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kein Ziel im Leben!?

Martina_81

Mitglied
Hi zusammen,

gestern hatte ich mit meinem Schatz eine Unterhaltung über Ziele haben im Leben und mir fiel auf, dass ich keine benennen kann.
Ich kann nicht sagen, wie ich mein Leben in 10, 20 Jahren sehe, ob ich mir Kinder wünsche, Aufstiegsmöglichkeiten im Berufe suche, zB nochmal ein Studium anstreben soll oder nur normal arbeiten möchte.

Ein eigenes Haus hätte ich allerdings gerne, das kann ich sagen, aber sonst bin ich mit dieser Frage völlig überfordert.

Geht es dem ein oder anderen auch so?
Wie kann ich mir darüber bewusst werden, was ich im Leben will?

Bedanke mich fürs Lesen und eventuelle Antworten.

Liebe Grüße
 
A

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Re: kein Ziel im Leben!?
Guten Morgen Martina_81,

solche Gespräche hatte ich mit einer ehemaligen Freundin von mir auch öfter. Sie hat immer wieder gefragt was ich für Ziele habe und die lautetet ehrlicherweise: Dach überm Kopf, voller Kühlschrank, genug Geld um nicht jeden Cent dreimal umdrehen zu müssen. Ich halte das als Lebensziele für völlig ausreichend.

Genau wie dein Ziel: vielleicht ein Haus. Das genügt doch völlig als Lebensziel. Man kann meistens sowieso nicht Jahrzente im voraus planen (außer in wenigen Ausnahmefällen) und wenn wenn sich zu große Ziele setzt (z.B. Karriere zu machen), dann ist man am Ende nur enttäuscht. Du machst das schon richtig so und es gibt keinen Grund etwas daran zu ändern wenn du dich grundsätzlich wohl fühlst, was ja bisher anscheinend der Fall war =)

Wenn du dir aber trotzdem Ziele setzen willst, überlege dir einfach welche Lebenssituation dir mehr Freude bereiten würde als deine aktuelle. Wenn da nichts kommt ist das sehr gut, wenn doch, dann weißt du ja was du willst.

VG,
philoges
 
Ich sehe das so... Ziele setzt man sich um Veränderungen zu erreichen. Das ist bei dir die Wohnsituation im eigenen Haus die dir gefallen würde.. Wenn du sonst keine Ziele hast, heißt das für mich nur.. du bist glücklich so wie es ist.. und das ist besser als viele Ziele..
 
Guten Morgen, Martina,

Ziele spiegeln das wider, was Dir wichtig ist. Ziele wie z.B. mal in einem eigenen Haus zu leben, können Zeichen für materialistisches Denken sein, aber auch für die Sehnsucht nach Geborgenheit und Sicherheit.

Das Ziel "immer ein voller Kühlschrank" könnte das Zeichen von Angst sein, Bedürfnisse nicht befriedigen zu können oder auch das Bedürfnis "sorglos zu leben", sich nicht kümmern zu müssen.

Kein Ziel zu haben, kann das Zeichen von einem gegenwärtigen Sicherheitsgefühl sein: "Ich muß mir kein Ziel setzen, denn ich habe jetzt alles was ich brauche und sollte mir mal was fehlen, dann sehe ich kein Problem, mir nicht zu holen was mir fehlt."

Auf der anderen Seite kann das Fehlen eines Zieles auch Ausdruck von Orientierungslosigkeit sein oder Ausdruck vieler Enttäuschungen "es lohnt sich eh nicht, mir ein Ziel zu setzen". Aber das Fehlen eines Zieles kann auch andere Gründe haben: Der ziellose Mensch hält es nicht für erforderlich oder verfügt über kein Empfinden für die Wichtigkeit, sich Ziele zu setzen. Man nimmt das Leben wie es eben kommt - Gutes wie Schlechtes ist einfach Schicksal - und der betroffene Mensch hat keine Verantwortung zu tragen, ist ggf. verantwortungsscheu.

LG, Nordrheiner
 
Bisher waren meine Ziele auch sehr einfach "herauszufinden":
1. Grundschule beenden - erreicht
2. Abi machen - erreicht
(3. dabei nicht sitzenbleiben wollen - erreicht)
4. Entscheidung: Ausbildung oder Studium -> Ausbildung - erreicht
5. daheim ausziehen - erreicht
6. nach Ausbildung neuen Job finden - erreicht
7. Freund finden - erreicht

dann wurde ich arbeitslos - finde bisher keine neue Stelle
Wohung wurde zu klein - haben uns ein Haus gemietet - erreicht

irgendwann möchte man unabhängig sein, keine Miete also zahlen, bzw keinen Vermieter haben und wissen, dass die 4 Wände EINEM SELBST gehören, statt dem Vermieter - daher Wunsch nach eigenem Haus da - 1. Ziel

2. Ziel wäre sinnvoller Weise, angesichts meiner beruflichen Situation, eine neue Stelle zu finden
Daheim sein ist allerdings recht schön, finanziell gehts uns nicht schlecht, keine wirkliche Not dahinter. Hinzu kommt die Überlegung ob man ein Kind in die Welt setzen möchte, der Schritt ist jedoch groß und der Wunsch kein Herzenswunsch (k.A. warum ich bisher keine Muttergefühle bekommen hab, wo ich doch schon beinah viel zu alt bin) oder ob man dann doch endlich studieren gehen soll, was wiederum mehr Geld kostet und mein Freund noch mehr für mich zahlen müsste...

Auch steht unsere Beziehung nicht gerade auf stabilen Beinen, bin sehr eifersüchtig, was die Beziehung sehr belastet und schon ein paarmal kurz vor dem Haus stand, aber wir haben uns immer wieder zusammengrauft und arbeiten an unserem Miteinander.

Mein Freund ist da auch ganz anders, er hat Ziele. Er möchte beruflich hoch hinaus, möchte auch ein Haus, Kinderwunsch ist bei ihm auch kein Herzenswunsch, aber nicht völlig außer Acht.
Daher kann er nicht nachvollziehen, warum ich keine Ziele hab.

Und seine Frage: Wo ich mich in 10 Jahren oder 20 Jahren sehe, kann ich ihm nicht so beantworten, wie er es kann - das setzt mich immens unter Druck und sehe meine Beziehung dadruch noch weiter in Gefahr :-/
 
wenn es dein ziel ist, weiter finanziell von deinem freund abhängig zu bleiben, dann prost mahlzeit.
 
Vorschlag: Wie wäre es, wenn du es dir zum Ziel erklärst, deinen Freund in seinem Streben zu unterstützen? Somit erreichst auch du dein Ziel wenn er es schafft. Ich bin nämlich der Überzeugung, dass hinter jedem grossen Mann irgendwo eine grosse Frau steht! Die Geschichte ist voll von solchen Beispielen.
 
Geht es dem ein oder anderen auch so?
Wie kann ich mir darüber bewusst werden, was ich im Leben will?

Würde man mir diese Frage stellen, würde ich wohl antworten das mir persönliche Weiterentwicklung ein bzw. das wichtige Ziel im Leben ist und mit meiner Freundin endlich zusammenzuziehen möchte, sonst...habe ich derzeit eigentlich alles was ich brauche und materielle Ziele könnte ich gar keine nennen, da fällt mir absolut nichts ein.

Wenn du dir bewusst werden möchtest was dir ein Ziel sein könnte, neben dem bereits erwähnten Haus; wären vielleicht andere Fragen zuvor wichtig bzw. hilfreich, wie beispielsweise, welcher Mensch möchtest du in x Jahren sein? Wo möchtest du leben, was möchtest du sein, wie möchtest du sein? Ziele müssen sich, wie angedeutet, ja nicht auf materielle Dinge beschränken.

Das sind durchaus Fragen mit denen ich mich zumindest befasse und aus denen ich so etwas wie eine Richtung ableite, in die ich mich bzw. mein Leben steuern möchte.
 
Materielle und emotionale Ziele sind es eher nicht die, die mein Freund meint mit seiner Frage, wo ich mich in der Zukunft sehe.
Eher berufliche und familiäre bzw entweder das eine oder das andere.

Aber weiß ich ob ich dann noch lebe oder krank geworden bin, oder er.
Wir doch nicht mehr zusammen sein sollten.
Oder wir beide verschuldet sind, weil auch er keine Arbeit mehr findet.

Habe Angst mich jetzt auf eins der beiden Ziele auszurichten und dann funktioniert es nicht und war im Endeffekt die schlimmste Fehlentscheidung.

ZB möchte ich mich jetzt nicht festlegen die Pille abzusetzen, schwanger zu werden und nächstes Jahr hat einer von uns beiden die Schnauze voll und es ist aus mit uns, beruflich hab ich mir um mich aufs Mamasein zu konzentrieren dann natürlich erstmal nichts neues gesucht.
Die reinste Katastrophe wäre das für mich und fürs Kind erstrecht, bin selbst ein Scheidungskind.
 
Hallo, Martina,

für viele Jahre sind Ziele von Jungens und Mädchen, Männer und Frauen gleich. Z.B: Schulabschluß erreichen, Geld verdienen, selbstständig leben. Aber irgendwann und irgendwo gehen die Zielvorstellungen auch auseinander. Dann gilt: Männer setzen sich i.d.R. andere Ziele als Frauen. Das sollte Euch bewusst werden. Ich will es mal an einem Beispiel aufzeigen:

Der Mann will beruflich sehr erfolgreich werden um für seine Frau und seine Familie sorgen zu können. Die Frau will das Haus und die Familie versorgen, damit jeder glücklich leben kann und die Kinder fröhlich und gesund aufwachsen. Dazu will die Frau ihrem Mann die seelische Unterstützung geben, die er benötigt.

Was Du bei diesem Beispiel siehst: Beide Hauptpersonen – Mann wie Frau – haben das „DU“ im Ziel eingeschlossen. Wenn der Mann erfolgreich im Beruf wird – aber nicht versorgen will oder wenn er den Versorgungsgedanken für völlige Nebensache hält, dann fehlt es am Gemeinschaftssinn und ggf. an Liebe.

Und umgekehrt kann eine Frau auch ihre eigene Entwicklung, die Befriedigung ihrer eigenen Wünsche im Vordergrund sehen und den Partner als schönes Beiwerk betrachten.

Extrem: Er findet Fußballspielen für das Größte und das Wichtigste im Leben und sie findet das Zeichnen und das Fahrradfahren in der Natur als das Größte und Wichtigste in ihrem Leben.
Diese beiden Menschen können einiges miteinander vereinbaren, aber sie können auch unabhängig von einander existieren und ihren Zielvorstellungen nachgehen. Dafür brauchen sie das DU nicht zwangsläufig.

Das von Dir angeschnittene Thema „Ziele im Leben“ finde ich sehr treffend für die Problematik, die ich bei Euch bzw. bei Dir fühle. Ich denke, wenn Dein Partner Deine mangelnden Ziele kritisiert, dann könnte dahinter der unbewusste Gedanke stehen: „Ich verwirklich mich selbst und habe ein schlechtes Gewissen, wenn Du das für Dich selbst – unabhängig von mir – nicht auch tust. Wir beide haben ein Recht auf unseren Egoismus – ohne das Du berücksichtigen zu müssen.“

Ihr beide seid wie zwei Reisepartner auf dem Weg zum Glück. Wo immer dieses Glück auch liegen mag, wie immer es auch aussieht. Aber wenn ihr nicht zu einer Zielvorstellung gelangt, dann werdet ihr Euch auf dem Weg verlieren. Es wird vermutlich auch nicht viel nutzen, wenn Du Dich seinen Zielvorstellungen anpasst. Wenn er seine Zielvorstellungen ohne das „DU“ formuliert, dann bist Du auch nicht zwangsläufig erforderlich, eher ein im Moment noch nützliches Beiwerk. Gut für sexuelle Bedürfnisbefriedigung und für das Aufräumen zuhause. Dein Partner darf, wenn Du es möchtest, gerne das Ziel und den Weg vorgeben. Wie oben schon mitgeteilt: Männer setzen sich i.d.R. andere Ziele als Frauen. (Für eine gewisse Zeit mag es gleiche Ziele geben, wie z.B. Schulabschluß erreichen.) Aber ohne das DU sehe ich Eure Partnerschaft schon sehr kritisch.

Das finde ich traurig. Aber ich will es auch nicht schönreden. Rede mit Deinem Partner darüber, lieb aber klar und deutlich. Evt. hat er den Willen, dass DU deutlich mit einzubeziehen. Aber es muss auch wirklich sein fester Wille sein und kein Lippenbekenntnis, um die Situation zu entschärfen.

LG, Nordrheiner
 

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