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Ich würde gerne kündigen, aber es fällt mir schwer

Krankenpfleger nrw

Neues Mitglied
Ich bin der Thomas 40 Jahre jung, arbeite seit 12 Jahren als Gesundheit- und Krankenpfleger.

Nach meiner Ausbildung in einem großen Klinikum habe ich nach eineinhalb Jahren eine Frau kennengelernt und habe vier Jahre in Tschechien in einem Krankenhaus gearbeitet.

Danachkam ich zurück nach Deutschland dann habe ich fünf Jahre in der Zeitarbeit gearbeitet. Dies war für mich ideal.

Ich habe immer lange Einsätze von bis zu 9 Monaten gehabt. Ich bin gut rumgekommen. Habe in kranken und altenheimen gearbeitet. Ich bin ein sehr positiver und fröhlicher Mensch. Der jede Menge Energie und gute Laune hat und niemanden etwas Böses möchte.

Die fünf Jahre bei der Zeitarbeit waren überwiegend positiv. Warum ich die Zeitarbeit verlassen habe, ist die Einsätze. Waren doch sehr weit entfernt gewesen. Überwiegend altenheime und ich war dort für drei oder vier wohnbereiche verantwortlich.

Mein disponent hat immer ein Ohr für mich gehabt, aber das letzte halbe Jahr war schrecklich. Ich habe Zustände gesehen dass kündigen musste um nicht noch mein letztes Stückchen selbstvertrauen zu verlieren.

Jetzt arbeite ich seit eineinhalb Jahren im Krankenhaus in einem festen Team auf der kardiologischen Station.

Ich bin ein sehr sensibler Mensch und habe ein sehr gutes Gespür. Ich kann dieses Gerede diese lästereien einfach nicht mehr mit anhören. Es ist einfach schrecklich.

Ich mache meine Arbeit immer noch sehr gerne, aber ich merke einfach in einem festen Team. Ich kann es nicht. Es ist einfach schrecklich mit anzuhören 😨 ich bin ein Harmonie bedürftiger Mensch, der wenn er sich wohlfühlt unheimlich viel leisten kann


Das Krankenhaus wo ich arbeite bietet leider keinen pflegepool an. Das heißt ich kann nicht auf allen Stationen arbeiten. Sowas gibt es bei uns nicht


Mit der PDL im Krankenhaus verstehe mich menschlich sehr gut. Wir wohnen nicht weit voneinander weg und sehen uns täglich auch privat und reden nett.

Ich bin dem Krankenhaus sehr dankbar, dass er mir zur Seite gestanden hat ( grauer Star op, rückenprobleme in der scheidungsphase)
Und ich bin dem Krankenhaus sehr dankbar.


Aber ich merke ich in einem festen Team. Es geht einfach nicht.


Am glücklichsten wäre ich in der Zeitarbeit, aber die Zeitarbeit ist leider tot. Das heißt es gibt noch stellen, aber da muss ich viele Kilometer fahren und die stellen die da sind sind einfach unmenschlich.


Ich sag mal für 30 € die Stunde netto werde ich mich nicht zerstören. Auf keinen Fall Geld ist kein motivator für mich.

Das beste wäre in einem pflegepool zu arbeiten.



In meiner Umgebung gibt es vier Krankenhäuser, wo ich den ein oder anderen Kontakt habe und die sich freuen würden auf mich.


Aber ich fühle mich schuldig dem Arbeitgeber gegenüber und das kündigen fällt mir schwer.
 
Generell habe ich eine Persönlichkeit extrovertiert positiv bekloppt jede Menge gute Laune, gerne auch mal zu viel. Ich rede sehr gerne, gerne auch mal zu viel



Ich habe dran gearbeitet. Es ist besser geworden, aber immer noch. Dass ich öfter mal meinen Schnabel halten und mich zurückhalten sollte 🥴


Ich habe es nie länger an einem Ort als zwei Jahre ausgehalten, außer es sind immer wieder Wechsel gewesen. Dann fand ich es war genug
 
Warum hast du deinem Arbeitgeber ein schlechtes Gewissen gegenüber?

Wenn sie dir dort nichts anbieten, was auf dich passt, dann versuche es doch in einem der 4 anderen Häuser.
Bewirb dich, frage nach dem Pool Konzept und hospitiere nach Möglichkeit.

Verlieren kannst du nichts, aber wenn du dort bleibst, wo es dir nicht gefällt oder es nicht zu dir passt, dann verlierst du vielleicht irgendwann die Lust an deinem Beruf.
 
Ich verstehe Dich total, kann es Dir eins zu eins nachfühlen. Ich bin am Ende ganz rausgegangen aus der Pflege aus nahezu den gleichen Gründen.

Heute arbeite ich als Berufsschullehrerin im Bereich Pflege und Medizin. Da gibt es auch großen Mangel und man kann auch quereinsteigen. Vielleicht wäre das ja was für Dich?

Aber sonst auch meine Frage: Warum fühlst Du Dich schuldig Deinem AG ggü.? Das ist doch wirklich Quatsch?
 
Mir fallen zwei Punkte auf:

ich bin ein Harmonie bedürftiger Mensch
Ich habe es nie länger an einem Ort als zwei Jahre ausgehalten

Wenn du wechselst, nimmst du dich mit.
Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass du es bald wieder nicht länger aushältst?

Vielleicht gibt es Punkte bei dir, an denen du arbeiten könntest, um es dir selbst leichter zu machen?

Aber ich fühle mich schuldig dem Arbeitgeber gegenüber

Wieso?
Würde der sich umgekehrt schuldig fühlen, wenn er umstrukturieren und dir dadurch die Arbeit unangenehmer machen würde?
Oder - in deiner Branche unwahrscheinlich - dich wegrationalisieren würde?
Nimm Emotionen raus, sieh das Verhältnis sachlicher.
 
Warum hast du deinem Arbeitgeber ein schlechtes Gewissen gegenüber?

Wenn sie dir dort nichts anbieten, was auf dich passt, dann versuche es doch in einem der 4 anderen Häuser.
Bewirb dich, frage nach dem Pool Konzept und hospitiere nach Möglichkeit.

Verlieren kannst du nichts, aber wenn du dort bleibst, wo es dir nicht gefällt oder es nicht zu dir passt, dann verlierst du vielleicht irgendwann die Lust an deinem Beruf.
Ich habe meinem Arbeitgeber ein schlechtes Gewissen gegenüber, die pflegedienstleitungen mir gegenüber sehr respektvoll. Dankbar und verständnisvoll sind. Wir haben uns gegenseitig bestärkt und glücklich, dass wir uns haben.

Aber jetzt sehe ich in einem festen Team komme ich einfach nicht zurecht, ich brauche die Abwechslung. Ich brauche diesen Wahnsinn das ist es was ich brauche.

Meine Freundin sagt es trocken.

Du musst das machen was für dich. Am besten ist nicht so viel nachdenken Kündigung abgeben. Der PDL ein oder zwei Worte sagen und auf wiedersehen.

Ich werde die Kündigung am Freitag einreichen. 28 Tage gerechnet. Ist es dann mein letzter Urlaubstag.

Und somit ab dem 1. Dezember starte ich dann neu.

Im Grunde ist es doch so. Ich bin Weg. Ein anderer kommt, dem wird dann auch Dankbarkeit gezeigt.
 
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