Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Keine Aufgabe im Leben - Depressionen

  • Starter*in Starter*in Gast
  • Datum Start Datum Start
Es ist schwierig einen Job zu finden, wenn man überall "überqualifiziert" hört. Mein letztes Bewerbungsgespräch verlief auch so -überqualifiziert-. Was kann ich dafür? Ich kann auch weniger qualifiziert den Job erledigen. 😀 Tja, was soll ich davon halten....ich gehe weiter und bewerbe mich weiterhin.

Meine Überlegungen gehen in Richtung Bundesfreiwilligendienst, wenn ich das nächste Halbjahr keine neue Anstellung finde. Einfach unter Menschen zu sein, gebraucht zu werden, Ablenkung,....und danach wieder durchstarten.
 
Hallo, ich bin es nochmal. Ich finde es immer wieder erschreckend, wie viele junge Leute mit super Ausbildung ohne Perspektive sind!!! Das sehe ich in meinem Freundeskreis und hier in dem Forum auch wieder. Das scheint ja auch total viele Studiengänge zu betreffen, von Geographen zu Biologen zu Übersetzern zu Biochemikern und sogar zu BWLern. Ich frage mich dann auch immer, warum einem nicht vor dem Studium gesagt wird, dass es in den Fächern keine Jobs gibt und warum es so viele Studienplätze in den Fächern gibt. Da stecken so viele Leute ihre ganze Lebensenergie rein und zum Schluss heißt es dann "Ach, Physiker brauchen wir eigentlich nicht. Können Sie noch was anderes?". Ich ertappe mich auch oft bei dem Gedanken, dass eine Ausbildung eventuell sinnvoller gewesen wäre. Als studierte Übersetzerin bekommt man fast nur Jobs als Fremdsprachensekretärin o.ä. und wird dann entrüstet vom Arbeitsamt / der Zeitarbeitsagentur angeschaut, wenn man das nicht sein möchte. Von Ärzten würde auch nicht erwartet werden, dass sie als Krankenpfleger arbeiten sollen. Das sind z.T. ja auch ganz andere Tätigkeiten und Fertigkeiten, die man da mitbringen und ausüben muss.

Aber mal eine ganz andere Frage: Habt Ihr mal überlegt Euch selbständig zu machen? Gerade als BWLer müsste das doch zu machen sein, vorausgesetzt, man hat eine Geschäftsidee, die man toll findet.
Man könnte dann seine Energie in sein EIGENES Projekt stecken und man wäre nicht mehr so auf andere und deren Angebote/Wohlwollen angewiesen. Ich glaube, wenn man sein Ding gefunden hat, kann man ganz darin aufgehen und bekommt als Belohnung eine Menge Selbstvertrauen und Erfüllung, von Geld und einer Altersvorsorge ganz zu schweigen (wenn der Laden irgendwann läuft). Ich selber bin schon seit einiger Zeit am Grübeln, womit ich mich selbstständig machen könnte. Eigeninitiative ist eigentlich eine Stärke von mir, ich müsste nur noch wissen, in welche Richtung ich sie bringen soll. (Übersetzungen anzubieten ist nicht so ideal, weil der Markt praktisch an der unteren Dumpinggrenze angekommen ist und es nur frustriert, seine Arbeit nicht gewürdigt zu sehen.)

Könntet Ihr es Euch vorstellen, freiberuflich oder selbstständig zu arbeiten?
 
Hi,

danke für Eure Antworten. Ich hab heute nur kurz Zeit, deshalb versuch ich mich knapp zu fassen.

Zum Thema Studienwahl: Eigentlich wollte ich Psychologe werden. Eigentlich wollte ich schon immer Menschen helfen und ein bisschen "die Welt" verbessern. Ich war in der Schule zwar kein Oben-Drüber-Wunderkind, aber auch kein schlechter Schüler (immer so ein 2,1-2,4 - Schnitt). Leider hatte ich während dem Abitur gesundheitliche Probleme, die dazu führten, dass ich ein schlechtes Abi in der Tasche hatte. Mit meinem kack Abi-Zeugnis konnte ich dann tolle Fächer wie Psychologie oder auch das begehrte BWL vergessen. Ich wollte auch eine Ausbildung machen und hab mich bei diversen Verwaltungsschulen, Akademien usw. beworben. Die Tatsache, dass ich damals schwer krank war und fast gestorben wäre, interessiert keinen Personaler. Lehrer hatte es damals auch nicht interessiert. Heute bin ich körperlich top fit aber geistig langsam kaputt.

Mit einem 3,3 Abitur kannst du das alles vergessen. Also blieb mir nur das Studium. Ich habe dann nach 1 Jahr Wartezeit endlich Wirtschaftsrecht und VWL als Kombi zu studieren begonnen. Damals war ich froh, überhaupt studieren zu können. Ich wusste, dass ich es mit der Studienkombo VWL+WiRecht schwerer als die Betriebswirte und reinen Juristen haben werde. Ich habe dann erst während des Studiums durch meine Werkstudententätigkeit herausgefunden, in welche Richtung ich mich beruflich entwickeln möchte. Consulting/PR/Unternehmenskommunikation. Ich bin eher der kommunikative, kreative Typ. Leider ist dieser Bereich total überlaufen. 800 Bewerbungen. 5 Interviews. 5 Absagen. Als Volkswirt wollen sie dich in Unternehmen nicht haben. Eher in NGOS oder noch im öffentlichen Dienst. Ach, der öffentliche Dienst. Davon träume ich...

Selbstständig machen. Daran denke ich oft. Aber mir rät jeder, inklusive mein ehemaliger Professor, mein ehemaliger Chef ab. Eine Idee hätte ich auch. Allerdings benötige ich hierfür extrem gute Programmierer. Leider ist mein Freundeskreis = 0. Meine Motivation ebenso.

Ja, und es ist krass, wie viele gut ausgebildete Leute hier arbeitslos und ohne Perspektive sind. Ich will einfach nur einen relativ gut bezahlten Job, von dem ich leben kann (2200 brutto reichen mir ersmal vollkommen!) und bei dem ich bleiben, d.h. endlich mal Berufserfahrung sammeln kann. Diese kann ich nicht sammeln, wenn ich ein Praktikum hier, ein Traineeship da und wie zu letzt trotz guter Leistung trotzdem gekündigt werde. Ich will arbeiten und lernen, man lässt mich nicht. Ich kenne auch Ingenieure, die keine Arbeit finden. Ich bin - Gott bewahre - kein Marxist oder Sozialist, aber irgendwas läuft in Europa gewaltig schief Leute! Meine Oma sagte immer:"Lerne, sei fleißig und studier - dann geht's dir besser als uns!" Aber Sorgfalt, Disziplin, Ehrgeiz und Fleiß sind alles Dinge, die heute anscheinend nicht mehr verlangt werden. Stattdessen muss man "proaktiv, teamfähig und kommunikativ" sein. Vor allem proaktiv ist eine Bullshit-Neologismus. Natürlich bin ich als Mitarbeiter "vorauschauend".

Vielleicht kann ich irgendwann gar nicht mehr arbeiten, weil ich dann arbeitsunfähig bin. Ich kann mich heute nicht mehr so gut wie vor vielleicht 2 Jahren konzentrieren. Ich blute auch intelektuell aus. Früher interessierte ich mich noch für Adam Smith oder Vasilly Leontief. Heute ist mir das alles sch*** egal.

Sobald meine Frau ihr Studium fertig hat, konkretisieren wir unsere Auswanderunspläne weiter. Tschüss Deutschland/Europa. Und wieder 2 hochqualifizierte junge, engagierte Leute weniger.

Tut mir leid, wenn alles so lang und verbittert geschrieben ist...Aber ich kann mit niemanden drüber reden. Mit einer festen Arbeitsstelle und einem geregelten Leben kommen die Freunde von allein. Ich bin ja extrem kontaktfreudig. Aber mal hier, mal dort, 5 Umzüge in den letzten 3 Jahren. Wie sollen da soziale Bindungen entstehen? Über Facebook? Nee, das ist mir zu blöd.
 
Eigeninitiative ist eigentlich eine Stärke von mir, ich müsste nur noch wissen, in welche Richtung ich sie bringen soll. (Übersetzungen anzubieten ist nicht so ideal, weil der Markt praktisch an der unteren Dumpinggrenze angekommen ist und es nur frustriert, seine Arbeit nicht gewürdigt zu sehen.)

Sagst du mal, welche Sprachen du sprichst. Vielleicht fällt jemandem hier was ein. Und vielleicht könnt ihr euch zusammen tun. BWL und Übersetzung wäre doch eine gute Kombi.


Tuesday
 
Hallo Budi,

schön, dass du dich auch meldest! Ich hoffe, wir können über/mit alle👎, die sich hier in den letzten Tagen gemeldet haben, weiterreden. Das heißt, falls es gewünscht ist. Manche wollen sich sicher auch nur mal "auskotzen".

Deine Probleme kann ich sehr gut nachvollziehen. Vielleicht können wir ja hier für dich (und uns andere) ein paar Alternativen und Tipps sammeln, wie man vorgehen kann.

Ich habe leider momentan nicht viel Zeit, werde aber in den nächsten Tagen noch mal etwas schreiben.

Viele Grüße
RainerW

Hoppla, hab deinen Beitrag überlesen. Danke, dass du an meinen Problemen interessiert bist. Ich finde es hier viel angenehmer als bei einem Psychotherapeuten. 😉 Er/sie nickt immer nur zu und sagt dann Sachen wie:"Gehen sie in sich selbst. Was sehen sie?" Meine Gedärme? 😀

Kein Problem, dass du nicht viel Zeit hast.

Was die Tipps betrifft, hab ich in den letzten 2 Jahren schon alles probiert. Hier eine kleine Auswahl:
- Master-Studium - geht nicht, nicht finanzierbar, werde nicht genommen, zu alt, habe schon Diplom
- Ausbildung/Weiterbildung (z.B. IHK) - wird nicht finanziert, geht nicht, brauche erst 2 Jahre Berufserfahrung
- Lehrer werden für Fächer Recht+Wirtschaft und Politik (das könnte ich mir sehr gut vorstellen!) - Habe mich schon erkundigt und in halb D rumtelefoniert....arrrgghhh.....
- Selbstständigkeit - nicht genügend Eigenkapital, keine Berufserfahrung (eher noch Theoretiker), kein Netzwerk, keine Freunde, die mit mir ein Start-Up gründen wollen, kann keinen Menschen trauen, zu schlechte Erfahrungen gesammelt mit angeblichen "Freunden"
- komplett anderes Studium - das bedeutet wieder 6 Jahre studieren und 20h + jede Woche arbeiten - der Kinderwunsch ist dann nicht mehr realisierbar bzw. wir können uns gleich scheiden lassen
- Bundeswehr - ziviler Dienst - schon 2x beworben, nehmen mich nicht. Basta. Ende. Die brauchen nur Techniker.
- Akademien/Schulen (z.B. Journalistenschulen) - zu alt, zu schlechte Noten, der Hund ist tot.
- freier Autor werden und Buch schreiben - Ich habe bisher quasi als Ghostwriter gearbeitet, d.h. Texte für meine Chefs geschrieben.

Ich warte schon auf die 1. Antworten, in denen steht: Du willst ja alles nicht. 😉
 
Ja, ich finde den Austausch hier auch total angenehm. Die "klugen" Ratschläge von anderen, die die Situation nicht wirklich kennen, sind selten wirklich hilfreich und ziehen einen eher runter, als dass sie aufbauen. Wie Budi so schön geschrieben hat: "Du willst ja alles nicht" aka Du bist zu wählerisch und anspruchsvoll etc. kann man sich dann anhören. (und das, obwohl man/ich bereit wäre sogar für 1500€ brutto einzusteigen [ok, ich wohn im Osten, da kann man mit so einem Gehalt grad noch halbwegs gut überleben, weil die Mieten recht günstig sind]).

Achtung, schlechter Witz: Stattdessen muss man "proaktiv, teamfähig und kommunikativ" sein. Proaktiv: muss man sich dann nach links oder nach rechts drehen? ;-)

Das Ausland ist sicher auch noch eine Option. Wenn ich nicht ausgerechnet einen total heimatverbundenen Mann geheiratet hätte, wäre ich schon lange weg. Das war eh schon immer mein Traum. Im Ausland hat man ja auch den Bonus, dass man deutscher Muttersprachler ist, und hebt sich dort deutlich von den Konkurrenten ab. Spanien, Frankreich und Griechenland sind natürlich nicht so ideal, aber was ich schon so von Australien und Neuseeland gehört habe, bringt mich ins Schwärmen. Da sind auch Quereinsteiger willkommen. Da werden 14 Tage Probe gearbeitet (gegen Bezahlung selbstverständlich) und sich angeschaut, wie der Neue sich so anstellt. Das klingt so toll! IN Deutschland muss man jeden Job studiert haben, dann noch ein halbes Jahr (unbezahltes) Praktikum absolviert haben und 3 Jahre Berufserfahrung besitzen. Alle Welt sagt immer, man möchte keine "Fachidioten", aber wenn man nicht 100% ins Beuteschema der Personaler passt, hat man doch von vornherein keine Chance. Das sind zumindest meine Erfahrungen.

@ Tuesday: Danke, dass Du Dir Gedanken zu meiner Situation machst! Ich schäme mich ja regelrecht, wenn ich meine Sprachkombination sage (nicht nur hier, auch generell), weil man damit echt niemanden hinterm Ofen vorlocken kann: Ich hab Englisch und Spanisch gelernt. Wenn ich das jemandem sage, kommt danach immer so eine kleine Pause betretenen Schweigens. Dass ich die Sprachen auf einem ganz anderen Niveau gelernt habe, als einer, der mal ein halbes Jahr im Ausland war, ist nicht jedem klar. Die Alltagssprache spielt in dem Beruf nämlich fast keine Rolle, man bearbeitet ja vorwiegend Fachtexte. Das ist auch der Grund, warum die Branche der Sprachmittler so miserabel ist: weil jeder denkt, dass er mit seinem Schul-/Urlaubsenglisch auch übersetzen könnte.
Aber ich will Euch nicht mit den Details langweilen.

@ Budi: Vielleicht gründen wir ja ein kleines Consulting-Unternehmen, das seine Dienste vorwiegend im Ausland anbietet. Die bis ins kleinste Detail strukturierten Prozessabläufe gemäß deutscher Gründlichkeit sind vielleicht auch für ausländiche Unternehmen interessant. Du würdest beraten, ich dolmetschen und mich um die landeskundlichen Sachen bzw. die Überbrückung der kulturellen Unterschiede kümmern ;-)

Prinzipiell denke ich aber auch, dass man unbedingt Kontakte haben muss. Ohne die läuft nichts. Allein die gegenseitige Motivation macht schon so viel aus! Die "neumodischen" Sachen wie Facebook finde ich auch unsymphatisch, aber es gibt dann ja auch regionale Gruppentreffen. Ich hab z.B. eine mittlerweile sehr gute Freundin über New In Town kennengelernt. Irgendwas muss man machen, damit man nicht allein zu Hause versauert..
 
@ Tuesday: Danke, dass Du Dir Gedanken zu meiner Situation machst! Ich schäme mich ja regelrecht, wenn ich meine Sprachkombination sage (nicht nur hier, auch generell), weil man damit echt niemanden hinterm Ofen vorlocken kann: Ich hab Englisch und Spanisch gelernt.

Spanisch ist cool. Sehr gut sogar! Alles Weitere per PN.

Tuesday
 
"(und das, obwohl man/ich bereit wäre sogar für 1500€ brutto einzusteigen [ok, ich wohn im Osten, da kann man mit so einem Gehalt grad noch halbwegs gut überleben, weil die Mieten recht günstig sind])." Dort wo ich wohne sind die Mieten sehr hoch, trotzdem würde ich als Einstieg gerne auch schon für knapp über oder unter 1000 € netto arbeiten... Aber ich finde schon kaum Stellenanzeigen, auf die ich mich überhaupt bewerben kann. Ich kann "kaufmännische Ausbildung" als Vorraussetzung schon nicht mehr lesen... :-(
 
Wie Budi so schön geschrieben hat: "Du willst ja alles nicht" aka Du bist zu wählerisch und anspruchsvoll etc. kann man sich dann anhören. (und das, obwohl man/ich bereit wäre sogar für 1500€ brutto einzusteigen [ok, ich wohn im Osten, da kann man mit so einem Gehalt grad noch halbwegs gut überleben, weil die Mieten recht günstig sind]).
Tja, ich wohne im Münchner Raum und mit 1500€ brutto kommt man einfach nicht weit. Ich bin sehr offen für alles, mache aber nicht nur irgendwas um Geld zu verdienen.


(...) aber was ich schon so von Australien und Neuseeland gehört habe, bringt mich ins Schwärmen. Da sind auch Quereinsteiger willkommen. Da werden 14 Tage Probe gearbeitet (gegen Bezahlung selbstverständlich) und sich angeschaut, wie der Neue sich so anstellt. Das klingt so toll! IN Deutschland muss man jeden Job studiert haben, dann noch ein halbes Jahr (unbezahltes) Praktikum absolviert haben und 3 Jahre Berufserfahrung besitzen. Alle Welt sagt immer, man möchte keine "Fachidioten", aber wenn man nicht 100% ins Beuteschema der Personaler passt, hat man doch von vornherein keine Chance. Das sind zumindest meine Erfahrungen.
Das deckt sich auch mit meinem Eindruck bzw. meinen Erfahrungen. In Deutschland brauchst du für alles eine Ausbildung. Personaler kannst du nicht werden, dafür musst du schon HR-Schwerpunkt in BWL oder eine Ausbildung als Personalkaufmann haben. Gerade in den angelsächsischen Ländern, wie USA, Australien oder Neuseeland geben dir Arbeitgeber eher eine Chance, wenn sie sehen, dass du engagiert bist. Auf Stellen, bei denen ich mir 100% sicher bin, dass 10% meiner Qualifikation nicht ins Bild des Personalers passen, bewerbe ich mich gar nicht. Vielleicht kann ich als Volkswirt genau so gut das machen, was ein Wirtschaftsingenieur in einem großen Unternehmen machen kann. Nein, sie wollen unbedingt den WiIng, und wenn der saudoof ist, sch***egal.

Noch eine Anmerkung zu meiner Tätigkeit von der ich gekündigt wurde. EIGENTLICH wäre der Tätigkeitsbereich genau das Richtige für mich. Also theoretisch und von dem was mir gesagt wurde, WAS ich im Unternehmen an Aufgaben hätte. Vor allem eigene Ideen einbringen und mich mit anderen Abteilungen wie dem Controlling oder dem Marketing vernetzen. Das hätte Bock gemacht. Die Realität meines Traineeships war dann sehr ernüchternd: Ich habe KAUM Eigenverwantwortung gehabt, meine Ideen wurden als "hochtrabend" abgetan und - was mich am meisten ankotzte - ich wurde grundsätzlich wie ein Azubi mit 18 Jahren behandelt: "Gell, das lernst du schon noch Junge!". Ich hatte meinen eigenen Aufgabenbereich und meine eigenen Projekte, konnte diese aber nie in Ruhe bearbeiten, weil meine Kollegen ständig Aufgaben an mich delegiert haben. Nein darf man ja nicht sagen, sonst wird man wie ein Eichhörnchen angeschaut. Teamwork ist ja gut und schön, aber man fragt sich dann doch warum die Kollegin alles an mich delegiert und so gestresst tut, nur um dann für eine halbe Stunde auf Kaffeepause zu verschwinden während ich durchpowere. Nein, ich bin eigentlich froh, dort nicht mehr zu arbeiten. Da bin ich lieber wieder arbeitssuchend.

Ich habe auch schon in früheren Tätigkeiten viel mit Engländern und Spaniern zusammengearbeitet. Engländer sagen dir zwar lachend ins Gesicht, dass sie deine Arbeit sch*** finden, aber im gleichen Zug loben, fördern, tolerieren sie auch alles. Das gefällt mir so an denen! 😉 Überhaupt würde ich mich freuen, (wieder) Kollegen zu haben, die nicht eine permanente Ego-Tour abziehen.

Mein politischer Vorschlag für das Wahljahr 2013: Deutschland in Geht-Nicht-Land umbennen. Mein Lebensmotto lautet: Geht nicht - Gibt's nicht.

@ Budi: Vielleicht gründen wir ja ein kleines Consulting-Unternehmen, das seine Dienste vorwiegend im Ausland anbietet. Die bis ins kleinste Detail strukturierten Prozessabläufe gemäß deutscher Gründlichkeit sind vielleicht auch für ausländiche Unternehmen interessant. Du würdest beraten, ich dolmetschen und mich um die landeskundlichen Sachen bzw. die Überbrückung der kulturellen Unterschiede kümmern ;-)
Hehe, eigentlich gar nicht so schlecht. 😀 Aber wenn ich das ernst nehmen würde: Wie soll ich denn praktisch ohne fundierte Berufserfahrung beraten? Ich bin zwar klug, aber ohne Erfahrung kannst du es auch vergessen. Ich möchte nicht angeben, aber ich habe eine extrem gute Kombinationsgabe und Logikdenken. Meine Frau verbannt mich regelmäßig vom Wohnzimmer, wenn sie ihre Krimis guckt. Aber das ist die Theorie. In der Praxis braucht man dann doch Branchenkenntnisse, Netzwerke, Kontakte, unternehmerisches Feingefühl. Also mindestens mal 5 Jahre gute Praxis.

Prinzipiell denke ich aber auch, dass man unbedingt Kontakte haben muss. Ohne die läuft nichts. Allein die gegenseitige Motivation macht schon so viel aus! Die "neumodischen" Sachen wie Facebook finde ich auch unsymphatisch, aber es gibt dann ja auch regionale Gruppentreffen. Ich hab z.B. eine mittlerweile sehr gute Freundin über New In Town kennengelernt. Irgendwas muss man machen, damit man nicht allein zu Hause versauert..
"New in Town" klingt ganz cool! So ein "jumpingdinner" werd ich mal probieren. Danke!
 
Aber das ist die Theorie. In der Praxis braucht man dann doch Branchenkenntnisse, Netzwerke, Kontakte, unternehmerisches Feingefühl. Also mindestens mal 5 Jahre gute Praxis.

!

Jemals daran gedacht, dass man etwas tun muss, um Berufserfahrung zu bekommen? Um sich ein Netzwerk aufzubauen, Kontakte zu finden? Wie willst du Praxis bekommen, wenn du ständig Ausreden dafür findest, sie zu vermeiden?

Weißt du, es kommen öfter Leute in dieses Forum und heulen rum, dass sie keinen Job haben und keiner ihnen einen geben will. In der Regel tun sie das als Gast, damit auch ja niemand mit ihnen Kontakt aufnehmen kann und Gott bewahre ihnen einen Job anbieten könnte. Und wenn dann mal einer dazwischen ist, den man mit ein paar Ideen ansprechen kann, schreiben 99 % zurück, ja danke, aber nee, danke, das ist zu kompliziert und da sind so viele Hürden und da müsste ja dieses oder jenes haben und ach nee, da bleib ich mit meinem fetten A**** lieber auf der Couch sitzen und kassiere Geld vom Staat und bin ganz schrecklich depressiv, weil mich keiner haben will.

Ganz ehrlich, ich habe eine Firma mit 25 Mitarbeitern. Davon sind zwei fit. Und die sind in einer Führungsposition. Dem Rest kannst du den A**** hinterher tragen. Da sind vielleicht noch drei, vier dabei, die ganz okay sind, wenn man ihnen regelmäßig auf die Finger schaut. Der Rest? Ganz ehrlich, die würden nicht auf meiner Lohnliste stehen, gäbe es bessere Mitarbeiter. Und von Zeit zu Zeit sortieren wir auch aus, weil es einfach gar nicht mehr geht. So Null motiviert, so behäbig und noch dazu kein wirkliches Talent für den Job, aber sich auch überhaupt nicht dafür interessieren, ob man überhaupt was besser machen könnte. Die fahren einfach ihre Routine ab.

Und wenn ich dann im Forum lese, dass wieder mal einer schreibt, ja, ich hab ja keine Berufserfahrung und nein, machen kann ich auch nichts, weil ich keine Berufserfahrung habe und weil ich keine habe, kann ich auch nichts machen und weil die mich nichts machen lassen, krieg ich auch keine .........

Das beißt sich doch alles in den Schwanz!

Du hast keine Berufserfahrung? Dann lass dir was einfallen, wie du da ran kommst. Und sorry, aber du als BWLer müsstest doch wissen, wo man Kontakte knüpft. In jeder Stadt gibt es entsprechende Gruppen, wo man auch als Anfänger hingehen kann. Und schon mal was von Xing gehört?

Du musst doch nicht gleich mit einer Millionen Euro einsteigen. Dann mach halt erst mal ein kleines Geschäft. Schau halt, wo du den wenigsten Schaden anrichten kannst und biete deine Dienste erst mal kostenlos an, bis du sagen kannst, jetzt habe ich etwas Erfahrung und nun kann ich auch Geld dafür nehmen.

Sorry, aber Leute, die mir sagen, nee, ich kann nichts machen, ich hab ja keine Berufserfahrung, das sind die ersten, die ich aussortiere. Da ist mir einer, der klar sagt, er hat zwar keine Erfahrung aber jede Menge verrückte Ideen tausend Mal lieber. Den kann ich bremsen. Aber wenigstens kriegt er überhaupt erst mal seinen A**** hoch!

Ich brauch in meiner Firma Problemlöser und keine Hansel, die mir beim ersten Widerstand erzählen, da können sie leider nichts machen.

Weißt du, mein Prof an der Uni meinte immer: "Und wenn die euch beim Bewerbungsgespräch fragen, ob ihr wisst, wie man mit einem Computer umgeht, dann sagt ihr denen, klar, kein Problem. Zeigen Sie mir nur, wo das Ding angeht!"


Tuesday
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Thema gelesen (Total: 3) Details

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben