diabolo
Aktives Mitglied
Mir missfällt immer dieser Zwangsgedanke , der hier in einigen Kommentaren zum Ausdruck kommt, als ob man gezwungenermassen müsste und gar nicht anders könnte etc.- es geht auch einfach mal um Ansprüche oder berufliche Richtungen, die man gerne wahrnehmen MÖCHTE.
Doch, es gibt Zwänge - nämlich dann, wenn die Nachteile, die aus einer Situation entstehen so groß werden, dass eine andere Wahl zwar machbar, aber nicht mehr für die betroffene Person tragbar ist.
Wer sein Kind selbst betreut, hat neben den Vorteilen, eh meist schon einige Nachteile automatisch zu tragen wie z.B. eine niedrige Rente, Nachteile in der späteren beruflichen Laufbahn, Abhängigkeit vom Partner usw...
Manchmal wird der Nachteil jedoch zu groß, z.B. wenn man hochqualifiziert ist in einem Beruf und weiß, dass man diesen nach der Betreuungszeit (oder einer Stundenzahlreduzierung) quasi an den Nagel hängen kann. Das ist dann auch kein "Karrieredenken", sondern die Zerstörung eines Lebensziels auf das man hart hingearbeitet hat.
Oder eine Alleinerziehende, die mit dem Hartz-IV-Satz nicht leben möchte und weiß, dass sie im Berufsleben bleiben sollte um später ihrem Kind wenigstens ein einigermaßen finanziell gesichertes Leben bieten zu können.
Hier zwingt einem unsere heutige Gesellschaft bzw. Arbeitswelt eine Entscheidung auf.
Diese Beweggründe kann man natürlich abwerten. Für die betreffende Person sind jedoch durchaus zwingend und keineswegs lapidar - im übrigen auch wichtig für das Kind in mittel- und langfristiger Sicht.