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Lange Betreung in der Kita

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Ja aber ich denke mit einer langen Fremdbetreuung kann man schlecht auf die Individuellen Bedürfnisse des Kindes kümmern.

Du kannst ja gerne glauben, denken, meinen, hoffen was Du willst. Aber wenn Du in einer Kita arbeiten willst, musst Du Dich mit den Realitäten vertraut machen. In diesen Realitäten leben die Eltern, nicht in Glauben, denken, meinen, hoffen.
 
@fremdbetreuungsbefuerworter:
Was genau ist denn nun eure meinung dazu?
-dass fremdbetreuung auf jeden fall besser ist als betreuung durch die eltern?
-oder doch eher, dass fremdbetreuung "halt aus wirtschaftlichen gruenden" heutzutage sein muss, aber doch "keinen groesseren schaden anrichtet"...sprich, dass AUCH aus hauptsaechlicj fremdbetreuten kindern "was werden kann"?
 
Was noch gar nicht zur Sprache kam..Eltern müssen zwangsweise auch absulutes Vertrauen zur Betreuung haben..ich persönlich hatte die nicht,deshalb mein Motto:Erst,wenn Kind sich wirklich artikulieren kann und mir erzählt,was im Kiga so los war.
Zur länge kann und will ich nicht diskutieren,das hängt von Lebensumständen ab und da maße ich mir nicht an,die zu beurteilen.
 
Ja aber ich denke mit einer langen Fremdbetreuung kann man schlecht auf die Individuellen Bedürfnisse des Kindes kümmern.

Solange man sich mit flexiblen Arbeitszeiten umstellen kann, geht das perfekt UND man geniesst die übrige Zeit noch intensiver. Ich meine jetzt normale Büroarbeitszeiten.

Sonst würde das ja bedeuten, dass jedes Kind , das in Fremdbetreuung ist ( auch länger ) einen Schaden davonträgt.
Und soweit ich das aus meiner Erfahrung her sagen kann, ist das recht selten der Fall- im Gegenteil, ich z.B. war viel unausgeglichener als ich noch wenig gearbeitet habe...

Janina
 
Ich würde mein Kind ab 3, 4 Jahren durchaus in den Kindergarten bringen, einfach weil ich es für wichtig halte, dem Kind zu ermöglichen, sich ein Stück weit von mir abzunabeln, ihm neue Erfahrungen zu ermöglichen und die soziale Kompetenz zu fördern.

Genau so ist es, diese Kompetenzen kann ein Kind zuhause nicht lernen ( Gruppengefüge, neue Bezugspersonen, Rücksicht auf andere Kinder etc. ) . Insofern ist ein Kiga nur positiv- man schaut sich ja vorher gemeinsam mit dem Kind den Kiga an, um herauszufinden, ob sich das Kind ( und die Eltern ) dort angenommen und wohlfühlen.

Als Übergang fand ich einen Eingewöhnungskurs über einen kirchlichen Träger sehr sinnvoll. Hier blieb man zuerst dabei und Stück für Stück blieben die KInder ( 3 Jahre alt ) länger und länger alleine bei den Erzieherinnen ( 10 Kinder, 2 Erzieherinnen )- hat sehr gut funktioniert und auch etwas gebracht.

LG Janina
 
Interaktion mit anderen kindern kann ein kind mit geschwistern zuhause auch lernen.
Und beim spielen draussen (oder zuhause)mit nachbarskindern...
Ausserdem geht es kareena nicht um entweder-oder, sondern darum, beides in der waage zu halten.
Hab uebrigens selber 2 jahre im kindergarten gearbeitet und mit meinen 3 kindern 9 jahre kindergartenerfahrung.
Kinder ab 3 halbtags in den kiga ( die wollten da selber hin) aber wenn sie mal nicht wollten, oder sich nicht besonders fuehlten oder nicht rechtzeitig aufwachten durften sie eben auch mal zuhause bleiben.
Es ist ein unterschied, ob ein kind in den kiga geht weil es moechte, oder ob es MUSS.
Ausserdem hatten wir bei der kleinsten nach 4 jahren kindergarten ziemliche probleme, weil sie "ihr geliebtes fraeulein" auf einmal nichtmal mehr besuchen durfte. Das jat sie jahrelang! trauriggemacht. So eine beziehung, so eng und gut sie ist, ist eben immer nur eine beziehung auf zeit.
 
@Rhenus dein Standpunkt ist mir noch unklar, auf was beziehst du dich? Auf deine eigene Ideen, oder auf Erziehungsmodelle die in anderen Ländern Anwendung finden?

Ich beziehe mich auf gesellschaftliche Fehlentwicklungen, wo man nur immer die Folgen beklagt und die Gründe unter den Teppich kehrt.
Doch leider werden diese ja noch nicht einmal in einem Konsens für real gehalten...

Es gibt anscheinend keine steigenden Krankheiten, besonders im psychischen Bereich,
keine Drogenproblematik,
keinen extremere Gewalt,
keine Armut, keine Entsolidarisierung der Gesellschaft,
keine Ausgrenzung und Mobbing,
keine Entrechtung,
keine Fremdenfeindlichkeit, keinen Rassismus, keinen Neonazismus,
und keinen Sozialneid auf Arme und Kranke...

Wenn die Erziehung in der Masse, zudem von ideologisierter Seite der Träger dieser Einrichtungen so gut ist... warum gibt es das alles noch?

Wer meint, nach diesen Fehlentwicklungen und Vorkommnissen das später ändern zu können, was in der Kindererziehung falsch gemacht wurde, der muss eben mit diesen gesellschaftlichen Folgen leben.

Meine Überzeugung basiert nicht auf Ideen, die ich mir alleine ausdenke, sondern es sind Modelle von Leuten, die eine Gesellschaft weiter entwickeln wollen, ohne dass Menschen nicht gleichgeschaltet werden.

Also die persönlichen Freiheiten sind mir wichtig und das bedingt, dass man Menschen nicht zu modernen Sklaven macht. Das wiederum bedingt freies Einkommen, damit Eltern die Möglichkeit haben, nach ihrem Denken ihre Kinder zu erziehen. Sei es in Einrichtungen oder nicht.

Zudem ist Fakt, dass Reiche eben ihre Kinder nicht oder selten dahin schicken...
Muss doch auch was bedeuten...

Jetzt wird zu Ellenbogenmentalität, Intoleranz und Wirtschaftshörigkeit erzogen. Wo man also soziales Verhalten lernen soll, wie hier behautet wird, ist mir ein Rätsel.
Die Wirklichkeit kennt jedoch von frühester Kindheit an Mobbing, Missgunst, Konkurrenzdenken...
Nicht selten werden schwächere Kinder, wenn also die Gruppe maßgeblich so zusammen bleibt bis in die Grundschule, über 7 Jahre ausgegrenzt und in ihrer Entwicklung gehemmt.
Sie kommen mit einer Beurteilung in die Grundschule, wo sie schon vorher stigmatisiert werden, obwohl sie gefördert werden sollten.
Das nennt man dann gerne Verhaltensauffälligkeiten...

Nur relativ wenige machen hohe Abschlüsse, obwohl sie das von ihrer Intelligenz her machen könnten.

So ist auch längst widerlegt, dass etwa Einzelkinder etwa schlechter sozialisiert wären und deshalb schon von ihrer Eigenschaft in den Kindergarten gehören...
Wer ein Leben jedoch als Konkurrenzkampf sieht ist weder sozial noch trägt er Rechnung, dass es bekanntlich zwangsläufig Sieger und Besiegte gibt...
Was machen die?
 
Hallo Kareena,

ich sehe die Entwicklung, genau wie du, sehr kritisch.

Zu meiner Zeit konnte eine Familie von einem Einkommen leben und auch mal in den Urlaub fahren.
Die Mutter war bis zum dritten Lebensjahr zu Hause, ab 3 kam man halbtags in den Kindergarten.

Jetzt ist es schon fast eine Ausnahme, das EIN Gehalt für eine 4-köpfige Familie reicht. Und ich unterstelle das das gewollt ist.
Somit ist es auch eine politisch gewollte Entwicklung das Kinder fremdbetreut werden müssen.
Und hier meine ich jetzt nicht den lustigen Halbtagskindergarten ab 3 Jahren, sondern die KITAS in denen Kinder mit 8 Monaten ggf 9 Stunden am Tag verweilen.

Zu einer Zeit in der Entwicklungssprünge im Stundenrhythmus erfolgen.

Heute noch gerade gekrabbelt und übermorgen schon die ersten Schritte.

Ich denke viele wehren sich so, um die Trauer darüber das man die eigenen Kinder so jung fremdbetreuen lassen muss, nicht wahrzunehmen.
Ist doch traurig, wenn die Erzieherin das erste Wort des Kindes hört.
Wer macht das gerne, wenn es nicht wirtschaftlich notwendig wäre?

@ Biddi, zu deiner Frage mit den 3 Kindern mit 2jahres Abstand.

Entweder die Kinder anders planen, oder aber idealerweise bleibt einer zu Hause bis das jüngste Kind 3 Jahre alt ist?
Wolltest du das hören?
Viele Mütter machen das doch ganz freiwillig, wenn der Mann genug verdient.

Wenn man ohne wirtschaftliche Not ein Kind mit einem halben Jahr 8 Stunden fremdbetreuen muss, in einer Kita (also nichtmal Kindermädchen), vielleicht sollte man dann das Kind gar nicht bekommen?

Das sollte man finde ich auch mal sagen. Man kann Kinder durchaus planen. Nicht alle Geburten sind "Unfälle"...

Zu meiner Zeit hätte niemals eine Lehrerin oder ein Sozialfuzzi Eltern angehalten dem Kind Ritalin geben zu lassen, damit es umgänglicher wird.

Das gab es da nicht.
Aber da waren die meisten Kinder bis 3 Jahre den ganzen Tag bei der Mama.

Das ist aber so politisch nicht mehr gewollt.
Die Staatserziehung muss früh ansetzen.

KITA für unter 3 jährige, und das am Ende ganztags, ist für mich eine pure Notlösung, die man nur dann wählt wenn man keine andere Möglichkeit hat.
Wer das freiwillig so macht, der sollte überlegen wie wichtig ihm Kinder sind. Ob man alles haben kann, egal wer am Ende darunter leidet.



Rascas
 
Also diese Entwicklung der Kitas zeigt die gesellschaftliche Veränderung. Die Menschen sind mehr und mehr auf Karriere aus, auf Leistung. Und nur zu oft wird alles was nichts mit "Wirtschaftlichkeit" zu tun hat vernachlässigt. Sei es aus ökologischer oder sozialer Sicht.

Ich sehe diese Entwicklung negativ. Sicher meint man es den Kindern "gut" wenn sie soviele Kompetenzen und "Skills" wie möglich erlernen sollen. Aber wollen sie das überhaupt? Wird hier nicht wieder ausschließlich die ökonomische Sicht beachtet? Will ein Kind konkret Englisch im Kindergarten lernen?

Ich möchte hier auf den Film Alphabeth verweisen. Ein Meisterwerk der wirklich die Antworten für einige Probleme unserer Zeit zeigt. Darin kommen übrigens nicht revoltierende Jugendliche vor, sondern CEOs und Wissenschaftler die erkannt haben: Die alleinige Reduktion auf die Ökonomie und Leistung ist eine schlimme, egoistische Vorgehensweise. Kinder sind von Natur aus irgendwo versteckt begabt, im Bildungsystem werden sie aber alle nach einer Richtung gebogen.

Ich bin jetzt leicht vom Thema abgeschweift, aber diese oben gennante Entwicklung spiegelt sich in den Kitas wieder. Unleugbar. Karriere bei den Eltern, verfrühter Drill unter den Kindern.

Leistungsorientation ist gut, aber nicht die alleinige Konzentration darauf.
 
Zuletzt bearbeitet:
Interaktion mit anderen kindern kann ein kind mit geschwistern zuhause auch lernen.
Und beim spielen draussen (oder zuhause)mit nachbarskindern...
Ausserdem geht es kareena nicht um entweder-oder, sondern darum, beides in der waage zu halten.
Hab uebrigens selber 2 jahre im kindergarten gearbeitet und mit meinen 3 kindern 9 jahre kindergartenerfahrung.
Kinder ab 3 halbtags in den kiga ( die wollten da selber hin) aber wenn sie mal nicht wollten, oder sich nicht besonders fuehlten oder nicht rechtzeitig aufwachten durften sie eben auch mal zuhause bleiben.
Es ist ein unterschied, ob ein kind in den kiga geht weil es moechte, oder ob es MUSS.
Ausserdem hatten wir bei der kleinsten nach 4 jahren kindergarten ziemliche probleme, weil sie "ihr geliebtes fraeulein" auf einmal nichtmal mehr besuchen durfte. Das jat sie jahrelang! trauriggemacht. So eine beziehung, so eng und gut sie ist, ist eben immer nur eine beziehung auf zeit.

Nein, das ist so nicht korrekt. Ein Kind lernt zuhause nicht die gleichen Dinge im Umgang mit anderen Menschen -nur weil ein Geschwisterkind da ist. Wenn es ein Einzelkind ist, funktioniert das auch kaum, denn ( Oh Wunder ) sind die Nachbarskinder oft auch nicht zuhause ...wenn mal 1-2 Stunden Spielen pro Tag reichen, aber dadurch lernt ein Kind nie das Verhalten in der Gruppe, wie lebe ich mit anderen Kindern, wie passe ich mich an ( nicht nur negativ gemeint ) , Selbstständigkeit bei Entscheidungen im offenen Konzept - und wie komme ich mit Erziehern als fremde Bezugspersonen etc klar.

Ein KInd will generell gerne unter Menschen und unter Gleichgesinnte - also andere Kinder- neues Lernen, neue Kontakte knüpfen und neue Erfahrungen sammeln --nur sind es in einigen Fällen, die Eltern, die das Loslassen oder den positiven Zuspruch nicht gebacken kriegen.

Das Kind sieht den Kiga gleich als negativ oder Strafe und WILL dann nicht mehr hin ( Oh Wunder ).:mad:

Ich habe Freunde ( Ende 30 ) die beide ( ! ) nicht im Kiga waren, nie - weil ihre Mutter eh zuhause war und es nicht wollte. Nun sagen die beiden von sich , dass sie dadurch heute noch das Gefühl von Defiziten im Umgang mit anderen Menschen haben (im Schulalter hatten sie es auf alle Fälle )- sie merken einach Unterschiede im Umgang und Abgrenzung von anderen Menschen. WEil sie manche Dinge im Kleinkindalter nie gelernt haben und den Gruppenkontakt im Kiga nie kennengelernt haben ..

Ich habe mittlerweile genug Erfahrung mit Kitas und dem Umfeld von Kindern, daher graut es mir auch vor manchen ErzieherInnen , die dort fehl am Platze sind. Und meinen, sie wüssten alles.

Janina
 
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