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Kein Ausweg aus Isolation

  • Starter*in Starter*in Kräuterhexe
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Was ist das genau für eine Unsicherheit? Kann es sein, daß Du mit der Aufmerksamkeit sehr stark beim Gegenüber bist und nach anzeichen suchst, wie Du auf dieses wirkst und was es über dich denkt?
 
Ich weiß nicht. Ich versuche solche Anzeichen auszublenden (weil ich Angst vor ihnen habe).
Meine Gedanken während eines solchen Wortwechsels sind in etwa: Was möchte diese Person von mir? Was erwartet man jetzt im Allgemeinen wie ich reagiere? Halte Blickkontakt, um Interesse zu signalisieren! Starre nicht so! Schau nicht ständig weg! Lächeln! Nicht so gekünstelt!
So extrem ist es aber nur, wenn es mir gerade nicht gut geht. Manchmal bekomme ich es hin, mich natürlicher zu verhalten, wobei ich dann aber trotzdem nur wenig sage.
 
Jetzt verstehe ich besser, unter welchem Druck Du stehst. Du beobachtest Dich offenbar sehr stark und versuchst alles "richtig" zu machen. Dabei gibt es da eigentlich gar kein richtig oder falsch.
Hilft es Dir zu wissen, daß dein Gegenüber sich wahrscheinlich überhaupt keine großen Gedanken über Dich macht? Gerade beim small talk plaudern die meisten Menschen einfach nur. Ohne tiefere Bedeutung und ohne besondere Erwartungen.

Ich finde es übrigens nicht schlimm, wenn jemand stiller ist. Das ist oft sogar sehr angenehm.
 
Hilft es Dir zu wissen, daß dein Gegenüber sich wahrscheinlich überhaupt keine großen Gedanken über Dich macht?

Ja, daran versuche ich immer zu denken.. es hilft schon ein wenig.

Am besten wäre es, wenn ich weniger vermeiden würde, dann würde ich auch sicherer im Kontakt mit anderen werden. Aber ich kann meine Angst nicht überwinden. Es ist wie ein Knoten, den ich nicht mehr lösen kann.
 
Versuch mal klein anzufangen. Wenn du mit jemandem sprichst dann konzentrier dich nur auf das Gespräch. Lass dich nicht ablenken von so Dingen wie den Blick oder was dein Gesprächspartner über dich denkt. Sei einfach ganz natürlich. Du kannst ja zu Hause vorm Spiegel üben. Wie sind denn für dich so Dinge wie Einkaufen gehen. ISt das für dich schon ein Problem? Hast du eigetnlich irgendwelche Bezugspersonen, wie Familie oder so?
 
Meine Gedanken während eines solchen Wortwechsels sind in etwa: Was möchte diese Person von mir? Was erwartet man jetzt im Allgemeinen wie ich reagiere? Halte Blickkontakt, um Interesse zu signalisieren! Starre nicht so! Schau nicht ständig weg! Lächeln! Nicht so gekünstelt!

Hallo eigene Gedankenwelt... ja, so denke ich auch Kräuterhexe... das ist schlimm und es ist fast unmöglich so eine Unterhaltung zu führen und dabei "normal" zu wirken. (zumindest komm ich mir nicht normal vor...)
Dazu bemerke ich dieses schlimme Verzweiflunsglächeln/-kichern bei mir... und das geht gar nicht mehr, das versuche ich zur Zeit krampfhaft zu vermeiden auch wenn ich mich unwohl fühle.
Selbst wenn mir mal ein Thema einfällt worüber man reden könnte... ich schaffe es nicht es aufrecht zu halten...
ich sage (das war gerade vor wenigen Stunde so^^): "und hast du Karten für das Fest am Wochenende?"...
"Ja aber nur für die Just-White-Party."...
ich sage: "aha ok".................. Totenstille.... läuft super.

Passiert mir aber nur mit Menschen die ich noch nicht lange kenne wie zB. den neuen Physiotherapeuten im Moment, bei meinen Mitspielern habe ich das nicht mehr.
Am allerschlimmsten ist es halt bei attraktiven Frauen, weil ich eben gerade da nen guten Eindruck machen will..... ja so ist das...

Ich merke aber auch das es Mittel und Wege gibt es besser zu machen:
- Ab und zu Dinge Unternehmen, zB. war ich gestern im Schwimmbad, darüber konnte ich kurz reden, immerhin 2-3 Sätze mehr smalltalk und ich kam mir gleich weniger komisch vor...
- Genauso gut kann man aber auch über Dinge reden die man vorhat: Ich wurde heute auch gefragt: "Was machst du am Wochenende?".... "hm keine Ahnung mal schaun... wenn sich nix ergibt geh ich Samstag wieder ins Schwimmbad"...
- Dazu merke ich das Kaffee und Red Bull extrem viel helfen schneller und besser zu denken, ich baller mich damit voll in letzter Zeit, trinke mehrmals Kaffee am Tag, man wird soviel wacher und aufgeweckter in der Birne ein unterschied wie Tag und Nacht, es hilft definitiv bei Unterhaltungen.
-achso und Sport, nach anstrengender sportlicher Betätigung fällt es mir auch wesentlich leichter normal zu reden, mir fällt viel mehr ein... dadurch das der Kreislauf halt so gepusht ist... das hält auch meistens noch 2-3 Stunden an... (eben auch wie jetzt gerade hat Physio udn Training... darum kann ich diesen Textblock runterhauen wie Butter... ansonsten finde ich auch das schreiben mühselig weil ich sonst immer ewig rumeditiere bis eben alles passt...)
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Kräuterhexe.

ich habe den Beitrag, den ich gelöscht habe, rausgenommen, weil ich dachte, dass er ein wenig unsensibel war.
Ich habe auch häufig Unsicherheiten und ärgere mich über Dinge, die ich schreibe. Ist vielleicht ähnlich zu dem verunsicherten Schweigen oder "Kichern", wie ihr es hier beschreibt.🙂

Aber ich darf Fehler machen. Und das ist etwas, was ihr euch vermutlich strikt untersagt. Der Eindruck muss perfekt sein (jetzt mal überspitzt ausgedrückt).
Mir geht es eben auch nicht anders, aber ich nehme mir das Recht, mich zu korrigieren oder es auch zu lassen. Es gibt immer mehrere Chancen, denke ich.

Ja, wenn es einem die Sprache verschlägt, fühlt man sich komplett hilflos und die Angst steigt so richtig hoch. Die Suche nach einer "perfekten" Antwort lähmt dann alles. Und dann dieses Gefühl des Ausgeliefertseins und die rasenden Gedanken, wie sieht mich der Andere gerade. Merkt er/sie, dass ich zitter, dass ich den Kopf senke, den Blick nicht halten kann?

Ich kann diese Zeiten noch sehr nachspüren, auch wenn ich gerade verzweifelt überlege, was mich nun daraus geführt hat. Aber das ist eben keine simple Antwort. Es hat natürlich viel Zeit gebraucht und viele Gedanken.

Damals hatte mich eine Freundin mal humorvoll (aber auch ein wenig fiese 😉) auf meine Ängste angesprochen: "Wie, und dann hast Du vor der bösen Bäckereifachverkäuferin gestanden und hast gedacht, boh, die könnte Dich jetzt umhauen?" Und dann fing ich halt an zu lachen und habe mich dann im Supermarkt (gutes Übungsfeld; Schrecken pur, aber jederzeit die Möglichkeit, die Sachen wieder abzustellen und rausszugehen; immer nach Rückzugsmöglichkeiten suchen!) auf die Käseverkäuferin gestürzt. Mir vorher ein oder zwei Sätze überlegt, die ich dann fragen könnte. Gut, war Anfangs holperig, aber ich glaube, sie hat mich jetzt nach 20 Jahren vergessen. 😉😀

Bevor man Smalltalk beherrscht, Menschen aussuchen, die arbeiten (Verkäufer sind eben ideal). Da hat man immer die Möglichkeit, sie stehen zu lassen und notfalls das nächste Mal woanders einzukaufen. Und vorher zunächst überlegen, was man sagen möchte. Stimme notfalls vorher laut (das wirkt dann selbstbewusster) zuhause trainieren. Ist aber kein Muss, wenn man Angst hat, dass die Stimme versagt. Aber lauteres Reden bei kurzen Sätzen ist eine gute Übung.

Was mir auffällt, ist das ihr schreibt, dass ihr nach einem Satz nicht mehr weiterwisst. Wenn ihr die Chance habt, vielleicht durch Techniken, wie Käsesorten zählen -lenkt die Konzentration von euch weg- oder für Fortgeschrittene Imaginationstechniken, die auch ablenken und die Stimmung heben, anzuwenden, dann macht das.

Es erwartet keiner, dass man schlaue Dinge sagt. Dazu ist Smalltalk nicht da.
Schönes Wetter heute!
Verzeifelte Antwort 😉: Öh, ja!
Von sich wegzentrierte Antwort mit Fokus auf die Frage: "Ja, (öh weglassen 😉) zum Glück, haben wir lange drauf gewartet! Und dann immer etwas Freundliches: " Ja, dann genießen Sie das schöne Wetter! Tschüß!

Sätze darf man üben (Wetter, Uhrzeit, Bestellung). Über mögliche Fragen kann man sich vorher auch einen Kopf machen.

Man darf immer aus einer Situation heraus. Ob der Andere das nun versteht oder nicht, ist egal.
Es wird nichts Intelligentes erwartet!
Im Nachhinein, wenn man denn Angst hatte, überlegen, was denn wirklich schlimmstenfalls hätte passieren können.
Sich selber loben, celebrieren, wenn der erste Schritt getan ist.
Antworten üben!

Körperwahrnehmung schulen! Wenn keiner zuguckt, Kopf hoch, vor allem Bodenständigkeit fühlen (ich stehe gerade, ich bin mit dem Boden eins). Menschen anschauen (kurz und nicht böse) oder Menschen ausschalten (eben nicht anschauen und den Blick nach vorne richten). Das Gefühl über den Körper geht auf die Psyche über.

Menschen in der Stadt beobachten. Leute anschauen, die nicht erfolgreich aussehen, die nicht selbstbewusst wirken, die nicht schön sind, die nicht vor Jugendlichkeit glänzen. Die Ergebnisse sind erstaunlich. Einer ist schwarz, einer ist gelb, einer ist weiß, viele sind dick, einige schwitzen und fühlen sich unangenehm, die eine hat ein riesiges Muttermal, der Typ da hat einen komischen Gang.

Ich habe mich damals nach so einer Beobachtung echt gefragt, was ich die letzten Jahre eigentlich so wahrgenommen habe. Wir lenken unseren Fokus immer auf die "Schillernden". Aber merken nicht, dass 90 Prozent irgendetwas haben, was anders ist als bei den Anderen.

Über 50 Prozent der Menschen sind unsicher. Sympathisch (und das geht nicht nur mir so; ich habe mich da auch mal mit Freunden unterhalten) sind die Stillen, die vielleicht Unsicheren, die nicht viel sagen, aber lieb lächeln. Sie strahlen weder Dominanz aus, noch muss man sich fürchten. Sie wirken angenehm.

Erstmal!
 
Danke für eure Antworten.

Jetzt gerade - eigentlich schon seit einigen Tagen - empfinde ich wieder diese Unzufriedenheit... mittlerweile verleugne ich wohl auch mehr oder weniger, dass ich unter meiner Isolation leide. Weil ich sie nicht ändern kann und als etwas wahrnehme, das zu mir gehört.

Gespräche hauptsächlich per Internet zu führen hilft nur bedingt. Hilft überhaupt etwas? Leider bin ich doch zäher als man glauben mag und habe vor mich nicht so schnell von dieser Welt zu verabschieden. Bleibt die Frage, was ich mit meiner Zeit anfangen soll. Ist ja nicht so, dass ich nichts machen würde. Manchmal empfinde ich Freude, Spaß, Neugier; dann weiß ich nicht mehr, warum ich verzweifelte. Jetzt gerade aber verzweifel ich wieder. Und Momente der Freude scheinen in weite Ferne zu rücken.

Letztendlich sind es ja doch nur Buchstaben; Worte ohne Lächeln oder Seufzen oder einem Augenblinzeln... ich fühle mich sicher und auch so allein in meiner Isolation.

Ich wünschte ich könnte meine Existenz löschen wie ich meinen Account löschen lassen könnte.
 
Hallo Kräuterhexe,

dein Problem scheint irgendwo anderes zu liegen und was du schreibst, hört sich für mich auch ein bisschen depressiv an.

Der schriftliche Austausch scheint ja für dich kein Problem zu sein aber er reicht dir nicht. Hast du jemanden mit dem du auch einfach mal so reden kannst? Oder wenn dir das zu direkt ist, vielleicht auch nur telefonieren kannst, da gibt es dann Worte mit Lächeln und Seufzen.

Das mit der „Existenz löschen“ lässt du bitte schön bleiben. Das Leben ist das Wertvollste was du besitzt.

Liebe Grüße
Andreas
 
Manchmal empfinde ich Freude, Spaß, Neugier;


Vielleicht wäre es lohnend, einmal diese Zeiten
genauer zu erforschen - also was du in denen
richtig machst. Und dann "mehr davon" zu ver-
suchen.

Was das Lächeln und Augenzwinkern betrifft:
wenn du genau hinschaust und deine kindliche
Fantasie zu Hilfe nimmst, lächeln dich Blüten,
Vögel, Hunde oder der Mond an - und auch so
manches Augenzwinkern lässt sich in der Natur
entdecken (s. Robinson). Trotzdem wünsche
ich dir natürlich einen "Freitag" in deine Isola-
tion 🙂 und genügend Mut, aktiv nach ihm zu
suchen.
 
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