Kannja
Aktives Mitglied
Hallo,
ich wende mich an Euch weil ich einfach nicht mehr kann. Ich existiere nur noch, es ist kein Leben mehr vorhanden... ich habe niemanden mehr - bin allein mit allem und kann es jetzt endgültig nicht mehr tragen. In meinem "Leben" ist alles aus den Fugen geraten, alles wächst mir über den Kopf und ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll... Alles was ich noch schaffe ist arbeiten und schlafen. Sonst existiert nichts mehr. Mehr und mehr bin ich mit allem überfordert und verliere die Kontrolle. Meine Wohnung, wichtige Papiersachen, Erledigungen... ich schaffe nichts mehr, alles wächst mir über den Kopf und ich gerate in echte Schwierigkeiten deswegen.
Wie ich an diesen Punkt kam an dem ich jetzt stehe, ist eine lange Geschichte... Ich habe von klein auf die Probleme meiner Eltern getragen, bin nie einfach angenommen worden, hatte immer eine sehr eingeschränkte Daseinsberechtigung. Meine Mutter war schwer psychisch krank und erzählte mir ständig welche Last ich für sie sei.... sie war unberechenbar, willkürliche Ausbrüche, Strafen, Schläge und Beschimpfungen standen an der Tagesordnung. Ich war nie gut genug, alles was ich tat war irgendwie verkehrt, ich war nicht zierlich genug und sah meinem Vater zu ähnlich. Für ihr Unglück trug immer ich die Schuld, war rücksichtslos und liebte sie nicht genug, weil ich weiterhin meinen Vater besuchen wollte, den sie so sehr hasste. Mein Vater hingegen drehte alles nur um seine neue Frau herum... ich war knapp drei Jahre jung als ich sie kennenlernte und sie beschloss prompt, dass sie mich nicht mochte und tat alles um mir dies zu zeigen. Heute weiß ich, dass diese Frau ein riesiges Problem mit Eifersucht hatte und einfach extrem besitzergreifend handelte... grade ein kleines Mädchen welches seinen Papa liebt ist für solche Frauen ein Dorn im Auge. Doch als Kind dachte ich natürlich ich wäre schuld und verkehrt. Ich war alles andere als willkommen wenn ich meinen Vater besuchen kam, sie verachtete und schikanierte mich, zeigte mir ihren Hass und ihre Ablehnung aufs Deutlichste... Mein Vater aber war dieser Frau so verfallen, dass er all dies schlicht mit ansah und duldete und mich ständig auf ein Abstellgleis stellte um ihr zu gefallen. Dabei habe ich ihn so geliebt und er war ab davon auch ein sehr liebevoller Vater... Doch gefiel irgendetwas was ich tat oder nicht tat seiner Frau nicht, strafte er mich mit Liebesentzug und machte mich schon als ich ganz klein war in todernsten Tiraden dafür fertig, dass ich ihr z.B. bei der Begrüßung vor Angst nicht in die Augen geblickt hatte. Irgendwann war ich in der Situation mit meiner Mutter so verzweifelt, dass ich wagte meinem Vater von all den Misshandlungen zuhause zu erzählen... Da sagte er "Du weißt doch hier bei mir ist kein Platz für Dich... meine Frau will Dich nicht hier haben und vor meiner Beziehung musst Du Rücksicht nehmen" - da war ich etwa neun Jahre jung. Meinen Bruder hingegen hatte mein Vater inzwischen bei sich aufgenommen... Ich dagegen war irgendwie einfach immer überflüssig und zu viel, hatte keinen Platzt auf dieser Welt... musste immer nur einfach und anspruchslos sein, alles wegstecken und sollte das alles ohne Schwäche oder Murren ertragen. Mir wurde immer wieder eingetrichtert, dass ich überhaupt nicht wichtig wäre, alle anderen aber umso mehr. Und auf traurige, verletzte Empfindungen hatte ich kein Recht - ich sollte mich nicht so anstellen und wurde als selbstmitleidig und versponnen dargestellt wenn ich je wagte etwas zu äußern. Also wurde ich zur Kämpferin die alles wegsteckt und ja nie Bedürfnisse hat oder irgendwas fordern darf. Einfach immer weiter gehen, immer funktionieren... Egal was mir passierte, ich MUSSTE immer das Stehaufmännchen sein. Leistung und still sein wurde von mir in all dem gefordert. Und irgendwie war ich trotzdem immer verkehrt. Das war jetzt schon ein Recht langer Text zu meiner Vergangenheit, sorry... aber ich hoffe Ihr versteht so etwas besser meinen Hintergrund und wieso ich es irgendwie nicht geschafft habe richtig im Leben Fuß zu fassen.
Vor zwei Jahren starb mein Vater plötzlich und viel zu früh... er war trotz allem mein einziger Halt und der einzige der mich je geliebt hat. Er hat mir alles bedeutet und wir hatte einen sehr guten Draht zueinander... grade die letzten Jahre. Für mich brach also eine Welt zusammen. Ich hatte wie gesagt vorher schon viel schlimmes erlebt und war innerlich schon sehr angeschlagen, hatte also keine Stabilität die mich irgendwie hätte halten können. Vor allem aber ließ mein gesamtes Umfeld mich in diesem Moment schlagartig fallen und allein mit dieser heftigen Trauer.... ich glaube diese Erfahrung ist inzwischen ein richtiges Trauma für mich. Über alles was mir zuvor passierte bin ich immer irgendwie "hinweggekommen", aber diesmal nicht... es verfolgt mich und ich bin seit mein Vater starb keinen Tag wieder auf die Füße gekommen. Leider habe ich allerdings gelernt, dass die wenigen Kontakte die ich überhaupt noch habe sich komplett von mir abwenden wenn ich irgendwas von all dieser Traurigkeit in mir zeige. Dann bin ich wieder unbequem und sie wenden sich ganz von mir ab und lassen mich noch mehr allein in dieser Einsamkeit. Also lächel ich. Und wenn sie mich brauchen, dann holen sie mich und ich bin für sie da, helfe, mache, tue... Das habe ich immer gern getan! Doch nun kann ich nicht mehr... zu geschwächt und zu tief verletzt bin ich inzwischen selbst. Teilweise mochte ich in letzter Zeit nicht einmal mehr ans Telefon gehen wenn einer von diesen menschen mich anrief... und ich hasse mich selbst im nachhinein dafür, denn eigentlich leide ich ja so unter meiner Einsamkeit und nun sind mir die wenigen Menschen die ich noch habe böse. Im Moment fühle ich mich komplett überfordert, selbst mit einem solchen Anruf... Zum einen bin ich völlig ausgebrannt und kaputt wenn ich nach der Arbeit endlich zuhause bin... aber zum anderen fühle ich auch einen Widerwillen die Anrufe anzunehmen, denn alle wollen immer nur Dinge von mir und wenn sie mich benutzt haben und es IHNEN gut geht, lassen sie mich allein in der Ecke stehen. Ich habe null Hilfe für gar nichts, nichtmal um die kleinste Kleinigkeit in meiner Wohnung die ich allein nicht schaffe kann ich irgendjemanden bitten. Geschweige denn könnte ich jemandem erzählen wie es mir grade wirklich geht.
Ein weiterer Punkt der mich jetzt so richtig abstürzen ließ, ist das Verhältnis zu meinem Bruder, welches mich grade unendlich traurig macht... Ihr müsst das nicht alles lesen, wenn es Euch zu lang wird, aber ich versuche es mal so gut ich kann zusammenzufassen:
Vor einigen Monaten habe ich das Haus unseres Vaters verkauft und geräumt. Mein einziger Bruder war ein paar Wochenenden hier und half beim groben Räumen, doch alle Besichtigungen, Telefonate, weiteren Termine, die Pflege des Hauses bis zum Verkauf etc. machte allein ich, ebenso wie die richtig heftigen Wochen zum Schluss vor der Hausübergabe an die Käufer.... ich als Frau allein habe am Ende das Haus geräumt und übergeben. Mein Bruder lag währenddessen an einem Strand weit weg und lies es sich gut gehen.... dabei hat er dann sogar mehr als seinen eigentlichen (halben) Teil des Geldes vom Haus an sich genommen. Zu all dem habe ich nichts gesagt, habe den Ärger und die Verzweifelung über diese Ungerechtigkeit einfach geschluckt - aus Verlustangst und weil ich glaubte mein Bruder würde mich für diese Leistung und all das was ich ihm damit abgenommen habe irgendwie mehr schätzen... oder sogar lieben. Mein Bruder bedeutet mir sehr viel - er ist die einzige Familie die ich noch habe. Wenn er Lust hat und mich mal anruft verstehen wir uns auch immer noch super... ich dachte auch immer - und habe es von ihm selbst auch Dritten gegenüber gehört, dass wir uns wirklich nahe stünden. Doch er hat mir in den letzten zwei Jahren derartig weh getan und mich so rücksichtslos mit Füßen getreten, dass ich seine Kälte nicht mehr fassen kann. Die letzten beiden Weihnachten, nachdem wir unseren Vater verloren hatten, war ich ganz allein... ich habe keine Familie mehr. Der Hintergrund ist, dass mein Bruder eine äußerst besitzergreifende Partnerin hat - in ihre Familie ist er nun voll eingebunden und da diese vollständig ist und ich eben nur noch eine Einzelperson, gelte ich nicht mehr als existente Familie und werde einfach ausgegrenzt. Dazu muss ich sagen, dass ich vor dem Tod unseres Vaters sogar ein sehr freundschaftliches, gutes Verhältnis zu jener Partnerin meines Bruders hatte. Wobei sie auch früher schon immer sehr irrationale Eifersuchtsaussetzer hatte - doch die habe ich meinem Bruder und des Friedens zuliebe dann immer weggesteckt und ihr klaglos verziehen. Doch als mein Vater starb und sie mich nur einen Tag später aus ihrer Eifersucht heraus sehr verletzte, habe ich in meiner frischen Trauer einmal "aufgemuckt". Daraufhin schien es erst als hätte wir uns wieder versöhnt - doch dennoch sorgte sie ab da mit zunehmend krasserem Verhalten und hinterhältigen Aktionen gegen mich dafür, dass ich komplett isoliert wurde. Sie hat meinen Bruder völlig im Griff, er tut um mit ihr keinen Stress zu haben einfach was sie will und lässt mich links liegen. Ettliche Versprechen die er mir gab, brach er einfach... Es ist ein "mit ihr kann man es ja machen... sie ist eh eine Selbstverständlichkeit und sowieso immer weiter da", ohne jeglichen Respekt vor mir als Menschen. Und als ich anfangs versuchte ihm zu sagen wie sehr mich das trifft und verletzt, erntete ich nur bösen Hohn und dann ließ er mich zur Strafe monatelang ganz links liegen. Die beiden leben übrigens weit weg von unserer Heimatstadt und haben dort keinerlei weiteres Umfeld. Seine Partnerin hat meinen Bruder also immer allein für sich.... Für jeden Geburtstag und jede Einladung IHRER Familie muss auch mein Bruder mit hierher kommen, und tut es brav. Doch nicht einmal an Weihnachten durfte oder wollte er dann auch nur ein paar Stunden für mich mit einplanen. Ihre Familie kenne ich seit ich noch ein Kind war und hatte immer ein sehr gutes Verhältnis zu allen - doch seit mein Vater gegangen ist, bin ich dort nicht mehr erwünscht, allein weil die Partnerin meines Bruders es so wünscht. So hat sie ihn nun entgültig ganz für sich alleine... sie sagte mir früher, als wir uns noch gut verstanden, schonmal dass sie ein Problem damit habe, dass mein Bruder auch anderen Menschen neben ihr nahe stünde und dass sie zwarwisse es sei irrational, doch sie sei teils eifersüchtig auf mich. Vor meinem Vater hatte sie aber Respekt und als er noch lebte war sie stets sehr freundlich zu mir und redete immer davon ich sei "wie ihre kleine Schwester" und sie würde mich "lieben". Doch nach seinem Tod schien sie mich nur noch als Bedrohung und Konkurrenz zu sehen... da sie selbst noch nie etwas schlimmes in ihrem leben erlebt hat, konnte sie auch die Trauer meines Bruders in dieser Situation nicht nachempfinden. Mein Bruder und ich wiederum waren uns grade in den ersten Tagen sehr nah, weil wir ja eben beide unseren Vater verloren hatten und deshalb genau verstanden was der jeweils andere empfand. Und ich glaube DAS war der entscheidende Punkt der mich für seine Partnerin in diesem Moment zum dorn im Auge werden ließ. Sie hatte schon immer ein enormes Geltungsbedürfnis und stand in der noch frischen Trauer der ersten Tage dann auf einmal in zweiter Reihe. Anders kann ich mir bei aller Grübelei ihre unglaubliche Kälte und Gemeinheit ab da gegen mich nicht erklären. Jedenfalls habe ich trotz alledem um meinen Bruder nicht noch weiter von mir wegzutreiben bis jetzt die Ganze Zeit versucht weiter so freundlich wie möglich zu ihr zu sein, habe ihr schöne Geschenke zu Weihnachten und zum Geburtstag gemacht, sie stets freundlich begrüßt und versucht mit ihr zu sprechen - obwohl mir innerlich gar nicht danach zumute war... dennoch werden ihre Gemeinheiten immer schlimmer. Ich telefoniere höchstens einmal monatlich mit meinem Bruder und warte inzwischen fast immer darauf, dass er sich meldet, weil ich weiß dass es ihm umgekehrt oft nicht passt und er die Bedingungen setzen will wann ihm danach ist mit mir zu sprechen. Auch das, also nicht einfach mal umgekehrt unbefangen bei ihm anrufen zu können, tut mir äußerst weh... aber ich schlucke es um ja keine Last zu sein und mich nicht aufzudrängen. Ich liefere ihr also wirklich keinen Anlass ihren Hass gegen mich immer weiter zu steigern. Trotzdem wird es wie gesagt immer krasser... Früher hat mein Bruder mich zumindest ab und an mal zu ihnen eingeladen, weil er gern Zeit mit mir verbringen wollte, - doch wenn er jetzt anruft, ist keine Rede davon, dass wir uns irgendwann mal sehen und obwohl ich ihn so vermisse, traue ich mich auch nicht mehr ihn umgekehrt zu fragen... Ich habe ihn im Herbst mal eingeladen mich ein Wochenende besuchen zu kommen, da sagte er "Ich komme doch nicht extra Deinetwegen nach XY (unsere Heimatstadt!" - das hat gesessen...:wein: Auch früher war es immer schon so, dass ich zu ihm fahren musste, damit wir uns mal sehen - aber wenigstens hat er mich zumindest eingeladen. Jetzt will das seine Partnerin sehr offensichtlich nicht mehr, also existiere ich eben nicht für ihn... es ist genau wie damals bei unserem Vater und seiner Frau...
Ich fühle mich nur noch wie ein Mensch zweiter Klasse, nichts wert und einfach nur verschaukelt und missachtet... Als ich das Haus unseres Vaters verkaufte und räumte sagte mein Bruder z.B. wir würden, wenn all der Stress vorbei sei, mal etwas einfach nettes zusammen unternehmen und er würde für all das was ich ihm abgenommen habe dann mal ein Wochenende zu mir kommen um mir mit meiner unvollständigen, eigenen Wohnung zu helfen. Doch seit alles rund um das Haus geschafft ist, hat er mich und seine Versprechen einfach vergessen. Vor ein paar Monaten sprach er am Telefon davon, dass wir im Frühjahr gemeinsam einen Citytrip in eine bestimmte Stadt machen würden - das hatten wir schon lange vor. Doch als ich dann neulich mit ihm telefonierte sprach er bloß in einem Nebensatz davon er werde in besagte Stadt demnächst mal mit seiner Partnerin reisen, - so als hätten die Pläne zwischen uns nie stattgefunden. Und so etwas passiert nicht zum ersten Mal...
Jedes Mal wenn ich jetzt mit meinem Bruder telefoniert habe, bin ich danach unendlich traurig und fühle mich so allein und verzweifelt... diese Unverbindlichkeit beim Abschied, kein "bis bald", keinerlei Aussicht, dass wir uns irgendwann mal wieder sehen. Es bricht mir das Herz und das setzt mir momentan auch neben all den anderen Problemen am meisten zu. Es geht mir einfach nicht aus dem Kopf und tut so weh. Er ist doch meine einzige Familie.
Was Freunde angeht habe ich wie gesagt nur noch Menschen die mich brauchen wenn es ihnen nicht gut geht oder mich bestellen wenn sie einen Gefallen brauchen.... und die mich ansonsten links liegen lassen. Ich suche mir unbewußt offenbar immer wieder die selbe Art Menschen aus...
Was mein Liebesleben angeht, bin ich ebenso hoffnungslos und traurig. Es war für mich, aufgrund meiner Vergangenheit schon immer schwer Liebe zu finden. Ich hatte zwei Beziehungen... eine davon lange und es war die gang große Liebe - doch wurde mir von diesem Mann restlos das Herz gebrochen und ich habe mich im Anschluss noch viel zu lange von ihm derartig mit Füßen treten und benutzen lassen, dass von meinem restlichen Selbstwertgefühl nichts mehr übrig blieb. Seither bin ich Single und obwohl ich mir nichts sehnlicher wünschen würde als Liebe, ergibt sich einfach nichts mehr... ich habe das Gefühl einfach nicht gut genug zu sein, - in jeder Hinsicht und nicht liebenswert... Um mich herum beginnen die Leute nun zu heiraten und Kinder zu bekomme, während ich wie ein stiller Beobachter auf dem Abstellgleis ausgegrenzt bin und wie ein stiller Beobachter nur noch von außen das Leben beobachte. Meines findet längst nicht mehr statt.
Ich habe so oft versucht etwas zu äändern,, bin immer raus, habe Dinge unternommen, mich um neue Kontakte bemüht... Letzteres hat auch meist geklappt, doch ich weiß mittlerweile wozu gerade dieses "darum bemühen" mich was Freundschaften angeht immer wieder geführt hat... und ich bin nun einfach so müde, bin es so leid mich ständig selbst so anbieten und verkaufen zu müssen ohne dass diese Menschen am Ende wirklich je an meiner Seite stehen. Ich kann nicht mehr.
Beruflich bin ich auch im Niemandsland und der absoluten Sinnkrise angekommen...
Da ich, nachdem mein Vater gestorben war und ich psychisch abstürzte, mein Studium unterbrechen musste und es anschließend aus finanziellen Gründen nicht wieder aufnehmen konnte (auch eine lange Story...), hänge ich jetzt in einem miesen Callcenter-Job fest. Ich arbeite im Schichtsystem und unter enormem Stress und permanentem Leistungsdruck - bin völlig fertig und ausgelaugt wenn ich nachhaus komme. Gleichzeitig ist die Bezahlung jedoch ebenso schlecht wie die Perspektiven, so dass ich nun mit riesiger Zukunftsangst kämpfe und mir finanziell trotz all der Ackerei nichts leisten kann. Und die Einseitigkeit der Tätigkeit macht mich zudem todunglücklich... das ist absolut nicht das was ich mir je für mein Leben vorgestellt hatte. Und ich bin inzwischen so mutlos überhaupt noch Chancen auf etwas anderes zu haben... Ich weiß, dass ich mich dringend anderweitig bewerben müsste, aber mir fehlt einfach jeden Kraft und jeder Mut - die Depression und Einsamkeit frisst alles auf. Ich bin nur noch müde und komplett erschöpft, - könnte tagelang schlafen und schaffe es doch kaum. Jeden morgen bin ich wie gerädert, wälze mich nachts nur von einer zur anderen Seite.
Am liebsten würde ich gar nicht mehr hier sein... es würde mich ja ohnehin niemand vermissen. Ich bin überflüssig.
Hinzu kommt noch, dass ich eine gravierende Stoffwechsel-/Hormonerkrankung habe... ich habe schon immer trotz gesunder Ernährung und Sport zu Übergewicht geneigt und wurde deshalb fürchterlich gemobbt, - und von Jungs natürlich abgelehnt... bis ich schließlich als Teenager begann mich mit extrem geringem Essen herunterzuhungern. Richtig dünn wurde ich nie, kam trotz der wirklich sehr geringen Kalorienzufuhr immer nur auf ein Normalgewicht und hatte demnach trotz all der Hungerei immer noch riesige Komplexe meinen Körper betreffend und null Selbstwertgefühl. Also begann ich mich bei jedem bisschen normalem essen schuldig und ekelig zu fühlen... und mich zu übergeben. Mit den Jahren wurde meine Stoffwechselstörung dann immer schlimmer, ich nahm also trotz des Hungerns zu... und die Bulimie somit auch. Ich muss inzwischen eine super strenge Diät halten um nicht zuzunehmen und meinen Hormonspiegel nicht zu verschlechtern... null Kohlenhydrate und extrem wenig essen insgesamt. Also fühle ich mich oft schlapp, hungrig, unterzuckert, schwindelig und muss mir permanent alles verbieten. Halte ich das nicht mehr aus, esse ich und hänge dann anschließend voller Selbstekel und -hass über der Kloschüssel. Auch aus Einsamkeit und weil es in meiner geringen Freizeit nichts anderes mehr für mich gbt,, füge ich mir dieses Elend immer wieder selbst zu. Niemandem außer Euch habe ich je vorher davon erzählt...
Ich werde nicht mehr lange überleben können in all dem... aber ich weiß nicht mehr wie ich mir selbst helfen kann - es ist zu viel. Ich stehe diesem riesen Berg hilflos gegenüber und es scheint einfach alles nicht mehr zu bewältigen zu sein... Hat jemand einen Rat für mich oder kann mir sagen an welche Stelle ich mich wenden könnte um Hilfe zu bekommen? Ich habe eben versucht einen Termin bei einer gemeinnützigen Einrichtung für psychosoziale Beratung zu machen, doch die Dame am Telefon sagte mir dass ich für jeden Termin 40€ aus eigener Tasche zahlen müsse... das kann ich mir leider nicht leisten. Dann habe ich nach Kassen-zugelassenen Psychotherapeuten gesucht und dort auf den Hompages von Wartelisten die wegen mehr als einem halben Jahr Wartezeit vorerst ganz geschlossen wurden gelesen. Gibt es vielleicht eine andere Möglichkeit in so einer Krise kurzfristig Hilfe zu bekommen wenn man wenig Geld hat?
ich wende mich an Euch weil ich einfach nicht mehr kann. Ich existiere nur noch, es ist kein Leben mehr vorhanden... ich habe niemanden mehr - bin allein mit allem und kann es jetzt endgültig nicht mehr tragen. In meinem "Leben" ist alles aus den Fugen geraten, alles wächst mir über den Kopf und ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll... Alles was ich noch schaffe ist arbeiten und schlafen. Sonst existiert nichts mehr. Mehr und mehr bin ich mit allem überfordert und verliere die Kontrolle. Meine Wohnung, wichtige Papiersachen, Erledigungen... ich schaffe nichts mehr, alles wächst mir über den Kopf und ich gerate in echte Schwierigkeiten deswegen.
Wie ich an diesen Punkt kam an dem ich jetzt stehe, ist eine lange Geschichte... Ich habe von klein auf die Probleme meiner Eltern getragen, bin nie einfach angenommen worden, hatte immer eine sehr eingeschränkte Daseinsberechtigung. Meine Mutter war schwer psychisch krank und erzählte mir ständig welche Last ich für sie sei.... sie war unberechenbar, willkürliche Ausbrüche, Strafen, Schläge und Beschimpfungen standen an der Tagesordnung. Ich war nie gut genug, alles was ich tat war irgendwie verkehrt, ich war nicht zierlich genug und sah meinem Vater zu ähnlich. Für ihr Unglück trug immer ich die Schuld, war rücksichtslos und liebte sie nicht genug, weil ich weiterhin meinen Vater besuchen wollte, den sie so sehr hasste. Mein Vater hingegen drehte alles nur um seine neue Frau herum... ich war knapp drei Jahre jung als ich sie kennenlernte und sie beschloss prompt, dass sie mich nicht mochte und tat alles um mir dies zu zeigen. Heute weiß ich, dass diese Frau ein riesiges Problem mit Eifersucht hatte und einfach extrem besitzergreifend handelte... grade ein kleines Mädchen welches seinen Papa liebt ist für solche Frauen ein Dorn im Auge. Doch als Kind dachte ich natürlich ich wäre schuld und verkehrt. Ich war alles andere als willkommen wenn ich meinen Vater besuchen kam, sie verachtete und schikanierte mich, zeigte mir ihren Hass und ihre Ablehnung aufs Deutlichste... Mein Vater aber war dieser Frau so verfallen, dass er all dies schlicht mit ansah und duldete und mich ständig auf ein Abstellgleis stellte um ihr zu gefallen. Dabei habe ich ihn so geliebt und er war ab davon auch ein sehr liebevoller Vater... Doch gefiel irgendetwas was ich tat oder nicht tat seiner Frau nicht, strafte er mich mit Liebesentzug und machte mich schon als ich ganz klein war in todernsten Tiraden dafür fertig, dass ich ihr z.B. bei der Begrüßung vor Angst nicht in die Augen geblickt hatte. Irgendwann war ich in der Situation mit meiner Mutter so verzweifelt, dass ich wagte meinem Vater von all den Misshandlungen zuhause zu erzählen... Da sagte er "Du weißt doch hier bei mir ist kein Platz für Dich... meine Frau will Dich nicht hier haben und vor meiner Beziehung musst Du Rücksicht nehmen" - da war ich etwa neun Jahre jung. Meinen Bruder hingegen hatte mein Vater inzwischen bei sich aufgenommen... Ich dagegen war irgendwie einfach immer überflüssig und zu viel, hatte keinen Platzt auf dieser Welt... musste immer nur einfach und anspruchslos sein, alles wegstecken und sollte das alles ohne Schwäche oder Murren ertragen. Mir wurde immer wieder eingetrichtert, dass ich überhaupt nicht wichtig wäre, alle anderen aber umso mehr. Und auf traurige, verletzte Empfindungen hatte ich kein Recht - ich sollte mich nicht so anstellen und wurde als selbstmitleidig und versponnen dargestellt wenn ich je wagte etwas zu äußern. Also wurde ich zur Kämpferin die alles wegsteckt und ja nie Bedürfnisse hat oder irgendwas fordern darf. Einfach immer weiter gehen, immer funktionieren... Egal was mir passierte, ich MUSSTE immer das Stehaufmännchen sein. Leistung und still sein wurde von mir in all dem gefordert. Und irgendwie war ich trotzdem immer verkehrt. Das war jetzt schon ein Recht langer Text zu meiner Vergangenheit, sorry... aber ich hoffe Ihr versteht so etwas besser meinen Hintergrund und wieso ich es irgendwie nicht geschafft habe richtig im Leben Fuß zu fassen.
Vor zwei Jahren starb mein Vater plötzlich und viel zu früh... er war trotz allem mein einziger Halt und der einzige der mich je geliebt hat. Er hat mir alles bedeutet und wir hatte einen sehr guten Draht zueinander... grade die letzten Jahre. Für mich brach also eine Welt zusammen. Ich hatte wie gesagt vorher schon viel schlimmes erlebt und war innerlich schon sehr angeschlagen, hatte also keine Stabilität die mich irgendwie hätte halten können. Vor allem aber ließ mein gesamtes Umfeld mich in diesem Moment schlagartig fallen und allein mit dieser heftigen Trauer.... ich glaube diese Erfahrung ist inzwischen ein richtiges Trauma für mich. Über alles was mir zuvor passierte bin ich immer irgendwie "hinweggekommen", aber diesmal nicht... es verfolgt mich und ich bin seit mein Vater starb keinen Tag wieder auf die Füße gekommen. Leider habe ich allerdings gelernt, dass die wenigen Kontakte die ich überhaupt noch habe sich komplett von mir abwenden wenn ich irgendwas von all dieser Traurigkeit in mir zeige. Dann bin ich wieder unbequem und sie wenden sich ganz von mir ab und lassen mich noch mehr allein in dieser Einsamkeit. Also lächel ich. Und wenn sie mich brauchen, dann holen sie mich und ich bin für sie da, helfe, mache, tue... Das habe ich immer gern getan! Doch nun kann ich nicht mehr... zu geschwächt und zu tief verletzt bin ich inzwischen selbst. Teilweise mochte ich in letzter Zeit nicht einmal mehr ans Telefon gehen wenn einer von diesen menschen mich anrief... und ich hasse mich selbst im nachhinein dafür, denn eigentlich leide ich ja so unter meiner Einsamkeit und nun sind mir die wenigen Menschen die ich noch habe böse. Im Moment fühle ich mich komplett überfordert, selbst mit einem solchen Anruf... Zum einen bin ich völlig ausgebrannt und kaputt wenn ich nach der Arbeit endlich zuhause bin... aber zum anderen fühle ich auch einen Widerwillen die Anrufe anzunehmen, denn alle wollen immer nur Dinge von mir und wenn sie mich benutzt haben und es IHNEN gut geht, lassen sie mich allein in der Ecke stehen. Ich habe null Hilfe für gar nichts, nichtmal um die kleinste Kleinigkeit in meiner Wohnung die ich allein nicht schaffe kann ich irgendjemanden bitten. Geschweige denn könnte ich jemandem erzählen wie es mir grade wirklich geht.
Ein weiterer Punkt der mich jetzt so richtig abstürzen ließ, ist das Verhältnis zu meinem Bruder, welches mich grade unendlich traurig macht... Ihr müsst das nicht alles lesen, wenn es Euch zu lang wird, aber ich versuche es mal so gut ich kann zusammenzufassen:
Vor einigen Monaten habe ich das Haus unseres Vaters verkauft und geräumt. Mein einziger Bruder war ein paar Wochenenden hier und half beim groben Räumen, doch alle Besichtigungen, Telefonate, weiteren Termine, die Pflege des Hauses bis zum Verkauf etc. machte allein ich, ebenso wie die richtig heftigen Wochen zum Schluss vor der Hausübergabe an die Käufer.... ich als Frau allein habe am Ende das Haus geräumt und übergeben. Mein Bruder lag währenddessen an einem Strand weit weg und lies es sich gut gehen.... dabei hat er dann sogar mehr als seinen eigentlichen (halben) Teil des Geldes vom Haus an sich genommen. Zu all dem habe ich nichts gesagt, habe den Ärger und die Verzweifelung über diese Ungerechtigkeit einfach geschluckt - aus Verlustangst und weil ich glaubte mein Bruder würde mich für diese Leistung und all das was ich ihm damit abgenommen habe irgendwie mehr schätzen... oder sogar lieben. Mein Bruder bedeutet mir sehr viel - er ist die einzige Familie die ich noch habe. Wenn er Lust hat und mich mal anruft verstehen wir uns auch immer noch super... ich dachte auch immer - und habe es von ihm selbst auch Dritten gegenüber gehört, dass wir uns wirklich nahe stünden. Doch er hat mir in den letzten zwei Jahren derartig weh getan und mich so rücksichtslos mit Füßen getreten, dass ich seine Kälte nicht mehr fassen kann. Die letzten beiden Weihnachten, nachdem wir unseren Vater verloren hatten, war ich ganz allein... ich habe keine Familie mehr. Der Hintergrund ist, dass mein Bruder eine äußerst besitzergreifende Partnerin hat - in ihre Familie ist er nun voll eingebunden und da diese vollständig ist und ich eben nur noch eine Einzelperson, gelte ich nicht mehr als existente Familie und werde einfach ausgegrenzt. Dazu muss ich sagen, dass ich vor dem Tod unseres Vaters sogar ein sehr freundschaftliches, gutes Verhältnis zu jener Partnerin meines Bruders hatte. Wobei sie auch früher schon immer sehr irrationale Eifersuchtsaussetzer hatte - doch die habe ich meinem Bruder und des Friedens zuliebe dann immer weggesteckt und ihr klaglos verziehen. Doch als mein Vater starb und sie mich nur einen Tag später aus ihrer Eifersucht heraus sehr verletzte, habe ich in meiner frischen Trauer einmal "aufgemuckt". Daraufhin schien es erst als hätte wir uns wieder versöhnt - doch dennoch sorgte sie ab da mit zunehmend krasserem Verhalten und hinterhältigen Aktionen gegen mich dafür, dass ich komplett isoliert wurde. Sie hat meinen Bruder völlig im Griff, er tut um mit ihr keinen Stress zu haben einfach was sie will und lässt mich links liegen. Ettliche Versprechen die er mir gab, brach er einfach... Es ist ein "mit ihr kann man es ja machen... sie ist eh eine Selbstverständlichkeit und sowieso immer weiter da", ohne jeglichen Respekt vor mir als Menschen. Und als ich anfangs versuchte ihm zu sagen wie sehr mich das trifft und verletzt, erntete ich nur bösen Hohn und dann ließ er mich zur Strafe monatelang ganz links liegen. Die beiden leben übrigens weit weg von unserer Heimatstadt und haben dort keinerlei weiteres Umfeld. Seine Partnerin hat meinen Bruder also immer allein für sich.... Für jeden Geburtstag und jede Einladung IHRER Familie muss auch mein Bruder mit hierher kommen, und tut es brav. Doch nicht einmal an Weihnachten durfte oder wollte er dann auch nur ein paar Stunden für mich mit einplanen. Ihre Familie kenne ich seit ich noch ein Kind war und hatte immer ein sehr gutes Verhältnis zu allen - doch seit mein Vater gegangen ist, bin ich dort nicht mehr erwünscht, allein weil die Partnerin meines Bruders es so wünscht. So hat sie ihn nun entgültig ganz für sich alleine... sie sagte mir früher, als wir uns noch gut verstanden, schonmal dass sie ein Problem damit habe, dass mein Bruder auch anderen Menschen neben ihr nahe stünde und dass sie zwarwisse es sei irrational, doch sie sei teils eifersüchtig auf mich. Vor meinem Vater hatte sie aber Respekt und als er noch lebte war sie stets sehr freundlich zu mir und redete immer davon ich sei "wie ihre kleine Schwester" und sie würde mich "lieben". Doch nach seinem Tod schien sie mich nur noch als Bedrohung und Konkurrenz zu sehen... da sie selbst noch nie etwas schlimmes in ihrem leben erlebt hat, konnte sie auch die Trauer meines Bruders in dieser Situation nicht nachempfinden. Mein Bruder und ich wiederum waren uns grade in den ersten Tagen sehr nah, weil wir ja eben beide unseren Vater verloren hatten und deshalb genau verstanden was der jeweils andere empfand. Und ich glaube DAS war der entscheidende Punkt der mich für seine Partnerin in diesem Moment zum dorn im Auge werden ließ. Sie hatte schon immer ein enormes Geltungsbedürfnis und stand in der noch frischen Trauer der ersten Tage dann auf einmal in zweiter Reihe. Anders kann ich mir bei aller Grübelei ihre unglaubliche Kälte und Gemeinheit ab da gegen mich nicht erklären. Jedenfalls habe ich trotz alledem um meinen Bruder nicht noch weiter von mir wegzutreiben bis jetzt die Ganze Zeit versucht weiter so freundlich wie möglich zu ihr zu sein, habe ihr schöne Geschenke zu Weihnachten und zum Geburtstag gemacht, sie stets freundlich begrüßt und versucht mit ihr zu sprechen - obwohl mir innerlich gar nicht danach zumute war... dennoch werden ihre Gemeinheiten immer schlimmer. Ich telefoniere höchstens einmal monatlich mit meinem Bruder und warte inzwischen fast immer darauf, dass er sich meldet, weil ich weiß dass es ihm umgekehrt oft nicht passt und er die Bedingungen setzen will wann ihm danach ist mit mir zu sprechen. Auch das, also nicht einfach mal umgekehrt unbefangen bei ihm anrufen zu können, tut mir äußerst weh... aber ich schlucke es um ja keine Last zu sein und mich nicht aufzudrängen. Ich liefere ihr also wirklich keinen Anlass ihren Hass gegen mich immer weiter zu steigern. Trotzdem wird es wie gesagt immer krasser... Früher hat mein Bruder mich zumindest ab und an mal zu ihnen eingeladen, weil er gern Zeit mit mir verbringen wollte, - doch wenn er jetzt anruft, ist keine Rede davon, dass wir uns irgendwann mal sehen und obwohl ich ihn so vermisse, traue ich mich auch nicht mehr ihn umgekehrt zu fragen... Ich habe ihn im Herbst mal eingeladen mich ein Wochenende besuchen zu kommen, da sagte er "Ich komme doch nicht extra Deinetwegen nach XY (unsere Heimatstadt!" - das hat gesessen...:wein: Auch früher war es immer schon so, dass ich zu ihm fahren musste, damit wir uns mal sehen - aber wenigstens hat er mich zumindest eingeladen. Jetzt will das seine Partnerin sehr offensichtlich nicht mehr, also existiere ich eben nicht für ihn... es ist genau wie damals bei unserem Vater und seiner Frau...
Ich fühle mich nur noch wie ein Mensch zweiter Klasse, nichts wert und einfach nur verschaukelt und missachtet... Als ich das Haus unseres Vaters verkaufte und räumte sagte mein Bruder z.B. wir würden, wenn all der Stress vorbei sei, mal etwas einfach nettes zusammen unternehmen und er würde für all das was ich ihm abgenommen habe dann mal ein Wochenende zu mir kommen um mir mit meiner unvollständigen, eigenen Wohnung zu helfen. Doch seit alles rund um das Haus geschafft ist, hat er mich und seine Versprechen einfach vergessen. Vor ein paar Monaten sprach er am Telefon davon, dass wir im Frühjahr gemeinsam einen Citytrip in eine bestimmte Stadt machen würden - das hatten wir schon lange vor. Doch als ich dann neulich mit ihm telefonierte sprach er bloß in einem Nebensatz davon er werde in besagte Stadt demnächst mal mit seiner Partnerin reisen, - so als hätten die Pläne zwischen uns nie stattgefunden. Und so etwas passiert nicht zum ersten Mal...
Jedes Mal wenn ich jetzt mit meinem Bruder telefoniert habe, bin ich danach unendlich traurig und fühle mich so allein und verzweifelt... diese Unverbindlichkeit beim Abschied, kein "bis bald", keinerlei Aussicht, dass wir uns irgendwann mal wieder sehen. Es bricht mir das Herz und das setzt mir momentan auch neben all den anderen Problemen am meisten zu. Es geht mir einfach nicht aus dem Kopf und tut so weh. Er ist doch meine einzige Familie.
Was Freunde angeht habe ich wie gesagt nur noch Menschen die mich brauchen wenn es ihnen nicht gut geht oder mich bestellen wenn sie einen Gefallen brauchen.... und die mich ansonsten links liegen lassen. Ich suche mir unbewußt offenbar immer wieder die selbe Art Menschen aus...
Was mein Liebesleben angeht, bin ich ebenso hoffnungslos und traurig. Es war für mich, aufgrund meiner Vergangenheit schon immer schwer Liebe zu finden. Ich hatte zwei Beziehungen... eine davon lange und es war die gang große Liebe - doch wurde mir von diesem Mann restlos das Herz gebrochen und ich habe mich im Anschluss noch viel zu lange von ihm derartig mit Füßen treten und benutzen lassen, dass von meinem restlichen Selbstwertgefühl nichts mehr übrig blieb. Seither bin ich Single und obwohl ich mir nichts sehnlicher wünschen würde als Liebe, ergibt sich einfach nichts mehr... ich habe das Gefühl einfach nicht gut genug zu sein, - in jeder Hinsicht und nicht liebenswert... Um mich herum beginnen die Leute nun zu heiraten und Kinder zu bekomme, während ich wie ein stiller Beobachter auf dem Abstellgleis ausgegrenzt bin und wie ein stiller Beobachter nur noch von außen das Leben beobachte. Meines findet längst nicht mehr statt.
Ich habe so oft versucht etwas zu äändern,, bin immer raus, habe Dinge unternommen, mich um neue Kontakte bemüht... Letzteres hat auch meist geklappt, doch ich weiß mittlerweile wozu gerade dieses "darum bemühen" mich was Freundschaften angeht immer wieder geführt hat... und ich bin nun einfach so müde, bin es so leid mich ständig selbst so anbieten und verkaufen zu müssen ohne dass diese Menschen am Ende wirklich je an meiner Seite stehen. Ich kann nicht mehr.
Beruflich bin ich auch im Niemandsland und der absoluten Sinnkrise angekommen...
Da ich, nachdem mein Vater gestorben war und ich psychisch abstürzte, mein Studium unterbrechen musste und es anschließend aus finanziellen Gründen nicht wieder aufnehmen konnte (auch eine lange Story...), hänge ich jetzt in einem miesen Callcenter-Job fest. Ich arbeite im Schichtsystem und unter enormem Stress und permanentem Leistungsdruck - bin völlig fertig und ausgelaugt wenn ich nachhaus komme. Gleichzeitig ist die Bezahlung jedoch ebenso schlecht wie die Perspektiven, so dass ich nun mit riesiger Zukunftsangst kämpfe und mir finanziell trotz all der Ackerei nichts leisten kann. Und die Einseitigkeit der Tätigkeit macht mich zudem todunglücklich... das ist absolut nicht das was ich mir je für mein Leben vorgestellt hatte. Und ich bin inzwischen so mutlos überhaupt noch Chancen auf etwas anderes zu haben... Ich weiß, dass ich mich dringend anderweitig bewerben müsste, aber mir fehlt einfach jeden Kraft und jeder Mut - die Depression und Einsamkeit frisst alles auf. Ich bin nur noch müde und komplett erschöpft, - könnte tagelang schlafen und schaffe es doch kaum. Jeden morgen bin ich wie gerädert, wälze mich nachts nur von einer zur anderen Seite.
Am liebsten würde ich gar nicht mehr hier sein... es würde mich ja ohnehin niemand vermissen. Ich bin überflüssig.
Hinzu kommt noch, dass ich eine gravierende Stoffwechsel-/Hormonerkrankung habe... ich habe schon immer trotz gesunder Ernährung und Sport zu Übergewicht geneigt und wurde deshalb fürchterlich gemobbt, - und von Jungs natürlich abgelehnt... bis ich schließlich als Teenager begann mich mit extrem geringem Essen herunterzuhungern. Richtig dünn wurde ich nie, kam trotz der wirklich sehr geringen Kalorienzufuhr immer nur auf ein Normalgewicht und hatte demnach trotz all der Hungerei immer noch riesige Komplexe meinen Körper betreffend und null Selbstwertgefühl. Also begann ich mich bei jedem bisschen normalem essen schuldig und ekelig zu fühlen... und mich zu übergeben. Mit den Jahren wurde meine Stoffwechselstörung dann immer schlimmer, ich nahm also trotz des Hungerns zu... und die Bulimie somit auch. Ich muss inzwischen eine super strenge Diät halten um nicht zuzunehmen und meinen Hormonspiegel nicht zu verschlechtern... null Kohlenhydrate und extrem wenig essen insgesamt. Also fühle ich mich oft schlapp, hungrig, unterzuckert, schwindelig und muss mir permanent alles verbieten. Halte ich das nicht mehr aus, esse ich und hänge dann anschließend voller Selbstekel und -hass über der Kloschüssel. Auch aus Einsamkeit und weil es in meiner geringen Freizeit nichts anderes mehr für mich gbt,, füge ich mir dieses Elend immer wieder selbst zu. Niemandem außer Euch habe ich je vorher davon erzählt...
Ich werde nicht mehr lange überleben können in all dem... aber ich weiß nicht mehr wie ich mir selbst helfen kann - es ist zu viel. Ich stehe diesem riesen Berg hilflos gegenüber und es scheint einfach alles nicht mehr zu bewältigen zu sein... Hat jemand einen Rat für mich oder kann mir sagen an welche Stelle ich mich wenden könnte um Hilfe zu bekommen? Ich habe eben versucht einen Termin bei einer gemeinnützigen Einrichtung für psychosoziale Beratung zu machen, doch die Dame am Telefon sagte mir dass ich für jeden Termin 40€ aus eigener Tasche zahlen müsse... das kann ich mir leider nicht leisten. Dann habe ich nach Kassen-zugelassenen Psychotherapeuten gesucht und dort auf den Hompages von Wartelisten die wegen mehr als einem halben Jahr Wartezeit vorerst ganz geschlossen wurden gelesen. Gibt es vielleicht eine andere Möglichkeit in so einer Krise kurzfristig Hilfe zu bekommen wenn man wenig Geld hat?