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Konflikte und Streit in jungen Beziehungen

Ich lese viel Frust und ungute Erfahrungen hier. 😉
Ist wohl echt nicht so einfach und in die Wiege gelegt geworden, gute Beziehungen aufzubauen und zu führen.
Man nimmt viel Frust aus vorigen Beziehungen mit in die neue und belastet und erschwert sie dadurch.
Es heißt oft, man sollte seinen eigenen Anteil der zu Konflikten und schließlich zum Scheitern der Beziehung führte, auch erkennen. Sonst wiederholt sich ja alles erneut und immer meint man es liegt ja wieder nur am anderen, dabei ist man selbst auch Teil des Problems.

Ich denke es gibt gut passende Konstellationen und damit eine harmonische Beziehung. Und eher weniger passende Konstellationen und dann kracht es halt häufig oder beide sind irgendwann nur noch verletzt und enttäuscht.
 
Kleines Beispiel: Im April hatte ich einen Mann kennengelernt, oft getroffen, wir hatten schon stark unterschiedliche Abläufe der Woche, allein weil er Schicht arbeitete und ich hab schon häufig meine Bedürfnisse geäußert, einfach um abzuklären, ob wir passen oder nicht. Er fand das nervig, und hatte auch irgendwann keine Lust mehr auf gemeinsame Zeit, stand auch oft einfach auf und ging, was er vorher angekündigt hatte: "Bei Diskussionen bin ich weg" und das hat sich dann irgendwann so einkonditioniert, dass er regelmäßig aufstand und wortlos ging, wenn ich anfing, etwas zu sagen.

Ich frage mich, wie sollen Beziehungen aufgebaut werden, wenn kleinste Konflikte bereits dazu führen, dass harmonie-süchtige Menschen nicht in der Lage dazu sind oder hängt das damit zusammen, dass gerade Langzeit Singles keine Konflikte mehr aushalten und lieber weitersuchen oder zu krasse Idealvorstellungen von Beziehungen haben? Ich kenne im Umfeld keine Beziehung, die ohne Konflikte lebt.
Du wolltest diese Beziehung, er nicht so sehr, da hätte alles nach seinen Vorgaben laufen sollen, weil jemand der mit stressiger Schichtarbeit eingespannt ist in seiner Freizeit keine Lust hat, dann auch noch ständig nach anderer Leute Pfeife zu tanzen. Das konnte von vornherein nicht klappen, wenn Du nicht bereit warst Dich ihm in jeder Hinsicht anzupassen und nach seiner Zeiteinteilung zu leben.

Da sehe ich keine Harmonie, sondern nur Egoismus, er weil er leben will wie er will, und Du weil Du damit anscheinend nicht klar gekommen bist, sondern ihn nach Deinen Vorstellungen umerziehen wolltest. Ihr habt schlicht und einfach nicht zusammengepaßt, das war sehr schnell zu erkennen.

Zu viel Diskutiererei (ohne auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen) tut keiner Partnerschaft gut. Langjährige Paare bleiben auch deshalb zusammen, weil sie sich ohne viel Worte verstehen, weil sie gleich ticken und daher wissen was der andere denkt, auch ohne daß er es aussprechen muß. Gleiche Seele in getrennten Körpern quasi.

Langzeit-Singles sind häufig überzeugte Singles, bei denen eine Partnerschaft hin und wieder von vornherein nur auf Zeit ausgelegt ist, solange man sich gegenseitig etwas geben kann. Von einer Blüte zur nächsten, ohne Ansprüche auf Dauer, denn diese Singles kommen auch allein gut zurecht, sie brauchen nicht zwanghaft Gesellschaft. Wenn ein Partner auf Dauer hofft, betrügt er sich selbst damit, das funktioniert vermutlich selten, und erzwingen läßt sich gar nichts, sobald Zwang aufgefahren wird, verbal oder anders, ist der andere weg. Auch Dauergequassel wird zuweilen mit der Intention einer Hirnwäsche aufgefahren, dann ist es logisch daß der andere die Ohren auf Durchzug stellt und das unerwünschte Geräusch ausblendet.
Konflikte hat man um so mehr, je unterschiedlicher die Einstellung zu bestimmten Themen. Beruf, Familie/Kinderwunsch, Finanzen, wie die Freizeit auszusehen hat, wie man mit den gegenseitigen Familienklans klarkommt ... lauter potentielle Streitpunkte.
 
@DieSansy

​

Das kommt sehr drauf an, was man sich unter einer Beziehung vorstellt. Beziehung kann alles mögliche sein, von einer Fickbeziehung bis zu einer wirklichen Partnerschaft. Ich vermute, du suchst letzteres, wo auch für mich von Anfang an klar ist, dass ich mir mit diesem Menschen vorstellen können muss mein Leben zu teilen. Viele Menschen gehen aber mit anderen Ansprüchen in eine Beziehung, sei es nun freundschaftlich oder sexuell, es geht nur darum Spaß und Aufmerksamkeit aus der Beziehung zu ziehen, sicher auch um die eigenen Probleme zu betäuben. Gibt auch nicht umsonst so viele alleinerziehende. Letztendlich kommt es nur darauf an, was du dir wünscht, was dir wichtig ist, und dann musst du den passenden Partner dafür suchen - und du wirst dann wahrscheinlich bei anderen Sachen wie dem Aussehen, Job, gesellschaftlichen Ansehen etc. zurückstecken müssen. Die Jagd nach dem perfekten ist genauso aussichtslos wie sich jedem hinzugeben und zu denken, dass ist der richtige Partner zum alt werden.

Ich schmeiß die Flinte lang bevor den Schmetterlingen ins Korn, sobald ich merke, dass es menschlich einfach nicht passt. Für den reinen Lust und Spaß orientierten Kontakt braucht es keine "Beziehung". Ist auch nicht Zukunftsfähig, es sei denn man Plant die Affären etc. gleich ein, ist auch ne Charakterfrage, du kannst am ende nur für dich allein Entscheiden was dir liegt.
 
Die Harmonie in Langzeitbezeichnungen ist doch oft auch nur mehr Schein als Sein. Ein früherer Bekannter dessen Vater pflegte wohl so manche Affären, während der Sohn Zuhause die Mutter pflegte. Dieser ist heute genauso drauf. Anstatt Konflikte zu lösen wird schnell nach Ersatzbefriedigung gesucht. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. So, wie man es halt vorgelebt bekommt. Ein Fähnchen im Winde eben.
 
Ich glaube, Menschen, die ein ehrliches Interesse am anderen haben, können sich auch über alles unterhalten und wollen das wissen. Aber dieses Interesse ist nicht jedem gegeben. Aber Diskussion klingt schon eher nach Streitgespräch. Das braucht nicht jeder.
 
Richtig.
Ich wurde auch so von einem angeblichen Freund behandelt. Er unterstellte mir die abenteuerlichsten Dinge und wenn ich verzweifelt versucht habe mich dagegen zu rechtfertigen oder zu wehren, war ich die schwierige. An einer Lösung war er gar nicht interessiert und das sagt ja schon viel über seine Aufrichtigkeit aus. Augenhöhe ist enorm wichtig.

Leider typisch, am Ende weißt du überhaupt nicht mehr, ob du in der Realität lebst oder nicht, es gibt Menschen, die in der Lage sind, einfach alles zu verdrehen.
 
Die Harmonie in Langzeitbezeichnungen ist doch oft auch nur mehr Schein als Sein. Ein früherer Bekannter dessen Vater pflegte wohl so manche Affären, während der Sohn Zuhause die Mutter pflegte. Dieser ist heute genauso drauf. Anstatt Konflikte zu lösen wird schnell nach Ersatzbefriedigung gesucht. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. So, wie man es halt vorgelebt bekommt. Ein Fähnchen im Winde eben.

Ich finde, es muss Abrieb geben, alles andere kommt nur in gewissen Vorabend Serien vor, wo alles täglich toll erscheint. Und der Punkt ist im Wesentlichen "erscheint". Oft gibt es dann den großen Krach und alles ist rum.

Lieber mal Grenzen stecken, ausdiskutieren und schauen wie man zusammmen kommt.
 
Schmaler Grat.
Also Diskussionen oder überhaupt auch mal Meinungsverschiedenheiten - klar.
Aber wenn ich jemanden kennenlerne und ständig nur anderer Meinung bin, frage ich mich ob das passt. Wenn ich nach 20 Jahren Ehe mit jemandem ständig anderer Meinung bin, würde ich mich fragen, ob ich das nie gemerkt habe oder mich nie interessiert hat oder woher plötzlich der Sinneswandel kommt.

Anderer Ansatz, den ich selber mal erlebt habe:
Mir warf eine Ex Freundin vor, ich sei nicht konfliktfähig. Das lief allerdings so ab, dass sie wirklich nur am diskutieren war, mich korrigierte, mir erklärte, wie das Leben funktioniert, mir sagte, wie ich was wie wann wo zu machen habe, dass ich mein Home Office gefälligst für den Haushalt nutzen solle, damit wir mehr Zeit für einander haben, statt dass ich arbeite. Ständig Genörgel, Gemecker, da kam kein normales Gespräch zu stande oder sie beschwerte sich bei mir, ich ließe sie nie ausreden oder fahre ihr über den Mund. Und am Ende hatte ich die Nase gestrichen voll und war dann in ihren Augen nicht konfliktfähig.

So nach dem Motto, ich hau dem anderen ständig eine rein und wenn er irgendwann geht, ist er mir zu empfindlich.

So gehts auch, ist meiner Ansicht nach eine Art Manipulation oder Toxik.
 

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