Moralisch richtig wäre es gewesen, von Anfang an die Wahrheit zu sagen. Aber ich denke, dass es für das Kind trotz allem blöd wäre, wenn es plötzlich nochmals einen weiteren Papa dazugesetzt bekommt.
Eine gute Lösung gibt es jetzt ohnehin nicht mehr. Zumal ich bisher den Eindruck hatte, dass die TE an der aktuellen Situation nichts ändern will. Wenn es blöd läuft, gibt es ständig Ärger mit der 2-Papas-Situation. Was, wenn durch die ständige Einmischung des Ex die Ehe leidet und die Kleine am Schluss nicht nur mit 2 Vätern, sondern auch noch mit zerrütteten Eltern dasteht? Die sich ständig wegen der Sache streiten? Wenn sie ständig zwischen den 2 Vätern hin- und hergezerrt wird, von denen beide stets zeigen wollen, dass sie ja "der bessere Papa" wären? Oder wenn ihrem Mann, also dem jetzigen Papa der Kleinen, durch die 2. Vaterfigur das Gefühl abhanden kommt, der Vater zu sein?
Bei einem Bekannten war das so. Da ließ sich die Mutter scheiden, wollte erst mal nichts von ihrem Kind wissen. Der Junge wurde von der neuen Frau seines Vaters großgezogen. Die hatten eine sehr enge Beziehung. Bis mit etwa 9 Jahren wieder die echte Mutter herkam und Kontakt wollte. Ergebnis: die neue Frau fühlte sich zurückgesetzt und ständig daran erinnert, dass er ja doch nicht "ihr Kind" ist. Reagierte entsprechend oft auch gereizt auf die Situation. Das zerrüttete die Beziehung zwischen ihr und dem Jungen. Die leibliche Mutter konnte er ebenso nie als Mutter sehen, sondern mehr als "irgendeine Frau, die was von mir will". Mittlerweile ist er volljährig und sagt "ich habe keine Mama", will von keiner der beiden Frauen mehr was wissen.
In seinem Fall wäre es echt besser gewesen, wenn seine echte Mutter ihn entweder von vorneherein gesehen hätte, oder alternativ für immer weggeblieben wäre.
Sie soll es ja auch nicht als Verbot sagen ("du darst sie nicht als Vater besuchen"), sondern mehr im Sinne von "uns wäre es lieber, wenn du nicht plötzlich einen auf Papa machst"..