Das sorgt wohl sehr zuverlässig für immer mehr Isolation, denn man verliert ja die Lust, sich an ihn überhaupt noch zu wenden.
das ist die logische Konsequenz daraus, wenn man ständig absagt und nie auch mal "ja - bin dabei" sagt.
Wie lange kann das denn gut gehen, diese Selbstkasteiung und der soziale Verzicht auf echte Menschen im realen Umfeld?
Selbstkasteiung ist in diesem Zusammenhang das falsche Wort, da man ja, wenn man erstmal darin "gefangen" ist, diesen Zustand nicht als schlecht empfindet - ganz im Gegenteil - es macht sogar riesigen Spass, da man speziell bei wow dank der Gilden in so eine Art Interessensgemeinschaft gerät, die man im schlimmstenfall sogar mit seiner Familie oder Freundeskreis vergleicht/verwechselt.
wie lange es gut geht?
so lange der finanzielle Hintergrund da ist, gibts da zeitlich theoretisch kein Limit.
aber genau das ist ja meist der Knackpunkt, denn wenns dann durch die Sucht finanziell bergab geht, weil man zb. ständig zu spät oder gar nicht zur Arbeit erscheint und dann womöglich irgendwann gefeuert wird, hat das meist auch gravierende Folgen für das soziale Umfeld.
und Freunde/Kumpels/Verwandte/Bekannte machen das ja auch nicht ewig mit.
und es hat mich in der Tat einige Freunde/Kumpels gekostet.
nicht weil sie mich nicht "zurückgenommen" bzw vergeben hätten, sondern, weil wir in den 4-5 Jahren irgendwann aufgehört haben, auf der gleichen Wellenlänge zu liegen.
unsere Freundschaft ist also regelrecht eingeschlafen.
dies wäre nicht passiert, wenn ich in der Zeit meinen Kontakt aufrecht erhalten hätte.
Und wodurch bricht es denn irgendwann zusammen, was sind die Auslöser dafür, wenn die Unfähigkeit des Gehirns, sich mit anderen Dingen auseinanderzusetzen als dem Spiel ja doch noch immer größer wird?
wie gesagt: bei mir war es die Langeweile, die sich langsam eingeschlichen hat. nach über 340 Tagen reine Spielzeit
(gleichbedeutend mit über 8100 Std) nur auf meinem Hauptcharakter
(ich hatte 2 weitere Chars), hat man halt irgendwann alles gesehen.
und genau das gleiche ist mir vorher bei einem anderen Spiel passiert, wo ich ebenfalls fast 6 Jahre drangehangen habe.
da ist mir langweilig geworden, weil ich alles erreicht habe, was ich mir vorgenommen hatte.
und dies hatte ich ja dort erreicht, weil ich mir etwas bei Ebay gekauft hatte, was meine Spielzeit um locker mal 9-12 Monate verkürzt hat.
darum bin ich ja zu dem Schluß gekommen, dass man die Spielzeit am besten dadurch verkürzt, indem man - wenn denn möglich - sich das Spiel oberflächlich ankuckt und/oder zb. den Süchtigen fragt:
"was findest du denn ganz toll in dem Spiel?" oder "welches Item würdest du dir wünschen?".
da diese Spiele ja auf dem Sammeltrieb der Menschen aufbauen, würde man also durch Geschenke die Spielzeit künstlich verkürzen, indem man dafür sorgt, dass er seine Ziele schneller erreicht.
bei manchen Spielen wie zb. wow könnte das je nachdem ziemlich teuer werden, da es sehr beliebt ist, aber bei anderen Spielen kann man bei Ebay mit 5 Euro die Spielzeit des Süchtigen um
hunderte von Spielstunden verkürzen.
Wie ich gehört habe, haben sich ja mittlerweile auch schon Spezialkliniken extra für extrem Spielsüchtige gebildet. Die fahren auch ein auf das Problem speziell angepaßtes Programm, dass sich von anderen Kliniken stark unterscheidet, ähnlich der Alkoholproblematik. Da steckt ja sicherlich noch viel mehr dahinter als nur die Spielsucht, die sicher ein Symptom ist, denke ich mal.
da denkst du richtig.
die Ursachen sind allerdings im Detail schwer zu ermitteln:
da ist ja einmal der Sammeltrieb, der fast alle Menschen gleichermaßen, aber unterschiedlich "hart" betrifft.
speziell bei online-rollenspielen ist da eine Welt, die einem dank Gilden und ähnlichem einen Freundschaftskreis suggerieren können und teilweise auch tatsächlich umgesetzt werden (Reallife-Treffen der Gildenmember).
wenn also jemand im echten Leben nicht so gut mit Leuten kann oder aufgrund der Umstände, nicht dazu kommt ein soziales Umfeld aufzubauen, dann ist das natürlich ein Paradies für denjenigen.
Flucht aus der Realität wird auch oft genannt.
es ist eine Welt, wo einfach jeder etwas erreichen kann und jeder "jemand" ist- mit einem Minimum an Aufwand.
man bekommt ständig tolle Titel, die einen zu etwas besonderem machen (können).
auch ist das ganze so aufgebaut, dass man sehr schnell zu Erfolgserlebnissen kommt.
und Erfolg treibt einen an und begeistert einen noch zusätzlich.
eine Art Teufelskreis, da man den Spieler auf vielen Facetten "bindet". bricht mal eine Facette ein, sind da noch mindestens 2-3 weitere, die einen wiederum auffangen.
und da Blizzard Marktführer im Spielesegment ist, können die das aufgrund ihrer enormen finanziellen Mittel so gut wie kein anderer umsetzen.
unter anderem hat mir übrigens auch geholfen, mir die Dinge, die ich dir hier erzähle bewußt(er) wahrzunehmen und halt auch über die Logik dem Spiel an Faszination zu nehmen.
mir klar zu machen, dass man zwar DENKT man käme vorwärts, aber in Wirklichkeit tritt man auf der Stelle bzw rollt sogar langsam rückwärts.
allerdings ist "Logik" eine Schiene, auf die ich nicht zu sehr bauen würde.
denn wenn das mit der Logik so einfach wäre, hätten wir in unserer Welt keine Raucher und Alkoholiker mehr
😀
wenn immer du damit helfen willst - viel Glück dabei
🙂
Skynd