Werner
Sehr aktives Mitglied
Jedenfalls nicht Menschen zwangsweise zu nur einem Kind zu verdonnern, was in vielen Nationen sowieso weder vom Gesetz noch praktisch durchführbar ist.
Du würdest also lieber deine Kinder zu einem
Leben in einer von Überbevölkerung und Hunger
zerstörten Welt "verdonnern" als den Verstand
und die Mathematik zu benutzen und den Fort-
pflanzungstrieb in sinnvolle Bahnen zu lenken?
Das ist ziemlich zynisch, denke ich - und auch
ignorant, weil es die Realitäten ausblendet, die
sich nun einmal entwickelt haben (z.B. durch
die Entdeckung von Antibiotika, Kunstdünger
und den Zugang zu fossilen Energien).
Und wie soll das gehen? Wie willst Du verhindern , dass eine Familie mehr als 1 Kind bekommt. Das ist nicht durchführbar.
Freiwilligkeit, Einsicht, Anreize, Strafen - eine
Mischung aus allem dem, von den betroffenen
Ländern individuell mit ihrer Bevölkerung ausge-
handelt und beschlossen. Wenn ich einer Fami-
lie dafür, dass sie nach einem Kind freiwillig (!)
aufhört mit dem Fortpflanzen, kostenlos ein
großes Stück Land, einen Bildungsgutschein
für ihr Kind und Zugang zu medizinischer Ver-
sorgung biete, denken bestimmt manche da-
rüber nach, ob das nicht besser ist als mit fünf
oder zehn unterernährten Kindern in einem
Slum zu hausen, wo nicht einmal fließendes
Wasser vorhanden ist.
Eine Möglichkeit wäre die Bildungssituation zu verbessern und damit die Grundvoraussetzungen.
Die Bildungssituation hat mich (und viele ande-
re) dazu gebracht, dass wir rechnen können und
auch eine Kurve in die Zukunft weiterrechnen 🙂
Leider sind die Bemühungen der letzten 50 Jahre
um mehr Bildung in vielen Ländern nicht erfolg-
reich gewesen, z.B. weil sich die katholische Kirche
weiterhin dazu aufgerufen sieht (wie auch andere
Religionen), das Motto "seid fruchtbar und mehrt
euch" zu propagieren - wobei sie die Fortsetzung
des Satzes ("und füllet die Erde") unterschlagen,
da ja die Erde inzwischen "voll" ist und jetzt eine
neue Regel gelten sollte ("bewahren der Natur").
Ein oder zwei Kinder wären im Übrigen viel realis-
tischer gut auszubilden als fünf oder zehn ...
Auch das ginge praktisch nicht, weil das Grundgesetz dem entgegen steht.
Im Grundgesetz steht auch, dass und wie es sich
ändern lässt, wobei wir in Deutschland ja derzeit
kein Problem mit einer wachsenden Bevölkerung
oder deren Versorgung mit dem Notwendigen
haben (wobei ich es präventiv trotzdem gut fände,
auch bei uns über einen Richtungswechsel nachzu-
denken, wie schon geschrieben und begründet).
Aber nochmal nachgefragt, Kasiopaja: ab welchem
Bevölkerungsstand würdest du denn sagen, dass es
jetzt genug ist - bei 10 Milliarden oder 20?