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Jeder scheint nur noch mit sich selbst beschäftigt

  • Starter*in Starter*in Charlette
  • Datum Start Datum Start
Also was mein Handy betrifft , so ist es ein Smartphone und zwar eines , das permanent für Messenger aller Art auf lautlos geschaltet ist.

Jeder der mich kennt weiß das. Und ebenso weiß jeder , der mich kennt, dass ich vermutlich nicht sofort antworte, weil das Handy irgendwo herumliegt und ich gar nicht mitbekommen, wenn eine Nachricht eingegangen ist.

Das ist auch der Sinn der Sache. Ich will nicht immer springen, wenn es schellt. Alles hat Zeit und wer keine Zeit hat auf Antworten zu warten kann ja anruffen.

Wenn das Handy irgendwo rumliegt, ist das ein vollkommen anderer Sachverhalt, als wie wenn du es in deiner direkten Nähe hast. Zeit hast Nachrichten zu lesen und dann erst mal nach Tagen antwortest.

Rufst du die anderen dann auch an, wenn du etwas von ihnen möchtest?
Oder versendest du ebenfalls Nachrichten?
Sprich: Gibst du dasselbe, was du von anderen erwartest?
 
Nja, diese Frage musste ja akommen. Stell dir vor, die ersten Handys habe ich geschenkt bekommen, hatte mich lange geweigert. Und irgendwie strömt man ja auch mit mit der Zeit und man sieht die Vorteile.

Aber warum fällt dir nur diese Frage ein? Ich nutze mein Handy halt, wie ich es will und lass mich nicht erpressen oder so, oder ich bin nicht der Meinung, ich muss jetzt auf alles gleich antworten, und ich erwarte das auch nicht von anderen.

Ich nutze doch noch recht häufig das Telefonieren, habe nebenbei noch einen Festnetzanschluss.

Wie gesagt, du sagtest, dass es schöner war als es noch keine Handys gab.
Also hat dieses Teil doch auch seine Vorteile für dich. Welche wären das denn konkret?

Ich finde, nicht das Kommunikationsmittel ist das Problem, sondern die Art wie wir Menschen es nutzen.
Oder besser wie manche es nutzen.

Aus meiner SIcht hat es den Vorteil, dass ich mit einem anderen Mensch schnell kommunizieren kann. Termine vereinbaren kann, um sich dann persönlich zu treffen.
Wenn es reibungslos funktioniert, ohne Tagelange Warterei dazwischen, super.
Ermüdend ist es für mich nur dann, wenn da am anderen Ende jemand Unzuverlässiges ist.
Das Problem ist dann nicht das Handy, WhatsApp, SMS oder sonst was, sondern zentral das unzuverlässige Verhalten des anderen.
Wenn ich das Interesse äußere mal wieder persönliche Zeit face to face mit einem anderen Menschen verbringen zu wollen und es fangen langsam die Grillen an zu zirpen.
Da brauche ich denjenigen nicht anrufen. Wozu? Die Unzuverlässigkeit des anderen geht mir da auf den Keks. Und gibt mir kein gutes Gefühl. Also, du als Mensch am anderen Ende gibst mir kein gutes Gefühl. Warum sollte ich dann noch Zeit mit dir verbringen wollen? Geschweige denn mir die Mühe machen dich ans Telefon zu kriegen?

Mich erinnert diese gekünstelte tagelange Warterei immer an das nervige Stehen im Stau.
So viele vergeudete Lebensstunden.
Ganz ehrlich, es könnte so einfach sein. Binnen weniger Minuten ein Treffpunkt vereinbart. Und man freut sich und verbringt dann Zeit zusammen. Stattdessen Kunstpausen wegen dummer Ausreden und dem Verstecken hinter Unverbindlichkeit und angeblichem zu Beschäftigt sein.
Kommunikation die einfach sein könnte zäh wie Gummi.

Ich möchte heute leben und nicht warten.
Das ist so öde.

Da sind mir die Leute lieber, die zuverlässig sind. Wo Wertschätzung von beiden Seiten gegeben ist.
Das gibt mir dann auch ein gutes Gefühl und Freude auf ein Treffen mit der Person am anderen Ende.

Inzwischen handhabe ich es auch so, wenn ich jemanden nach einem Treffen frage, Nachricht wird gelesen und es kommt ein gelangweiltes Sätzchen in 24 Stunden, ist es mir auf die Person vergangen. Und ich habe dann schon jemand anderes gefragt.
Denn es bereitet mir mehr Freude gleichwertige Freude und gleichwertiges Engagement von der anderen Seite zu spüren.
Wenn sich der andere dann meldet kommt meinerseits halt die Antwort: "Danke für die Antwort, aber hat sich bereits erledigt. Hab jetzt schon was anderes vor."
Wenn du dich dann mal später wieder bei mir meldest und von dir aus ein Treffen vorschlägst, dann kannst du auch davon ausgehen, dass die Antwort auf ein Treffen mit dir Nein sein wird.
Und wenn es bedeutet, dass sich der Kontakt ausschleicht. Ich warte keine Tage mehr.

Wie gesagt, sowas Zähem möchte ich keine Zeit mehr schenken. Und Zeit ist ein Geschenk. Wer das nicht wertzuschätzen weiß, gut. Jemand anderes freut sich dafür umso mehr.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Charlette,

zunächst einmal: ich kann genau nachvollziehen, was du alles beschreibst. ich befinde und befand mich in einer ähnlichen situation. ganz nebenbei möchte ich aber mal anmerken: vor ein paar jahren postete ich hier im forum als gast einen beitrag, in dem es genau um diese sache mit dem melden, mit whatsapp, mit freunden ec. ging. nur ist man damals mit mir hier sehr hart ins gericht gegangen: was ich denn für ein anspruchsdenken hätte, antworten müsse ja gar keiner bei whatsapp, mein bedauern und mein problem wären nur schwer nachzuvollziehen usw. Heute lese ich hier bei den beiträgen viel verständnis für deine situation, für die probleme. Ja ja, so unterschiedlich können hier die reaktionen sein. Aber hier im forum wird ja auch mal gern draufgehauen auf die TEs.

Um zu deiner problematik zurückzukommen: ich hatte mir damals auch die frage gestellt, warum viele gar nicht oder nur sehr spät antworten bei whatsapp, dass man sich manchmal benutzt vorkommt, dass man sich viele ausreden anhören muss, die keiner mehr glauben mag usw. Zum glück kannte ich damals sehr viele leute, die sich zum teil auch untereinander kannten. so war es oft nicht besonders schwer, "mäusschen zu spielen", wie man so sagt: wenn es bekannte/freunde gab, die sich so verhielten, wie du (charlette) es schreibst, dann erkundigte ich mich mal bei anderen leuten über sie, weil ich wissen wollte, wie oder was sie über mich denken. und da bin ich dann regelmäßig aus allen wolken gefallen. die übelsten gerüchte und unterstellungen hörte ich. und da wusste ich, warum diese leute sich alle so verhielten mir gegenüber, wie sie es taten. sie hatten eine miese meinung von mir, gingen mir teils aus dem weg. gesagt haben sie nie was, aber es dann eben so ausgedrückt (z.B. nur sehr zögerlich geanwortet etc). da wusste ich dann, woran ich war. so ist mein freundes-/bekanntenkreis dann um 90% geschrumpft, denn diese leute habe ich alle aussortiert (bzw. sie mich).
liebe charlette, ich kann nur vermutungen anstellen, aber ich glaube, wenn du dich über all die leute, die dich nerven, mal erkundigungen einholen würdest, dann würdest du vielleicht ähnliches zu hören bekommen wie ich damals. und dann erklärt sich ganz schnell, warum es so ist, wie es ist.

Danke für deinen Beitrag und auch für dein Verständnis.
Was dir da widerfahren ist, ist schon ein starkes Stück. Doch andererseits, wenn diese Leute alle so falsch waren und schlecht über dich dachten, dann sind sie es schlichtweg nicht wert.
Jeder Mensch hat Menschen in seinem Leben verdient, die ihn gut behandeln. Die sich auf einen freuen und für einen interessieren.

Ich denke, du kannst wohl sehr gut nachvollziehen wovon ich hier rede.
Dass man mit dir damals wohl nicht sehr verständnisvoll umging, ist nicht schön. Schließlich sollte so eine Plattform hier auch eine Hilfestellung für die Schreiber sein, die hier ihre Probleme schildern. Und dazu gehört auch entsprechendes Einfühlungsvermögen von Seiten der anderen User. Ob man sich nun mit der Perspektive des TEs identifizieren kann oder nicht.

Ob man schlecht über mich redet, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass dieses Verhalten dafür sorgt, dass ich das Interesse an dem anderen verliere. Viele denken auch sie seien gute Lügner, doch es ist so leicht durchschaubar wer sich hinter Ausreden versteckt und wer die Wahrheit sagt. Und wer will schon Lügner um sich? Wer will mit so jemandem Zeit verbringen?

Ich muss sagen, dass immer eigentlich ich es bin, die solche Leute aussortiert. Mich hat da noch nie jemand von denen aussortiert.
Inzwischen sind es, glaube ich, gut über 60 knapp 70 Leute, die ich aussortiert habe.
Manche von denen laufen einem danach dann sogar hinterher. Plötzlich geht dann das, was vorher nicht ging. Interesse und Engagement zeigen.

Früher habe ich für sowas immer Verständnis aufgebracht. Habe mir gedacht, ja, der andere ist halt gerade beschäftigt.
Doch so langsam reicht mir dieses Verhalten einfach.
Die Zeit eines anderen ist nicht wichtiger als die meine. Und wer die Attitüde hat: Ich antworte wenn es mir passt (und wenn es Tage dauert) Oder: Wenn ich beschäftigt bin, bin ich beschäftigt (Ja, kann aber mehrfach am Tag online sein - wie glaubwürdig), der soll seiner selbstverliebten Attitüde fröhnen. Und glücklich damit werden.
Aber ohne mich.

Diese Spielchen, ich nenne es mal Spielchen, weil es auch etwas von Macht ausüben hat, ich antworte irgendwann mal in paar Tagen usw. sind es nicht wert. Gibt ja wirklich Leute, die schusselig sind. Doch bei den meisten steckt was anderes dahinter. Und mir ist das zu dumm.

Ich habe auch schon in anderen Foren mal nach dieser Sache nachgelesen. Und da gab es auch diverse Einträge, dass die Mehrheit sagte, so ein Verhalten ginge gar nicht. Lesen und Tagelang nicht antworten. Das sei unhöflich. Ja, sogar asozial und schlichtweg respektlos.

Das hier ist ein guter Artikel dazu, der meine Meinung darüber direkt auf den Punkt bringt:
https://www.chip.de/news/WhatsApp-E...Leute-die-nie-zurueckschreiben_130069552.html

Die Pro-Seite solcher Tagelang-Nicht-Antworter macht aus einem, wenn man sich deshalb beschwert, gerne mal einen nur vor dem Handy sitzenden Stalker, der kein Real Life und keine Freunde hat. Jemand, der schmachtend jede Sekunde aufs Handy starrt und einen kontrolliert. Der dem anderen die Freiheit entziehen möchte.

Lächerlich. Und einfach nur Schubladendenken.
Wir sind nicht die Einzigen, die so ein Verhalten stört. Und um sich daran gestört zu fühlen ist man einfach nur ein ganz nomaler Mensch. Ein Mensch, dem solche Verhaltensweisen und damit die Menschen dahinter, das Gefühl von gemeinsam einsam geben. Dass jeder nur noch an sich denkt. Und es keine Verbindung mehr gibt.
Denn, versucht man diese herzustellen, in Form von Interesse und dem Wunsch nach gemeinsamer Zeit, ist das ja Belästigung und Freiheitsentzug. Was früher noch ein positiver Wert war.
 
Zuletzt bearbeitet:
1. Ich kenne Ihn schon länger, man trifft sich vielleicht 10 mal im Jahr. Ich schulde Ihm nichts. Er macht oft sein Ding. Also ein B bis A Typ.

2. Ich will meine EX nicht sehen. Absolut nicht. Sie hat mir schwer geschadet.


Wenn ich den Bekannten auch abserviere, nach der Aktion, habe ich noch weniger Bekannte die übrig bleiben und einen mehr den ich wöchentlich nicht sehen will. Mich ärgert, das er ihr aufmerksamkeit gibt und nciht einer anderen. Weil ich wollter sie in dem kurs aushungern. sie ist kaum im kurs integriert. nicht so wie ich, wobei ich keine person habe die position für mich erreift.

Ich denke, du solltest primär für dich abwägen ob du den Kontakt zu ihm wirklich möchtest und was es dir gibt.
Oftmals hat man Angst alleine zu sein und behält dann dennoch so manche Menschen in seinem Leben. Doch von dieser Angst sollte man sich nicht leiten lassen. Auch wenn es manchmal schwer fällt.
Aus meiner Sicht scheint klar, dass du ihn nicht mehr in deinem Leben haben wollen würdest, wenn er mit deiner Ex etwas anfangen sollte. Sehe ich das richtig?

Wenn dem so ist, dann hast du im Endeffekt deine Antwort schon.
Du möchtest sie nicht in deinem Leben. Und auch nicht, dass er sich ihr zuwendet.
Diese Konstellation würde dir wohl nicht gut tun.

Oder was denkst du darüber?

Oder denkst du, du könntest einen geminderten Kontakt zu ihm, evtl mit deiner Ex ab und an mit dabei längerfristig ertragen bzw. damit reif umgehen?
 
Wenn das Handy irgendwo rumliegt, ist das ein vollkommen anderer Sachverhalt, als wie wenn du es in deiner direkten Nähe hast. Zeit hast Nachrichten zu lesen und dann erst mal nach Tagen antwortest.

Das sehen die anderen aber auch nicht. Das Handy zeigt ja an , dass ich online bin.

Aber die , die mich kennen, wissen, dass es möglicherweise auch länger irgendwo liegt.

Rufst du die anderen dann auch an, wenn du etwas von ihnen möchtest?
Oder versendest du ebenfalls Nachrichten?
Sprich: Gibst du dasselbe, was du von anderen erwartest?

Mal so mal so. Wenn es wichtig ist , rufe ich an. Wenn nicht oder es Zeit hat, dann eben per Whatsapp.

Mich stört es aber auch nicht, wenn andere zeitverzögert anworten.
 
Das sehen die anderen aber auch nicht. Das Handy zeigt ja an , dass ich online bin.

Aber die , die mich kennen, wissen, dass es möglicherweise auch länger irgendwo liegt.



Mal so mal so. Wenn es wichtig ist , rufe ich an. Wenn nicht oder es Zeit hat, dann eben per Whatsapp.

Mich stört es aber auch nicht, wenn andere zeitverzögert anworten.

Zeitverzögertes Antworten ist für mich auch kein Problem. Wenn man von ein paar Stunden spricht. Es kann ja immer was sein.
Doch wenn es in den Bereich von 12 oder 24 Stunden geht, dann finde ich das schon unhöflich. Denn man hat es ja, wenn man es gelesen hat, zur Kenntnis genommen.
Unglaubwärdig wird dieser Zeitmangel des Antwortens auch dann, wenn die Person das mehrfach am Tag macht. Mehrfach aktiv lesen, aber nicht antworten.

Was ich nicht verstehe ist die Logik Zeit zu haben Nachrichten zu lesen, aber keine zu haben sie zu beantworten.
Man könnte sagen diese These ist unvollständig. Denn man hat sich ja aktiv dazu entschlossen eine App zu öffnen und das Gesendete zu lesen. Vor allem, wenn eine Antwort nur einen Satz benötigen würde.
Nun könnte man da sagen: Wer Zeit haben will hat sie. Oder: Wer lesen kann, kann auch antworten. Oder: Wenn man wirklich so beschäftigt ist, dann hat man auch keine Zeit zwei Minuten nach Absenden einer Nachricht diese zu lesen.

Wie siehst du das?
 
Zuletzt bearbeitet:
Zeitverzögertes Antworten ist für mich auch kein Problem. Wenn man von ein paar Stunden spricht. Es kann ja immer was sein.
Doch wenn es in den Bereich von 12 oder 24 Stunden geht, dann finde ich das schon unhöflich. Denn man hat es ja, wenn man es gelesen hat, zur Kenntnis genommen.

Was ich nicht verstehe ist die Logik Zeit zu haben Nachrichten zu lesen, aber keine zu haben sie zu beantworten.
Man könnte sagen diese These ist unvollständig. Denn man hat sich ja aktiv dazu entschlossen eine App zu öffnen und das Gesendete zu lesen. Vor allem, wenn eine Antwort nur einen Satz benötigen würde.
Nun könnte man da sagen: Wer Zeit haben will hat sie. Oder: Wer lesen kann, kann such antworten.

Wie siehst du das?

Du hast zwar nicht mich gefragt, aber ich bin wohl Jemand, den Du auch nicht verstehst.

Ich bin nicht unhöflich, weil ich manchmal einen Tag später antworte. Dein Zeitfenster von 12 Stunden und mehr verstehe ich auch nicht. Wenn ich Dich frage, ob Du in 2 Wochen zu meinem Geburtstag kommst, brauche ich doch keine Antwort innerhalb von 12 Stunden?!?

Mein Handy liegt auch mal zwei Stunden rum. Dann habe ich vielleicht auch mal z.B. neun Nachrichten. Das aktive Öffnen und Lesen der Nachrichten dauert Sekunden, das zu beantworten dauert Minuten und dann lese ich oft, und antworte später. So wie das wohl die meisten machen.

Dass ich eine Nachricht schreibe, ich melde mich später, würde ich auch nie tun. Natürlich melde ich mich später wenn mich jemand was fragt. Das ist doch selbstverständlich.

Mich würde es eher nerven wenn mir jeder, der nicht sofort antwortet, schreiben würde, ich melde mich später. Das führt wieder zu noch mehr Nachrichten und Zeitfressern.

Also wenn Du immer solche Erwartungen an Dein Gegenüber hast kann ich mir vorstellen dass der ein oder andere sich abwendet. Da solltest Du echt wesentlich entspannter werden!
 
Hallo Charlette,

ich (56) habe im Laufe von mindestens drei Jahrzehnten auch immer wieder dieselbe Erfahrung gemacht wie du, dass andere Menschen mir offenbar wichtiger waren als ich ihnen.

Es liegt nicht nur an der Digitalisierung, sondern insgesamt am Zeitgeist. Die Menschen sind verwöhnt. Alles ist im Überfluss da. Man braucht sich nicht mehr gegenseitig zu helfen wie etwa in den Aufbaujahren nach dem 2. Weltkrieg oder in der Mängelverwaltung der ehemaligen DDR. Und die meisten Menschen haben auch gar keine Werte mehr, durch die sie sich moralisch verpflichtet fühlen, eigene Bedürfnisse auch einmal zurückzustellen, zuverlässig zu sein und auf andere Rücksicht zu nehmen. Das gilt als langweilig und vorgestrig. Wer heute auf der Höhe der Zeit ist, hat erst einmal sein persönliches Fortkommen und Vergnügen und allenfalls noch die Interessen seiner engsten Familienmitglieder im Kopf und läuft jedem Trend nach. Ehemalige Freunde, die auf einem oder mehreren Gebieten nicht mithalten können, werden (meist geräuschlos und ohne vorherige Ankündigung oder Auseinandersetzung) fallen gelassen, sobald man selber seine Schäfchen im Trockenen zu haben glaubt. Auch wenn man vorher jahrelang miteinander durch dick und dünn gegangen ist. So ist es am bequemsten.

Ich bin ein christlich erzogener und bis heute an christlichen Werten orientierter Mensch. Die meisten setzen aber Christentum mit Verboten, Zwängen und Schuldzuweisungen und insbesondere mit der katholischen Kirche gleich, bei der sie - egal, ob sie dort jemals Mitglied waren und regelmäßig am Gemeindeleben teilgenommen haben - dann auch ausschließlich die dunklen Seiten vom Mittelalter bis in die Gegenwart (Hexenverbrennungen, sexueller Missbauch von Kindern, Reichtum und dubiose Machenschaften im Vatikan etc.) betonen und der sie nichts Positives abgewinnen können. Sie haben sich nie intensiver mit dem christlichen Glauben und dem Aufbau einer persönlichen Beziehung zu Gott beschäftigt, obwohl es jede Menge hervorragender und teilweise sehr erbaulicher Literatur und Veranstaltungen dazu gibt. Ich bin aber nicht der Meinung, dass das Ethos von breiten Teilen der Gesellschaft durch Verzicht auf christliche Werte und massenweise Kirchenaustritte besser geworden ist. Ganz im Gegenteil.

Früher habe ich mehr für andere Menschen - auch außerhalb meiner Herkunftsfamilie - getan, hatte für Menschen mit Sorgen und Problemen ein offenes Ohr und habe letztlich nicht viel dafür zurückbekommen. Mittlerweile weiß ich, dass ich den meisten mehr oder weniger gleichgültig bin, habe mich damit abgefunden und lebe, von meinem (Wochenend)Partner und wenigen Bekannten einmal abgesehen, sehr zurückgezogen. Ein paar oberflächliche Kontakte habe ich hauptsächlich über den Beruf und bin auch da nicht daran interessiert, ständig mit einer Horde zum Mittagessen zu gehen. In großen Gruppen habe ich mich noch nie wohlgefühlt, da dominieren sowieso immer nur andere. Mit der hedonistischen Einstellung vieler Menschen hier in Deutschland komme ich nicht zurecht, habe auch auch nach vielen Jahren vergeblicher Bemühungen keine Lust mehr, mich anzustrengen, um mehr Nähe zu anderen Menschen herzustellen. Erzwingen kann man diese nun mal nicht. Im Grunde eine Art von sozialem "Burnout" und Resignation.

Mach' es wie die anderen, kümmere dich vorrangig um dich selbst, damit du nicht das Gefühl hast und auch nicht ausstrahlst, auf andere angewiesen zu sein. Dann wirst du vielleicht wenigstens halbwegs mit Respekt behandelt. So ist das leider heute. Schraube deine Erwartungen an andere drastisch herunter, auch wenn du bei dir selbst wesentlich höhere Maßstäbe anlegst. So schützt du dich am besten vor Enttäuschungen.

Als vor einem Jahr in Münster ein psychisch kranker Selbstmordattentäter mit einem Fahrzeug in eine Menschenmenge gerast ist und mehrere Menschen in den Tod gerissen wurden, habe ich zwei Cousinen spontan per WhatsApp (wir hatten damals eine gemeinsame, von mir gegründete Gruppe) mitgeteilt, wie sehr mich der Vorfall erschüttert hatte. Das war tatsächlich so - und auch naheliegend, da ich 14 Tage vorher selbst noch in Münster gewesen war. Eine Cousine, die gerade Kururlaub in Süddeutschland machte, schrieb Tage später etwas spitz zurück, die Sache habe sie zwar auch betroffen gemacht, aber sie ließe so etwas nicht so nah an sich heran. Sie kümmere sich um ihre Gesundheit. Und dann folgte eine lange Beschreibung ihrer Kuranwendungen und wie toll ihr Ehemann derweil zu Hause die gemeinsamen Enkelkinder betreuen und bekochen würde. Ich habe daraufhin die WhatsApp-Gruppe aufgelöst mit der Begründung, dass es wohl nicht genügend Themen gebe, die von gemeinsamem Interesse seien - was dem einen sin Uhl sei, sei dem anderen sin Nachtigall (schon vorher waren von dieser Dame eher Sticheleien oder Angebereien gekommen, egal, was ich geschrieben habe). Seitdem ist Funkstille, und das ist mir auch sehr recht!

Ich denke das Problem ist wirklich nicht die Digitalisierung. Wenn man nun von WhatsApp oder Sms spricht. Instagram oder dergleichen betrachte ich auch wieder anders. Da dort vieles um Likes geht. Teils um Selbstdarstellung. Schau was ich heute an habe, wie hübsch ich bin usw.

Bei Gruppen muss ich sagen lese ich meist selbst nur still mit.
Hatte mal einen Japanischkurs besucht und man hat eine Gruppe gemacht. Jeden Tag bekam ich 50 bis 60 Nachrichten auf mein Handy.
Vor allen Dingen war es oftmals keinr sinnvolle Konversation, die darin stattfand. Keine Lerninhalte oder dergleichen.
Insofern antwortete ich aktiv auch nur wenn es was Wichtiges war.
Doch sonst, bei 7 oder 10 Anfragen am Tag, habe ich schon die Zeit zu antworten.
Da verstehe ich auch die angebliche Hektik nicht, die das angeblich vermitteln soll.

Ich habe auch eine Bekannte, da schreiben wir uns auch mal erst nach ein paar Tagen. Doch die Nachrichten sind dann auch entsprechend lang. Fast wie eine Email. Über tiefgründige Inhalte.
Da kann man nicht mal schnell antworten, sondern es benötigt tatsächlich Zeit.
Das ist für mich dann auch verständlich. Und kein Problem.
Doch 12 Stunden für: Hättest mal wieder Lust auf ein Treffen?
Benötigt nicht mehr als ein Ja klar. Oder Sorry geht momentan nicht.
Ein paar Sekunden.
Durch so eine Nutzung auf so eine Mini Antwort warten zu müssen, wird die Kommunikation unter einander einfach erschwert. Und das liegt dann nicht am Medium Handy. Sondern mehr am Menschen am anderen Ende.

Aber das was du beschreibst kenne ich auch. Dieses wieder das Thema auf sich lenken. Das kann sehr nervig sein.
 
Du hast zwar nicht mich gefragt, aber ich bin wohl Jemand, den Du auch nicht verstehst.

Ich bin nicht unhöflich, weil ich manchmal einen Tag später antworte. Dein Zeitfenster von 12 Stunden und mehr verstehe ich auch nicht. Wenn ich Dich frage, ob Du in 2 Wochen zu meinem Geburtstag kommst, brauche ich doch keine Antwort innerhalb von 12 Stunden?!?

Mein Handy liegt auch mal zwei Stunden rum. Dann habe ich vielleicht auch mal z.B. neun Nachrichten. Das aktive Öffnen und Lesen der Nachrichten dauert Sekunden, das zu beantworten dauert Minuten und dann lese ich oft, und antworte später. So wie das wohl die meisten machen.

Dass ich eine Nachricht schreibe, ich melde mich später, würde ich auch nie tun. Natürlich melde ich mich später wenn mich jemand was fragt. Das ist doch selbstverständlich.

Mich würde es eher nerven wenn mir jeder, der nicht sofort antwortet, schreiben würde, ich melde mich später. Das führt wieder zu noch mehr Nachrichten und Zeitfressern.

Also wenn Du immer solche Erwartungen an Dein Gegenüber hast kann ich mir vorstellen dass der ein oder andere sich abwendet. Da solltest Du echt wesentlich entspannter werden!

Na ja, diese Erfahrung mit dem Tagelang nicht antworten ist dann problematisch wenn es um ein Treffen am darauffolgenden Tag geht. Oder direkt an diesem Tag.
Ich nehme mir die Zeit für den anderen, muss insofern das auch familiär planen und darf ewig auf Rückmeldung warten.
Das ist etwas anderes als ein Termin in 2 Wochen. Das hat natürlich Zeit.
Doch bei dem ersten Beispiel kann es sehr nervig und dieses verzögerte Antworten sehr stressig für mich werden. Genauso wenn ich auf Rückmeldung warte ob es nun zu dem Treffen überhaupt in zwei Tagen kommt.
Die Person hat es gelesen, lässt aber mal wieder auf sich warten. Mal einen Kinobesuch planen oder gemeinsam Essen gehen... unmöglich. Anrufe werden nie entgehen genommen. Eine Anfrage wann man mal kurz telen könnte zur Kenntnis genommen aber wieder Tage nicht beantwortet.
Dass man da entspannter sein soll... Sowas kann sehr nervig sein. Vor allem, wenn das bei einer Person in 90 Prozent der Fälle so ist.

Und redet man dann mit der Person, dann kommt als Antwort ein zickiges: Ich antworte wenn es mir passt!
Kein Treffen in der Mitte.

Wendet sich dann so jemand ab, dann gerne. Ist für mich ein Stressor weniger.
 
Zuletzt bearbeitet:
Bei wichtigen Terminabsprachen sollte man das Handy nicht nur zum tippen benutzen, sondern evtl. auch mal zum telefonieren.

Mitunter fehlt dir aber auch das Verständnis für die anderen. Wie soll man auch auf die Idee kommen, das jemand die eine 60 Stunden Woche leistet, zudem influencer / bloggerin ist, einen Mann und einen Haushalt besitzt - trotzdem Zeit und Muße hat konversationen lange, fleissig und sofort über Kurznachrichten zu absolvieren.

Ich kenne so jemanden gar nicht. Ich kenne nur Leute die ähnlich wie ich, ihre Ruhe haben wollen anstatt lange und breit alles mögliche ins Handy zu tippen. Tiefgreifende und ausschweifende "Beratungen" über Themen wie "wie geht es dir" führe ich in persönlichen Gesprächen. Da finde ich das getippe sogar bedeutend unhöflicher.

Dennoch verstehe ich dich auch ein stückweit.
Aber gerade die Sache mit dem Handy, nehme ich halt nicht wirklich ernst.
 

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