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Jobcenter oder Psychiater?

Equi

Mitglied
Hallo ihr Lieben,

vorab, ich war mir nicht ganz sicher in welchen Bereich der Thread soll - Beruf, Medizinisches oder doch Persönliches. Wenn nötig darf also gerne verschoben werden. :)

Ich fass mal kurz meine aktuelle Situation zusammen: ich bin gerade dabei (oder habe es schon geschafft), mein aktuelles Studium durch Depressionen, Panikattacken etc. in den Sand zu setzen. Ist nicht das erste, und auch Ausbildung, FSJ etc. habe ich alles schon durch, leider immer mit demselben Ergebnis. Nun seh ich langsam ein dass ich dringend Hilfe benötige und gehe das derzeit auch an, allerdings bin ich nicht ganz sicher wer jetzt mein Ansprechpartner wäre.

Eine Bekannte, die wegen ihrer Depressionen mittlerweile in Frührente ist, meinte, ich soll mich ans Jobcenter wählen und mich von denen quasi an den Medizinischen Dienst überweisen lassen, während meine Eltern darauf bestehen, dass der psychologische Dienst der Uni am besten geeignet ist. Ich selbst würde mich gerne an einen Psychiater in meiner Nähe wenden.

Das Wichtigste ist für mich derzeit, irgendwie ''versorgt'' zu sein - das klingt jetzt natürlich schwer nach zurücklehnen und vom Staat finanzieren lassen, aber ich denke jeder der in der Situation war wird wissen dass es sehr schwer ist, sich auf eine Therapie oÄ. zu konzentrieren während man immer wieder versucht, irgendwie Geld zu verdienen oder sich fortzubilden und jedes Mal aufs Neue scheitert. Der finanzielle Aspekt ist auch eher zweitrangig, da meine Eltern mich noch unterstützen, aber ich will quasi im System drin sein, damit alles seine Ordnung hat - also nicht blind auf eigene Faust irgendwas machen und am Ende hören, ich hätte keinen Anspruch auf Unterstützung.

Nun also die Frage - macht es Sinn, zum Jobcenter zu gehen und denen meine Lage zu schildern, obwohl ich quasi derzeit gar nicht erwerbsfähig bin, oder soll ich mich an einen Psychiater wenden und dann von dem beraten lassen? Oder gibt es da andere Angebote (DRK oÄ.), die bei sowas weiterhelfen können? Ich hab versucht über Google ein paar Informationen zu finden, aber momentan ist mir das irgendwie alles zu hoch, und einfach alles gleichzeitig versuchen und mich kreuz und quer durch die Gegend schicken zu lassen... dafür hab ich einfach keine Kraft.

Für Hilfe oder Erfahrungen wäre ich sehr dankbar. :)

Liebe Grüße,
Equi
 

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L

Lebensdeserteurin

Gast
Hallo,

oder soll ich mich an einen Psychiater wenden und dann von dem beraten lassen?
ein Psychiater wird dich vermutlich nicht dabei beraten können, wie du nun am besten vorgehst. Es sei denn, du triffst ganz zufällig auf einen, der sich sehr gut mit Behörden und Bürokratie auskennt und sich viel damit befasst, doch diese Wahrscheinlichkeit ist eher gering. Aber an deiner Stelle würde ich trotzdem auf jeden Fall bei einem Psychiater vorstellig werden (und mich bei ihm in Behandlung begeben), da er feststellen kann was dir fehlt und dies dann bei Bedarf auch bescheinigen kann. Und wenn du Glück hast, kann er dir sogar helfen... ^^

Oder gibt es da andere Angebote (DRK oÄ.), die bei sowas weiterhelfen können?
Eventuell Beratungsstellen der Diakonie oder Caritas, oder der sozialpsychiatrische Dienst. Beispiele für deine Stadt, welche ich auf die Schnelle gefunden habe:
Allgemeine Sozialberatung - caritas-saarbruecken.de
Diakonisches Werk an der Saar - Angebote der Sozialberatung
Zumindest hatte mir ein solches Angebot vor etlichen Jahren, als ich drauf und dran war, wegen chron. psychischer Erkrankung und dem Scheitern an allen Ecken und Kanten "aus dem System rauszufallen", sehr weiter geholfen. Ich war allerdings ganz auf mich allein gestellt, lebte nicht mehr bei meinen Eltern usw.

Mit dem psychologischen Dienst der Universität und damit, was dieser eventuell für dich tun könnte, kenne ich mich nicht aus, weil ich nie eine Uni besucht habe. Und ob es für dich Sinn macht zum Jobcenter zu gehen, weiß ich leider auch nicht, vermuten würde ich, dass du darum nicht herum kommst, aber ich habe in deinem Fall keine Ahnung.

aber momentan ist mir das irgendwie alles zu hoch, und einfach alles gleichzeitig versuchen und mich kreuz und quer durch die Gegend schicken zu lassen... dafür hab ich einfach keine Kraft.
Verstehe ich, ging mir haargenauso. Doch wenn der Leidensdruck groß ist und man gar keine andere Wahl hat weil sehr vieles / alles mögliche davon abhängt, schafft man das, glaub mir.

Viele Grüße
 

Sisandra

Moderator
Teammitglied
Hi Equi,

in deinem Profil steht, dass du 21 Jahre alt bist. Das bedeutet, dass du vom Job Center nur etwas zu erwarten hättest, wenn deine Eltern nicht in der Lage wären, dich zu unterstützen. Bis du 23 Jahre alt bist kannst du zurück in die Familienversicherung und wärst so auch krankenversichert, wenn du das Studium aufgibst.

Der Gang zum Psychiater ist auf alle Fälle ratsam, da du ja scheinbar ein Leiden hast, was dir zumindest im Moment immer wieder verunmöglicht, eine Ausbildung / ein Studium zu Ende zu bringen. Mit entsprechender psychologischer Unterstützung und evtl auch Medikamenten sollten sich deine Panikattacken in den Griff bekommen lassen.

Alles Gute dir.
 
C

chrismas

Gast
Wurden dir diese Diagnosen durch Fachärzte gestellt oder bist du alleine darauf gekommen?

Ohne fachärztliches Attest bzw. Diagnosestellung kannst du dich an das Jobcenter wenden solange wie du möchtest, sie werden dich nicht zum amtsärztlichen Dienst schicken können und dürfen dieses auch nicht, zumal der begutachtende Arzt keine Diagnosen stellen darf.
 

Equi

Mitglied
Vielen Dank für eure Antworten. :)

Teilweise sind mir diese Sachen (ohne Überweisung keine Chance beim Jobcenter etc.) ja auch absolut bewusst, nur herrscht in meinem Kopf momentan solches Chaos... hab ein ganzes Sägewerk vor der Stirn.

Gerade mal ein paar sachliche Antworten zu bekommen, ohne die ganzen Anschuldigungen und Unterstellungen, hilft auf jeden Fall ungemein. Danke dafür - die Links lese ich mir dann morgen früh durch. Abends ist denken immer schwieriger.

@chrismas: ich war quasi mein ganzes Leben in diversen Therapien, wurde mit zig Medikamenten behandelt und bin auch immer wieder bei diversen Behörden vorstellig geworden. Wenn ich das richtig verstehe sagst du also, dass ich das jetzt quasi nochmal alles schriftlich brauche bevor das Jobcenter was für mich tun kann?

In dem Fall wäre es ja wohl wirklich am Sinnvollsten, zuerst zu einem Psychiater zu gehen - hoffentlich schieben die mich nicht wieder für Jahre auf die Warteliste. >.<

@Lebensdeserteurin: ich weiß dass ich das irgendwie hinkriegen muss/ kann... alles schon gemacht. Trotzdem fühl ich mich jedes Mal wie ein totaler Versager wenn ich da steh und erstmal vergesse was ich eigentlich wollte weil ich kaum geradeaus denken kann. Aber es hilft ja alles nichts.

Liebe Grüße,
Equi
 

no-vip

Mitglied
Hallo.

Das Jobcenter wird dich wahrscheinlich nicht zum medizinischen Dienst schicken.
Zumal der auch überhauptnicht - wie viele immer denken - für Behandlungen o.ä. da ist.
Du kannst nicht zum MD überwiesen werden. Und du kannst dort auch nicht behandelt werden.
Von daher bleibt Dir eigentlich nur der Weg über niedergelassene Ärzte bzw Rherapeuten usw.
Der MD ist eigetnlich nur dazu da um festzustellen wofür Du überhaupt geeignet bist.
Von daher kann ein Termin dort nicht schaden.
Aber es hat halt nichts mit dem, was man unter Gesundheitssystem versteht, zu tun.
Imabhängig kannst und solltest du aber trotzdem zum JC.
Damit Du denen das erklären kannst.
Ist ja immerhin relevant wenn es um Arbeit bzw Bezüge überhaupt geht.
Um so mehr als man durch Deine Informationen auch nicht wirklich klare Tipps geben kann.
Studierst Du noch oder bist Du schon ganz raus?
Bist Du beim JC gemeldet oder noch nicht?
Bist Du krankgeschrieben?
Und und und.
Du scheinst im Moment sehr in der Luft zu hängen.
Btw es könnte auch sein, dass Du erst zum Arbeitsamt musst.
Hat das AA oder das JC Unterlagen über Dich?
Wenn Deine Eltern Dich unterstützen könnte es auch sein, dass das JC sagt, dass Du keine Ansprüche hast.
Weil Deine Eltern Dich entsprechend unterstützen.
Das einzige was ich so an Zipp geben könnte, wäre dass Du erstmal zu einem Arzt gehst und Dich krankschreiben lässt.
Dann wärst Du im Moment wenigstens "save".

Gruss
 

Equi

Mitglied
@no-vip:
Danke für die Klarstellung - vielleicht ist meine Einstellung bzw. die Hoffnung die ich auf den MD setze auch falsch rübergekommen. Im Endeffekt ist es natürlich so, dass ich absolut keine Ahnung davon habe wie sowas abläuft, da ich noch nie so in der Klemme saß wie jetzt.
Es ist quasi alles nur Halbwissen, weswegen ich natürlich noch unsicherer bin.

Derzeit ist es so dass ich zwar noch eingeschrieben bin, aber nicht mehr zur Uni gehe bzw. das Haus außer zum Einkaufen gar nicht mehr verlasse - hab derzeit wieder eine Phase in der ich mich absolut nicht unter Menschen traue. Krankgeschrieben bin ich nicht, tatsächlich habe ich auch noch nie mit meinem Hausarzt (Zuhause bei meinen Eltern) über meine Probleme geredet, das lief immer über meine Jugendtherapeutin. Zu der Zeit war ich aber noch in der Schule, und Krankschreibungen aus psychischen Gründen hätten meine Eltern nicht akzeptiert.
Mittlerweile bin ich umgezogen und wohne alleine, und hier traue ich mich mit meinen Problemen nicht zu einem ''normalen'' Arzt, da ich einige schlechte Erfahrungen mit Ärzten gemacht habe und immer den Eindruck habe, dass die meine Probleme sowieso nicht ernstnehmen. Ist natürlich Unsinn, so allgemein kann man das nicht sagen, aber ein getretener Hund... naja.

Beim JC haben sie derzeit nichts über mich, ich war letztes Jahr schonmal da, aber da meinten sie (da ich gesagt hab dass es mir nicht ums Geld geht und ich eigentlich nur wissen will ob ich mich da wegen der Rentenkasse oÄ. melden soll) dass das in dem Fall keinen Sinn macht. Deswegen weiß ich auch nicht ob es Sinn macht da jetzt hinzugehen wo ich offiziell noch immatrikuliert bin. Und ich denke nicht (von meinen Erfahrungen her, hab ein paar Erfahrungen mit den Ämtern über einen Freund machen können) dass das Arbeitsamt sich bei mir zuständig fühlen würde, ich hab es bis jetzt ja nicht einmal geschafft ne Ausbildung abzuschließen, geschweige denn zu arbeiten, und die kümmern sich ja soweit ich weiß erst sobald man mindestens ein Jahr gearbeitet hat?

Macht es in meinem Fall überhaupt Sinn, mich krankschreiben zu lassen? An der Uni hab ich es mir ja eh erstmal versaut, was mir gerade ehrlich gesagt auch relativ egal ist, und ansonsten interessiert das doch keinen, oder?


@Auraya:
Danke für deine Erfahrungen... ich denke so werde ich es dann auch machen. Morgen ruf ich mal beim Psychiater an und bettel die an mich irgendwo unterzubringen oder mir vllt. einen Kollegen zu empfehlen falls die gerade nichts frei haben. Zum JC kann ich dann ja immer noch gehen...
 

no-vip

Mitglied
Hallo Equi,

danke für die Zusammenfassung.
Es ist doch etwas übersichtlicher.
Aber als Erstes eine Bitte: vergiss mal die Sache mit dem "vom Staat finanzieren".
Bzw. das "schlechte Gewissen" dahinter. Es ist kein guter Berater.

Wichtig ist nicht was Andere sagen u/o denken (wie die Erfahrung zeigt meist um so mehr und negativer,
je weniger sie Dich wirklich/persönlich kennen).
Sondern dass Du Hilfe bekommst, dass Du Dein Leben, welches noch vor Dir liegt,
gut und von Dir aus/aus eigener Kraft leben kannst.
Und eben nicht "vom Staat". Was ja auch nicht wirklich Leben genannt werden dürfte.

Und Allem was man jetzt direkt anführen könte, möchte ich die Sache mit dem Krankenschein voranstellen.
Schlussendlich wird es - egal wem gegenüber - ein Beleg sein.
Der BA, dem JC, der Krankenkasse, wenn es sein müsste auch allen möglichen Leistungsträgern gegenüber.
Denn die interessieren sich nicht dafür was jemand sagt; sondern wollen "etwas Greifbares".
Und hinter jedem Krankenschein steht auch eine Krankenunterlage.
Ausserdem bist Du durch einen Krankenschein auch relativ sicher vor Sanktionen -
wenn Du mal beim JC landen solltest.

Es ist wirklich krass: man kann in diesem Land - sagen wir einem JC - zusammenbrechen oder Amoklaufen...
und würde man dadurch einen Termin nicht einhalten... wird man sanktioniert.
Ist jetzt etwas krass ausgedrückt. Aber was habe ich persönlich schon alles - direkt oder indirekt - erlebt,
wenn ich Menschen begleitet habe. (Erhenamtlich - anderes Thema.)

Beim lesen Deines letzten posts hatte ich auch den Eindruck, dass Du etwas gefasster bist.
Das ist auch wichtig. Denn es gilt jetzt den Anfang des richtigen Weges zu finden.
Und da könnte vielleicht die Uni ein Ansatzpunkt sein.
Auch hier weiß ich nicht welche Möglichkeiten es da bei Dir/für Dich geben kann...
Aber ich bin sicher, dass es einen Anlaufpunkt gibt.

Hm - gerade denke ich ... von wegen ehrenamtlich... ob es bei Dir in der Gegend vielleicht eine Möglichkeit gibt,
dass Dich jemand begleitet. Das könnte es auch vereinfachen.
Ich kam auf der Suche für Hilfe für einen Bekannten zu einem kleinen lokalen Selbsthilfeverein.
Und wurde da auch gleich gefragt, ob ich Interesse hätte, Das was ich privat tue auch dort zu machen.
Alleine schon der Umstand - was ich mittlerweile schon vielen riet - dass jemand als Zeuge dabei ist...,
ist sehr wichtig. Oder - genau so wichtig - jemand als "Sprachrohr" dabei zu haben.

Ich merke dass es schon wieder etwas umfangreicher wird. :)

Also - wichtig ist:
"etwas in der Hand haben". Und da sind Krankenscheine erst mal ein guter Weg.
Denn man ist schon erst mal etwas "Save".
Dann als nächstes wäre ein Plan hilfreich. Was das bedeutet?
Überlege welche Anlaufstellen es gibt,
suche Kontaktinfos - um telefonieren oder schreiben zu können.
Das ist für jemand der gerade dabei ist sich einzukapseln oft der einfachere Weg.
Dann könntest du halt auch überlegen/schauen wer Dir helfen könnte.
Wobei da natürlich eine sehr genaue Auswahl wichtig ist.
So in diese Richtung.

Parallel solltest Du trotzdem überlegen an welche Stelle Du Dich richten könntest,
wenn das mit der Uni (wenigstens im Moment) nicht weitergeht.
Auch hier würde ich Dir gerne etwas Genaueres schreiben; aber leider sind viele Reglungen von Bundesland zu
Bundesland doch etwas verschieden.
Ich möchte an diesem Punkt jetzt abrt erst mal enden.
Damit es auch nicht zuviel Input auf einmal wird. ;)

lg
 

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