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Kunstlehrer

Yang

Aktives Mitglied
In erster Linie geht es natürlich darum den Lehrstoff zu vermitteln und einen nicht unerheblichen Teil zur Allgemeinbildung beizutragen.
Aber auch darum ein Kunstverständnis zu vermitteln, oder auch nur darum die Freizeit sinnvoll zu gestalten. Durch das Finden neuer Hobbys. Das Leben mit positiven Erlebnissen zu füllen.
Ich kann da nur aus eigener Erfahrung sprechen.
Ich male ja auch hobbymäßig. Bemale u.a. alles mögliche, bastel gerne insbesondere in der Vorweihnachtszeit und verschenke die meisten Sachen.
Wenn ich dann zu Freunden oder Familie komme und meine Sachen dort sehe, gibt es mir wiederum ein schönes gutes Gefühl.
 

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G

Gelöscht 5176

Gast
Ich kenne durchaus Kunstlehrer, die von ihren Bildern gut leben können, denen es jedoch Freude bereitet " ihre Kunst" der Jugend zu vermitteln und Talente zu fördern.
Sie sind nicht als verbeamtete Lehrer an den Schulen tätig, sondern haben Angestelltenverträge mit einigen Wochenstunden.

@Werner: deine Art der Notenbildung finde ich nicht mal schlecht (wenigstens in dem Fach Kunst), da Kunst ja immer eine Geschmacksfrage und Interpretation ist.

Ich stehe oft in Vernissagen und bin immer wieder erstaunt, wie unterschiedlich man Bilder und Kunstgegenstände interpretieren kann.

Leider wird deine Art von Notengebung vermutlich nur an Privatschulen durchsetzbar sein.
 

Werner

Sehr aktives Mitglied
Leider wird deine Art von Notengebung vermutlich nur an Privatschulen durchsetzbar sein.
Stimmt, ich hatte da sicher mehr Freiraum als an
einer Hochschule. Ich hätte aber den Lehrauftrag
gar nicht angenommen, wenn ich klassische Noten
hätte verteilen müssen. Das Notengeben halte ich
neben der Schulpflicht für einen großen Fehler
in der Pädagogik und da wollte ich nicht mitmachen.

Eine schriftliche oder mündliche Rückmeldung ist
natürlich wichtig – wenn sie gewünscht ist. Und
wenn jemand unbedingt auch eine Zahl haben
will, auch okay. Aber nicht zwangsweise und vor
allem nicht als Vergleich verschiedener Schüler
durch eine Autorität. Es würde genügen, die 2-3
Besten zu loben und dem Rest konkrete Tipps für
Verbesserungen zu geben.

Bei Kunst, Musik, Religion und Sport würde ich
sofort die Benotungen abschaffen, wenn ich was
zu sagen hätte ...
 

Lupin01

Mitglied
Ich glaube, ich wurde ein bisschen falsch verstanden. Kunstlehrer sind sicher nicht unbedingt gescheiterte Existenzen und sich der Jugend annehmen eher sympathisch, aber doch nicht unter den jetzigen Umständen. Ich bin da ganz bei Werner und finde die Haltung bewundernswert, das mit der Benotung geht nicht. Das ist bei Kunsthochschulen nicht anders. Jonathan Messe z.B sagt, dass Kunsthochschulen abgeschafft gehören und ein Künstler sich niemals von mittelmäßigen Gremien bewerten lassen darf. Noch perverser finde ich Sparkassen-Wettbewerbe für ganz kleine Schulkinder mag das ja noch ganz nett sein wenn sie für ein gutes Bild einen iPod bekommen aber wie ein talentierter Mensch sich in höherer Jahrgangsstufe von einer Sparkassen-Jury bewerten kann ist mir ein Rätsel
 

Werner

Sehr aktives Mitglied
Noch perverser finde ich Sparkassen-Wettbewerbe für ganz kleine Schulkinder ...
Mir fällt gerade ein, dass ich als Kindergartenkind
mal einen Malwettbewerb "gewonnen" habe, wobei
die vielleicht allen Teilnehmern einen Preis geschickt
haben, keine Ahnung.
Jedenfalls haben meine Eltern darauf nicht reagiert
(also außer Stolz und Lob), vermutlich wussten sie
aber auch gar nicht, wie das hätte geschehen sollen.
Erst viel später habe ich mein Talent durch einen Be-
rufsschullehrer verstanden und dann auch gezielt
ausgebildet. Hätte er es nicht bemerkt und mich be-
stärkt, wäre es vermutlich einfach unnütz liegen ge-
blieben.
Was ein einzelner Lehrer manchmal bewirken kann!
 

Jusehr

Aktives Mitglied
Man kann Kunst auch wissenschaftlich lehren, ZB Bildbeschreibungen, Kunstgeschichte. Viel schlimmer dürfte ein Sportunterricht sein, der meine Geschwindigkeit im 100-meter-Lauf benotet.
 

Fetzbold

Mitglied
Ich finde viele von den ursprünglichen Aussagen sind recht klischeehaft und nicht durchdacht. Besonders die Verbindung zur NS Zeit finde ich etwas weit hergeholt und ehrlich gesagt daneben.

Natürlich kann ich auch in Kunst eine Menge bewerten. Nahezu alle Themen in jedem Bereich unterliegen einem gewissen Rahmen und Bedingungen, so hast du bspw. auch in Kunst gewisse Techniken, Vorgehen zur Analyse, Abläufe, geschichtliche Epochen, Farblehre usw. Alle diese Bereiche sind durchaus lehrbar und auch bewertbar. Die Wahl des Motivs oder die kreative Gestaltung natürlich nicht, aber das ist auch (normalerweise?) nicht Gegenstand der Bewertung.

Generell denke ich außerdem, dass eine Benotung wichtig ist, damit sich Kinder und Menschen allgemein einschätzen können und auch eine Möglichkeit der Reflexion über die eigene Leistung haben. Dazu braucht es natürlich transparente Bewertungssysteme und vernünftige Feedbackgespräche. In der Realität ist das natürlich nicht der Fall, aber eine Gesellschaft ohne Noten oder Vorgaben in der pädagogischen Erziehung, sehe ich gegen die Wand fahren.
 

weidebirke

Sehr aktives Mitglied
Die Benotung in Kunst, Musik und Sport ist von jeher ein heißes Eisen und in der Diskussion.

Bewertbar bleiben aber immer die Umsetzung von Techniken und Vorgaben und das jeweilig gelernte Fachwissen. Da geht es nicht um "gefällt" oder "gefällt nicht".

Einen Kunstlehrer von vornherein als "mittelmäßiges Gremium" abzuqualifizieren ist übrigens ganz schlechter Stil. Und die Benotung ist immer noch pädagogische Ermessensfrage und nicht von einem Senat oder Ministerium vorgegeben, in keinem Fach. Die Rahmenbedingungen sind vorgegeben, aber wie ich als Lehrer damit umgehe, bleibt mir überlassen.
 

Insta

Aktives Mitglied
Was für ein...merkwürdiger Faden. Man wird Lehrer, weil man gerne mit seinen Fächern und jungen Menschen arbeitet.
Dies gilt für jedes Fach, auch für Kunst.
(Sozialneid ist eine durchaus unangenehme Eigenschaft.)
Es gibt auch Lehrer die den guten Verdienst schätzen und die vielen Ferien. Hab ich auch im Umfeld. Aber wie immer wird es wohl unterschiedliche Motivationen geben.
 

cafard

Aktives Mitglied
Die wahre und die falsche Kunst gibt es nicht, absolute Bewertungsmaßstäbe für Kunstwerke ebenfalls nicht. Die Kunst ist so vielfältig, wie die Menschen es selber sind. Mit Werturteilen und Bewertungen sollte man sich da zurückhalten.

Was ein Kunstlehrer jedoch vermitteln kann, sind beispielsweise Techniken und Methoden, die Kunstwerke anzufertigen. Es gibt ja viele, teils sehr raffinierte Techniken, die man erlernen und einüben kann. Damit vermittelt man dem Schüler die Basis, sein künstlerisches Potenzial zu entfalten. Perspektivisches Zeichen will gelernt sein, das ist zunächst ein nüchterner, geometrischer und trockener Lernprozess, und wenn man es dann beherrscht, kann man seine Eindrücke einfangen und in seinen Zeichnungen wiedergeben.

Die Kunstunterricht bildet so also die Basis zur Entfaltung eines künstlerischen Potenzials, dasselbe tut der Deutschunterricht für den Schriftsteller. Es geht aber nicht darum, die wahre oder die falsche Kunst irgendwie zu bewerten.

Wie mische ich die Farben um eine spezielle Farbe hinzukriegen? Wie male ich den Schatten? Wie stelle ich das einfallende Licht dar? Wie sind die Proportionen eines Menschen, wie bringe ich sie korrekt zu Papier? Sowas ist die Aufgabe eines Kunstlehrers, dem Schüler das Rüstzeug für dessen Entfaltung mitzugeben.
 

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