Hallo Kräuterhexe.
ich habe den Beitrag, den ich gelöscht habe, rausgenommen, weil ich dachte, dass er ein wenig unsensibel war.
Ich habe auch häufig Unsicherheiten und ärgere mich über Dinge, die ich schreibe. Ist vielleicht ähnlich zu dem verunsicherten Schweigen oder "Kichern", wie ihr es hier beschreibt.🙂
Aber ich darf Fehler machen. Und das ist etwas, was ihr euch vermutlich strikt untersagt. Der Eindruck muss perfekt sein (jetzt mal überspitzt ausgedrückt).
Mir geht es eben auch nicht anders, aber ich nehme mir das Recht, mich zu korrigieren oder es auch zu lassen. Es gibt immer mehrere Chancen, denke ich.
Ja, wenn es einem die Sprache verschlägt, fühlt man sich komplett hilflos und die Angst steigt so richtig hoch. Die Suche nach einer "perfekten" Antwort lähmt dann alles. Und dann dieses Gefühl des Ausgeliefertseins und die rasenden Gedanken, wie sieht mich der Andere gerade. Merkt er/sie, dass ich zitter, dass ich den Kopf senke, den Blick nicht halten kann?
Ich kann diese Zeiten noch sehr nachspüren, auch wenn ich gerade verzweifelt überlege, was mich nun daraus geführt hat. Aber das ist eben keine simple Antwort. Es hat natürlich viel Zeit gebraucht und viele Gedanken.
Damals hatte mich eine Freundin mal humorvoll (aber auch ein wenig fiese 😉) auf meine Ängste angesprochen: "Wie, und dann hast Du vor der bösen Bäckereifachverkäuferin gestanden und hast gedacht, boh, die könnte Dich jetzt umhauen?" Und dann fing ich halt an zu lachen und habe mich dann im Supermarkt (gutes Übungsfeld; Schrecken pur, aber jederzeit die Möglichkeit, die Sachen wieder abzustellen und rausszugehen; immer nach Rückzugsmöglichkeiten suchen!) auf die Käseverkäuferin gestürzt. Mir vorher ein oder zwei Sätze überlegt, die ich dann fragen könnte. Gut, war Anfangs holperig, aber ich glaube, sie hat mich jetzt nach 20 Jahren vergessen. 😉😀
Bevor man Smalltalk beherrscht, Menschen aussuchen, die arbeiten (Verkäufer sind eben ideal). Da hat man immer die Möglichkeit, sie stehen zu lassen und notfalls das nächste Mal woanders einzukaufen. Und vorher zunächst überlegen, was man sagen möchte. Stimme notfalls vorher laut (das wirkt dann selbstbewusster) zuhause trainieren. Ist aber kein Muss, wenn man Angst hat, dass die Stimme versagt. Aber lauteres Reden bei kurzen Sätzen ist eine gute Übung.
Was mir auffällt, ist das ihr schreibt, dass ihr nach einem Satz nicht mehr weiterwisst. Wenn ihr die Chance habt, vielleicht durch Techniken, wie Käsesorten zählen -lenkt die Konzentration von euch weg- oder für Fortgeschrittene Imaginationstechniken, die auch ablenken und die Stimmung heben, anzuwenden, dann macht das.
Es erwartet keiner, dass man schlaue Dinge sagt. Dazu ist Smalltalk nicht da.
Schönes Wetter heute!
Verzeifelte Antwort 😉: Öh, ja!
Von sich wegzentrierte Antwort mit Fokus auf die Frage: "Ja, (öh weglassen 😉) zum Glück, haben wir lange drauf gewartet! Und dann immer etwas Freundliches: " Ja, dann genießen Sie das schöne Wetter! Tschüß!
Sätze darf man üben (Wetter, Uhrzeit, Bestellung). Über mögliche Fragen kann man sich vorher auch einen Kopf machen.
Man darf immer aus einer Situation heraus. Ob der Andere das nun versteht oder nicht, ist egal.
Es wird nichts Intelligentes erwartet!
Im Nachhinein, wenn man denn Angst hatte, überlegen, was denn wirklich schlimmstenfalls hätte passieren können.
Sich selber loben, celebrieren, wenn der erste Schritt getan ist.
Antworten üben!
Körperwahrnehmung schulen! Wenn keiner zuguckt, Kopf hoch, vor allem Bodenständigkeit fühlen (ich stehe gerade, ich bin mit dem Boden eins). Menschen anschauen (kurz und nicht böse) oder Menschen ausschalten (eben nicht anschauen und den Blick nach vorne richten). Das Gefühl über den Körper geht auf die Psyche über.
Menschen in der Stadt beobachten. Leute anschauen, die nicht erfolgreich aussehen, die nicht selbstbewusst wirken, die nicht schön sind, die nicht vor Jugendlichkeit glänzen. Die Ergebnisse sind erstaunlich. Einer ist schwarz, einer ist gelb, einer ist weiß, viele sind dick, einige schwitzen und fühlen sich unangenehm, die eine hat ein riesiges Muttermal, der Typ da hat einen komischen Gang.
Ich habe mich damals nach so einer Beobachtung echt gefragt, was ich die letzten Jahre eigentlich so wahrgenommen habe. Wir lenken unseren Fokus immer auf die "Schillernden". Aber merken nicht, dass 90 Prozent irgendetwas haben, was anders ist als bei den Anderen.
Über 50 Prozent der Menschen sind unsicher. Sympathisch (und das geht nicht nur mir so; ich habe mich da auch mal mit Freunden unterhalten) sind die Stillen, die vielleicht Unsicheren, die nicht viel sagen, aber lieb lächeln. Sie strahlen weder Dominanz aus, noch muss man sich fürchten. Sie wirken angenehm.
Erstmal!