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Soziale Isolation als junger Erwachsener

Pav

Neues Mitglied
Guten Abend Zusammen.
Ich hoffe euch allen geht es gut.
Ich (M25) lebe seit einigen Jahren in sozialer Isolation ohne jegliche Freude im Leben. Jetzt fragt ihr euch bestimmt was stimmt mit diesem Wierdo nicht oder warum lebt man abgeschottet wie ein Bergeremite. Naja... kurz zusammengefasst.
Ich bin als Frühchen geboren und hatte vielerei motorische und kognitive Defizite und meine Kindheit war geprägt von Mobbingerfahrungen, Erniedrigungen und das Versagen in grossem Stil. Immer wenn ich etwas versucht hatte richtig zu machen, wurde ich von Gleichaltrigen, Familie oder Schulkollegen ausgelacht oder diffamiert. Meine Ausbildung verlief da auch nicht so rosig .Ich weiss noch wie meine krebskranke Mutter sich gefreut hat, als ich die Ausbildung nach jahrelanger Mühe gefunden hatte und sie sagte wie stolz sie auf mich sei. An diese Worte denke ich immer noch abundzu. Leider ist sie an meinem ersten Ausbildungstag verstorben, was mich mitgenommen hat, schliesslich war sie die einzige Person , die mir viel bedeutet hat...

Die Frage ist aber immer noch warum ich sozial isoliert lebe?
Ich lebe aufgrund von den genannten Umständen alleine, denn in der Leistungsgesellschaft zählt es dass du stark, schön, schnell sein musst und was denkt ihr passiert mit einer defekten Ware? Richtig sie wird entsorgt und so verhält sich ein Teil der Gesellschaft gegenüber mir. Sie denken solche Menschen hätten nicht das Recht zu leben und sollten lieber das Jenseits segnen.

Wenn man alleine ist und kaum Menschen um sich hat die einen verletzen können, dann fühlt sich das gut an. Die Ruhe,kein Stress, kaum Probleme und das Wichtigste man kann sich endlich entspannen, aber einerseits verkümmere ich mit der Zeit und fühle mich wie eine leere Hülle die apathisch vor sich hinvegetiert. (was ich schon tue)

Wie kann ich meine Situation erträglicher machen oder besser gesagt ist alles hoffnungslos und soll ich über den Jordan gehen?
P.S: Ich gehe einer Arbeit nach und Hobbys habe ich ehrlich gesagt keine 🙁)

MfG euer Pav
 
Guten Abend Zusammen.
Ich hoffe euch allen geht es gut.
Ich (M25) lebe seit einigen Jahren in sozialer Isolation ohne jegliche Freude im Leben. Jetzt fragt ihr euch bestimmt was stimmt mit diesem Wierdo nicht oder warum lebt man abgeschottet wie ein Bergeremite. Naja... kurz zusammengefasst.
Ich bin als Frühchen geboren und hatte vielerei motorische und kognitive Defizite und meine Kindheit war geprägt von Mobbingerfahrungen, Erniedrigungen und das Versagen in grossem Stil. Immer wenn ich etwas versucht hatte richtig zu machen, wurde ich von Gleichaltrigen, Familie oder Schulkollegen ausgelacht oder diffamiert. Meine Ausbildung verlief da auch nicht so rosig .Ich weiss noch wie meine krebskranke Mutter sich gefreut hat, als ich die Ausbildung nach jahrelanger Mühe gefunden hatte und sie sagte wie stolz sie auf mich sei. An diese Worte denke ich immer noch abundzu. Leider ist sie an meinem ersten Ausbildungstag verstorben, was mich mitgenommen hat, schliesslich war sie die einzige Person , die mir viel bedeutet hat...

Die Frage ist aber immer noch warum ich sozial isoliert lebe?
Ich lebe aufgrund von den genannten Umständen alleine, denn in der Leistungsgesellschaft zählt es dass du stark, schön, schnell sein musst und was denkt ihr passiert mit einer defekten Ware? Richtig sie wird entsorgt und so verhält sich ein Teil der Gesellschaft gegenüber mir. Sie denken solche Menschen hätten nicht das Recht zu leben und sollten lieber das Jenseits segnen.

Wenn man alleine ist und kaum Menschen um sich hat die einen verletzen können, dann fühlt sich das gut an. Die Ruhe,kein Stress, kaum Probleme und das Wichtigste man kann sich endlich entspannen, aber einerseits verkümmere ich mit der Zeit und fühle mich wie eine leere Hülle die apathisch vor sich hinvegetiert. (was ich schon tue)

Wie kann ich meine Situation erträglicher machen oder besser gesagt ist alles hoffnungslos und soll ich über den Jordan gehen?
P.S: Ich gehe einer Arbeit nach und Hobbys habe ich ehrlich gesagt keine 🙁)

MfG euer Pav

Ich bin zwar wesentlich älter als du lebe aber genau so und das schon sehr lange wenn auch aus gänzlich anderen Gründen und ich vermisse nichts. Was du brauchst ist ein ausfüllendes Hobby.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Pav,

ich kann das Gefühl der Einsamkeit sehr gut nachvollziehen. Auch ich hatte jahrelang damit zu kämpfen, weil ich Probleme mit meiner körperlichen Akzeptanz habe. Meine Schwester hat mich damals ohne mein Wissen beim "sozialpsychatrischen Dienst" angemeldet. Eine Frau hatte mich damals bei mir daheim aufgesucht und wir haben ein langes Gespräch geführt. Dazu muss man wissen, dass ich zu dem Zeitpunkt schon mehrere Jahre suizidal war, aber es hat mir erstmal eine gefühlte Last von meinen Schultern genommen. Die haben auch weitergehende Verbindungen zu Kliniken, helfen bei Amtsgängen, kennen oftmals regionale Selbsthilfegruppen und können Kontakte dahin vermitteln. Vielleicht ist etwas für dich dabei, probiere dich aus, sprich deine Ängste und Erfahrungen an.
 
Hallo Pav,

ich kann das Gefühl der Einsamkeit sehr gut nachvollziehen. Auch ich hatte jahrelang damit zu kämpfen, weil ich Probleme mit meiner körperlichen Akzeptanz habe. Meine Schwester hat mich damals ohne mein Wissen beim "sozialpsychatrischen Dienst" angemeldet. Eine Frau hatte mich damals bei mir daheim aufgesucht und wir haben ein langes Gespräch geführt. Dazu muss man wissen, dass ich zu dem Zeitpunkt schon mehrere Jahre suizidal war, aber es hat mir erstmal eine gefühlte Last von meinen Schultern genommen. Die haben auch weitergehende Verbindungen zu Kliniken, helfen bei Amtsgängen, kennen oftmals regionale Selbsthilfegruppen und können Kontakte dahin vermitteln. Vielleicht ist etwas für dich dabei, probiere dich aus, sprich deine Ängste und Erfahrungen an.
Alleine leben hat mit Einsamkeit nichts zu tun, auch alleine lebende können durchaus ein erfülltes Leben führen. Alleine und Einsam sind zwei gänzlich unterschiedliche Dinge.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Pav, ich glaube ganz fest daran, dass es für jeden Menschen einen Platz auf der Welt gibt, man muss ihn nur finden. Gut, dass du eine gewisse Sehnsucht nach Gesellschaft oder Gemeinschaft hast. Denn du bist jung, da wäre es ein Jammer, jetzt schon zu resignieren. Ich wünsche dir, dass du deinen Platz findest und noch viele schöne Tage und Jahre verleben wirst!
Wenn du arbeitest, heißt das, du hast Kollegen - kannst du da irgendwo anknüpfen? Es muss ja nicht gleich ganz eng werden, aber mal nach der Arbeit auf ein Heiß- oder Kaltgetränk gehen, das übt auch in Kommunikationsdingen...
Ja, in Deutschland geht es viel um Schubladendenken, Leistung und Haben statt Sein. Hast du mal darüber nachgedacht, ganz woanders hinzugehen? Andere Länder, andere Sitten... in Dänemark zum Beispiel ist mir aufgefallen, dass da irgendwie an alle gedacht ist, wo man auch hinkommt. Es gibt dort von der Schule angefangen eine ganz andere Kultur, auch was Integration und Inklusion angeht.
Ich weiß nicht, inwieweit du heute noch eingeschränkt bist.
Ein wenig an die selbst erfüllende Prophezeiung musste ich schon denken beim Lesen deines Textes. Ich könnte mir vorstellen, dass du dich selbst viel schlechter siehst als du wirklich bist. Aufgrund der Erfahrungen in deiner Kindheit/Jugend bist du möglicherweise so geprägt und stehst dir damit ein Stück weit selbst im Weg. Nur eine Vermutung...
Wie wäre es als ein kleiner Anfang, dir ein Tier zuzulegen? Mit einem Hund kommt man sofort in der Hundeschule oder auf der Hundewiese in Kontakt mit anderen Herrchen und Frauchen.
Bei einer Katze natürlich nicht so, aber eine Katze ist ein wunderbarer Seelentröster.
Und dann empfehle ich dir, auf die Suche nach Gleichgesinnten, Leidensgenossen, wie auch immer, zu gehen. Wohnst du ländlich oder in der Stadt?
Therapeutisch könntest du auch schauen, ob du dir helfen lassen kannst. Gerade auch mit dem Trauma, dass deine Ma am ersten Tag deiner Ausbildung gestorben ist. Was für ein schlimmer Start in dein Erwachsenenleben!
Hast du irgendwelche Interessen, die du ausbauen könntest? Selbst wenn du aktuell kein Hobby hast, wird es Dinge geben, die dich mehr interessieren, andere weniger. Knüpfe an die interessanten Dinge an, vielleicht lässt sich irgendwann ein Hobby draus machen.
Machst du Sport bzw. kannst du Sport machen, trotz etwaiger Einschränkungen? Bewegung und Betätigung hat auf Körper und Geist eine positiven Effekt. Nutze ihn.
Ich wünsche dir alles Gute, vielleicht findest du auch hier nette Menschen für einen regelmäßigen Austausch. LG
 
Wenn man alleine ist und kaum Menschen um sich hat die einen verletzen können, dann fühlt sich das gut an. Die Ruhe,kein Stress, kaum Probleme und das Wichtigste man kann sich endlich entspannen, aber einerseits verkümmere ich mit der Zeit und fühle mich wie eine leere Hülle die apathisch vor sich hinvegetiert. (was ich schon tue)
Dein selbsterwählter Schutzwall hält nicht nur Schmerz draußen, sondern auch Nähe, Freundschaft, Freude und neue Erfahrungen, er hat dir auch sehr viel genommen, die Chance auf Begegnungen und Entwicklung.
Du zahlst durch deinen Rückzug nun mit einen Hohen Preis: Einsamkeit.
Wie kann ich meine Situation erträglicher machen oder besser gesagt ist alles hoffnungslos und soll ich über den Jordan gehen?
Ich weiß nicht, wie ernst das gemeint ist.
Deshalb finde ich, dass du dir Unterstützung holen solltest, wenn solche Gedanken mehr sind als nur eine Redewendung.
Ansonsten sehe ich es so, dass dein Schutzmechanismus verständlich ist, er aber mehr Schaden anrichtet als er Nutzen bringt.
 

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