drüber nachzudenken was ich verloren habe und das gab mir die einsicht

lg
 
Ich war auch 5 Jahre wow süchtig. ich vernachläsigte alles. meine familie, freunde, tochter, hobbies. gearbeitet hab ich nebenbei die ganze zeit, dass wars dann aber schon auch. mein erster gedanke nach der arbeit war, sofort zocken. zu hause angekommen startete ich immer zuerst meinen rechner, bevor ich mir die schuhe und jacke auszog!!!!
den einzigen termin den ich noch im kopf hatte war, dass ich pünktlich zu den raids erscheinen muss!!!
zum glück kam dann der zeitpunkt wo ich vom einen tag auf den anderen tag die lust an wow verlor. ich kannte einfach alles in diesem spiel, war ehrfürchtig in allen fraktion, und hab alles erledigt was es zu erledigen gab.
der reiz war nicht mehr vorhanden und so wurde ich frei gegeben.
dass traurige ist, dass ich aufgrund des spiels die einsicht hatte, nicht aufgrund dessen, dass ich alle meine liebsten vernachläsigte!!!
 

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