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Jugendstrafrecht soll verschärft werden!

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Es ist durchaus logisch.

Die bestehenden Gesetze sind ausreichend, wenn man - so wie ich das will - dass Mittelmaß anwendet.

Wenn es z.B. um eine Straftat geht, deren Strafmaß zwischen quasi nichts - also Sozialstunden und 12 Monate Haft liegt.
Da bleiben viele Richter bei dem quasi nichts und verurteilen nur zu Sozialstunden. Währenddessen sie meiner Meinung nach, wenigstens das Mittelmaß anwenden sollten. Also: 6 Monate Haft.

Um dieses Mittelmaß nun zu erreichen, müssen wir die Mindeststrafen erhöhen. Bei diesem Beispiel wären es dann 6 Monate Haft.
Die Richter werden auch bei härteren Gesetzen, meist nur an der unteren Grenze bleiben.

Und um so das Mittelmaß zu erreichen, müssen wir die Mindeststrafen erhöhen.
 
Hallo Leser!

Mir scheint jedenfalls, dass die Gewalt auf unseren Strassen nicht hinreichend bekämpft wird.
 
Genau, Dr.House hat widersprüchliches Zeug geschrieben.

Spaß beiseite: Es kommt aber nicht auf die Höhe der Strafen an, oder ob sich Richter dran halten. Es kommt drauf an, ob sich jugendliche Täter vom Strafmaß abschrecken lassen. Und das glaube ich nun eben nicht.

DAS ist meiner Ansicht ein Widerspruch in sich.

Sind die Strafen zu lasch, so haben sie auch keine abschreckende Wirkung auf die potentiellen Jugendstraftäter. Und zu lasch sind sie nun mal, das behauptet zumindest der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei. Er redet von Jugendlichen, die nach der Festnahme und Verhandlung sofort wieder entlassen werden und daraufhin Polizisten wegen ihrer Machtlosigkeit auslachen.

Vorschläge die momentan kursieren sind Handyverbot, Führerscheinentzug, Erziehungscamp und Schnupperarest. Vorschläge mit denen man sich anfreunden kann und die bei dieser Klientel auch angebracht sind.
 
Handyverbot ist nicht durchsetzbar.

Erziehungscamps sind ein guter Vorschlag, solange sie auf Erziehung und nicht auf Drill setzen.
Sie müssen weniger bestraft, sondern mehr erzogen werden.
Dazu passt auch der Führerscheinentzug.
 
War kein Widerspruch, was ich geschrieben hatte. Es will ja niemand ernsthaft, daß Jugendliche länger hinter Gefängnismauern verschwinden - die höheren Strafen sollen dazu dienen, daß sich Jugendliche von Straftaten abschrecken lassen. Das weiß aber niemand. Und auch Konrad Freiberg weiß es nicht. Er sagte: Höhere Strafen könnten möglicherweise abschrecken. ( Weswegen er dafür ist )
Ich glaube es aber nicht. In Amerika z.B. sind die Strafen drastisch höher - und die Jugendkriminalität auch.
 
Eigentlich zeigt der Thread facettenreich die Hilflosigkeit der Gesellschaft mit gesellschaftlichen Problemen umzugehen und die "Knüppel-aus-dem-Sack-und-immer-feste-druff" Position wird wieder sehr stark präferiert.

Dabei sollte man sich doch mal fragen, um wieviele Einzelfälle es im Jahr überhaupt geht.

Und was ist mit der Wirtschaftskriminalität, die sehr viele Menschen um ihre Existenz bringt?

Ach so, das ist ja kein Thema. Das ist aus deutschen Landen, frisch auf den Tisch, und somit kein Thema.

Vor diesem Hintergrund ist diese Diskussion einfach überzogen und lächerlich und dient lediglich dazu, den Ausländerhass zu schüren und weiter nichts.
 
Guckt mal:
DAV warnt vor populistischen Schnellschüssen beim Jugendstrafrecht .:. Juraforum.de - Portal für Recht mit Rechtsanwalt - Suche!

„Eine gute Ausbildungsstätte ist immer noch besser als jedes Erziehungslager“, betont Rechtsanwalt Dr. Stefan König, Vorsitzender des DAV-Strafrechtsausschusses. Besonders in Deutschland habe eine Forderung nach solchen „Lagern“ einen schlimmen Beigeschmack.
(...)
„Dies zeigt, dass die Erhöhung des Strafrahmens ein völlig untaugliches Mittel ist, um Jugendkriminalität einzudämmen“, erläutert König. Die Täter würden bei solchen „Rohheitsdelikten“, wie sie jetzt aus München und Berlin berichtet worden seien, nicht vor ihrer Tat eine Abwägung zwischen dem zu erwartenden Strafrahmen, einem eventuell drohenden Erziehungslager und dem Vergnügen an der Tatbegehung treffen. Es handle sich um spontane Aggressionsausbrüche. Dass höhere Strafrahmen tatsächlich keine Wirkung zeigen würden, belegten Erfahrungen in anderen Ländern.
Und da steht auch:
Der DAV verweist auf eine Studie der gesetzlichen Unfallversicherer über Gewalt an Schulen. Diese habe das Ergebnis erbracht, dass aggressionsbedingte Delikte merklich zurückgegangen seien. Dass die polizeiliche Kriminalstatistik ein anderes Bild ergebe, ist nach Ansicht des DAV auf eine Veränderung des Anzeigenverhaltens zurückzuführen. Wer früher eine Straftat nicht angezeigt habe, tut dies heute eher. „So steigen die Zahlen in den Statistiken, ohne dass sich die tatsächliche Kriminalitätslage entsprechend verändert hat“,
 
Außerdem ist es problematisch über einen Fall zu urteilen bzw. daraus Konsequenzen ziehen zu wollen, der noch gar nicht verhandelt ist. Also kein abschließendes Urteil hat. Niemand weiß, was der Opa vorher zu den beiden Tätern gesagt hat. Was ja auch eine Rolle im Urteil spielen wird.
Und weitere Anmerkung: Auch hier hat die Videokamera gar nichts verhindert.
 
also den Spruch
Besonders in Deutschland habe eine Forderung nach solchen „Lagern“ einen schlimmen Beigeschmack
finde ich total dabeben.
Man kann wohl kaum das hier schon erwähnte Erziehungscamp mit den KZs vergleichen. Das sind völlig verschiedene Dinge. Manchmal regen mich diese ständigen Vergleiche auf.

Ich denke, man muss an beiden Seiten arbeiten. Auf der einen Seite natürlich präventiv in den Familien, in den Schulen, in der Vergabe von Ausbildungsplätzen, etc. Da muss es mehr Unterstützung geben.

Aber dennoch sollte man eben auch überlegen, was man denn nun macht mit denen, die trotzdem wiederholt straffällig geworden sind. Und da halte ich Versionen wie solche Camps oder betreute Wohneinrichtungen (natürlich alles unter der Prämisse, dass es ordentlich geleitet ist) für effektiver als eine Knastunterbringung.
 
Ja, wenn es darum geht, die Straftaten einzudämmen, schreibt der DAV eigentlich das gleiche, wie in dem Artikel der Frankfurter Neue Presse steht, den Wort-ist-Schwert gepostet hat:

DAV meinte:
Ambulante Maßnahmen wie intensivierte Beratung und vermehrte Begleitung seien empirischen Studien zu Folge wesentlich erfolgreicher. Die ambulante Praxis müsse deshalb im Rahmen der Bewährungshilfe gestärkt werden. Nur so könne den Herausforderungen durch die wachsende Armut, durch Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit oder psychische Probleme begegnet werden, so König.


Frankfurter Neue Presse meinte:
„Die Arbeitslosigkeit ist hoch und vor allem für Ausländer sind die Perspektiven hier nicht gerade groß“, sagt der Imam. „Da kommt mancher Jugendliche schnell auf dumme Gedanken.“
(...)
„Derzeit hängt die Qualität der Kooperation noch stark von dem Engagement der lokal handelnden Personen ab.“
 
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