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Kündigen?

G

Gast

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Hallo!

Seit Wochen quält mich die Frage, ob ich kündigen soll ;-(

Vor ca einem Jahr habe ich einen Bürojob in einer wissenschaftlichen Forschungseinrichtung angenommen. Nach dem Studium war ich froh, recht schnell einen Job zu finden und war auch bereit dafür einiges in Kauf zu nehmen.

Da ich in meinem Heimatort innerhalb von drei Monaten keine geeignete Stelle gefunden habe, pendle ich täglich 3 Stunden mit dem Zug bzw. Bus in die Arbeit, gute eineinhalb Stunden pro Strecke.

Anfangs war das Arbeitsklima in der Abteilung gut und ich habe mich mit meinen Kolleginnen sehr gut verstanden, außer mit meiner direkten Chefin, die sehr launisch ist. Zuerst habe ich das Gefühl gehabt, dass sie nur mir gegenüber sehr kritisch und launisch ist und habe es für mich damit begründet, dass ich mich im neuen Job erst zurecht finden müsse und daher Fehler machen würde.

Je länger ich dort war, desto bewusster wurde mir, dass in dieser Abteilung ein ständiges Kommen und Gehen ist. Ich habe im November 2013 begonnen dort zu arbeiten und bereits im März 2014 war keiner mehr in dieser Abteilung (außer die Leiterin!), den ich damals kennen gelernt habe. Anfangs, also im November 2013, waren wir sechs Vollzeitkräfte. Derzeit bin nur ich vollzeitbeschäftigt und haben die beiden Kolleginnen 20 bzw 32 Stunden Verträge.

Bis Ostern 2014 wurden sämtliche meiner Urlaubswünsche abgelehnt, zu Ostern hätte ich dann am Gründonnerstag und Karfreitag Urlaub haben sollen. Am Gründonnerstag wurde ich dann aber angerufen und musste arbeiten kommen, weil eine andere Kollegin krank wurde. Ich war so freundlich und bin dann in der Arbeit erschienen. Ich hatte nichts geplant und wollte die Abteilung einfach nicht hängen lassen.

Im Juli war ich dann eine Woche mit meinem Freund auf Urlaub und da wurde ich zwei Mal von meiner Abteilungsleiterin angerufen. Sie wollte jedesmal berufliche Dinge besprechen. Im August habe ich mir wieder drei Urlaubstage genommen. Also ich nach dem August-Urlaub wieder zur Arbeit kam wurde ich von meiner Abteilungsleiterin nur mehr schikaniert. Alles was ich monatelang anscheinend richtig und ohne jede Beanstandung erledigt habe, passt nun einfach nicht mehr. Es wird jede Kleinigkeit kritisiert. Letzte Woche habe ich der Leiterin einen fast 20seitigen Bericht vorgelegt, habe ausdrücklich gesagt, dass dies nur ein Entwurf ist. Sie hat in sehr großen Buchstaben hingeschrieben, dass sie diesen erst lesen wird, wenn ich ihn nochmals ausgedruckt habe und diesmal Blocksatz und Silbentrennung verwendet hätte. Dann habe ich ihr diesen Bericht nochmals gebracht. Scheinbar hat sie ihn dann gelesen mit aber wieder eine sehr freundliche Nachricht geschrieben, ich würde sehr ungenau arbeiten, da ich 3 Beistriche in diesem Bericht vergessen hätte. Bevor sie zum Inhalt was sagen konnte, musste ich das noch ausbessern.

Das ist nur ein Beispiel für die Schikanen in den letzten Wochen. Ich arbeite täglich von 7:30 bis 18:00 und mache immer ca 30 bis 40 Minuten Mittagspause. Einmal war ich etwas länger weg und dann musste ich nach der Pause gleich in ihr Büro kommen. Dort erzählte sie mir dann, dass ich bei meiner Figur eigentlich eh nichts essen sollte und dass sie hofft, dass ich nun wenigstens satt bin, wenn ich 50 Minuten Essen war. Ich muss sagen, dass ich nicht schlank bin, aber richtig übergewichtig bin ich auch nicht.

Letztes Wochenende hat sie mir am Sonntag in der Früh eine SMS geschrieben und mich gefragt, ob ich quatschen will. Ich hab auf diese Nachricht nicht reagiert, weil ich davon ausging, dass sie einfach eine falsche Nummer erwischt hat. Am Montag musste ich wieder zu ihr ins Büro und wurde gleich gefragt, warum ich sie am Sonntag gegen 8 Uhr nicht angerufen habe. Sie wollte mit mir die Arbeit für Montag besprechen, weil sie eigentlich am Montag nicht ins Büro kommen wollte, aber da ich unfähig war anzurufen, musst sie wegen mir nun doch ins Büro fahren und konnte nicht von zu Hause aus arbeiten.

Nach diesem Gespräch hatte ich dann richtige Bauchschmerzen und bekam Durchfall. Ich wollte dann nach Hause, aber sie meinte dann, dass ich nicht krank aussehen würde und einfach nicht einsehen kann, dass ich nur Fehler mache und unfähig für diesen Job bin.

Am Dienstag hatte ich dann auch Bauchschmerzen, Durchfall und Kopfweh und habe mich in die Arbeit geschleppt. Die ganze Situation war wieder unerträglich. Am Mittwoch habe ich mich dann krank schreiben lassen und war inzwischen schon bei Untersuchungen, bis jetzt konnten noch keine organischen Ursachen gefunden werden.

Hat mich dieser Job krank gemacht? Schon langsam glaube ich auch, dass ich psychische Probleme bekommen habe.

Ich würde irgendwie gerne kündigen, mir einmal eine Auszeit gönnen und dann voll motiviert neu durchstarten. Ich habe aber irgendwie auch Angst, dass ich mir dann meine Wohnung und meine Fixkosten nicht mehr leisten kann und ich habe auch Angst, dass ich nichts anderes finden könnte. Bekomme ich Probleme mit dem Arbeitsamt, wenn ich kündige und noch nichts neues in Aussicht habe?

Ich weiß wirklich nicht was ich machen soll ;-(
 

Hallo Gast,

schau mal hier: Kündigen?. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Hallo,

das klingt wirklich so, als ob das eine Vorgesetze wäre, die einen wirlich krank macht. Ich kann es sehr gut verstehen, dass du am liebsten kündigen willst.

Soweit ich weiß, hat man, wenn man selber kündigt aber eine Sperrfrist von 12 Wochen. Also wäre es für dich eigentlich günstiger, wenn man Dir kündigen würd - was für dich aber wahrscheinlich auch ein schrecklicher Gedanke ist.

Könntest du nicht mal mit deinem Arzt sprechen, und ihm beschreiben, wie es dir dort geht? Vielleicht könnte er dich mal für eine Zeit krank schreiben, damit du mal wieder zur Ruhe kommen und dir Gedanken darüber machen kannst, wie es für dich weitergehen könnte.

Für mich klingt es auf jeden Fall nicht so, als ob du dort noch glücklich werden könntest, zumindest nicht mit dieser Vorgesetzten.
Gibt es nicht vielleicht auch einen übergeordneten Vorgesetzten, mit dem du mal sprechen könntest, oder einen Personalrat?

Ich drücke dir die Daumen, dass sich eine gute Lösung für dich findet.
 
Deine Chefin überschreitet ganz klar deine persönlichen (und auch arbeitsrechtliche) Grenzen.

Wenn du keinen vertraglich vereinbarten Bereitschaftsdienst hast, dann untersage ihr dich außerhalb der Dienstzeiten anzurufen. Im Urlaub ist sowas generell ein no-go. Sie hat sich professionell zu verhalten, dich weder persönlich angzureifen, noch zu beleidigen.

Du hast geschrieben, es gibt dort einen Leiter. Bitte dokumentiere genau die Übergriffe deiner Vorgesetzen und suche das Gespräch mit beiden. Zu verlieren hast du nichts mehr...

Selbst kündigen solltest du natürlich nicht, aber wenn das so weiter geht, wirst du noch öfter und länger krank geschrieben werden. Und wir alle wissen was die Folge sein wird.

Ich weiß ja nicht ob du vorher auch schon sozialversicherungspflichtig gearbeitet hast, aber anscheinend hättest du ja spätestens ende November Anspruch auf Arbeitslosengeld.

Trotzdem wäre das, an deiner Stelle, gerade mein kleinstes Problem.



P.S.: Klar, dass keine organischen Ursachen gefunden wurden. Du hast bereits psychische Probleme und deine Symptome sind erst der Anfang.
 
Hallo Gast,
Callejon hat Recht. Sie überschreitet hier nicht nur persönliche, sondern auch ganz massiv arbeitsrechtliche Grenzen!

1. Du hast einen gesetzlichen Urlaubsanspruch von 24 Tagen pro Jahr. Der Urlaub muss auch zusammenhängend gewährt werden, damit die Erholung des Arbeitnehmers gewährleistet wird. (Normalerweise 2-3 Wochen). Den kompletten Urlaub in einzelnen Tagen abzufeiern ist nicht gestattet.

2. Nachdem Du die Arbeit verlassen hast, beginnt Deine Freizeit. Wenn du dann netterweise ans Telefon gehst, wenn dein Arbeitgeber anruft, dann ist das DEINE freie Entscheidung. In deiner Freizeit kannst Du tun und lassen was du willst.

3. Habt ihr Stempeluhren? Evtl. auch gleitende Arbeitszeit? Dann kannst du Pause machen, solange es Dir beliebt! Hauptsache Du leistest deine Arbeitszeit ab.

4. Die Gewichtsbemerkung und andere persönliche Bemerkungen würde ich ab sofort untersagen. Sobald Sie eine Bemerkung macht, einfach sachlich kontern:"Ich vebitte mir diese anmaßende Bemerkung. Sofern das hier nichts mir meiner Arbeit zu tun hat, möchte ich mich hier entschuldigen und das tun, wofür ich bezahlt werde." Rastet sie aus oder macht weiter, dann mit dem Vorgesetzten oder Betriebsrat in Verbindung setzen. Und das auch ganz klar kommunizieren. So mit den Worten: "In diesem Ton möchte ich mich nicht weiter mit Ihnen unterhalten. Gerne können wir darüber in Anwesenheit des Vorgesetzen / Betriebsrats weiter diskutieren. Vielen Dank" Rumdrehen und gehen.

Friss den Mist nicht in Dich rein. Konter, sei stark!
 

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