Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Kann man denn eigentlich wirklich jeden Menschen helfen ?

G

Gast

Gast
Ich finde es immer sehr bewundernswert, wie Opfer Opfern helfen, Tipps erteilen. Kann man denn eigentlich wirklich jeden Menschen helfen ? Ich sage - nein - !

Es gibt sehr schräge katastrophale Misshandlungen die durchgehend an Kindern und Jugendlichen ausgeführt werden, wo es später therapeutisch schwer ist Hilfe leisten zu können. Nehmen wir doch mal an…
Ein Mensch wird von Geburt an von beiden Elternteilen missbraucht etc. . isoliert von sozialen Kontakten, nur der Gang zur Schule bleibt ihm gewährt. Er wird sicherlich nicht mit der Volljährigkeit ausziehen können, da ihm neben den extrem sozialen Defiziten auch der nötige Intellekt fehlt. Dieser Mensch wird erst zu einem späteren Zeitpunkt das Elternhaus verlassen können. Er wird sich keinen Menschen anvertrauen können, zudem er noch kontaktscheu und verwirrt ist. Er kennt nur Angstzustände. Jahre später wird er schwer krank und kann aufgrund dessen das Haus nicht mehr verlassen. Sonstige Therapien versagen, er ist Opfer unserer Gesellschaft, weil in Kinder und Jugendtagen jeder (bewusst) weggeschaut hat.
Dieser Mensch wird in keinerlei Hinsicht wieder gesund werden, dies bestätigen ihm später sogar etliche Gutachten. Es gibt diesen Menschen unter uns.
 
Kann man denn eigentlich wirklich jeden Menschen helfen ?

Ich weiß es nicht.
Ich kann nicht wirklich sagen, ob man diesem Mann noch helfen könnte, aber es gibt immer eine Möglichkeit, wie man einen Menschen wieder zum Lachen bringen kann oder vielleicht sogar zum Glücklichsein.

Ich kenne da nämlich einen Jungen, der als Kind misshandelt und stark vernachlässigt worden ist.
Er schlief als 10 jähriger oft draußen vor der Haustür, weil sein Stiefvater ihn nicht im Haus haben wollte.
Das führte dazu, dass er mit 11 schon Drogen konsumierte und mit 12 seinen ersten Sex hatte, mit einem 5 Jahre älteren Mädchen. Von Jahr zu Jahr wurde es schlimmer mit ihm. Er nahm härtere Drogen, schwänzte die Schule, war gewaltätig, kam ins Heim, doch nichts änderte sich. Als er wieder nach Hause kam, wurde er wieder geschlagen und wieder wurde er gezwungen vor der Haustür zu schlafen. Das machte ihn psychisch völlig kaputt. Seine Mutter tat nichts dagegen.
Sein Leben schien schon mit 15 vorbei zu sein...
HEUTE: Er ist Sportstudent, seine Psycho ist wieder stabil, er ist clean und er ist glücklich (verlobt).

Es gibt Menschen, die kommen aus den tiefsten und härtesten Depressionen wieder raus.

Ich weiß, nicht wirklich hilfreich, aber ich wollte einfach eine Antwort hier zu schreiben.🙂
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finde es immer sehr bewundernswert, wie Opfer Opfern helfen, Tipps erteilen. Kann man denn eigentlich wirklich jeden Menschen helfen ? Ich sage - nein - !

Es gibt sehr schräge katastrophale Misshandlungen die durchgehend an Kindern und Jugendlichen ausgeführt werden, wo es später therapeutisch schwer ist Hilfe leisten zu können. Nehmen wir doch mal an…
Ein Mensch wird von Geburt an von beiden Elternteilen missbraucht etc. . isoliert von sozialen Kontakten, nur der Gang zur Schule bleibt ihm gewährt. Er wird sicherlich nicht mit der Volljährigkeit ausziehen können, da ihm neben den extrem sozialen Defiziten auch der nötige Intellekt fehlt. Dieser Mensch wird erst zu einem späteren Zeitpunkt das Elternhaus verlassen können. Er wird sich keinen Menschen anvertrauen können, zudem er noch kontaktscheu und verwirrt ist. Er kennt nur Angstzustände. Jahre später wird er schwer krank und kann aufgrund dessen das Haus nicht mehr verlassen. Sonstige Therapien versagen, er ist Opfer unserer Gesellschaft, weil in Kinder und Jugendtagen jeder (bewusst) weggeschaut hat.
Dieser Mensch wird in keinerlei Hinsicht wieder gesund werden, dies bestätigen ihm später sogar etliche Gutachten. Es gibt diesen Menschen unter uns.


einfach nur schrecklich
 
Hallo Adriana!

Auf die Frage ob man jedem Menschen helfen kann antworte ich kurz und knapp mit NEIN.

Aber im Gegensatz zu Deinen Ausführungen sage ich auch, dass jedem Menschen geholfen werden kann.

Ein Widerspruch? Ich will es erklären.

Ich bin der Überzeugung dass man im Grunde keinem Menschen helfen kann. Man kann (und sollte) ihm nur die Gelegenheit aufzeigen sich selber zu helfen.

In Deinem geschilderten Fall, hat dem Mann niemand gesagt, dass er sein Leben wirklich verändern kann. Niemand hat ihm Möglichkeiten aufgezeigt, was er machen kann, damit sich etwas ändert. Niemand hat ihm Mut gemacht, etwas gegen dieses jetzige Leben zu unternehmen und es zu ändern.

Jeder Mensch kann sich nur selbst helfen. Aber er kann andere fragen, welchen Weg man ihm dazu vorschlägt. Und jeder kann Vorschläge machen, wie es vielleicht gehen könnte.

Manchmal sehen wir Menschen und ihre großen Probleme und Schwierigkeiten, ihre furchtbare Kindheit und ihre unsagbaren Ängste - und uns bleibt das Wort im Hals stecken vor lauter Mitleid.
Dann haben die Menschen keine Chance, wenn sie nicht die Kraft haben selbst nach Antworten zu suchen.

Wenn wir die Verantwortung für die Menschen, die uns begegnen, ernst nehmen, werden solche Situationen immer weniger werden. Und Portale wie hilferuf.de machen da große Hoffnung.

Herzliche Grüße
hpweyer.de
 
Man kann sicher nicht jedem Menschen helfen, völlig gesund zu werden.
Jeder Missbrauch verändert einen Menschen massiv, da entstehen Verletzungen in der Seele, die nie völlig heilen werden.

Aber man kann Menschen unterstützen, die Lebensqualität zumindest zu verbessern, einzelne Schritte in Richtung Heilung zu gehen, einige Punkte therapeutisch aufarbeiten, ein paar schöne Momente im Leben zu gestalten.
Der Teil hier im Forum ist dabei sicher nur ein sehr, sehr kleiner, ein Anfang für viele, die ersten Schritte zu gehen.

Dein Fall - ist der Realität oder nur ein Beispiel?
Natürlich gibt es krasse Fälle, wo ein Menschenleben wirklich psychisch (und physisch) so zerstört ist, dass man nur noch sehr, sehr begrenzt helfen kann.
Wenn das aber ein realer Fall ist, von dem Du weißt, dann ist es ja auf jeden Fall im Bereich Deiner Möglichkeiten, einzugreifen und diesen Menschen aus seiner Hölle herauszuholen.
Wenn dieser Mensch jetzt schon erwachsen ist, kann man ihn aber medikamentös, therapeutisch und sozial zumindest so begleiten, dass sein Leben lebenswert ist, auch wenn schon viel kaputt ist. Er wird also nie völlig gesund werden, aber mit viel, viel Arbeit (die dieser Mann dann auch investieren muss) kann man klitzekleine Verbesserungen erreichen.
 
Wenn sämtliche Therapien versagt bleiben, kann man nicht wirklich jemanden helfen. Ich möchte die Krankheiten des Mannes nicht aufzählen, weil ich die Anonymität bewahren möchte.

Verschönern kann man das Leben nur durch nette Worte und Aufmerksamkeit !

Die Tatsache ist unendlich traurig.
 
Noch einmal ich. Ich denke, dass es viele psychisch Kranke gibt, die aufgrunddessen arbeitsunfähig sind, wohlmöglich auch körperlich krank sind oder später werden.

Mein Freund wird kein Einzefall sein.
 
Das ist echt ne gute Frage.
Ich denke, es kommt darauf an, wie man helfen definiert. Viele Leute brauchen ja nicht Hilfe, um ihr Trauma oder was auch immer loszuwerden. Das wäre auch oft unmöglich. Möglich wäre eher, dass ein Mensch lernt, mit seinem Trauma umzugehen. Dann, denke ich, kann jedem irgendwie geholfen werden. Vielleicht ist das auch nur naiver Optimismus.
Liebe Grüsse
Micha
 
...an sich steckt in jedem Menschen eine Menge Potenzial und jeder Mensch kann sich (mit günstiger und realistischer Grundhaltung) ganz gut selbst helfen...manchmal braucht man dazu eine Weile Begleitung und ein wenig Anleitung und wenn man dazu die Hilfe anderer annehmen kann ist das recht vorteilhaft. Hilfe annehmen können ist für einige Menschen schwer...insbesondere Menschen mit geringem Selbstwertgefühl die denken sie seien keiner Hilfe wert...exakt das ist oft die erste Barriere die Gewaltopfer zu überwinden haben, die manche aber nicht schaffen.

Viele Therapien versagen weil Gewaltopfer die Sache oft herunterspielen oder nicht ernst nehmen, zu verklemmt und eingeschüchtert sind, sich nicht genug öffnen können oder wollen,...oder Therapie mit einem Wundermittel verwechseln..manchmal passt der Therapeut auch nicht (oder ist schlichtweg inkompetent..auch das gibts natürlich) aber die Betroffenen sind zu antriebslos oder schüchtern sich einen anderen zu suchen...es gibt da etliche Möglichkeiten.

Therapie ist lediglich Hilfe zur Selbsthilfe (so wie jede gute Hilfe immer nur Hilfe zur Selbsthilfe ist und sein sollte!) und immer nur so gut wie der Betreffende sie für sich zu nutzen weiss, wie hart man darin mitarbeitet, wie gut man dort Erarbeites umsetzen kann etc.
Sori hatte es ja beschrieben: es ist Begleitung..nicht Entmündigung oder pure Anleitung...seine Ziele und Entscheidungen muss man dabei schon selbst treffen und kann nicht erwarten dass Therapeuten die Mutter- oder Vaterrolle übernehmen und einem die Gestaltung und Organisation des Lebens abnehmen oder so..was auch gute Mütter oder Väter an sich nie tun würden....Es ist gar nicht mal so leicht auf die richtige Art und Weise zu helfen...man muss vermeiden dass die, denen man hilft nicht zu abhängig werden von der Hilfe sondern die Hilfe so ist, dass die Betroffenen lernen wie sie sich selbst helfen können und damit unabhängiger, freier, selbstbewusster und selbstständiger werden.

Bei einigen kann man sehr große Verbesserungen erzielen, bei anderen nicht. Einige lernen sehr schnell, haben sowas wie erleuchtende Momente und machen rasche Fortschritte..andere krebsen langsam voran, erwarten zu viel, verlieren leicht die Geduld und brechen zu schnell ab, wieder andere sperren sich, arbeiten nicht mit aus Schiss vor Veränderung oder der eigenen Courage oder weil sie einfach nicht die Hürde über die Schamgrenze schaffen und in sich selbst und in ihrem Leid/Trauma stecken bleiben....
So ist halt das Leben...es wird immer Gewinner oder Verlierer und jeder bestimmt ein stückweit für sich selbst mit auf welcher Seite man landet. Pures Schicksal oder dem Schicksal hilflos unterworfen sein gibt es meiner Ansicht nach nicht...es sei denn man will das, verhält sich passiv...hat ja oft auch gewisse Vorteile...aber oft leider auch mehr Nachteile. Ich denke auch nicht dass irgend ein Mensch/Täter so viel Macht hat das Leben anderer nachhaltig zu zerstören...es sei denn ein Opfer glaubt fest und unerschütterlich an diese Macht und manifestiert/festigt sie damit, womit man natürlich auch das eigene Leid manifestiert.
Ich erinnere mich gut an meinen entscheidenden Moment damals dies erkannt zu haben..damit (bzw mit dieser Erkenntnis und daraus resultierenden Verhaltensänderung hin zu aktiver Mitbestimmung, Grenzsetzung etc.) konnte ich meinen damaligen Täter rasch entthronen sozusagen und damit auch das Leid abbauen. Mein damaliges Trauma habe ich ganz gut verarbeitet...heute ist es lediglich noch so was wie ein manchmal etwas juckender Pickel am Hintern, der jedoch nicht mehr groß stört in meinem Leben. 😉

Es ist halt sehr unterschiedlich wie Menschen verarbeiten, was Menschen glauben. Mancher Glaube ist gut (z.B: ich glaube an mich selbst und werde es schaffen, ich bin was wert, ich kann das, ich bin stark und werde das überstehen etc.) und führt raus aus dem Leid, mancher (Aber-)glaube oder sagen wir ungünstiger Glaube führt ins Leid..z.B Ich bin zart, zerbrechlich und leicht kaputtbar, mein Leben ist für immer im Eimer, ich bin nix, kann nix, werde immer scheitern etc. Bekanntlich kann der Glaube ja Berge versetzen...das stimmt...daher ist der richtige Glaube (insbesondere der unerschütterliche Glaube an sich selbst) sehr wichtig..ohne den läuft nämlich gar nichts.

Leider besteht oft die Gefahr dass Leid unbewusst oder allenfalls teilbewusst zur Gewohnheit oder funktionalisiert wird...einige Menschen verstecken sich hinter dem gewohnten Leid und trauen sich gar nicht mehr dahinter hervor und haben Angst das Leid ab zu bauen, da alles was sie bislang ausmachte das Leiden war...und sie haben große Angst davor was ist (was von ihnen noch übrig bleibt) wenn das Leiden mal kleiner wird oder weg ist...Die menschliche Psyche ist halt komplex.....Wenn nicht zeitgleich neben der Therapie sehr viel dafür getan wird ein neues Ich auf zu bauen..viele positive Erfahrungen gesammelt werden..(die natürlich nicht von alleine kommen sondern die sich jeder selbst erschaffen muss) funktioniert auch die beste Therapie nicht.

Hilfe aufdrängen geht natürlich nicht..die Betroffenen müssen einen ausreichend starken Willen zur Mitarbeit mitbringen und Willen Hilfe an zu nehmen. Auch das will oft manchmal erst gelernt sein.

In ganz seltenen Fällen gibt es natürlich Menschen bei denen noch andere Dinge dazukommen...z.B eine psychische Erkrankung die nur schwer oder nicht therapierbar ist...da spielen dann viele Faktoren eine Rolle...die Lebensweise, das soziale Umfeld, die Grundhaltung, die Einsicht des Betreffenden, sprich Therapiewilligkeit etc...

Aber in den meisten Fällen funktioniert richtig ausgeführte Hilfe an sich gut. Aber wie gesagt, man darf da keine Wunder erwarten, das ganze ist harte Arbeit für die Betroffenen die ihnen auch niemand (aus gutem Grund: Autonomieerhalt bzw. -erschaffung) abnehmen kann...Bleibt nur zu hoffen dass weiterhin die meisten bereit sind diese Arbeit für sich zu leisten.

Tyra
 
Zuletzt bearbeitet:

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
B OEG Gutachten war Negativ, was kann nun getan werden? Gewalt 4
G Kann man als Einzelgänger in der JVA überleben? Gewalt 86

Ähnliche Themen

Thema gelesen (Total: 3) Details

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben