Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Kindesmissbrauch - Wenn Mütter nichts mitbekommen (wollen) TRIGGER

Ich kann es mir immer sehr schwer vorstellen, dass eine Mutter bei ihrem eigenen Kind wirklich so überhaupt gar nichts davon mitbekommt. Auch was die psychische Komponente angeht, meine ich. In den meisten Fällen werden die Kinder verhaltensauffällig und da frage ich mich als Mutter ja schon wieso, weshalb, warum.
Weißt du, ein Kind kann sich durch so viele Einflüsse verändern und auch verhaltensauffällig werden. Das passiert nicht nur durch Mißbrauch. Da erst einmal zu erkennen, was der Auslöser für die Verhaltensänderungen ist ist schon schwer genug. Nicht ohne Grund gibt es sooo viel sexuellen Mißbrauch, von dem nur ein Bruchteil zur Anzeige kommt. Die Täter können sich ziemlich sicher wähnen. Und wenn dann auch noch der Täter aus der Familie kommt und ständig Kontrolle über das Kind ausüben kann wird es noch schwieriger zu erkennen, was der Auslöser für die Auffälligkeiten ist. In der Regel ist es ja so, dass man zumindest innerhalb der Familie sich ja auch vertraut.
Es gibt viele Mütter, die wegsehen, weil es ihnen egal ist oder weil sie profit daraus ziehen, weil sie eigenen Mißbrauch noch nicht erkannt haben und so tatsächlich einen blinden Fleck entwickelt haben, weil sie in einer Abhängigkeit zum Täter stecken etc.pp
Aber es gibt auf der anderen Seite auch viele Mütter, die einfach nichts bemerkt haben, oder die bemerkten Anzeichen falsch interpretiert haben. Man darf nicht vergessen, die meisten Kinder die mißbraucht werden befinden sich nicht mehr unbedingt im Windelalter oder in einem Alter wo man regelmäßig den Intimbereich oder auch andere in der Regel bedeckte Korperteile seines Kindes zu sehen bekommt. Meinen Sohn z.B. habe ich seit seinem 6. Lebensjahr nicht mehr nackt gesehen. Und es gibt auch sexuellen Mißbrauch, der keine körperlichen Spuren hinterlässt. Und was ist mit solchen Geschichten, wenn der Papa, Opa, Stiefvater, Nachbar, Lehrer, Pastor etc.pp mit dem Kind nach hause kommt und erklärt, das Kind habe eine blutende Verletzung im Intimbereich, weil es z.B. auf dem Spielplatz am Klettergerüst ausgerutscht ist und so mit der Vagina böse auf eine Stange gestürzt ist oder andere Geschichten, welche dann auch vom Kind bestätigt werden? Welche Mutter rennt dann sofort mit ihrem Kind zum Gyn um Mißbrauch auszuschließen? Nur die wenigsten. Und das hat überhaupt nichts mit wegsehen zu tun sondern ist ein ganz normales verhalten.

Gerade aus dem Grund, dass sexueller Mißbrauch und die Häufigkeit in vielen Köpfen überhaupt nicht bewusst ist, versuche ich hier ja darauf aufmerksam zu machen, das JEDER ein Kind kennt, das sexuell mißbraucht wird, auch wenn wir nichts davon wissen. Auch du.

Lieben Gruß
Silan
 
Ich behaupte auch nicht, dass man sofort an MB denkt, aber dass es einem auffällt, wenn ein Kind plötzlich bestimmte Verhaltensmuster an den Tag legt und dass ich als Mutter ein Interesse daran hätte, dem nachzugehen.
 
Aber man kann doch auch nicht hinter jeder männlichen bezugsperson einen verbrecher wittern und allen männern mit misstrauen begegnen oder sein kind jeden tag genauestens auf missbrauchsanzeichen untersuchen...
Genau. Das wäre auch für jede Beziehung ungesund. Aber man kann mit offenem Bewußtsein für die Problematik durchs Leben gehen. Und man kann die Kinder stärken, dass sie vertrauen können, nein sagen können und dürfen, ihnen sagen dass ihr Körper ihnen und nur ihnen gehört. Man kann ihnen beibringen dass sie sich Hilfe holen dürfen und wo sie diese Hilfe bekommen. Man kann ihnen erklären, dass es Menschen gibt die Kinder mißbrauchen (natürlich kindgerecht verpackt) . Und man kann ihnen zeigen, dass man für sie da ist.
 
Aber müssten dann nicht die lehrer und erzieher ganz genau hinsehen wenn sie davon ausgehen müssen dass in jeder gruppe/klasse mindestens 3 missbrauchte kinder zu finden sind? Die müssten dann doch besonders dafür geschult werden, solche anzeichen zu erkennen...
 
Meine Lehrerin war damals die, die meine Mutter überzeugt hat mit mir zur Kinderpsychologin zu gehen wegen meiner Verhaltensauffälligkeiten und die Psychologin hatte wohl ganz schnell einen Verdacht und hat mir eine Männlein- und eine Weibleinpuppe in die Hand gedrückt, was mich damals eigentlich nur mehr verstört hat. Aber die hatte permanent meinen Stiefvater im Auge, jedenfalls wollte sie speziell über ihn am liebsten ganz viel wissen.
 
Ich behaupte auch nicht, dass man sofort an MB denkt, aber dass es einem auffällt, wenn ein Kind plötzlich bestimmte Verhaltensmuster an den Tag legt und dass ich als Mutter ein Interesse daran hätte, dem nachzugehen.

Das Problem ist ja, dass es DIE Veränderung nicht gibt. Mißbrauch ist meist ein schleichender Prozess, der von den Tätern oft über längere Zeit aufgebaut wird. Und genau so schleichend kommt oft die Veränderung. Es gibt meiner Meinung nach keine schlagartige Veränderung. Kinder fangen vielleicht an von Geistern oder Monstern zu erzählen, die nachts in ihr Zimmer kommen, würdest du da direkt auf Mißbrauch tippen? Dann könnte es passieren, dass das Kind im Zusammenhang mit den Geistern und Monstern nachts aus dem Schlaf hochschreckt, plötzlich Angst im dunkeln bekommt, dann irgendwann nachts ohne ersichtlichen Grund anfängt zu weinen... und von den Geistern und Monstern erzählt.Wenn sich das so aufbaut, denkst du da an Mißbrauch? Oder gehst du mit dem Kind auf Geister- und Monstersuche unterm Bett, im Schrank, hinter dem Vorhang und zeigst dem Kind, dass es sich das Papamonster nur einbildet? In der Folge könnte das Kind in der Schule nachlassen oder das andere Extrem- supergut in der Schule werden und oder andere, immer schwerwiegendere Verhaltensauffälligkeiten entwickeln, bis hin zu Drogen- oder Alkoholsucht um das Papamonster zu betäuben, von dem es mittlerweile gelernt hat, dass Mama ihm sowieso nicht glaubt, dass es da ist. (Das wäre eine von hunderttausenden möglicher Veränderungen)
 
Man kennt nicht alle Hintergründe warum
Es so gelaufen ist

Weder von der Mutter noch von den Angehörigen
Noch warum das Jugendamt nicht eingerieben hatte
Man sollte
Die Ermittlungen abwarten

Die muter nicht vorschnell verurteilen
 
Meine Mutter war wegen der Selbstständigkeit generell wenig da. Damals hatten wir wenigstens Mittwochnachmittags noch geschlossen, aber das hat sich dann auch geändert und dann gab es nur die Mittagspause und später hat sie dann auch abends noch in der Kneipe noch gearbeitet. Meine Mum hat schon viel von den Kindern verpasst, aber naja übel nehm ich ihr das nicht.
 
Aber müssten dann nicht die lehrer und erzieher ganz genau hinsehen wenn sie davon ausgehen müssen dass in jeder gruppe/klasse mindestens 3 missbrauchte kinder zu finden sind? Die müssten dann doch besonders dafür geschult werden, solche anzeichen zu erkennen...

Merkst du was? Wir haben ein großes gesellschaftliches Problem.
Und nur den Müttern die schuld zuzuschreiben reicht einfach nicht aus.
 
Ich arbeite selbst u.a. auch im sozialen Bereich und kann dir sagen, dass die Gründe sehr unterschiedlich sind.
Es gibt auch nicht DIE Mutter, die solche Taten deckt

In erster Linie steht Überforderung im Mittelpunkt. Überforderung mit sich, mit dem eigenen Leben, mit der Verantwortung vom Kind, mit den Gefühlen zum Partner und letztendlich spielen auch die eigenen Erfahrungen eine Rolle.

Der Klassiker ist der, dass die Mutter einen Mann liebt, das Kind, das sie hat ein Klotz am Bein ist und nicht gewollt war und weil man den Mann eben liebt, toleriert man alles was er macht.

Fallbeispiel Nummer 2: Frau stammt selbst aus einer Familie, in der Gewalt Thema war und da man von vertrautem angezogen wird, sucht man sich genauso ein Schwein, wie den eigenen Vater. Demzufolge wird der Missbrauch (körperlich in welcher Form auch immer) an die Nachkommen weitergegeben (Epigenetik).

Variante 3: Die Mutter ist sehr instabil, wird selbst immer wieder Opfer der Gewalt und traut sich nicht, sich zu trennen oder ins Frauenhaus zu gehen.


Ihr wollt nicht wissen, was manche Eltern alles erfinden,um ihre Taten zu deckeln oder wie sie sich rechtfertigen. Ich habe Mütter gesehen, die haben sich so lange eingeredet, dass das Kind nur vom Wickeltisch gefallen ist, bis sie es selbst geglaubt haben,

Es gibt eine gute Doku auf youtube zum Thema: Schattenland heißt die. Könnt ihr ja mal eingeben. Da geht es um das Thema Kindesmisshandlung und warum diese so oft vertuscht wird. Dort wird gezeigt, wie das BKA Berlin arbeitet und wie schwer es letztendlich ist, die Täter zu überführen.

Ich sehe es übrigens auch wie ihr: Es ist ein gesellschaftliches Problem. Die Nachbarn schauen weg. Oftmals kennt man sie ja nicht einmal. Alles ist viel anonymer geworden. Die Schulsozialarbeiter halten sich die Arbeit vom Leib. Das Jugendamt agiert entweder zu früh oder es agiert gar nicht. Keiner will zu viel Arbeit haben (kenne da selbst Kollegen aus der Schulsozialarbeit, da ist die Tür immer vom Büro immer zu).
In Abhängigkeit vom Alter der Kinder wird die Sachlage zusätzlich erschwert. Wenn die Kinder klein sind besuchen sie vielleicht nicht mal die Kita und die blauen Flecken werden erst gar nicht bemerkt.
 
Zuletzt bearbeitet:

Anzeige (6)

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben