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Kinder anschweigen/ignorieren

Wenn man zu einem Kind im Kindergartenalter sagt: "Du nervst/bist zu laut, ich will meine Ruhe, deshalb rede ich erst in einer Stunde wieder mit dir" und das auch durchzieht und sämtliche Kommunikationsversuche des Kindes ignoriert - wie würdet ihr das bewerten?

Dieses Verhalten wirkt alles andere als optimal, aber immerhin hatte die Person dann ein wenig ihren Standpunkt ausgedrückt, als das Kind komplett dem Rätselraten und der Unsicherheit auszusetzen. Das heißt, dass das für mich schon etwas verbindlich wirkt, worauf sich das Kind verlassen konnte. Natürlich kommt es aber auch auf die Tonlage der Äußerung an, ob sich das Kind noch sicher genug fühlen konnte mit seiner Annahme und der Person gegenüber. Wurde etwa eine ständig aggressive Tonlage verwendet, dürfte das Kind wohl eher etwas Finsteres für sich selber da hineininterpretieren.
 
Schlimm, dass ihr solche Erfahrungen machen musstet. Ignoranz ist schrecklich.
Welche Auswirkungen das hat, das hängt von vielen Dingen ab, nicht nur von der "Tat" an sich. Es kommt darauf an, wie das Kind es erlebt hat. Also kann man nicht pauschal sagen, es war traumatisch oder nicht.
 
Die Frage ist doch: Fühlst du dich traumatisiert?
Das finde ich eine schwierige Frage. Ich zB. habe mich nie traumatisiert gefühlt. Es war halt normal, ich kannte es ja nicht anders. Und dieses "es ist normal" lässt einen ja erstmal nicht schlecht damit fühlen. Was es aber mit einem macht und wieviel Einfluss die dadurch verinnerlichten Verhaltensmuster auf das Leben haben, wird einem vielleicht erst dann bewusst, wenn das Gerüst zusammenkracht. Das kann passieren, muss aber nicht. Manche leben gut damit, anderen fällt es irgendwann auf die Füße.
 
Hm .. wenn es "öfters" so läuft bzgl. der Interaktion zwischen Elternteil und Kind .. nun ja, kann (muss aber nicht) Folgen haben für die Beziehung zwischen den beiden ..
(Vielleicht setzt man sich ab und an in die Lage "des Kindes".. UND vielleicht kommt einem irgendwann mal auch wieder in den Sinn, dass man selbst mal KIND war.. UND wie die eigenen Eltern mit einem selbst umgegangen sind .. )

Den EINEN PERFEKTEN Weg gibt's leider nicht.
 
Hat zum Beispiel das Kind vorher 20 Mal dieselbe Frage gestellt, obwohl es bereits eine Antwort erhalten hatte und sagt die Mutter dann so was wie "Du willst mich damit nur noch nerven, ich antworte jetzt nicht mehr und hab in einer Stunde wieder Zeit, weil ich meine Ruhe brauche

In einigen Punkten stimme ich dir zu, aber hier finde ich wichtig:

Kinder im Kindergartenalter suchen auf diese Art und Weise manchmal nach Verbindung, es steht ein Bedürfnis dahinter und sie können das noch nicht so gut selber regulieren. Klar, wenn noch eine andere Bezugsperson da ist, und die Mutter sagt sie braucht ne Pause oder zieht sich zurück o.Ä. auch mit den o.g. Sätzen ist es was anderes als wenn sie alleine ist und das Kind 1 Stunde keine Reaktion bekommt, angeschwiegen wird. Das sollte nicht unterschätzt werden.


(Vielleicht setzt man sich ab und an in die Lage "des Kindes"..

Ja genau. Eine Stunde angeschwiegen werden im Kindergartenalter, das ist für ein Kind einfach ne Ewigkeit. Es weiß nicht wann das wieder aufhört oder wie lange ne Stunde ist. Ich glaube dass es auf jeden Fall Auswirkungen auf die Beziehung hat, ob es nun traumatisch ist oder nicht.
Und ich glaube auch, dass Traumata unentdeckt bleiben können, also man sich vielleicht nicht traumatisiert fühlt und es aber dennoch Auswirkungen hat, nur bringt man es nicht damit in Verbindung.

@TE dass du den Beitrag geschrieben hast heißt ja, dass es dich beschäftigt. Und wenn es dich belastet oder du bestimmte Schwierigkeiten bei dir wahrnimmst, dann würde ich mich damit auseinandersetzen, und wenn nötig das auch therapeutisch aufarbeiten. Dafür braucht es auch kein Trauma, also auch wenn es nicht traumatisch war, kann es ja trotzdem belastend sein.
 
"Du nervst/bist zu laut, ich will meine Ruhe"
Das darf man zu einem Kind im Kindergartenalter (ich nehme mal an, Ü3) durchaus sagen.
Meiner Meinung nach sagt man das viel zu wenig.
deshalb rede ich erst in einer Stunde wieder mit dir
Eine Stunde lang geht nicht. Kids zwischen 3-4 haben kein Zeitgefühl, das über eine Viertelstunde hinausgeht. Mit vier länger als mit drei.
Eine Stunde lang wäre praktisch Folter.
 
"Du nervst/bist zu laut, ich will meine Ruhe"
Das darf man zu einem Kind im Kindergartenalter (ich nehme mal an, Ü3) durchaus sagen.
Meiner Meinung nach sagt man das viel zu wenig.

Nein der erste Teil ist eine ganz schlechte Formulierung, ein Kind in dem Alter bezieht es auf sich als Person und nicht aufs Verhalten. Dadurch entstehen dann negative Glaubenssätze wie "Ich bin falsch" "Ich bin nicht gut genug" und das muss dann im Erwachsenenalter mit viel Arbeit aufgelöst werden. Besser ist es das eigene Bedürfnis zu benennen und die Tätigkeit des Kindes die zu laut ist oder nervt. Wenn das Kind, zum Beispiel trommelt, laut Musik hört etc, dann darf mich das als Elternteil/Angehörige:r/Erzieher:in natürlich nerven, ABER ich sage dann zu dem Kind "Mir ist die Musik/das Trommeln zu laut bitte such dir erstmal ein Spiel, das du leise spielen kannst. Ich brauche gerade Ruhe"

Was die Ausgangsfrage betrifft schließe ich mich der viel vertretenen Meinung hier an, dass das ignorieren/anschweigen absolut ein No-Go ist. Besser ist es dem Kind zu erklären was genau das Problem ist
 

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