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Kindesmissbrauch - Wenn Mütter nichts mitbekommen (wollen) TRIGGER

Riley

Neues Mitglied
Achtung, Trigger-Gefahr!!!

Hallo zusammen,

ich bin neu hier und habe schon einige Beiträge gelesen. Nun habe ich eine Sache, die mich immer wieder beschäftigt. Es geht u. a. um den aktuellen Fall des 4-jährigen Mädchens, dass sexuell missbraucht und dabei gefilmt wurde und gestern durch die BKA durch Öffentlichkeitsfahndung gefunden wurde. Oder der Fall der 2-jährigen vor einigen Monaten, die von ihrem Vater und dessen Bekannten vergewaltigt wurde :wein:🙁

Ich stelle mir immer die Frage, wie eine Mutter oder auch andere nahe Angehörige so etwas nicht mitbekommen können. Mir ist klar, dass jedes Kind psychisch anders auf so eine abscheuliche Tat reagiert. Die einen ziehen sich komplett zurück, die anderen wirken nach außen hin fröhlich, um den Schein zu wahren.
Mir geht es speziell um die körperlichen Anzeichen. Niemand kann mir erzählen, dass man gerade bei Kleinkindern, keine Verletzungen wahrnimmt. Man wechselt die Windeln, badet sein Kind, kleidet es an und aus. Niemand kann mir da erzählen, dass man die Hämatome, die Verletzungen im Intimbereich, das Blut in der Windel übersehen kann. Oder die Schmerzen. Die Kleinen müssen fürchterliche Schmerzen haben, werden sich doch entsprechend bewegen. Das muss man ihnen doch ansehen! :mad:

Um dennoch auf die psychologischen Anzeichen einzugehen. Eine Mutter, die ihr Kind wirklich liebt, muss doch Veränderungen im Verhalten bemerken, oder? Ist es Verdrängung, das Nicht-Wahrhaben-Wollen? Zum (vielleicht etwas weit hergeholten) Vergleich. Ich bemerke kleinste Veränderungen an meinem Auto und merke, dass möglicherweise etwas kaputt ist. Mein Auto, ein Gebrauchsgegenstand!

Das sind genau diese Fälle, in denen der Missbrauch über viele Jahre stattfindet und immer heißt es von den Müttern, sie haben nichts bemerkt. Das passiert so oft, zu oft 🙁 Den beiden Kindern in meinen Beispielen konnte geholfen werden, aber nur durch Außenstehende. Sonst wären auch sie noch jahrelang durch die Hölle gegangen. Davon bin ich überzeugt. Ich habe zu oft über solche Schicksale gelesen.

Was treibt solche Mütter an? Klar verstehe ich, dass sowas ein riesiger Schock ist, aber es einfach ignorieren? Warum? Ich begreife es nicht. Ich musste weinen, als ich die Nachrichten gehört habe und auch jetzt wühlt mich das ganz schön auf :wein:

Ich würde mich über eure Antworten und Einschätzungen freuen, auch, wenn das ein grausames Thema ist.

LG Riley
 
Naja solche Mütter lieben ihre Kinder halt nicht wirklich.

Entweder haben sie Angst vor den Tätern, sie halten sowas für normal, weil es ihnen als Kind genauso ging oder es ist zu bequem gegen den Täter vorzugehen. Oft sind die Frauen dann von den Männern in irgendeiner Form abhängig, wollen ihr gutes Leben nicht aufgeben oder sind lieber mit dem letzten Idioten zusammen als alleine zu sein.
 
Ich schätze, das ist für gesunde, "normale" Menschen ebenso schwer bis unmöglich zu verstehen wie die Gründe, aus denen man in einer gewalttätigen Partnerschaft bleibt, manchmal bis zum Tod.

Und du kannst die Frage exakt so anwenden auf Frauen, deren Kinder vom (neuen) Partner misshandelt werden. Bei einem Fall im Freundeskreis war die Mutter einfach schwach. Sie hatte zuviel Angst vor der Welt, vor dem Leben. Sie wollte nicht allein sein, und hat deswegen die Augen davor verschlossen, dass ihr zweiter Mann seinen Stiefsohn misshandelte. Nur, damit er sie und die beiden gemeinsamen Kinder ja nicht alleine lässt, damit sie die Verantwortung nicht tragen muss. Schwäche und Feigheit.

Eine österreichische Wissenschaftlerin (Heidi Kastner) sagt dazu: "Es ist oft keine bewusste Haltung", sagt sie. In vielen Fällen sei Stillhalten der Versuch, ein "ohnehin instabiles System" aufrecht zu erhalten. Instabil sei da vielfach nicht nur die Partnerbeziehung, sondern auch die Persönlichkeit der Frau. "Es reicht von einer völlig unempathischen bis ignoranten Mutter, der nicht weiter daran gelegen ist, die Befindlichkeiten des Kindes wahrzunehmen, bis hin zur abhängig strukturierten Persönlichkeit, die glaubt, allein nicht lebensfähig zu sein." Nicht selten traf Kastner auf Mütter, die von ihrem Partner massiv eingeschüchtert wurden. Andere wurden früher selbst missbraucht. "Manchmal gibt es aber auch die Haltung: Ich hab's ja auch überstanden. Ist doch nicht so schlimm." Eine Mutter, die selbst ein Missbrauchsopfer sei und geschwiegen habe, müsste ja, so drückt sie das aus, "ihre eigenen Kompensationsmechanismen in Frage stellen", wenn sie plötzlich anfange zu reden.
 
Hm, ich würde mich hüten, da irgendwelche Urteile zu fällen. Ich denke, es gibt nichts, was es nicht gibt. Mir fällt es auch schwer, mir vorzustellen, dass man das nicht merken kann, aber das heißt nicht, dass es nicht möglich ist.
Die seltsamsten Dinge sind möglich und natürlich kann es ebensogut sein, dass eine Mutter ihre Augen vor der Wahrheit verschließt. Aber ich würde das auf keine Fall einfach so annehmen. ZB in dem aktuellen Fall: Die Mutter hat sofort die Polizei informiert, weil sie das Kind auf den Bildern erkannt hat: Wenn sie schon früher etwas bemerkt und dies verdrängt oder gar ignoriert hätte, hätte sie das doch weiterhin getan, oder?
Man weiß es nicht und man kann es nicht sagen.
Ich habe mal ein Gespräch bei Domian gehört: Da meldete sich eine Frau, deren Kind verstarb an den Verletzungen nachdem der Vater es missbraucht hatte. Die Mutter hatte es nicht gemerkt, bzw zu spät, obwohl der Missbraucht über längere Zeit ging. Sie hat das auf jeden Fall absolut glaubwürdig geschlidert und die Ärzte hatten das wohl auch bestätigt.
Es kann also alles möglich sein, auch wenn man es sich nicht vorstellen kann.
 
Es gibt viele Gründe und doch sind sie oft schwer zu verstehen, eigentlich gar nicht.

Es gibt Mütter, die haben wegen selbst gemachter Erfahrungen einen blinden Fleck, sie können nicht, dürfen nicht, ihr Kartenhaus würde in den Abgrund stürzen, aber nicht nur das Haus....

Dann gibt es die Mütter, vielleicht auch weil sie diesen fleck haben, es selbst erlebt, die Schuld bekommen, die sie nun auch ihren Kindern geben. (Schuldvorwürfe für die Kinder, selbst von einer, nein auch von der unsrigen gehört)

Dann die Mütter die den Kindern selbst etwas antun, damit sie solches ertragen können, was für ein Quatsch, ja aber trotzdem gibt es die, selbst eine solche erlebt.

Eigentlich dürfte so etwas gar nicht vorkommen.
Eigentlich müsste jeder Mensch da eine Hemmschwelle haben.
Nein es gibt nicht wirklich eine Rechtfertigung, sondern egal welcher Grund sie dazu bewogen haben mag.
den Kindern auch ist egal welcher Grund dazu führte ein sehr schlimmes Leid zugefügt worden.

Doch manche Frauen, wissen nicht, wenn sie Kinder bekommen, dass sie so etwas schlimmes erlebten und dies ihren Kindern antun werden und doch zerstören sie das Leben der Kleinen.
Nein zu entschuldigen, keine Ahnung, es fällt schwer.
Doch leider kennen wir Schicksale, wo wissen, sie konnten nicht anders, als es zuzulassen, es nicht zu sehen und diese Frauen leiden, seitdem und tun sich nicht nur mit dem schwer, was den Kindern angetan wurde, sondern auch mit ihrem eigenen Leben, dass in gleicher Weise begann. Die so zerstört wurden und doch noch etwas in sich hatten, um dann zu beenden nicht weiter zu machen, den kindern dann kein Leid mehr zufügten und auch anderen es nicht mehr erlaubten. Auch diese Frauen gibt es.

Wir wollen und können nicht sagen, was mit diesen Frauen ist, doch gesehen haben sollten sie es, wahrgenommen vielleicht aber nicht. Doch wer weiß das, wer weiß, ob sie nicht selber zu Täter wurden und genau wissen was passiert?

Es kann nicht allgemein gesagt werden, was in jedem einzelnen Fall die Frau für eine Rolle in diesem grausamen Handeln einnahm?

Doch Leidtragende sind die Kinder, die Kinder, die in einem solchem Umfeld sind und selbst kaum eine Chance haben ohne andere Menschen Hilfe, dem zu entkommen.

Wünschen wir diesen Kindern, mögen sie Heilung finden von den äußeren und inneren Wunden und mögen noch viele Kinder aus solchen Bedingungen gerettet werden.
 
Guten Morgen,
vielen Dank für eure vielen ausführlichen Antworten.
Ich werde mich später dazu äußern. Muss gleich zur Arbeit und wollte mich eben melden.
Ich wünsche allen einen schönen Tag.

LG Riley
 
Für die meisten Menschen ist es so, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Sie haben ihr Bild von der Welt wie sie sie sich vorstellen. Alles, was davon abweicht, wird verleugnet und verdrängt. Nur ganz wenige Menschen können der Realität ins Auge sehen. Diese Verdrängung und Verleugnung von dem, was nicht sein darf, ist fast jedem Menschen eigen.

Frauen opfern oft ihre Kinder wenn es darum geht, einen Mann zu halten, vor allem dann, wenn dieser Mann ein besseres Leben verspricht. Man beobachtet dieses Verhalten auch im Tierreich. Die Nachkommen anderer Männchen werden durch ein neues, dominates Männchen getötet.

Ich habe immer wieder beobachtet, dass Mütter beim Leid ihrer Kinder wegsehen, ob es nun um Missbrauch oder um andere Sachen geht. Mir scheint das der absolute Normalfall zu sein. Bloß nichts DAMIT zu tun haben, koste es, was es wolle.
 
Ich bin eine Mutter, die es monate lang nicht bemerkt hat, dass meine Tochter vom Onkel ihrer Freundin mißbraucht wurde. Meine Tochter war damals 8 Jahre alt und hatte schon einen Mißbrauch im Alter von 4 Jahren erleben müssen, durch den bei mir der Mißbrauch an mir wieder hoch gekommen ist. Doch bevor ich damals selbst unter den Erinnerungen zusammengebrochen bin konnte ich den Mißbrauch an meinem Kind beenden und dafür sorgen, dass sie ihren Großvater nie wiedersehen musste.
Meine Tochter war durch den ersten Mißbrauch schon verhaltensauffällig, so dass der zweite Mißbrauch rein psychisch nicht auffiel. Erst durch den Zusammenbruch einer weiteren Freundin meiner Tochter, die ebenfalls von dem Onkel mißbraucht wurde, erfuhr ich vom Mißbrauch an meiner Tochter, weil dieses Mädchen mehrere Namen nannte von weiteren mißbrauchten Kindern.
Ich habe beide Täter angezeigt, direkt nachdem ich mir klar wurde, was da läuft.
Und glaubt mir, ich bin ab dem Moment wo mir der erste Mißbrauch an meiner Tochter offensichtlich wurde sehr wachsam in dieser Beziehung durchs Leben gegangen. Dennoch wurde meine Tochter von einem zweiten Täter mißbraucht und ich habe es Monate lang nicht gewusst.

Allerdings weiß ich auch aus eigener Erfahrung, dass Mütter wegsehen und sogar selbst zu Täterinnen werden können. Meine Mutter gehört dazu. Sie hat alles gewusst was damals gelaufen ist und ich vermute, dass sie auch vom Mißbrauch an meiner Tochter gewusst hat.

Es gibt solche und solche Mütter. Schehrt sie nicht alle über einen Kamm. Damit tut ihr zumindest einem Teil großes Unrecht.
 
Und besonders in diesem angesprochenen widerlichen Fall ist es bisher reine Spekulation, ob die Mutter was gewußt hat. Ich denke aber, daß man es irgendwann erfahren wird.
 

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