Warum soll sich der Geschäftsführer aus der Firmenkasse bezahlen dürfen, der 1-Euro-Jobber aber nicht?
Der Geschäftsführer ist nicht wohltätig angestellt. Die Buchhaltung auch nicht. Und die Angestellten ebenfalls nicht. Der Euro-Jobber schon? So als Mensch zweiter Klasse? Ich bin gespannt wie das hier argumentativ von Toby und ein paar anderen systemgläubigen gut argumentiert wird.
So... und noch was zum dem Thema: Mancherorts wurden die Sozialkaufhäuser in den 80gern von Sekten geführt. In Würzburg beispielsweise vom universellen Leben. In den 80gern hat da keiner, der nicht musste eingekauft. War aber auch gar nicht möglich als Otto-Normal-Mensch dort zu shoppen. Denn man konnte da nur mit Schein (da gab es früher wie auch heute einen Warenschein) vom Sozialamt einkaufen. Die meisten sind dorthin, weil sie für ihr Geld dann eben mehr (aber nicht unbedingt besseres) bekommen haben und sich die Schmach ersparen mussten bei den regulären Möbelmärkten dumm an der Kasse angeschaut zu werden.
Inzwischen gibt es das Sozialkaufhaus an dieser Stelle in Würzburg nicht mehr. Das wurde in einen Billigmöbelladen umgewandelt. Die Sekten haben sich jetzt mehr auf Läden spezialisiert, die die breite Masse ansprechen.
Teilweise sind die Sozialkaufhäuser dann in den 90gern auch nach diesem Vorbild (hat ja immerhin funktioniert Sperrmüll, der sonst kostenlos auf der Straße liegen würde zu verkaufen) von der Stadt selbst errichtet worden. Und die Leute, die dorthin spenden nehmen es ja auch gerne an. Der Ramsch wird immerhin kostenlos abgeholt (exakt das war nämlich das Erfolgskonzept... aus Null mach 100). Nicht nur, was diese billig, billiger, am billigsten Mentalität betrifft... Man hat auch Managementkonzepte übernommen (ehrenamtliche Mitarbeiter + Zweiklassensystem bei den Gehältern).
Aber selbst dann, wenn man beispielsweise regulär seine Kleider in die Altkleidertonne schmeisst... früher war das so, dass die Kleider an Sammelstellen gebracht wurden und dort sortiert Bedürftigen zur Verfügung standen. Heute wird gleich doppelt sortiert. Was noch einigermaßen gut ist wird an den Pöbel verteilt. Die sehr guten Sachen (die mit Label) werden Second Hand verkauft. In der Kleiderkammer gibt es also keine Markensachen mehr für lau. Und im Second Hand Laden sind die nicht unbedingt viel günstiger.
(Was für mich und andere Nachbarn beispielsweise ein trifftiger Grund ist das persönlich in der Nachbarschaft zu verteilen und nicht mehr in die Altkleidertonne zu werfen, da es ohnehin nur beim Mittelstand ankommt)
Sich dann hinzustellen und auch nur einen einzigen Cent dafür zu verlangen ist schlicht und ergreifend, aus meiner Sicht, Heuchelei, weil dann könnte ich mich auch selbst auf die Suche nach jemanden begeben, der mir dafür den Betrag XYZ zahlt.
So schauts aus...
Im übrigen zu deinen anderen Anmerkungen bzgl. der gemeinnützigen GmbH´s, kannst du mir sicherlich verraten, warum es zum Beispiel die Diakonie nötig hat, eine gemeinnützige GmbH zu gründen, wo die Diakonie doch selbst bereits als gemeinnützig eingestuft wurde.
Weils geht. Deshalb... Weil die Leute so strunzdumm sind das zu unterstützen.