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Kinder in Deutschland müssen Hunger leiden????

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Willste jetzt den Menschen in strukturschwachen Gebieten das Kinderkriegen verbieten.
Möchtest du sie von ihrer Verantwortung als Eltern entbinden? Oder wie sollte ich diesen Satz auslegen?

Außerdem soll es ja vorkommen, dass Arbeitgeber, die in der Vergangenheit durchaus Arbeitsplätze mit vernünftigem Gehalt zu bieten hatten, Konkurs anmelden müssen, oder aber ihre Produktionsstätten ins Ausland verlagern. Plötzlich gibt es auf einmal ganz viele Arbeitslose an einem Standort.
Eben waren wir noch bei einem Hartz IV Empfänger und einem Aufstocker. Jetzt ist es plötzlich der qualifizierte und gut verdienende AN der aber komischerweise keinen Job mehr findet und genau auf die Firma angewiesen war, die Konkurs gegangen ist.

Viele Familien können sich das aber gar nicht mehr leisten, dass einer bei den Kindern zu Hause bleibt. Dann reicht die Kohle nämlich vorne und hinten nicht.
Vielleicht sollte man das Leben leben, das man sich leisten kann. Ich fahre auch kein Auto das ich nicht unterhalten kann und ich beherberge auch kein Haustier, wenn ich die nötige Fürsorge nicht betreiben kann. Nennt man Verantwortung! Seine eigenen Wünsche auf Gedeih und Verderb durchdrücken und anderen dann noch die Schuld geben wenn es nicht funktioniert klingt ziemlich egoistisch!
 
Weißte PC, verantwortungslose Eltern gab es schon immer, ein paar halt, genauso wie es schon immer ein paar Menschen gab, die keinen Bock auf Arbeit haben.

Wenn aber Kinderärzte darauf aufmerksam machen, dass immer mehr Kinder hungern in Deutschland, dann sollen auf einmal so viele Eltern mehr verantwortungslos gegenüber ihren Kindern sein, oder keinen Bock auf Arbeit haben? Daran glaube ich nicht.

Man muss da schon genauer hingucken. Es gibt mehrere Komponenten, die das verursachen und eben nicht nur eine.
Darum geht es mir.
 
Lieber Pc,
du bist vielleicht noch nie (ideologisch) aus deinem Stuttgarter Kessel gekommen.
Du kennst die Strukturprobleme weder des Ruhrgebietes mit seiner Umwandlung von der Schwerindustrie zu was eigentlich?
Dito im Saarland...
Und du kennst auch nicht die Problematik der neuen Bundesländer.
Noch nicht einmal die des Frankenlandes.

Du redest so, weil du dir die Probleme, die da aber real vorhanden sind, absolut nicht vorstellen kannst.
Erst wenn du mal tauschen müsstest, dann sähst du, dass du dich abstrampeln müsstest wie ein Frosch im Sahnetopf, bis es Butter ist, damit du überhaupt Luft zum quaken bekommst.

Man kann doch nicht beharrlich etwas Leugnen, was längst bewiesen ist...
Du betrachtest Menschen als Nomaden, die sich der Wirtschaft unterzuordnen haben, dich interessiert keine Familienstruktur, soziale Bindung, Kinder die mangels nicht kompatibler Schulpolitik die Hölle erwartet und auch nicht dass es auf dem neuen Arbeitsplatz keinerlei Schutz gibt, dass man 14 Tage später allein in einer fremden Stadt ist.
 
Zum eigentlichen Thema: Nein, kein Kind muss in Deutschland hungern - es gibt eine soziale Grundversorgung, die jeder Einzelperson und jeder Familie ein menschenwürdiges Leben, fernab von Hunger etc. bietet.
Es gibt aber sehr wohl zweifelhafte, unseriöse Medien, die die Existenz von hungernden Kinder in Deutschland suggerieren wollen.
Und da leider ein erheblicher Teil der Langzeiterwerbslosen genau diese Medien konsumiert, glauben sie irgendwann selbst daran, das sie bitter arm sind und kaum was zu fressen haben - obwohl sie es ja eigentlich besser wissen müssten...

Das Problem liegt eher daran begründet, das satte Kinder von Langzeitarbeitslosen kein lohnendes Thema für die Medien sind. Daher musste die Idee der hungernden Kinder her.

Letztlich ist das traurig, weil Deutschland wirklich viel für seine Bürger tut und man hierzulande mit nur einem geringen Maß an Eigeninitiative nicht tief fallen kann.
Es ist nahezu unmöglich obdachlos zu werden, wenn man sich rechtzeitig an die Behörden wendet.
Absolut unmöglich ist es aber, in Deutschland an Hunger zu leiden, solange man die vom Staat zur Verfügung gestellten Mittel auch dafür einsetzt, für was sie eigentlich gedacht sind - nämlich den Lebensunterhalt.
Und eben nicht Zigaretten, Alk, Technik oder PC-Spiele etc.

Da es ja um die Familie und deren angeblich hungernde Kinder geht mal ein Beispiel:
Zwei Erwachsene, zwei Kinder

Wenn beide Raucher sind (und das ist gar nicht mal selten der Fall) und jeweils eine Schachtel am Tag rauchen, sind da schon mal ca. 300 Euro von der Transferleistung sinnlos vernichtet.
Trinken beide vielleicht noch jeweils nur zwei Bier am Tag und sind starke Kaffetrinker, gehen nochmals mindestens 150 Euro ab.
Unter dem Strich hätte diese Familie, die jetzt ja noch nicht mal asozial wäre, bereits 450 Euro vernichtet, bevor sie auch nur einen Euro für den eigentlichen Lebensunterhalt im Monat aufgewendet hätte.

Ich will jetzt gar nicht mehr von den Flachbildschirmen, teueren PC-Spielen und Bergen von Süßkram anfangen, die sich über den Monat gewaltig summieren bei den Kosten. Es soll einfach nur veranschaulichen, dass die Transferleistungen teils eben nicht dem Verwendungszweck entsprechend ausgegeben werden - und es dann tatsächlich zu völlig ungedeckten Tagen am Monatsende kommt, wo die Familie dann am besten noch in die Suppenküche geht, die eigentlich mal für Obdachlose gedacht war.

Mein Beispiel bezog sich jetzt auf Erwerbslose, aber auch Geringverdiener haben ja nie weniger als den Sozialsatz, weil sie beim Amt aufstocken können.

Statt also mal auf die sozialen Erungenschaften dieses Landes zu schauen und vielleicht sogar stolz darauf zu sein, wie solidarisch er sich hier zeigt, wird immer nur auf Leute geschaut, die ihre Tranferleistungen radikal zweckentfremden und sich am Ende des Monats als Opfer darstellen, die gänzlich schuldlos mittellos wären.

Man kann dieses Verhalten unanständig nennen, ehrlos oder auch asozial: Grundsätzlich sollte es jedoch unseren Blick für den wahren Sachverhalt schärfen - nämlich das hier niemand auf die Grundbedürfnisse des Lebens verzichten muss und auch über Jahrzehnte finanziert wird, wenn keine andere Lösung gefunden wird.
 
Moin

sinnvoller Beitrag, Teslon. Danke dafür.

Aber es werden gleich die anderen wie die Geier über Dich herfallen.

Leider, also zieh Dich warm an.
 
Portion Control

Willste jetzt den Menschen in strukturschwachen Gebieten das Kinderkriegen verbieten.
Möchtest du sie von ihrer Verantwortung als Eltern entbinden? Oder wie sollte ich diesen Satz auslegen?

Schwierig.

Natürlich trägt jeder Mensch seine Verantwortung, natürlich auch seinem Partner, Familie und Kindern gegenüber. Dir und mir als etwas besser gestellten bzw. besser situierten Menschen dürfte das etwas leichter fallen, als jemandem, der nicht so gut gestellt ist.

Wenn ich dich richtig verstanden habe, dann kritisierst du, dass Menschen zu arm und/oder verantwortungslos sind, um Kinder zu bekommen und aufzuziehen. Und irgendwo verstehe ich das auch.
 
Moin

sinnvoller Beitrag, Teslon. Danke dafür.

Aber es werden gleich die anderen wie die Geier über Dich herfallen.

Leider, also zieh Dich warm an.

lol, schon möglich.

Wobei mein Post auch Lücken hat, weil ich ihn in einem bestimmten Konsum-Kontext gestellt habe.

Anderes Beispiel wäre, dass jemand arbeitslos wird oder plötzlich viel weniger verdient - und dann mit den monatlichen Rechnungen aus den besseren Tagen dasteht. Das kenn ich selber auch: Ich hatte in meinen schlimmsten Tagen rund 200 Euro Kommunikationsentgelte im Monat zu zahlen und das war in Arbeit auch kein Problem. Als ich jedoch erwebslos wurde, wurden diese Verträge echt zu ner Würgeschlinge, die einem die Luft abgeschnürt haben. Ich hab mir also sofort nen Minijob besorgt, um das erstmal auszugleichen.
Klar, es gibt tote Gegenden in Deutschland, wo es nicht mal nen Minijob gibt - aber dann muss man eine Entscheidung treffen und Initiative zeigen: Hätte es bei mir nicht geklappt mit Arbeit, hätte ich eben ne Auflösung der Verträge erwirkt oder wenn das nicht geklappt hätte, eben ne Schadensersatzforderung für die Restlaufzeit in Kauf genommen. Ich hätte jedoch niemals gehungert, nur um einen nicht mehr vertretbaren Lebensstandart aufrecht zu erhalten.
Und das ist eben auch die andere Seite der Angelegenheit: Wenn ich plötzlich deutlich weniger Geld zur Verfügung habe, kann ich nicht einfach gleichbleibend viel Geld ausgeben - ich muss mich also einschränken. Auto, Urlaub, Party und sonstige Luxus-Anschaffungen müssen dann eben warten, bis es wieder besser läuft.
Aber genau hier versagen viele, weil sie sich selbst ihre Situation nicht eingestehen , sie vor ihren Freunden verbergen wollen oder schlicht nicht mit Geld umgehen können.
Ich gehöre auch nicht zu denen, die bei Arbeitslosigkeit am Monatsende noch die Taschen voller Geld haben - aber ich kann doch nicht die Gesellschaft dafür verantwortlich machen, von der ich fürs nichts tun meinen Lebensunterhalt finanziert bekomme!
Man möge sich mal in anderen Ländern umschauen, wie arme Menschen dort vor sich hin vegitieren müssen - und dann den Blick zurück auf Deutschland werfen, wo die "Armen" zuhause mit Chips und Cola vor ihrem fetten Screen sitzen und auf RTL2 sehen, wie schlecht es ihnen doch gehen MUSS...
 
Teslon

Traust du dir zu, ein Kind zu ernähren?

In der kompletten Chronologie: Also ja

Und falls Du darauf anspielst, was ein Kind heute so braucht alles: Es braucht primär ein Dach über dem Kopf, Kleidung, Nahrung, Bildung, Liebe, Freunde und Natur.

Drei Sachen davon kosten nichts.
Die drei anderen werden von der Solidargemeinschaft finanziert, wenn man es nicht selbst kann.

Mir fällt da immer ein Arbeitskollege ein, der mal zu mir sagte: Reich kann man nur hier sein - und er tippte an seinen Kopf dabei. Und im Umkehrschluß heißt das gerade in unseren Breitengraden: Arm kann man primär auch nur im Kopf sein...
Denn wer will abstreiten, dass selbst wenn die Tranferleistungen oder Löhne exorbitant angehoben würden, es dann keine "armen" Menschen mehr gäbe, die am besten noch ihre bedauernswerten Kinder im Privatfernsehn präsentieren? Man entschuldige meinen Sarkasmus an dieser Stelle...

Ich will nicht abstreiten, das es einen sehr eingegengten Kreis von Menschen bei uns gibt, der durch alle Absicherungen gefallen ist und bestenfalls anteilig daran Schuld trägt. Jedoch nimmt der sich echt marginal aus und ist auch sicher nicht die Grundlage, auf der dieser Thread basiert.
 
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