Um in die Selbstständigkeit zu gehen benötigt man zumindest aus meiner Sicht jede menge Referenzen und Startkapital, sowie eine gehörige portion Mut und Eigeninitiative..
Das ist nur bedingt richtig.
Referenzen ja das schon ... ohne Erfahrung wird man schwer als Freelancer wo unterkommen.
Aber genau diesen Weg kannst du mal versuchen zu gehen ... mehr, als das eine Absage kommt, wenn du es als Freelancer versuchst, kann ja nicht passieren.
Sogar die Eigeninitiative ist heute nicht mehr so wirklich notwendig, da sehr viele Unternehmen die Mitarbeitersuche heutzutage auf HR-Recruiter auslagern. Festangestelle, wie auch Freiberufler(Freelancer)
Dort könntest du aber ansetzen ... schick doch einfach deinen CV an die diversen Recruiter, die Freelancer vermitteln und registriere dich auf freelance.de (dort kannst du auch proaktiv nach Projekten suchen).
Hast du dann etwas an Land gezogen, kannst du deinen Gewerbeschein lösen und loslegen ... bis dahin hast du nach wie vor dein geregeltes Einkommen in deiner Festanstellung.
Also ist auch das Startkapital nicht wirklich das Problem, denn sobald du in einem Projekt bist, schreibst du halt Rechnungen und bekommst das, anstelle deines Gehalts. Ein mehr oder weniger nahtloser Übergang.
Das ganze Steuergedöns kannst du entweder selbst machen, oder an einen Steuerberater auslagern. Dann musst du dich auch da um fast gar nichts kümmern, außer die entsprechenden Überweisungen zu tätigen (Sozialversicherung, USt, Einkommenssteuervorbetrag, etc)
Genau so hab ich es damals gemacht und es nicht bereut.
Mir ging mein Job einfach nur noch aufn Senkel und ich war kurz davor meine Leidenschaft IT wieder ins private zu verlagern und beruflich drauf den Hut zu hauen, weils mich NUR noch angekotzt hat.
Ich hab dann einfach parallel nach Projekten als Freelancer gesucht und nach einigen Absagen hab ich dann ein Unternehmen erwischt von dem ich eine Zusage hatte. Sofort habe ich meinen Job gekündigt, einen Gewerbeschein gelöst und seither bin in dieser Richtung unterwegs.
Meine "Liebe" zur IT ist damit wieder gewachsen und es macht mir seit Jahren unendlich viel Spaß ... Das einzige das man bedenken muss -> no work - no income
Du musst halt dann vernünftig kalkulieren und entsprechend einen Stundenlohn aushandeln, dass du z.B. einen Ausfall von einem kompletten Monat auffangen kannst.
Nur so viel ... ich möchte mich hier bei Gott nicht als superreicher Millionär darstellen, aber ich geh zumindest den ganzen Sommer über (meistens den kompletten August) auf Urlaub und der Verdienstentgang tut mir nicht im geringsten weh ... trotzdem habe ich am Ende des Jahres (nach Steuer und Sozialversicherung) immer noch mehr als doppelt so viel, als ich in einer Festanstellung je bekommen hätte.
Natürlich musst du gerade zu Beginn erst mal kleinere Brötchen backen, aber je mehr Erfahrung du hast und je mehr Projekte in deinem CV stehen, umso einfacher wird es und du kannst dann auch entsprechenden Stundenlöhne verlangen.
Aus meiner Erfahrung kann ich dir sagen ... der Anfang ist schwer ... richtig schwer. Vor allem, wenns dir so passiert, wie mir, dass das erste Projekt dann nach 3 Monaten eingestampft wird. Aber wenns mal ins Laufen kommt, dann läufts quasi von alleine.
Einfach so kündigen und auf Projektsuche gehen wäre natürlich unverantwortlich und blanker Wahnsinn ... aber nebenbei suchen und dann zuschlagen. Best way
🙂
Du kannst dir für dich selbst ja ein Ultimatum setzen. Sag dir "OK ... ich versuchs noch bis zum Tag X und das is die letzte Chance, die ich der IT noch gebe".
Wirds was, hast du noch eine Möglichkeit weiterzumachen, wirds nix, kannst du immer noch den Hut drauf hauen.
Vor allem wirds dir auch dann mental ein wenig leichter, wenn du mit dem derzeitigen Job eh mehr oder weniger dann schon abgeschlossen hast.