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Ist man nur noch mit abitur was wert?

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S

Sternenhimmel

Gast
Hi,

ich will hier mal etwas ansprechen und zwar folgendes:

Ich mach in letzter zeit oft eine Erfahrung.

Ich war ausbildungssuchend, habe nichts bekommen, betrieblich. Mache jetzt halt eine schulische ausbildung, wobei ich hierbei euch viel glück habe, dass sie mich kleinen Realschüler genommen haben, denn in den anderen Klassen sind pro 25 Leute auch nur 5 realschüler.

Zu etwas, was mich echt aufregt. Ist man wirklich nur noch mit abitur etwas wert in der heutigen ausbildungswelt? Ist da ein guter realschulabschluss nichts wert, wenn die Konkurenz abitur mit 3,7 hat?

Oft werde ich von abiturienten abgewertet. beim letzten eingungstest, kommentar einer Mitbewerberin mit abitur "Die ausbildung kann ja net schwer sein, wenn die realschüler nehmen"
letztes bei einem bekannten, der einen job als industriekaufmann sucht, sagte eine bekannte "ja da kriegt man eh nix, für "solche jobs" bewerben sich ja die ganzen realschüler"

Ist ein guter realschulabschluss echt nichts mehr wert? Bist du wirklich dumm, wenn du nur realschule oder hauptschule hast? ich kenne so viele die kriechen mit einem Abi zwischen 3,1 und knapp besser als 4 herum, ist das denn wirklich gut?

Ich wäre nicht zu dumm gewesen für abi, ich hatte nur einfach keine lust, ich wollte etwas praktisches und musste mir zum Teil bei vorstellungsgesprächen anhören, warum ich kein abi hätte, dass das doch besser wäre oder um den besten spruch zu zitieren "haben Sie gar keinen Schulabschluss"?

Ist es wirklich so, dass du nur noch als Abiturient reele chancen hast und als kleiner dummer Realschüler nicht mehr, egal wie gut deine mittlere reife ist und wie schlecht dein Abi? Ja, hauptsache man hat abitur, egal wie schlecht, so kommts mir vor.

Irgendwie komm ich mir jetzt auch schon richtig mies vor, weil ich ne kleine realschülerin bin, auch in gegenwart meiner Freunde, alles leute mit höherem schulabschluss, die dann solche sprüche wie oben daherlabern. sicher, mit abi kann man studieren, aber was, wenn ich nicht studieren will, wenn ich "nur" eine ausbildung machen will und da nichts bekomme, weil ich keine allgemeine hochschulreife habe?

Es regt mich auf. Jap tut es, auch wenns wahrscheinlich viele net verstehen.

Gestern wieder die disskusion mit bekannten, warum hast du nicht die schule gewechselt, warum hast du kein abi gemacht?

Tja, so ist es halt heutzutage....

Sorry, dass ich mich so aufrege. Wollte damit auch nicht sagen, dass alle abiturienten so sind.

Gruß Blue
 
Hi,

das Abitur als solches hat doch kaum einen Wert. Das meiste, was man in den drei Jahren "lernt", hat man nach wenigen Jahren schon vergessen, oder nie kapiert. Allgemeinbildung bekommt man heute überall, wenn man nur weiß, wo man hinsehen muss. Leider musste ich Abitur machen, weil ich sonst nicht hätte Musik studieren können. Ich trauere noch heute über die verlorene Zeit. Es war nicht schön, mit anzusehen, wie einige Oberstufen-Abbrecher mich existenziell rechts überholt haben. Zum Glück habe ich keinen Grund, mir etwas vorzujammern, aber mir tun die Leute leid, die mit mittelmäßigen Noten qualvoll durch das Studium schliddern und dann überhaupt keine Chance mehr haben.

Du musst einfach nur den dir gemäßen Weg gehen, und den anderen ihren eigenen lassen. Wenn andere Leute Bemerkungen über Realschüler machen, lass sie doch. Es ist wahrscheinlich nicht böse gemeint, nur völlig ahnungslos. Ob sie selbst vom Abitur profitieren, wissen sie auch erst, wenn sie dauerhaft ihre Ziele erreicht haben.

LG yoshuah
 
Früher war das Abitur noch das, was es ursprünglich auch sein sollte ... nämlich die Voraussetzung, um ein Studium zu beginnen. Darum heißt das ja "Hochschulreife". Das macht auch Sinn, da besonders in den Naturwissenschaften in den 2-3 Jahren tiefer gehender Stoff gelehrt wird, auf den dann in den ersten Semestern aufgebaut wird. Besonders zu erwähnen sei hier Mathematik und Physik, welche in fast jeder Studienrichtung sehr wichtig sind und Grundlagenwissen für die eigentlichen Schwerpunkte des wissenschaftlichen Studiums darstellen.

Tja ... heute ist das zu einem "Allerweltsabschluß" verkommen, den die meisten Unternehmen für Azubis gerne sehen wollen. Abiturienten werden bevorzugt behandelt, das ist leider Fakt aber überhaupt nicht Sinn der Sache.

Früher in der DDR mußte man sich für die EOS (Erweiterte Oberschule - Abschluß "Abitur") sogar bewerben. Hatte man einen nicht so guten Durchschnitt (unter 1,5!!), dann hätte man ohne Beziehungen gar keinen Platz bekommen. Das war wirklich nur für Schüler angedacht, die dann studieren wollten und vor allem die eine entsprechende Leistung auch erbringen konnten oder wollten ^^. Ich hatte mich damals beworben und der Antrag ging sogar durch ... aber dann kam die Wende 🙂 ... zum Glück, sonst hätte ich nach dem Abi 3 Jahre zur NVA gemußt.

Ich finde, da muß etwas getan und geändert werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi,

ihr habt schon recht.

SChließlich habe ich mit meinem angeblich so mickrigen realschulabschluss (wie alle immer sagen) auf der gleichen Schule einen Platz bekommen, wie meine so tolle bekannte mit abi, die sich immer drüber auslässt "nur" realschule.

Trotzdem, es ärgert mich, es ist einfach nicht sinn der Sache.

Abitur sollte auch der machen, der wirklich gut ist. Ich war eine Zeitlang auf einem allgemein bildenden Gymnasium und war erschreckt, wie schlecht der Notendurchschnitt in fast allen fächern war. ich war auch - und das ist jetzt kein scherz - darüber erschreckt, was die in der 11. teils für stoff durchgenommen haben, denn diesen stoff hatte ich zum teil schon auf der Realschule in der 10. klasse durchgenommen. gut, das Gymi wo ich war kann auch die ausnahme gewesen sein.

aber es ärgert mich. Ist abitur nicht eigentlich für leute gedacht, die studieren wollen? Ich find da läuft auch in der ausblidungswelt was falsch, wenn die fast nur abiturienten nehmen...

Sorry, für meine Meinung

Gruss Blue
 
Naja ... wenn jeder Honk Abi machen will (und das ist heute ja so, denn Abi=bessere Chance auf einen Ausbildungsplatz) und dann aber mieserabel ist, leiden die Schüler darunter, die wirklich was auf der Pfanne haben. So werden Potentiale nicht erkannt und können auch nicht gefördert werden. Langfristig ist das überhaupt nicht gut für die Gesellschaft ... merkt man jetzt schon und wird mit Sicherheit noch schlimmer. :mad:
 
HI,

ich finds im Bezug auf Ausbildungsplätze echt total schade und irgendwo auch unfair.

Es sollte so aufgeteilt sein: ausbildungsplätze nur für realschüler und hauptschüler und dass Abi wirklich nur noch für die ist, die studieren wollen, wobei das sicher wieder unter diskriminierung fällt. Weiß auch nicht, war nur so ne idee (unsinnige Idee)
... heut zu tage kriegt ja fast jeder na abiempfehlung... *find*

irgendwas sollte da echt anders laufen.....


Gruss
 
Ich gebe Dir da Recht!

Das Abi sollte schon einen Vorgeschmack aufs spätere Studium geben. Schwierige Klausuren mit einer Nachholechance ... und wer das nicht packt, muss halt den Realschulabschluss machen. Es geht nicht an, daß die Schüler durchgeschleift werden und der Lehrplan an die (mehrheitlich schlechten) Leistungen der Schüler angepasst wird. Das wertet die Qualität des Abiturs ab ... genau das passiert in den letzten Jahren. Wer dann tatsächlich ins Studium geht, hat es dann natürlich schwerer, da die eigentlich notwendigen Voraussetzungen nicht mehr zu 100 Prozent vorliegen.

Mit Diskriminierung hat das nichts zu tun. Wer die Leistungen nicht erbringen kann, hat andere Alternativen, erfüllt nicht das Niveau einer Hochschulzugangsberechtigung und sollte nicht studieren gehen ... wird vom Staat finanziert ... nix mit Diskriminierung.

Ist meine Meinung
 
HI,

ja du hast schon recht.

Ich habe es selbst am eigenen Leib zu spüren bekommen, wie viele (schlechte) Abiturienten auf den Ausbildungsmarkt stürmen und den leuten mit z.T. sehr guter/guter mittlerer reife vorgezogen werden.

Guten Beispiel ist nun auch diese Berufsfachschule, auf die ich gehen werde: von 25 leuten, 5 Realschüler (obwohl diese ausbildung ab mittlere reife zugelassen ist) und die Gymnasiasten sind zum großteil leute mit nem schlechteren Durchschnitt als 3,0.

Auch wenn ich schon die Ausbildungsstellenbeschreibungen im INternet für die Betrieben gelesen habe: Vorraussetzungen abitur bis 3,5.. das kanns irgendwie net sein...

Auch habe ich die Duchschnittsnoten von Klausuren auf dem Gymnasium mitbekommen (meist schlechter als 4 besonders in den naturwissenschaftlichen Fächern und in den fremdsprachen)

Ich habe kein abi gemacht, weil ich definitiv nicht studieren will. Ich finde auch, es sollte sich nicht schon nach der 4. Klasse entscheiden, für welche schulart jemand geeignet ist, sondern erst später, wenn sich stärker herauskristalisiert, was jmd. persönlich will und für was er persönlich geeignet ist. In manchen Ländern läuft es so, dass alle bis zur 9. KLasse auf die selbe Schule gehen und sich dannach erst entscheiden können, ob sie einen noch einen höheren abschluss machen wollen oder nicht, das finde ich z.B. gut (betonung ich, finde das gut, andere mögen das bescheuert finden)

Gruss Blue
 
Genauso liefs bei mir. Bis zur 8. Klasse war ich auf der Oberschule (DDR-Realschuläquivalent) ... denne habe ich den Antrag auf EOS gestellt, wurde genehmigt. Es folgte 9.-10. Klasse Orientierungsstufe ... bis dahin konnten die Schüler wieder zurückwechseln, wenn sie wollten ... haben Einige auch in Anspruch genommen, da die Anforderungen einen ganz schönen Sprung nach oben machten. Ich weiß nicht, ob das der Regelfall zu DDR-Zeiten war, da ich genau in die Zeit des Umbruchs fiel. Das war jedenfalls sehr sinnig. Das System von heute kann ich irgendwie nicht so richtig nachvollziehen.

War eine schwierige Zeit bei uns im Bereich Schule und Uni. Meine eine Tante war gerade an ihrem Diplom in Wirtschaft zu Gange. Natürlich blöd, wenn das System der Planwirtschaft plötzlich nicht mehr praktiziert wird. So erging es Tausenden in vielen Bereichen. Tja ... diese meine Tante hat sich von diesem Spektakel nie wieder richtig erholen können. Hatte ein BWL-Studium nachgeschoben, wegen Krankheit abgebrochen ... im Rahmen einer Zweig-Initiative des "Aufbau Osts" bzw "Ramsch-Ausverkauf-Ost" und eine Crashkursausbildung gemacht (die eigentlich völlig fürn A**** war ... soviel zu den "überlegten Investitionen unseres Anti-Helden Kohl") ... war dann zu alt und im tiefsten Thüringen zu Hause, wo eh die Arbeitsmarktsituation immer weiter gegen Null tendierte. Nach etlichen Umschulungen hat sie nun eine Teilzeitstelle (für die sie definitiv überqualifiziert ist ... sie ist wirklich eine wahnsinnig kreative und kluge Frau!!), die demnächst auch mal wieder gekündigt wird. Blöd mit einer Familie und einem Ehemann, dem es ähnlich erging ... aber wir Ossis meckern ja nur und sind zu faul zum arbeiten ... alles nicht wahr ... ich schweife ab ... 😉
 
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